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Gesucht: Billige, einfache Radioschaltung

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Forum » In General » Gesucht: Billige, einfache Radioschaltung
           
Ueli Kurmann
 
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02.Feb.05 16:09

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Liebe Radiosammler

mit unserer Pfadfinder Gruppe führen wir nächstens Atliers (so nennt man bei uns einen Themenblock) durch. Ein Atelier davon steht unter dem Titel "Elektisches/Elektronisches Basteln". Dabei haben wir uns überlegt, dass wir einfache Radios bauen könnten. Es müsste also eine einfache, kostengünstige (~7 Euro) Schaltung mit "Conrad Bauteilen" sein.

Kann mir jemand sagen ob und wie das möglich wäre?

vielen Dank & en gruess
ueli

Christoph Jänichen
 
 
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02.Feb.05 17:31

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Die Anfänge des Fernempfangs sind eng mit dem Audion verbunden. Wer damit geschickt umgehen konnte, holte auch noch das leiseste Signal aus dem Äther. In den Zeiten der Superhet-Empfänger wurde leicht vergessen, wie gut ein Audion sein konnte. Die eigentliche Audionschaltung kann leicht verändert werden, um verschiedene Varianten auszuprobieren. Der fotografierte Aufbau verwendet einen NPN-Transistor in Audionschaltung und zwei PNP-Transistoren in einer separaten Entdämpfungsschaltung. Die Spannung am Rückkopplungspoti wird durch die Bereitschafts-LED stabilisiert. Die Spule hat mehrere Anzapfungen, so dass man die Kopplung der Antenne, des Audion-Eingangs und der Entdämperschaltung verändern kann. Im Normalfall überstreicht das Gerät etwa 5 MHz bis 12 MHz. Ein einziger zusätzlicher Kondensator schaltet die Frequenz auf das 80-m-Amateurfunkband um, wo man sehr gut SSB- und CW-Sender empfangen kann. Die Schaltung zeigt den Kern des Empfängers. Ein Nf-Verstärker muss nachgesetzt werden. Der NPN-Transistor sorgt für die Gleichrichtung und Verstärkung des Signals. Die beiden PNP-Transistoren in Differenzverstärkerschaltung arbeiten praktisch als Oszillator. Man kann daher den fehlenden Träger für SSB- und CW-Empfang zusetzen. Für AM-Empfang stellt man den Strom jedoch so ein, dass gerade alle Verluste ausgeglichen werden und noch keine Schwingungen einsetzen. Bei optimaler Entdämpfung ergibt sich eine sehr gute Verstärkung und Trennschärfe. Auch die Großsignal- und Intermodulations-Probleme vieler anderer Empfänger kennt die Schaltung nicht, weil durch die Entdämpfung nur das Nutzsignal verstärkt wird. In der Praxis kann diese einfache Schaltung in Bezug auf Klang und Empfindlichkeit manchen Super-PLL-Weltempfäner der unteren Preisklasse in den Schatten stellen. Ich habe einen Stiefelkörper mit 1 cm Durchmesser und Ferrit-Schraubkern verwendet. Der Wickelkörper darf auch aus Pappe, Holz oder Kunststoff sein. Aus lackiertem Kupferdraht (ca. 0,3...0,7 mm) werden 20 Windungen aufgebracht. Alle 5 Windungen kommt eine Anzapfung. Man kann dann ausprobieren, mit welcher Anzapfung es am besten geht. Die Antennenspule hat z.B. 5 Windungen und liegt neben der Schwingkreisspule, am besten am unteren Ende. Man kann sie aber auch weglassen und statt dessen eine der Anzapfungen verwenden. Die Spule passt in dieser Form mit einem üblichen Drehko (20 bis 300...500pF) für eine untere Frequenz von ca. 5 MHz, also zur Verwendung vom 49-m-Band bis ca. zum 31-m-Band und höher. Es ist auch möglich, statt des Drehkos einen Festkondensator (ca. 100pF ...300 pF) zu nehmen und nur mit dem Schraubkern abzustimmen.

