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G650W

G650W; Blaupunkt Ideal, (ID = 399298) Radio G650W; Blaupunkt Ideal, (ID = 399301) Radio
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Blaupunkt Ideal,: G650W [Radio] ID = 399298 933x689
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For model G650W, Blaupunkt (Ideal), Berlin, später Hildesheim:
Blaupunkt Standard-Super G 650 W, Fabr.-Nr. 49842, Frontansicht
 
Country:  Germany
Manufacturer / Brand:  Blaupunkt (Ideal), Berlin, später Hildesheim
alternative name
 
Ideal-Radiotelephon- und App-fabr. || Ideal-Werke AG; Berlin (ab 1934)
Brand
Rotstern
Year: 1950 ? Category: Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
Valves / Tubes 6: ECH4 EF9 EF9 EBL1 EM4 AZ1
Main principle Superheterodyne (common); ZF/IF 473 kHz; none
Tuned circuits 6 AM circuit(s)
Wave bands Ready for FM, has Broadcast, Long Wave, Short wave.
Details
Power type and voltage Alternating Current supply (AC) / 110; 125; 220 Volt
Loudspeaker Permanent Magnet Dynamic (PDyn) Loudspeaker (moving coil) / Ø 18 cm = 7.1 inch
Power out 4 W (unknown quality)
from Radiomuseum.org Model: G650W - Blaupunkt Ideal, Berlin,
Material Bakelite case
Shape Tablemodel, low profile (big size).
Dimensions (WHD) 532 x 365 x 240 mm / 20.9 x 14.4 x 9.4 inch
Net weight (2.2 lb = 1 kg) 13.5 kg / 29 lb 11.8 oz (29.736 lb)
Source of data - - Data from my own collection

Model page created by Knut Rothstein. See "Data change" for further contributors.



All listed radios etc. from Blaupunkt (Ideal), Berlin, später Hildesheim
Here you find 3188 models, 2853 with images and 2182 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.



 


Forum contributions about this model
Blaupunkt Ideal,: G650W
Threads: 1 | Posts: 3
Hits: 3483     Replies: 2
blaupunkt: G650W (G 650 W); Instandsetzung
Knut Rothstein
27.Dec.07
  1

- Vorgeschichte
Meine Sammlung bestand bisher ausschließlich aus Geräten, die altvordere Familienmitglieder oder ich selbst beschafft und genutzt haben. Die älteren Teile sind also Erbstücke.
Nun erinnere ich mich noch gut an das erste Radio, das ich bei meinen Großeltern gesehen und gehört habe (Großvater war ein aktiver Radiohörer und -bastler seit den 1920er Jahren). Es war ein Blaupunkt-Tischgerät mit Pultskala im Bakelit-Gehäuse. Der Typ ist mir nicht mehr gegenwärtig. Ein UKW-Zusatz wurde Anfang der 1950er Jahre nachgerüstet, lief aber nie zur Zufriedenheit meines Großvaters.
Mit zunehmendem Alter habe ich immer mehr bedauert, daß das Gerät mit der Aufgabe der Wohnung meiner Großeltern abhanden kam, wahrscheinlich "entsorgt" wurde.
Nun habe ich etwas Vergleichbares via eBay wieder ins Haus geholt.
Der Anbieter hat zwar bei seiner Beschreibung etwas Phantasie walten lassen:
"spielt auf allen Bereichen sehr gut" entsprach nicht den Tatsachen. Andere Attribute wie "intaktes Gehäuse", "nicht verbastelteter Originalzustand" und "gute Verpackung" trafen dagegen durchaus zu.
Also war und bin ich mit dem Deal summa summarum zufrieden, auch in Anbetracht des Auktionspreises von 29,38 €.


- Bestandsaufnahme
Das wirklich gute Bakelit-Gehäuse zeigte bräunliche Ablagerungen (Küche, Rauch?).
Das magische Auge EM4 präsentierte sich besser als nach der Beschreibung des Verkäufers erwartet. Im leicht abgedunkelten Raum ist es durchaus noch brauchbar.
Am Chassis gab es so gut wie keinen Rost, lediglich Staub und Dreck.
Wie schon angedeutet, konnte von "gut spielen" jedoch nicht die Rede sein. Aus dem Lausprecher erklang beim Aufdrehen des Lautstärkerreglers etwas, das ich als "Blubbern" beschreiben würde. Von irgendwelchen Programmen war jedenfalls nichts zu hören. Kein Wunder, wie sich bald herausstellen sollte.
Grund genug, den Einschalttest (natürlich am Regel-/Trenntrafo, bevor jemand fragt) schnellstens zu beenden und die Untersuchung/Instandsetzung zu beginnen.
Ein Blick in das Chassis zeigte dann den einerseits sehr erfreulichen Originalzustand und andererseits all die wohlbekannten Bösewichte: Teer-Rollkondensatoren in Kunststoffrohren und die zeittypischen Blaupunkt-Ausführungen im zugebördelten, zylindrischen Aluminiumgehäuse mit Pertinax-Deckeln.

