Die VF3 - eine rätselhafte Röhre !
Von zwei vorhandenen Exemplaren der Regelpentode VF3 trägt eine auf dem Sockelboden das Datumscode " wi ", was Juni 1937 entspricht, die andere " ia ", entsprechend Juli 1937.
Der alte Telefunkenstern, die goldene Metallisierung und der Aufdruck "Bi" sind eine weitere Bestätigung für diese Datumsangaben, denn kurz danach, noch 1937, erfolgte der Übergang auf die Telefunken- Raute und die meistens silberne Metallisierung.
Auf den Kartons dieser Röhren befindet sich bereits die neue Telefunken- Raute, es fehlt der sonst üblichen Garantie- Text, möglicherweise sind diese Kartons gedacht als Export- Version.
Der Clou ist, dass dieser Röhrentyp offiziell praktisch nie veröffentlicht wurde, schon gar nicht zu dieser Zeit.
Bis jetzt wurde noch kein Inserat oder ein Vorstellungsbericht in einer Fachzeitschrift entdeckt und in der RM.org- Sammlung befindet sich noch kein einziges mit dieser Röhre bestücktes Gerät !
Das Herstellungsangaben Juni / Juli 1937 könnte mit der Herstellung der ersten Serie des Typs VF7 zusammenfallen.
Wie es zu dieser Röhre kam und warum sie damals doch nicht in den Handel kam, könnte sich wie folgt abgespielt haben:
Im Jahr 1937 kam beim Volksempfänger endlich die längst fällige Umstellung vom VE301W mit der schon lange unzeitgemäßen Audiontriode REN904 auf den VE301Wn mit der wesentlich leistungsfähigeren Pentode AF7.
Parallel dazu war ein gleichermaßen verbesserter Allstrom- Volksempfänger VE301GWn mit dem Röhrensatz VF7, VL1 und VY1 vorgesehen, der jedoch nicht in Serie produziert wurde.
Wäre dieser VE301GWn tatsächlich in Serie gegangen, so hätte die Geräteindustrie sogleich gewünscht, auch "zivile" Markengeräte mit dieser neuen VF7 zu bestücken.
Dazu wäre es zweckmäßig gewesen, passend zur VF7 auch noch die regelbare Version davon, eben die VF3 zu haben. Ein Allstrom- Zweikreisempfänger, der bisher z. B. mit dem Röhrensatz CF3, CF7, CL1 und CY1 bestückt werden musste, hätte dann mit dem wesentlich stromsparenderen Röhrensatz VF3, VF7, VL1 und VY1 angeboten werden können.
Es ist denkbar, dass man damals zunächst eine Vorserie von VF3 und VF7 produzierte, um die Geräteindustrie zur Erstbestückung zu beliefern. Die Typen VL1 und VY1 befanden sich ohnehin schon in der Produktion für den bisherigen VE301GW.
Dann aber wurde leider die Produktion des VE301GWn gestrichen, möglicherweise im Hinblick auf den noch zu entwickelnden VE301DynGW. Die Bestände an VF7- Röhren konnten jedoch gelagert werden bis zur Produktion des DynGW in 1938, während die Bestände an VF3- Röhren bis auf weiteres relativ nutzlos waren. Danach schätzte man wohl den Bedarf an diesem Typ als zu gering ein, so dass man sich entschloss, sie nicht am Markt einzuführen.
Augenscheinlich wurden jedoch diese VF3- Bestände als Export im Ausland "verramscht". Dafür spricht der Karton, auf dem nichts steht außer "Telefunken", ohne den sonst ü More ...
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