Feinabstimmung

"Ich habe die Schaltung ein wenig verändert, so habe ich für die Rückkopplung ein 10K 10-Gang Wendelpoti mit einem 39k Festwiderstand in Reihe geschaltet, jetzt kann ich die Rückkopplung noch besser einstellen. Zum Drehko wurde ein ca 100pF Parallelkondensator zur Feinabstimmung geschaltet. Die Spule wurde auf einen rechteckigen Ferritkern gewickelt, Die Antenne an die 1. Anzapfung gelegt und die Rückkopplung an die 2. Als Transistoren habe ich einen BC 172C und 2 BC 560C verwendet. Abends bekomme ich das 31m, 41m und 49m Band, dazwischen kann ich auch noch mit einer Drahtantenne Amateurfunker auf 80m und 40m empfangen, ist allerdings nicht ganz einfach einzustellen.

Quelle: Burkhard Kainka - http://www.b-kainka.de

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This article was edited 02.Feb.05 17:36 by Christoph Jänichen .

Franz-Josef Haffner
Franz-Josef Haffner
 
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02.Feb.05 23:04

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hallo Herr Kurmann,

hier hatten wir das Thema schon mal:

http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=38910#post39087

Gruß,
Franz-Josef

Ernst Erb
Ernst Erb
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03.Feb.05 09:16

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Sorry, Herr Jänichen, zuerst müssen wir einaml folgende Faktoren kennen:
1.
Wie viel Erfahrung mit Bauteilen, Schaltungen, Prinzipien haben die Leute?
2.
Was ist das Interesse? Wie lange dauert dieses Atelier?
3.
Soll jeder einen Empfänger bauen können und gibt es ein Mustergerät oder vrschiedene Mustegeräte (Zeit, Geld)?
4.
Finanzen, Werkzeuge?
5.
Ziel(e)?
Will man zeigen, dass man ohne Strom Radio hören kann?
Will man wenn möglich alles selbst bauen?
Will man mit Halbleiter oder Röhre(n) arbeiten (Batterie oder Netz?)?
Betonung Theorie, Lerneffekt oder Basteln oder AHA-Effekt?
Will man von Ausgangspunkt "keine Ahnung" bis zum Audion kommen oder bis zum Detektor?
Wie sind die Empfangsverhältnisse (Sendernähe?) und Möglichkeiten für Antenne/Erde?

Sind diese Fragen einigermassen klar, dann kann man erst Lösungen vorschlagen - auch hier im Talk wären für eine solche Frage zuerst Rückfragen nötig ...

Also, so viel ich annehme, handelt es sich um Teilnehmer, die völlig unbedarft sind aber Interesse zeigen. Auch der Leiter wird vielleicht noch nie einen Lötkolben zur Hand genommen haben oder sich bei elektrischen Bauteilen auskennen, geschweige denn von Amateurbändern wissen und so. Wahrscheinlich soll es Rundfunkempfang auf MW sein - vielleicht - wenn genügend Zeit ein Abstecher in andere "Gefilde".

Ich nehme an, dass dieses Atelier in der Nähe von Luzern stattfindet, wo man nicht gerade einen Ortssender hat aber doch Beromünster einigermassen in der Nähe. 20 Meter Draht, möglichst aussen aufgehängt und eine einigermassen gute Erde (Wasseranschluss, Blitzableiter, notfalls Schutzleiter) wird wohl auch vorhanden sein.

Da kann man - ausser Diode und hochohmigen Kopfhörer (was ich zur Verfügung stellen kann) - alles selbst herstellen, wenn es um "Primitivempfang" geht. Das ist das Gegenteil eines "Radios ohne Batterie", also Detektor, den Prof. Dr. Dr. Bosch zeigt:
http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=31988
Ein Detektor, mit dem er mehr als 100 verschiedene Stationen aufnehmen konnte ...

Unter Primitivempfang verstehe ich, dass man - abgesehen von Diode und Kopfhörer - nur Elektrikerdraht und Haushaltmetallfolien (Silberpapier) zur Verfügung hat.
Statt eines Drehkos versorgt man zwei Metallfolien in ein normales A4-Plasticmäppchen und verschiebt diese gegeneinander (die Grösse stimmt gerade auch) oder bringt solche Folie um ein geeignetes Brett, wo man oben mit Reisszwecken oder Tacker fest hält und auch gerade den Draht. Natürlich geht das alles besser mit einem Draht, den man ab einem alten Trafo oder Motor wickelt, den man im Müll findet - und es braucht keinen Elektrikerdraht.

Ich wollte hier nur mal verraten, dass man in dieses Thema sehr einfach einsteigen kann - und die Sache auch sehr einfach erklären kann - siehe "Radios von gestern" bei Schwingungen etc.

