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blaupunkt: ZF-Trimmer

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Martin Steyer
Martin Steyer
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12.Dec.17 11:57

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Mein 4GW67K befindet sich vom Chassis her in einem sehr guten Zustand, das Gerät wurde vermutlich immer trocken gelagert und hat demzufolge keine Feuchtigkeit abbekommen, die häufig Ursache diverser Probleme sein kann.

Bei der Reparatur stellte sich heraus, daß die ZF nicht verstärkt wird. Ein Einspeisen des Signales von 468 KHz am Gitter der CF3 hat keine Verstärkung zur Folge. Die Röhre und die dort anliegenden Spannungen, bzw. Ströme sind ok. Auch die ZF-Spulen im Filter sind beide in Ordnung, sie haben Durchgang und beide Induktivitäten weisen den gleichen Widerstand auf.

Es bleibt also nur die Vermutung, daß die Abstimmkapazitäten ihren Wert verloren haben. Diese weisen sehr wahrscheinlich den gleichen Kapazitätsverlust auf, wie er für gleichartige Abstimmtrimmer beim Körting Supramar beschrieben wurde ---->   Hier

Dabei befindet sich wahrscheinlich (oder besser: befand....) sich eine auf der Keramikplatte aufgebrachte Versilberung als Gegenstück zu der im Abstand verstellbaren Messingplatte oben.

Ehe ich nun alles auseinander nehme meine Fragen:

Stimmt meine Vermutung mit dem Silberbelag?

Die hier hinterlegten Schaltungen weisen alle für die ZF-Kreise einen ohne Kapazitätsangabe eingezeichneten Festkondensator auf, was nicht der Realität entspricht. Wie ist die Maximalkapazität dieser Trimmer? Sie scheint relativ groß zu sein, weil die Verstimmung durch den vermuteten Kapazitätsverlust doch erheblich ist.

Meine Lösung wäre, genau über der mit roter Farbe fixierten Abstimm-Mutter einen Valvo-Folientrimmer zu befestigen. Sie gab es mit Kapazitäten bis über 100 pF und ich habe noch etliche im Vorrat. Diese habe ich schon bei Telefunken-Supern über die Keramik-Trimmer im HF-Eingangsteil gelötet, damit war sauberer Abgleich möglich.

Durch die Löcher in den Filterbechern oben könnte man problemlos an die Abstimmschraube kommen. Eventuell käme auch ein Ersatz des Silberbelags mit einer Kupferfolie wie beim Supramar in Frage, aber dazu müßte das ZF-Filter komplett ausgebaut werden, was ich mir ersparen will.

Für entsprechende Hinweise wäre ich dankbar.

Martin Steyer

This article was edited 12.Dec.17 11:58 by Martin Steyer .

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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12.Dec.17 23:08

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Als weitere Reparaturmaßnahme käme noch die Erneuerung des Belages mit Leitsilber in Frage. Das erhält man im Elektronikversand. Z.B. Conrad. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die typischen Trimmer mit dem drehbaren Oberteil lassen sich damit wieder funktionsfähig machen. 

Oft ist einfach der Kontakt zum Anschluß durchkorodiert, sodaß ein Tropfen leitsilber vom Belag zum Anschluß schon genügt.

 

Martin Steyer
Martin Steyer
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18.Dec.17 13:38

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Inzwischen habe ich versucht, die Mutter für das Einstellen der Messingplatte lose zu drehen. Dabei ist der Messingbolzen, der im Keramik verankert ist, abgebrochen. Ursache ist die Fixierung der Mutter mit roter Farbe, die sich als sehr hartnäckig erwiesen hat.

Nach dem Hochklappen erschien Erstaunliches: Der Belag als kapazitives Gegenstück zur Messingplatte (Dielektrikum ist wie vermutet eine Glimmerscheibe) besteht nicht aus Silber, sondern aus Kupfer! Diese Konstruktion liegt vermutlich auch bei anderen Blaupunkt-Geräten zugrunde, weswegen es mich erstaunt, daß offenbar bisher niemand auf das gleiche Problem gestoßen ist.

Man sieht deutlich den einwandfrei erhaltenen Kupferbelag. Rechts ist eine Kerbe, in der durchgesteckt eine Schränklasche liegt, deren unterer Teil als Lötstützpunkt für einen Anschluß der ZF-Induktivität dient.

Auch die Kerbe ist verkupfert, besser gesagt, sie sollte es sein. An dieser Stelle besteht nämlich kein Kontakt mehr zur hochgeführten Lasche! Hier ist nun Leitsilber vermutlich eine Lösung, um die Verbindung wieder herzustellen.

Allerdings hat sich ein neues Problem eingestellt: In der Mitte sieht man das Loch, in dem der abgebrochene Rest des Messing-Gewindestückes steckt. Hier muß nun noch eine zündende Idee her...

 

Steffen Thies
 
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18.Dec.17 20:55

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Zur Reparatur des Gewindestifts: Es wäre einen Versuch wert, beide Hälften anzubohren, ein Gewinde zu schneiden und eine lange Madenschraube einzusetzen (starke Gewindesicherung). Ein Schönheitsfehler ist, daß beide Gewinde nicht so enden werden, daß die Schraube passend zusammengezogen wird. Funktionieren sollte es trotzdem.

Kleine Gewindeschneider gibt's günstig beim Pollin.

Grüße,

Steffen Thies
 

Martin Steyer
Martin Steyer
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19.Dec.17 11:02

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Hallo Herr Thies,

so ähnliche Überlegungen hatte ich auch. Allerdings ist die Platte aus Keramikmaterial, da kann man kein Gewinde reinschneiden. Eine Schraube mit Mutter  geht nicht, weil die obere Fläche mit der Kupferbeschichtung plan sein muß.

Wahrscheinlich ist die beste Lösung mit Acrylat-Sekundenkleber eine Schraube, die von unten durchgesteckt wird, festzukleben und dann wie gehabt von oben mit einer Mutter die Abstimmplatte einzustellen. Vorher muß die Stelle, in der der Rest des Bolzen steckt, erstmal vorsichtig ausgebohrt werden.

Gruß, Martin Steyer

Steffen Thies
 
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21.Dec.17 15:53

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Hallo Herr Steyer,

wenn Sie unten dran kommen und den Rest ausräumen können, ist eine neue Schraube die bessere Lösung. Ich bin davon ausgegangen, daß das nicht geht. Die Madenschraube soll übrigens nicht den alten Bolzen ersetzen, sondern der soll mit einer wesentlich kleineren Schraube geschient werden, eben damit man nicht die Keramik gefährden muß. Der erwähnte Gewindebohrersatz geht bei M1 los, damit würde ich mir Chancen ausrechnen, einen  M3 Bolzen zu flicken.

Grüße,

Steffen Thies
 

  
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