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Wozu eigentlich Vorschaltlampe ??

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Forum » In General » Wozu eigentlich Vorschaltlampe ??
           
Rainer Bogenschütz
Rainer Bogenschütz
 
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01.Jan.07 13:45

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Liebe Radioliebhaber, zuerst möchte ich Euch allen ein gesundes Neues Jahr 2007 wünschen.

Ich habe mir lange überlegt, ob ich meiner Frage diesen Titel geben sollte, doch dann bin ich zu dem Entschluß gekommen meine Unwissenheit hier preiszugeben.

Ich möchte gerne die Vorschaltlampe welche Herr Heigl auf seiner Homepage vorstellt bauen.

Wie schon so oft hier beschrieben kann man mit so einer Lampe doch die Stromaufnahme eines Radios begrenzen, und so das eventuelle Explodieren von Kondensatoren oder abfackeln sonstiger Bauteile verhindern. Die Leuchtstärke der Lampen gibt dabei eine Auskunft über eventuelle Defekte im Gerät. Aber ist das nicht auch eigentlich die Aufgabe der im Radio befindlichen Sicherung. (0,3 / 0,4 / 0,5 ...... Ampere). Sie müßte doch so bemessen sein, das sie bei einem Defekt sofort durchbrennt um Schlimmeres zu verhindern. Mit den zuschaltbaren Lampen kann ich zwar den Strom begrenzen, aber wie gesagt für  was sind dann die Sicherungen da. Wenn sie durchbrennt weiß ich ja auch das etwas nicht stimmt. Und wenn sie erst durchbrennt wenn mir was explodiert ist , für was brauch ich sie dann.

Ich weiß dies ist wieder einmal eine echte Laienfrage, aber vielleicht kann mir einer von Euch eine verständliche Antwort geben.

 

 

Henning Oelkers
Henning Oelkers
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01.Jan.07 14:45

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Hallo, Herr Bogenschütz,

Ihre Frage ist keineswegs unbegründet.

als Vorschaltlampe wird üblicherweise eine normale Haushaltsglühlampe mit 40 - 100 W verwendet.

bei einem Kurzschluss im Gerät leuchtet die dann mit der vollen Helligkeit, brennt aber nicht durch. ( da sie ja für 230 Volt bemessen ist )

Außerdem haben Sicherungen üblicherweise ein träges Ansprechverhalten, und sind dann mit "T 0.4 A" oder "0.4AT" bezeichnet.

Im ungünstigsten Fall reicht die Zeit schon aus, um wertvolle Bauteile zu zerstören.

Das alles passiert mit einer Vorschaltlampe nicht. Ich verwende so etwas immer dann, wenn ich nicht weiss, wann ein Gerät letztmalig gelaufen ist, oder ob es evtl defekt ist.

Mit freundlichen grüßen aus Berlin,

Henning Oelkers

Martin Renz
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01.Jan.07 16:22

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Bogenschütz,

es gibt einige Gründe, die für einen Einsatz einer Vorschaltlampe bei der erstmaligen Inbetriebnahme eines alten Gerätes sprechen. Herr Oelkers hat den wichtigsten genannt, nämlich zu verhindern, dass Bauteile wie Netztrafo, Drossel oder Widerstände im Gerät Schaden nehmen, weil ein anderes Bauteil defekt ist und einen Kurzschluss verursacht. Auch eine zu hohe Stromaufnahme der Endröhre(n) auf Grund eines defekten Koppelkondensators wird zumindest vermindert.
Nicht selten sind die im Gerät vorhandenen Sicherungen gegen solche mit zu hohem Wert ausgetauscht worden, was leicht übersehen wird. Oder gar mit Zigarettenpapierfolie oder Alufolie "repariert" worden. Besser ist natürlich, diese vor der ersten Inbetriebnahme gegen solche mit dem richtigen Wert auszutauschen, ohne Vorschaltlampe werden diese dann aber nicht selten gleich beim Einschalten durchbrennen. (ausser Spesen nix gewesen). Die weitere Fehlersuche muss dann am ausgeschalteten Gerät und auf Verdacht gemacht werden. Mit der Vorschaltlampe erhält man die Chance, schnell noch die ein oder andere Kontrollmessung durchzuführen, falls dies sinnvoll und notwendig erscheint.
Die Schaltung von Herrn Heigl ist übrigens hier und in erweiterter Form im RM hier zu finden. Man könnte eventuell noch einen Schalter einfügen, der alle Lampen überbrückt. Man hat dann die Gelegenheit, die notwendige Überprüfung der Spannungen im Gerät durchzuführen, wenn die Stromaufnahme normal erscheint, ohne umstecken zu müssen.  Allerdings riskiert man dann, dass bei Inbetriebnahme doch einmal versehentlich die volle Spannung ohne Schutzlampe am Gerät anliegt, wenn der Schalter falsch betätigt ist. Dies muss jeder für sich entscheiden, ob Bequemlichkeit oder Sicherheit überwiegen soll.
Während des Abgleichs oder der Überprüfung der Spannungen, beziehungsweise im Dauerbetrieb hat eine Vorschaltlampe übrigens nichts zu suchen. Dazu sind die Spannungsabfälle auch einer 100 Watt Lampe zu groß.