Schon der Versuch mit einem bestehenden Transistor-Radio und der Rahmen-Antenne mit den erwähnten Haushaltsfolien führt zu einem besonderen AHA-Effekt und ist immer wieder ausserordentlich verblüffend.

Geht es aber um einen relativ einfachen aber doch leistungsstarken Empfänger, was vielleicht die Krönung eines Kurses sein kann, dann empfielt sich natürlich das Rückkopplungs-Audion.
Also warten wir mal die Antworten ab, bevor wir herumrätseln oder möglicherweise völlig am Ziel vorbeischiessende Vorschläge machen.
Ueli Kurmann
 
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03.Feb.05 17:50

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Ich habe wohl zuwenig genau geschrieben, um was es eigentlich geht und Ernst hat recht, dass ich zuerst einmal "seine" Fragen beantworten sollte:

1. Wie viel Erfahrung mit Bauteilen, Schaltungen, Prinzipien haben die Leute?
Eigentlich gar keine. Die Jungs werden zwischen ca. 10 und 15 Jahren sein.

2. Was ist das Interesse? Wie lange dauert dieses Atelier?
Es handelt sich dabei nicht um ein Seminar für angehende Radiosammler. Es geht viel mehr darum, dass sie einmal die Möglichkeit haben, etwas "elektrisches" zu basteln. Es steht auch das Radio an sich nicht im Vordergrund. Es wäre halt einfach toll, wenn man etwas "interessantes" basteln kann und das Ergebnis nicht eine weitere Taschenlampe ist. Gesamthaft werden wohl ca. 6-8h zur Verfügung stehen.

3. Soll jeder einen Empfänger bauen können und gibt es ein Mustergerät oder vrschiedene Mustegeräte (Zeit, Geld)?
Es wäre natürlich ideal, wenn jeder selbst ein Gerät bauen könnte. Das ist aber nicht ein primäres Ziel. Das Budget ist stark begrenzt und sollte wohl 7Euro/Gerät nicht überschreiten. Wir sind in der Abklärungsphase und suchen nach Ideen. Wir haben uns noch nicht auf ein Radio festgelegt und es ist auch möglich, dass wir 2 verschiedene Dinge machen werden. 

4. Finanzen, Werkzeuge?
Lötkolben, Multimeter, etc. stehen zur Verfügung.

5.
Ziel(e)?
Etwas mit Kabel und Strom zu basteln...

Will man zeigen, dass man ohne Strom Radio hören kann?
Nicht unbedingt. Es geht nicht in erster Line um das Radio. Das Radio ist vielmehr Mittel zum Zweck. (Auch wenn man das hier vieleicht nicht so gerne hört :-))

Will man wenn möglich alles selbst bauen?
Ist keine Bedingung. Das Budget ist jedoch beschränkt.

Will man mit Halbleiter oder Röhre(n) arbeiten (Batterie oder Netz?)?
Halbleiter und Batterien. Netz kommt nicht in Frage.

Betonung Theorie, Lerneffekt oder Basteln oder AHA-Effekt?
Es steht die Praxis im Vordergrund. Es geht darum etwas zu basteln und es soll Spass machen.

Ich habe mir vorgestellt, dass man bei Conrad für ca. 7Euro Bauteile kaufen könnte und die dann zu einem einfachen Radio zusammen baut. Ob das geht weiss ich nicht. Auch ich selbst habe nur ein sehr begrenzes Wissen auf diesem Gebiet. Es geht also eher nicht darum, wie ein Radio nun genau funktioniert. Es soll spass machen, sich selbst ein Radio zu bauen...

Ergänzung:
Ich habe soeben im Conrad Katalog den Empfänger IC U2510 gefunden. Hat damit jemand Erfahrungen gemacht?

danke & en gruess
Ueli  

This article was edited 03.Feb.05 19:52 by Ueli Kurmann .

