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*Dompteur mit gemischter Raubtiernummer - schwierige Aufgabe

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Ernst Erb
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26.Mar.06 15:52

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Eine "gemischte Raubtiernummer" ist eine Arbeit mit unterschiedlichen Raubtieren und in der hohen Schule gemeinsam auch mit Beutetieren. Der Dompteur hat also die verschiedensten Interessen unter einen Hut zu bringen, was nur mit grosser Disziplin und viel Übung möglich ist. 

Schon Erich Kästner hat 1947 in seiner märchenhaften Tierparabel "Konferenz der Tiere" (Veröffentlichung 1949) als Reaktion auf die immer wieder gescheiterten Konferenzen (Kapstadt) der Mächtigen hingewiesen, die dann in den kalten Krieg gedriftet sind. Das möchte ich nur der Entrüstung entgegenhalten, wenn man Tier und Mensch vergleicht. Oder müsste man noch "Animal Farm" (George Orwell), also die Persiflage zur Entwicklung einer Massenrevolution zum Machtstaat, heranziehen? "Alle Tiere sind gleich - aber einige sind gleicher."

In der Geschichte von Kästner haben die verschiedenen Tiere ganz eigene Charakterzüge und Verhaltensmuster - so wie die Menschen auch. Menschen von ähnlichem Alter und Berufsstand können sich ganz wesentlich leichter zu etwas einigen als eine völlig heterogene Gruppe mit ganz anderen Zielen, Wünschen, Verhaltensmustern, IQs und EQs etc. 

Es gibt keine grössere Organisation, die anarchistisch funktioniert - nur hierarchisch geführte Profit- oder Non-Profit-Unternehmen können (müssen aber nicht) ab einer bestimmten Grösse Erfolg haben. Eine Spitze wählt Menschen aus und führt sie. Zur Verteilung der Verantwortungen und Kompetenzen wählt und führt sie ein Kader. Motivation, Fördern und Fordern sind da die Stichworte. Gerechtigkeit, Teamwork, Freundlichkeit und Vorbild sind andere. Auch dem Kader passieren Fehler, obwohl sie Vorbildcharakter haben sollten. Da ist dann die obere Stelle gefordert.

Auch bei einer hierarchisch geführten Organisation ist Teamwork etwas vom wichtigsten.
Bei meinen Mitarbeitern im eigenen Unternehmen hatte ich z.B. jeden Dienstag ein offenes Privathaus, das auch rege benutzt wurde. Wir waren ein Erfolgsteam in einer Branche und Zeit, wo die meisten Konkurs anmeldeten oder aufgaben. Aber ich habe die Mitarbeiter(innen) auch ausgewählt, gefördert und gefordert!

RMorg hat eine überaus heterogene Zusammensetzung der Mitglieder - angefangen mit dem 13 jährigen Schüler, der schon viel eingebracht hat bis zum mehr als 90jährigen Mitglied, vom ungelernten Arbeiter bis hin zu Universitäts-Professoren, Ärzten etc. Dazwischen alles, was man sich vorstellen kann. Auch charakterlich wird es die grössten Unterschiede geben - und den eigentlichen Charakter erfährt man erst bei Konflikten oder in der Not, nicht im Honeymoon.

Es gibt genügend "normale Foren". Wir aber haben ein reines Sachforum mit dem Zweck der Hilfestellung, möglichst ohne Spässchen und heisse Luft. Spass ist im internen Board "Talk" schon eher (aber auch beschränkt) möglich. Wer das nicht unterstützen oder wenigstens tolerieren kann, ist bei uns fehl am Platz, der sollte schon gar nicht eintreten, denn er/sie wird keinen "Fun" haben, sondern sich ärgern - und wir uns auch.

Natürlich ist Qualität nicht mehrheitsfähig - und gibt hin und wieder Opposition. Aber wahrscheinlich haben wir wenigstens keine hämischen und destruktiven Mitglieder - oder sie getrauen sich nur unter Ihresgleichen mit eMails ihr Gift zu verbreiten. Aber: "Es sind die schlechtesten Früchte nicht, an denen Wespen nagen".

