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DDR Fernsehen Normenumstellung von OIRT auf CCIR

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Wolfgang Lill
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10.Nov.19 15:08

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Häufig lese ich völlig falsche Angaben zur Umstellung der Fernsehnorm in der DDR.  Deshalb habe ich sowohl im "Neuen Deutschland" als auch in der "Radio und Fernsehen" Fachzeitschrift im fraglichen Zeitraum recherchiert.

                     

Die Bürger waren regelrecht uninformiert damals, wie es auch aus dieser veröffentlichten Leserzuschrift hervorgeht.

Wir lesen hier; seit Weihnachten 1956 arbeitet ein Fernsehsender in Berlin Köpenick im Band III auf Kanal 5 in CCIR- Norm. 

Gleichzeitig war jedoch in Ostberlin auch noch ein OIRT- Sender auf Kanal 3 im Betrieb, so daß die Umstellung  und vor allem der Umbau der Geräte in aller Ruhe erfolgen konnte.(Standort Stadthaus oder Prenzlauer Berg ? ??  wer weiß das, bitte melden )

Damals war eine solche Umstellmaßnahme noch überschaubar, etwa 200000 Empfänger mußten umgebaut werden und natürlich die Sender.

Weitere Infos dazu; 

Ab 5.7.1957 arbeitet der Sender Brocken auf Kanal 6 CCIR , 

Der Fernsehsender Leipzig wurde ab 03.07.1957 mit 5,5 MHz Bild- Ton- Abstand vorläufig auf die Frequenz 59,25 MHz Bild und 64,25 MHz Ton umgestellt (Kanal 3 CCIR). 

Der offizielle Sendebetrieb in CCIR- Norm begann  mit dem Fernsehsender in Ost- Berlin  auf Kanal 5 von Berlin-Köpenick aus. Diese Sendestelle befand sich in Berlin-Mahlsdorf in der Ortslage Uhlenhorst. Die Antenne war an der Spitze eines der beiden 240 m hohen Rohrmasten montiert. Antenne und Sender stammten aus dem Funkwerk Köpenick. So weit es bekannt ist, hatte der Sender eine Leistung von 10 kW und die Antenne einen Gewinn von etwa 10. Die effektive Senderleistung (ERP) betrug demnach etwas weniger als 100 kW.

Über diesen Sender wurden ab 1961 auch nachts nach Frogrammschluß Farbversuchssendungen in NTSC- Norm abgestrahlt

Weiterhin ging der Sender Helpterberg ( Bezirk Neubrandenburg ) in CCIR- Norm ab 15.Juni 1957 auf Sendung auf Kanal 3 im Band I in betrieb. 

Vom 5. bis 13. August 1957  wurde als letzter Bestandsfernsehsender der Radebeuler ( Dresden) auf CCIR umgestellt.  Die Frequenz blieb vorläufig im Sonderkanalbereich  VHFII Bild 145,25 MHz und der Ton auf 150,75 MHz. 

Bereits seit Anfang des Jahres waren im Großraum Berlin, dann je nach Datum der Umstellung in den vom Deutschen Fernsehfunk versorgten Regionen, die Fernsehgeräte mit CCIR- Norm in den Verkauf gekommen. 

Um das Angebot annähernd decken zu können, produzierte neben RAFENA Radeberg nun auch Staßfurt sein erstes Fernsehgerät, den IRIS12,  der VEB Stern Radio Berlin kommt mit "Panke" und Weißensee auf den Markt und der vierte Anbieter in der DDR das Rundfunkgerätewerk "Elbia" in Calbe/Saale. mit seinen Nordlicht- Fernseherprogramm, allerdings erst 1958.

Die Umstellung auf die CCIR- Norm war offiziell in der DDR am 15.August 1957 abgeschlossen 

                  

Hier noch das optische Testbild des Deutschen Fernsehfunks aus dem Jahre 1957 ( Repro aus Radio und Fernsehen Heft 19/1957)

This article was edited 10.Nov.19 19:08 by Wolfgang Lill .

Dietmar Rudolph
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10.Nov.19 20:59

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Weiteres zur Normumstellung des Fernsehens von OIRT auf CCIR in der DDR siehe "Offene Fragen zur Entwicklung des Fernsehens ..".

MfG DR

Wolfgang Lill
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05.Feb.20 18:47
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Ich will im Rahmen meiner Möglichkeiten mithelfen, offene Fragen zur Umstellung von OIRT auf CCIR zu klären:

Hier die Originalmitteilung der RAFENA- Werke, damals noch mit dem Namen "Sachsenwerk" , veröffentlicht unter 9237 Id 024/55, für den Umgleich und Nachgleich des "Rembrandt D"

Im Anlieferzustand war die Schalterstellung 6 CCIR Kanal 5 BT 175,25  TT 180,75 MHz

ungleich auf OIRT Schalterstellung 6 ; BT 169,25 und TT 175,75 MHz .

This article was edited 06.Feb.20 07:22 by Wolfgang Lill .

  
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