Ernst Erb
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03.Feb.05 20:20

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Beim Detektor-Empfänger haben wir es mit einer hohen Impedanz zu tun. Da liegt evtl. das Problem eines günstigen Teils. Ich kenne mich zu wenig aus, um zu wissen, ob man einen Piezo-LS - z.B. mit 100 K Widerstand betreiben kann - und ob man so etwas günstig findet. Darum stelle ich das ins Forum. Möglicherweise gibt es noch andere Lösungen dafür.
Zum Beispiel kann man auch nur mit einer Ge-Diode (oder z.B. Schottky BAT43) und einem Klingeltransfprmator (30:1 bzw.) einen Detektor für die 2 x 32-Ohm-Ohrhörer bauen. Die gibt es billig. Aber dazu benötigt man einen nahen Sender. Wäre zu probieren - vor allem wo die Resonanz am höchsten ist. Bei Ortssender reicht die Diode zwischen Antenne und Erde und parallel dazu ein 2 K-ohm-Kopfhörer - zumindest am Tag, wenn nicht andere Sender noch rein kommen.

Mit einer WC-Rolle und zwei Wicklungen mit Abzapfungen kann man mit und ohne Kopplungsspule hantieren. Dazu kommt ein Drehko oder die "Haushalts-Lösung" (siehe oben).

Die zweite Stufe, ein Halbleiter-System mit Aktivbauteilen (Batterie) kann man wahrscheinlich mit einer Art Darlington plus eigebauter Diode gerade so verwenden, dass die einfache Detektorschaltung plus eine "Lautstärkeregelung" statt Germanium- oder Schottky-Diode genügt. Da gibt es ein IC mit nur drei Anschlüssen, z.B. MK ??? ist mir in Erinnerung. Vielleicht kennt jemand hier den Typ und seinen Nachfolger. Bei mir müsste ich tief graben ...
Es muss also eine einfache Lösung sein - so max. 6-10 Lötstellen ...

Ein Rückkoppler mit Röhren ist da tatsächlich zu viel Aufwand, auch wenn man mit der Doppeltriode DCC90 bzw 3A5 in den 50er Jahren mit dem RIM-Bausatz Piccolo 58 einen solchen Einkreiser für 4 x 4,5 V-Flachbatterien basteln konnte. Dazu eignen sich auch andere Röhren.

This article was edited 04.Feb.05 10:04 by Ernst Erb .

Ernst Erb
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03.Feb.05 22:06

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 Wahrscheinlich gibt es zumindest Nachfolger des MK 484 (die genaue Bezeichnung hat mir zum Glück Herr Heussner inzwischen genannt). Kostete früher um die 2 Euro.
So kam ich wieder auf den früheren Thread:
http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=26170
darüber. Möglicherweise ist auch der TA 7642 ein Ersatz - und würde (Conrad Artikel-Nr.: 178535 - VU) bei 10 Stück 0,79 Euro kosten.

Vielleicht ist Franz Gysi so nett und stellt sein IC-Audion-Module vor, das man einfach an Stelle der Diode steckt? Die Idee finde ich gut - und passt genau zum oben geschilderten Vorgehen: Zuerst Schwingung und Resonanz, dann Detektor, dann das IC-Modul ...

Eine Alternative ist der "Zündholzschachtel-Empfänger", der auch mit einem Ohrhörer auskommt in:
http://dspace.dial.pipex.com/town/pipexdsl/r/arar93/mds975/Content/trfradios.html

Auch ganz interessant ist der "Three pennies-Aufbau" ...
http://www.scitoys.com/scitoys/scitoys/radio/three_penny/three_penny.html

Während der Aufbau hier wohl schon zu komplex ist?
http://www.brandts-physikseiten.de/Seite1.htm

Heinz-Gerd Joosten
 
 
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15.Feb.05 17:09

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Meine 12-jährige Tochter hat vorige Woche eine kleine Schaltung aufgebaut, die aus einem MK484 und einem nachgeschaltetem 1W-NF Verstärker IC TDA7050 besteht (gibt es z.B. bei Reichelt Elektronik für €0,84).  Der Aufbau ist ziemlich leistungsfähig. Nur mit Ferritantenne bekommen wir tagsüber 3 Sender, am späten Abend ca. 10 Sender mit guter Trennschärfe.
Auch schwache Sender erreichen Zimmerlautstärke. 
Statt einer Ferritantenne kann aber auch eine Korbbodenspule verwendet werden.
Wir sind  beim Aufbau folgendermaßen vorgegangen: Ich habe meiner Tochter die Schaltung mit Faserschreiber auf ein Sperrholzbrettchen gemalt. Sie hat dann an den Verbindungspunkten Heftzwecken in das Brettchen gesteckt und die Bauteile angelötet. Natürlich braucht man etwa 30 Lötstellen, der Aufbau ist aber trotzdem innerhalb von zwei Stunden zu schaffen und bei etwas Vorbereitung narrensicher. Man erhält aber ein 'richtiges' Radio und braucht keine Langdrahtantenne oder Erde.
Meine Tochter benutzt ihr neues Radio jedenfalls ausgiebig. Sie ist davon fasziniert, Sender aus fremden Ländern hören zu können und ist ganz begeistert, wenn sie wieder einen neuen gefunden hat. Nach dem Bauerfolg hat sie sich auch konzentriert zugehört, als ich ihr etwas Theorie erklärt habe. Das Schaltbild ergibt sich aus den in den Datenblättern des MK484 und des TDA 7050 befindlichen Applikationshinweisen, notfalls kann ich es aber auch zeichnen und mailen.