Eine andere Gruppe sind Mitglieder, die fachlich ausgezeichnet sind und besonders hilfreich - und dennoch mit dem Kurs nicht einverstanden sind. Sie wollen die Qualität auf der freien Wildbahn erreichen - etwa so, wie wenn man sagt: "Gewöhnt doch Löwen und Antilopen aneinander, dann werden sie sich schon nicht zerfleischen". Das Beispiel eines gut gemeinten eMails an mich:

"Sie führen Ihr Radiomuseum so wie Sie es für richtig halten und lassen keine andere Meinung gelten. Das sei Ihnen unbenommen. Dass es Ihnen gesundheitlich nicht gut geht, sieht man an diesen völlig überzogenen Maßnahmen. Das tut mir persönlich sehr leid, da ich Sie immer sehr geschätzt habe. Ich hoffe, dass es mit Ihrer Gesundheit jetzt im Frühling wieder bergauf geht und Sie nicht mehr so verbittert reagieren.

Ich kann aber leider auch nicht in einer Diktatur leben. Momentan kommt mir die Situation im Radiomuseum vor wie unter Kaiser Nero, der ganz Rom angezündet hat. Einen anderen "Führer" möchte ich lieber nicht erwähnen.
 
Ich habe Ihnen schon einmal geschrieben:
Wie viele engagierte Mitglieder soll das Forum noch verlieren, bevor sich etwas ändert?
....
Sie glauben, wenn Sie mit Ihren Artikeln wieder Ruhe geschaffen haben, dass jetzt alles wieder in Ordnung sei. Das hat man in der DDR auch geglaubt, bis der Ruf "Wir sind das Volk" immer lauter wurde."

Ich will damit nur zeigen, in welche Ecke man eine Person stellen kann, die sich um Qualität und Freundschaftlichkeit bemüht und vor langer Zeit einen Rat von momentan 10 Leuten (und mir) eingeführt hatte, um schwierige Entscheide durch diesen Rat fällen zu lassen.

Diese Sätze zeigen ein solches Zerrbild, dass mir der Atem stockt. Weil es ein eMail ist und kein Post, verurteile ich ein offenes Wort nicht, auch wenn der Schreiber gar nicht merkt, dass das der grosse Unterschied zu seinen genannten Vorbildern ist. Ich glaube dennoch, dass wer Toleranz fordert nie so einsteigen dürfte, denn es ist wohl die schlechteste Motivationsgrundlage für das Anliegen.

Meine Erfahrung ist, dass wenn jemand eine solche selektive Schwarz-Weiss-Meinung von einer Person hat, der Angeschuldigte Null Chance hat, dieses Bild beim Sender zu hinterfragen und mit Argumenten zu korrigieren zu etwas, was mehr der Wahrheit entspricht.

Als Kontrastprogramm erhalte ich im Forum die Botschaft eines anderen zum gleichen Thema:
"Da ich keine Officers (die ich ja gar nicht kenne) über mich urteilen lasse, ziehe ich selbst die Konsequenzen und werde dieses Forum ab sofort nur mehr als "einfaches Mitglied" lesen ... Ich habe Herrn Erb ein Angebot gemacht, bestehe aber darauf dass er als Oberhaupt des Rmorg das selbst entscheidet." 

Der eine fühlt sich einem Diktator unterworfen, der andere meint, dass sich dieser hinter einem Rat versteckt - einen Rat, den übrigens jedes Mitglied einzeln anreden kann, weil man jede dieser Personen über den Link "Administratoren" und Auswahl der Gruppe erhält. Ich kann es also richten wie ich will - bei gewissen Leuten habe ich von vornherein verloren. Sie verbreiten groteske Zerrbilder meiner Person.

Ich habe bewusst keine Vereinsform für das Vorhaben gewählt, sondern spreche "von Gast in meinem Haus". Immer wieder betone ich, dass man Qualität nicht mit einer Mehrheit erreichen kann. Die Mehrheit begnügt sich mit Mittelmass - und für das hätte ich RMorg nie geschaffen!