Ein Diagramm zu den durch eine (60W) Glühlampe zu erwartenden Vorwiderstand findet sich hier.

This article was edited 01.Jan.07 16:42 by Martin Renz .

Rainer Bogenschütz
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01.Jan.07 15:37

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Hallo Herr Oelkers !

Danke für Ihre schnelle Antwort.

Ich habe mir schon gedacht das es eventuell mit der Trägheit der Sicherungen etwas zu tun haben könnte. Dadurch geht dann sozusagen die Zerstörung des Bauteils der eigentlichen Aufgabe der Sicherung, nämlich des Sicherns des Gerätes vorraus.

Herr Oelkers, kurz noch eine Frage zu der 40 Watt Vorschaltlampe.

Bei einer Leistungsaufnahme eines Gerätes von ca. 50 Watt (laut Aufdruck an der Rückwand) ist es doch aber normal wenn die Lampe in voller Pracht leuchtet, oder nicht ??

Danke für ihr Verständnis

Jens Dehne
 
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01.Jan.07 15:54

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Hallo Herr Bogenschütz und andere Leser,

 

abgesehen davon, dass der Verbrauch jeder Menge Sicherungen im Fehlerfall auf diese Weise gespart wird, gibt es mit einer Vorschaltlampe als „dynamische Sicherung“ einen weiteren großen Vorteil:

Sie können einen Fehler im eingeschalteten Zustand, also „unter Spannung“ suchen und finden.

Die richtig dimensionierte Vorschaltlampe nimmt dem zu reparierenden Gerät im Fehlerfall die Energie und vermeidet somit Folgeschäden.

Wirklich ein sehr praktisches Hilfsmittel, auch für zu reparierende „moderne Elektronik“.

 

Viele Grüße!

Jens Dehne
Henning Oelkers
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01.Jan.07 16:36

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Hallo, Herr Bogenschütz,

im Prinzip hätten Sie fast recht. Werden 2 gleiche "Verbraucher" in Reihe geschaltet, so teilt sich die Gesamtleistung auf 2 Hälften. Die Lampe wird also keinesfalls mit voller Helligkeit leuchten, es sei denn, das Gerät hätte einen Kurzschluss.

Es kommt aber folgende Eigenschaft hinzu: Bei Glühlampen ist der "Kaltwiderstand" des Glühfadens um ein vielfaches kleiner, als der "Warmwiderstand" dadurch nimmt die Lampe weniger als die Hälfte der Spannung. dadurch sinkt wiederum die Glühfadentemperatur etwas ab.

Bei einem 50er Jahre Radio, welches ohne Fehler ist, passiert ( mit einer 60Watt Lampe )folgendes: Nach dem Einschalten wird die Lampe für sehr kurze Zeit hell ( aufladen der Elkos ), dann fast ganz dunkel ( während die Röhren noch nicht aufgeheizt sind ) , dann langsam wieder heller. Jetzt setzt das übliche leichte Brummen im Lautsprecher ein, und zumindest die Endstufe funktioniert ( Brummtest: auf TA schalten, und isolierten Schraubendreher an die Buchse halten )

Jetzt lässt sich z.B. schon prüfen, ob die Steuergitter Gleichspannungsfrei sind. Alle Stromwerte und Spannungen werden noch zu niedrig sein, da das Gerät ja mit zu geringer Spannung läuft.

mit etwas Glück ist auch schon ( AM ) Empfang möglich.

Wenn das soweit funktioniert, hat die Lampe auch schon Ihre Schuldigkeit getan, denn alles weitere kann man auch ohne machen.

Mit freundlichen grüßen aus Berlin,

Henning Oelkers

Rainer Bogenschütz
Rainer Bogenschütz
 
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01.Jan.07 16:53

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Hallo Her Oelkers, Herr Dehne und Herr Renz !

Ich möchte mich recht herzlich für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Klärung meiner Frage bedanken. Sie haben mir sehr geholfen und mich wieder ein Stück weitergebracht.

mit freundlichen Grüßen Rainer Bogenschütz

  
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