Franz Gysi
Franz Gysi
 
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16.Feb.05 09:17

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Herr Joosten:

Ich kann Ihnen nur empfehlen, mal eine Rahmenantenne (siehe Bild), ca. 1m Diagonale, 8 Wicklungen mit gewöhnlicher isolierter Litze, jeweils 8-10mm Abstand zwischen den Wicklungen, anstelle der Ferritantenne oder Korbspule zu verwenden: Sie  werden staunen, was mit solch einem einfachen Empfänger reinkommt und wie trennscharf der Empfänger ist!

Als Variante lässt sich die Rahmenantenne mit eigenem Drehko versehen und kann jetzt einfach neben den MK484 Empfänger mit der Ferritantenne gestellt werden. So erhalten Sie einen trennscharfen, empfindlichen und lauten Zweikreiser!

Herr Kurmann:

Falls Ihre Idee noch aktuell ist: die Rahmenantenne garantiert wirklich zufriedene Gesichter, in Verbindung mit MK484. Allerdings könnte es mit dem Budget knapp werden. Der MK484 ist übrigens ohne Probleme in der Lage, heute handelsübliche Kopfhöhrer, über die die Jugendlichen meist verfügen, zu treiben. Wenn auch in bescheidener Lautstärke.

Ich kenne eine gute Quelle, wo folgende Bauteile (relativ) günstig erhältlich wären (auch für Detektorempfänger):

- Doppeldrehko, luftisoliert, untersetzt, 2x365pF (3-4 sFr)
- OA85 Dioden (!), billig
- Galenit in kleinen Glasröhrchen, Roka Radar, günstig
- Nachbau (80er Jahre) Jaeger (Bern) Kopfhörer, hochohmig, hochempfindlich, um die 30 sFr..

Leider unterhält dieses kleine Geschäft keine Homepage, ist aber per Fax erreichbar:

Dreyer Apparatebau AG
Elektronik Shop
Mo. und Fr. 13.30-18.30h, Sa 9-12, 13.30-16h
Bernstr. 15
3600 Thun

Fax: (+41) 033 222 34 51

Viel Erfolg!
Franz Gysi

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This article was edited 16.Feb.05 16:46 by Franz Gysi .

Ernst Erb
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10 Lieber Ueli
Da wärst Du schon bei etwa 30 Bauteilen angelangt für die einfachste Lösung zu diesem Baustein, der AM und FM "kann". Zudem müssen wir Bausteine nehmen, die auch Kinder löten können. Ein "vielbeiniges IC" benötigt schon ziemlich Erfahrung beim Löten - auch wenn man das über eine Fassung macht.

Den von Herrn Joosten vorgeschlagene TDA7050 (wohl aus den 80er Jahren stammend) könnte man prinzipiell als "Nachbrenner" verwenden, auch wenn er dann mehr als eine Zelle  von 1,5 Volt benötigt. Obwohl er (SOT97-1) 8 pins hat, würden wir nur fünf davon benötigen und die anderen drei Auf Erde legen. Die Löterei müste dann wohl dennoch jemand übernehmen, indem wir wohl eine Fassung auf eine kleine Leiterplatte löten würden, weil dann ein Holzbrettchen nicht taugt. 5 Lötstellen wären dann noch extern am Plättchen nötig ... Evtl. eher ein Folgeprojekt oder so.

