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Weimar 6118/55 wu

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Ralf Honak
 
 
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20.Feb.21 19:35

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Guten Abend

Ich bin ein Anfänger auf diesem Gebiet

Das Radio fängt an zu Brummen, könnte bestimmt ein Kondensator sein weiß aber nicht wo ich anfangen soll zu suchen

Bitte um ein paar Vorschläge

Danke 


Guten Abend

Ich bin ein Anfänger auf diesem Gebiet

Das Radio fängt an zu Brummen, könnte bestimmt ein Kondensator sein weiß aber nicht wo ich anfangen soll zu suchen

Bitte um ein paar Vorschläge

Danke 

Ich bedanke mich recht herzlich für die Fachlichen Infos

Nun kann ich mich auf die Fehlersuche machen, wird bei mir etwas dauern 

This article was edited 07.Apr.21 16:23 by Ralf Honak .

Reinhard Riek
Reinhard Riek
 
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05.Apr.21 01:57
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Hallo,

Ein Netzbrumm (50 Hz) wird nach meiner Erfahrung von einem überlasteten Transformator ausgelöst. Sind die Syssmetrierkondensatoren in Ordnung? Die Gleichrichterröhre? Eventuell fehlt bei neueren Geräten der Masseanschluss des Netzsteckers (Schuko).

Thomas Häußler
Thomas Häußler
 
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05.Apr.21 05:48

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Hallo,

 

meiner Erfahrung nach sollten alle gealterten Kondensatore getauscht werden, dazu gehören Elkos, Teer- und Wachskondensatore. Auch wenn diese zum Teil noch Kapazität haben so weisen sie oft Leckströme auf, werden dadurch heiß und können anfangen zu brennen. Keramik- und Styroflexkondensatore können normalerweise verbleiben, altern praktisch nicht.

Nach so einer Kur leufen 95% aller Geräte wieder.

Notfalls machen Sie mal ein Bild von der Unterseite und ich zeige welche das sind.

Viele Grüße

Thomas

This article was edited 05.Apr.21 05:48 by Thomas Häußler .

Thomas Häußler
Thomas Häußler
 
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05.Apr.21 05:59
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Hallo,

 

noch was, sollte das Gerät alltagstauglich sein, also nicht nur zu Ausstellungs- und Vorführzwecken dienen, so ist ein Umabu auf Schutzklasse 1 (mit Schutzleiter wie oben schon erwähnt) sehr an zu raten.

Aus 2 Gründen, ersten wegen geringerer Störanfalligkeit, aber viel wichtiger wegen der elektrischen Sicherheit. Unsere alten Geräte können ohne diesen Schutz, im ungünstigen Fall, metallische Teile die nach Außen führen (z. B. Schrauben zur Befestigung des Chassis) unter Netzstrom setzen. Damit dann die Sicherung auslöst und keine Mensch zu Schaden kommt sollte das Chassis an den Schutzleiter angeschlossen werden. Zum Teil gibt es Entstörkondensatore die von der Netzspannung zum Chassis gehen, diese müssen dann ausgebaut werden, sonst fließen hier Blindströme.

 

Viele Grüße

Thomas

This article was edited 05.Apr.21 10:48 by Thomas Häußler .

Bernhard Nagel
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05.Apr.21 19:40

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Hallo Herr Honak,

danke für Ihre Anfrage. Ein "brummendes Radio" kann viele Ursachen haben. Zunächst ist zu klären, was hier eigentlich brummt. Ist es

  • ein mechanischer Brumm bzw. Vibration vom Netztrafo?
  • ein Brumm aus dem Lautsprecher?

In den allermeisten Fällen kommt der Brumm aus dem Lautsprecher. Die wahrscheinlichsten Möglichkeiten beim Weimar 6118/55 WU wären Kapazitätsverluste dieser Kondensatoren

  • Lade- und Siebkondensator je 60 µF, Pos. 1 und 2
  • Siebkondensator 100 µF für die negative Gittervorspannung der Endstufe, Pos. 3
  • Siebkondensator für die NF-Vorstufe 4 µF, Pos. 6

 

Das eingefügte Teilschema (durch Klick zu vergrössern) zeigt die Positionen in rot. Auch eine Kombination aus diesen Punkten ist als Ursache möglich.

Diese weiteren Kondensatoren sollten (falls die Schaltung noch im Originalzustand ist) vor Inbetriebnahme unbedingt ersetzt werden: Pos. 4, 25 nF, Pos. 5, 2,5 nF und Pos. 7, 0,1 µF. Wobei Pos. 7 auch entfallen kann (einseitig ablöten).

Beim Ersatz der Kondensatoren auf die Polung (nur bei Elkos Pos. 1, 2, 3 und 6) und generell auf Spannungsfestigkeit achten! Bei Pos. 3 liegt der positive Pol an Masse!

Der Gleichrichter (keine Röhre) ist eine Selen-Säule in Einweg-Schaltung. In Reihe zum Lade-Elko liegt ein 60 Ω Widerstand.

Die gesamte Leistungsaufnahme des Radios sollte geprüft werden. Bei UKW soll ein Gesamtstrom von 250 mA / 220 V fliessen. Auch die wichtigsten Gleichspannungen und -Ströme sollten an Hand der Tabelle "Spannungs- und Strommessungen" kontrolliert werden.

Zum Thema Kondensator-Tausch:  ein "pauschales" Ersetzen aller originalen Papierkondensatoren ist aus meiner Praxis ganz selten erforderlich, selbst wenn sie geringe Isolationsfehler (Leckströme) haben. Es kann sogar nachteilig sein, vor allem wenn dies im HF- und ZF-Teil gemacht wird!

In dem meisten Fällen sind nur die Arbeitspunkt-bestimmenden Kondensatoren, vor allem im NF-Verstärker, zu ersetzen. An erster Stelle steht hier der Koppelkondensator 25 nF zum Steuergitter der Endröhre. Ebenfalls wichtig ist bei diesem Beispiel der Kondensator 2,5 nF von Anode der UEL51 nach Masse. Beim evtl. Durchschlag kann die Primärwicklung des Ausgangsübertragers durch zu hohen Strom Schaden nehmen (Unterbrechung oder Windungsschluss). Ein "Trafokiller".

Ganz wichtige Grundlagen der Reparatur-Praxis finden sich übrigens im Buch "Radios von gestern", von Ernst Erb. Die Texte wenden sich auch an weniger Erfahrende und Anfänger in diesem Bereich. Siehe z.B. der Auszug Keine Angst vor dem Innenleben und Reparatur und Restauration alter Radios.

This article was edited 06.Apr.21 00:25 by Bernhard Nagel .

Thomas Häußler
Thomas Häußler
 
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05.Apr.21 20:28
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Hallo,

gut dass Herr Nagel es so ausführlich beschrieben hat und einen Auszug aus dem Schaltplan mitgeliefert hat. Da ist mir aufgefallen, das Gerät hat einen hochohmigen Lautsprecherausgang welcher direkt von der Endröhre gespeist wird.

Bei Umbau auf Schutzklasse 1 muss dieser unbedingt abgeklemmt werden da dort sonst ca. 200 - 250V DC gegen Erde anliegen. Tut beim Anfassen nicht nur höllisch weh (spreche aus Erfahrung), sondern kann auch tödlich sein.

Hab es in dem Planausschnitt rot umkreist.

Viele Grüße

Thomas

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