Natürlich erhalte ich auch viele positive Reaktionen und Anerkennungen, doch will ich mich nicht dahinter verstecken, sondern nur einen der Vorschläge erwähnen: "Wir sollten nur noch (wenige) geeignete Redakteure haben, die einfliessende Anfragen und Texte bearbeiten und veröffentlichen." Das wäre für mich aber das letzte Mittel, nämlich "Ein Ende mit Schrecken" statt "Ein Schrecken ohne Ende". Beides will ich nicht.

Die Lösung habe ich aufgezeigt: Eigenverantwortung der Mitglieder, die ich immer wieder forderte. Es sollte nicht nötig sein, dass Admins bzw. Moderatoren oder ich eingreifen müssen. Das können die erfahrenen Kollegen viel besser und unbelasteter. Zudem sollte mein Aufruf zur Mitarbeit im Admin-Team ein gewisses Echo erreichen, weil wir sonst generell den Betrieb einschränken müssen.

Es gab in diesem reinigenden Gewitter einige Teilnehmer, die sich zu unbedachten und unfairen Äusserungen (über Kollegen) im "Talk" hinreissen liessen. Im Widerholungsfall bedeutet das Ausschluss oder zumindest (gemäss Aufnahmebedingungen) Aberkennung der Mitglieds-Schreibrechte im Forum. Manchmal staune ich, welche "Wahrheit" Menschen in sich tragen. Wir konnten jetzt im "Talk" Zeuge sein, was passiert, wenn die "Tiere" für eine gewisse Zeit ohne Dompteur gelassen werden. Ein guter Dompteur weiss aber auch, dass nicht alle Tiere für eine solche Nummer geeignet sind und entlässt diese zurück in den Dschungel - und akzeptiert deren Wesensart.

Ich finde, dass jemand vor einem Beitritt zu uns auch die Gelegenheit haben sollte, zu erfahren, dass es etwa alle Jahre eine solche Auseinandersetzung gibt und die Qualität nicht von alleine kommt. Hier ein abschreckendes Beispiel vom Juni 2003 wie es ohne meinen Kurs zuginge - passt genau zum obigen Link "Wahrheit". Immerhin erhalten wir in letzter Zeit gut hundert Eintritte pro Monat. Oft betonen die Kandidaten die ausserordentliche Qualität und/oder die Datenfülle von RMorg und schreiben, dass Sie das nirgends anderswo gefunden hätten.

This article was edited 08.Apr.06 23:39 by Ernst Erb .

Ernst Erb
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27.Mar.06 07:01

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Leider kann ich weder Wut, noch Rachegefühle entwickeln, sondern beziehe Vorwürfe zuerst einmal auf mich. Ich suche nach den bei mir liegenden Ursachen, besonders wenn solche von einer dem RMorg gut gesinnten Person kommen, wie obiges Beispiel. Das raubt mir den Schlaf.

Es geht dabei weniger um mich als um mein inneres Gerechtigkeitsgefühl. Wie soll ich bei einer solchen Antwort herausfinden können, wo eine Änderung nötig wäre, nachdem diese Antwort auf meine Frage erfolgte: "Sie haben sich die Sache zu einfach gemacht und mir nicht geantwortet auf meine Frage ...".

Also schlimmere Vergleiche und grössere Pauschalurteile (Nero, DDR etc.) kenne ich nicht. Man ist nur wehrlos, das ist alles. Wenn ich mich nicht irre ist jede meiner Antworten konkret und begründet. Warum kommen dann solche pauschale Unterstellungen? Was bezwecken sie, wenn doch offensichtlich ist, dass sie nicht zutreffen?

Leider können Gäste meine Texte im "Talk" nicht lesen, also kann ich nur einige anbieten wie "Austritt aus dem RMorg". Das gibt Ihnen als Gast wenigstens einen kleinen Einblick in den "Originalton" und die Begründungen dazu. Auch ein Eintritt kann negativ verlaufen, sonst haben wir nur Ärger danach.

This article was edited 27.Mar.06 22:40 by Ernst Erb .

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