Den Drehko hätten wir durch Haushaltsfolien und Plasticmäppchen gut im Griff, doch wenn wir ein gut transportables Gerät wollen, dann sehen wir den Platz für einen Drehko vor. Die Rahmenantenne hatte ich Dir vor langer Zeit vorgeführt - ist ja hier unser erster Versuch - mit den beiden Metallfolien oder Metallplatten statt Drehko.
Ueli Kurmann
 
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15.Mar.05 13:46

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11 Liebe Radiosammler

vielen Dank für alle Hinweise. Besonders möchte ich Ernst Erb für das Herstellen von einem Prototyp danken. Mit dieser Vorlage ist es uns gelungen, jeden einzelnen Radio zum laufen zu bringen, auch wenn wir nur minimale elektrotechnische Kenntnisse besitzen.

Allen Teilnehmer und auch uns Leiter hat es Spass gemacht, das Radio zu bauen. Besonders toll war, als wir dann am Schluss die Batterien einsetzen konnten und jedes Radio mehrere Sender empfangen konnte. Das war faszinierend und hat alle sehr gefreut.



en gruess us em sonnige Lozärn
ueli

Franz Gysi
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15.Mar.05 19:10

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   12
 
Hallo Ueli Kurmann

Dann habe ich ja offenbar auch meinen Teil beigetragen, da ich Ernst Erb noch ein paar MK484 sendete, damit die Lieferfristen nicht zum Misslingen des Projektes führen.

Freut mich sehr, dass da junge Menschen Gelegenheit hatten, sowas zu erleben!

Mit freundlichen Grüssen
Franz Gysi

P.S.
Ist eine externe Antenne erforderlich, bei diesen Empfängern? Könnte Ernst Erb uns ev. noch ein paar Details zeigen?
Jens Koch
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30.Apr.05 18:45

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   13 Hallo Zusammen,

ich möchte diesen Thread gerne noch einmal "nach oben holen", da ich mich brennend für den zur Anwendung gekommenen Aufbau und die Teilebeschaffung interessiere. Ich wurde heute von meinem Sohn (16 Jahre, 10. Klasse, Gymnasium) angesprochen, ob ich nicht ein ähnliches Projekt für die Projektwoche seiner Schule im September durchführen kann. Ich wäre sehr dankbar für einige Details, da ich erst eimal den finanziellen Aufwand kalkulieren muß, um der Schule einen Vorschlag zu unterbreiten. Eigentlich wollten die Schüler einen Detektorempfänger bauen, doch da denke ich wird's schwierig mit dem Erfolgs-(Empfangs-)erlebnis mangels leistungsfähiger Antenne und Betrieb im (Stahlbeton) Schulgebäude.

Besten Dank im Voraus,

Jens Koch.
Ernst Erb
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02.May.05 19:20

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   14 Ja, lieber Franz, ich werde - hoffentlich bald nach Wolfsburg - nochmals einen Aufbau herstellen und genau zeigen. Diesmal aber mit einem NF-IC statt Transistor, denn das Gerätchen kann man dann mit einem billigen PC-Lautsprecher (aus dem Sperrmüll oder so) betreiben, denn der Ausgang ist so niederohmig. Momentan habe ich alle Hände voll zu tun. Aber es kommt.

Ja, das Gerät benötigt keine Antenne und auch die beiden Bleche als veränderliches C decken die MW ziemlich gut ab ... Den MK484 konnte ich nicht mehr beschaffen, doch führt z.B. Conrad dafür nun den TA7642 - genau kompatibel. Ich würde eigenltich gerne ein Kit zusammenstellen, doch muss ich noch jemand finden, der das vertreibt, damit man nicht daraus schliesst ich sei "geschäftstüchtig" ...

Für mich ist es wirklich DAS Projekt für junge Leute, denn mit gut vertretbarem Aufwand erhält man ein total nach Selbstbau aussehendes und doch relativ leistungsfähiges AM-Radio. Später denke ich nach einer "gescheiten Lösung" für FM.
Ernst Erb
Ernst Erb
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23.Aug.15 09:40

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   15

Damit dieser Beitrag wieder in Erinnerung kommt, verlinke ich gegenseitig mit anderen Beiträgen zu diesem Thema.

Beim Modellblatt Retro Kurzwellen-Radio-Bausatz finden Sie eine Fülle von Informationen für den Bau von einfachen Empfängern und Hilsmittel dazu. Scrollen sie einfach beim Modellblatt herunter.

Die Alternative wiederum bieten z.B. Lectron-Bausteine. Wie Beispiele zeigen, gibt es aber auch da interessante Ausbauten, die man selbst herstellt.

Ganz in Vergessenheit geraten ist wohl dieser frühe Beitrag über den 1-Transistor-Reflex-Super. Der Beitrag ist nun nahezu 15 Jahre alt.

Noch etwas zur Löttechnik: Richtig löten.

Pius Steiner
 
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23.Aug.15 10:47

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   16

Eine einfache und erprobte Schaltung von Herrn Gerhard Heigl darf hier nicht vergessen werden. Ich habe die Schaltung auch mit Kindern zusammen erfolgreich aufgebaut.

Hans-Jürgen Neuhaus
Hans-Jürgen Neuhaus
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24.Aug.15 11:57

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Die im RMorg aufgelisteten Rertroradiobausätze sind alle noch erhältlich und als Basis einer "billigen, einfachen Radioschaltung" sehr gut geeignet:

  • Das Mittelwellen-Radio weist allerdings wegen der geringen Betriebsspannung (1,5V) nur eine geringe Lautsprecherlautstärke auf. Umbau auf Kopfhörerbetrieb bieiet sich hier an.
  • Das KW-Transistor-Radio ist ausgezeichnet; ausgestattet mit einem empfindlichen Audion mit sehr angenehmer, weicher Rückkopplung und einem NF-Verstärker mit hohem Verstärkungsfaktor.
    Die Audionschaltung arbeitet mit einer einfachen, 2-poligen Empfangsspule - ohne Anzapfung! Dadurch lässt sich diese Schaltung durch Wechsen auf andere 2-polige Spulen (z.B. Korbspulen) einfach auf  andere Wellenbereiche (LW, MW, KW) umrüsten.
    Vorschläge finden sich unterhalb der Modellseite.
  • Das KW-Röhrenradio - ausgestattet mit einer sichtbaren Röhre 6j1 aus China - gibt es zur Zeit  (14.8.2015) bei Conrad zu einem sehr günstigen Preis: 17,99 EURO.
    Diese Radio benötigt aber eine Empfangsspule mit Anzapfung. Der Umbau auf andere Wellenbereiche ist also komplizierter.
  • Das UKW-Radio ist okay.

 

 

Martin Steyer
Martin Steyer
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24.Aug.15 17:11

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Das hier bei uns im vorigen Thread erwähnte, gelistete Röhrenradio von Conrad

hat aber Mittelwelle, das jetzt bei Conrad angebotene hat Kurzwelle. Ist das ein neuer Typ oder eine Verwechslung?

Dort steht auch, daß mit der 6J1 nur eine 9-Volt-Batterie notwendig ist. Wie ist das mit der Heizung? Vielleicht kann mal jemand, der diese Bausätze hat, durch Änderung oder ggf. Neuanlage diese Ungereimtheiten beseitigen.

Hans-Jürgen Neuhaus
Hans-Jürgen Neuhaus
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24.Aug.15 18:44

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Hallo Herr Steyer,

ich habe die von Ihnen angemerkten Ungereimtheiten auch bemerkt und vermute den Fehler in dem angelegten Modell im RMorg. Zur Klärung werde ich mir das Röhrenretroradio von Conrad kaufen.

Ein Indiz auf einen Fehler im Modellblatt ist das Fehlen der 6V-Heizbatterie, die in der Produkt-Beschreibung bei Conrad aufgeführt ist. Die 9V-Batterie liefert dann mit der 6V-Heizbatterie kaskadiert eine Anodenspannungs-Versorgung von 15V.

Die Schaltungen der Conrad-Retro-Radios wurden größtenteils von unserem Mitglied Burhard Kainka für den Franzis-Verlag (ELO) entwickelt und von der Fa. Conrad nur in einer anderen Gehäuseausführung vertrieben. Ich vermute daher, dass das Röhren-Retro-Radio von Conrad identisch ist mit dem Franzis-Röhrenradio zum Selbstbauen - und das ist ein KW-Radio.

Ich melde mich, sobald die Sache geklärt ist, und ich werde - falls nötig - entsprechende Korrekturen am Modellblatt einleiten.

Hans-Jürgen Neuhaus
Hans-Jürgen Neuhaus
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25.Aug.15 23:01

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Die Ungereimtheiten, ob es sich bei dem Conrad "Röhren-Retro-Radio zum Selbstbauen" um ein MW-Radio oder um ein KW-Radio handelt sind geklärt:

Es ist ein KW-Radio (Bausatz)!

Ich habe die erforderlichen Änderungen im Modell veranlasst. 

 

  
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