Chassis von unten


- Reinigung
Der Gehäusebelag erwies sich als hartnäckig, und war mittels Spülmitteln, Kunststoffreinigern und Auto-Reinigungspolitur nicht gründlich zu beseitigen. Auf dem sehr dunklen Gehäusematerial störten diese Ablagerungen weniger optisch, dafür aber mehr beim Anfassen.
Nach der hier schon mehrfach empfohlenen Spülmaschinen-Aktion erstrahlt das Gehäuse jetzt wieder fast wie neu. Ja, etwas Nacharbeit per Hand war schon noch nötig. Das soll nicht verschwiegen werden. Der wie üblich angeschmuddelte Lautsprecherstoff überlebte das teilweise Lösen der Verklebung mit der Schallwand und die Reinigung mit Teppichschaum in relativ ordentlicher Haltung. Immer schön, wenn diese Textilien erhalten werden können.
Beim Chassis konnte es bei der üblichen Prozedur - Staubsauger, Pinsel und punktuell etwas Chemie (Kfz-Bremsenreiniger) - bleiben. Für eine vollständige Zerlegung sah ich jedenfalls keinen Grund.


- Kondensatorenerneuerungen

Blaupunkt-Kondensatoren an der AZ1

Äußerlich geben sich diese Kondensatoren so solide und vertrauenerweckend:


Blaupunkt-Kondensator, Kunststoffhülle entfernt (darunter das wieder glänzende Bakelit-Gehäuse)

Innen sieht es aber offenbar genau wie bei anderen Rollkondensatoren dieses Alters aus:

Blaupunkt-Kondensator-Innenleben

Die braune (Dichtungs)-Masse hinter den Pertinax-Deckeln kann ich nicht identifizieren. Kennt die jemand?
Der Lade- bzw. Sieb-Doppelbecher-Elko (2 x 8 mikroF) erwies sich als absolut taub. Kein Schluß, sondern eine Kapazität im pF-Bereich.
Parallel zum Siebelko war ein weiterer Becherelko von 32 mikroF eingebaut, der an der Verdrahtung als nachgerüstet zu erkennen war - also doch etwas verbastelt!?

Chassis Becher-Elkos

Im RM wurde ich bei der Schaltplansuche schnell fündig, obwohl das Modell G650W noch nicht angelegt war. Mit Hilfe der Röhrenbestückung ECH4, EF9, EF9, EBL1, EM4, AZ1

Valvo-Röhrensatz

fanden sich Modelle, deren Schaltung sehr ähnlich bis gleich ist: AEG Konzertsuper 1469 WK (ID=223) und Blaupunkt 6W648 (ID=713) (alt) und (ID=717) (neu).


Weitere Hinweise bestärkten mich in der Annahme, diese Geräte seien schaltungsmäßig baugleich:

Zum einen der Hinweis im RM beim AEG-Gerät "Gerät ist baugleich mit entspr. Blaupunkt Gerät." (Leider wird der Blaupunkt-Typ nicht benannt) und zum anderen ein Aufkleber auf der Innenseite der Rückwand meines G650W, der neben dem Datum 19.3.1949 auch die Typenbezeichnung 6W648 zeigt.

Dieser Aufkleber beschreibt die Eichung der Skala.

In den gefundenen Schaltplänen gibt es den 32 mikroF-Elko nicht. Andererseits sieht der Einbau (Loch im Chassisblech) professionell aus. Da bleibt eine Frage. Waren vielleicht ab Werk zwei einzelne Becherelkos mit jeweils 8 mikroF eingebaut und das Gerät wurde in den mehr als 50 Jahren schon mal modifiziert ?

Zur Zeit spielt das Radio ohne diesen Elko einwandfrei, mit geringem, wohl zeittypischem Restbrumm.

Die Kondensatoren im sichtbaren Bereich wollte ich optisch möglichst original erhalten.
Dem Becher-Doppelelko habe ich die hier schon mehrfach beschriebene Erneuerungskur verabreicht. Zum Öffnen von Bördelungen nutze ich meine Drehmaschine, was zu einem besseren Ergebnis führt als der Einsatz von Feilen und Schraubendrehern.

Becher-Elko auf der Drehmaschine


 

 

Rechts das Arbeitsergebnis:

 

Tatsächlich war der Doppel-Elko pulvertrocken.

Siehe das folgende Bild:



Becher-Elko-Innenleben

Auf der Oberseite des Chassis - mit einer Schelle befestigt - lagen drei größere Rollkondensatoren mit Teerabdichtung ( 2 x 0,5 mikroF und 0,1 mikroF, jeweils 500 V Nennspannung) sowie ein Niedervolt-Elko von 25 mikroF, der in der halbautomatischen Gittervorspannungserzeugung arbeitet. Das sieht improvisiert aus (siehe das obenstehende Foto mit den Becher-Elkos auf dem Chassis, linke Seite), ist aber auf den Fotos der vergleichbaren Geräte auch so erkennbar. Der Elko ist eine Papproll-Ausführung der Firma Bosch. Man sieht, daß Blaupunkt 1950 eben schon lange zu Bosch gehörte.

BOSCH-Niedervolt-Elko

Alle Rollkondensatoren tragen ansonsten das Blaupunkt-Emblem. Die genannten vier Kondensatoren wurden sämtlich "entkernt" und mit jungen Bauelementen gefüllt.

Blaupunkt-Teerkondensatoren, Bosch-NV-Elko

Die Teerkondensatoren im versteckten Chassisbereich wurden sämtlich durch aktuelle WIMAs ersetzt.
Es versteht sich, daß ich alle vorhandenen Kondensatoren getestet habe, sowohl mit dem Kapazitätsmeßgerät wie mit dem Ohmmeter. Das Ergebnis läßt sich ganz einfach formulieren:

KEIN Kondensator war unauffällig!

Aus den Blaupunkt-typischen Rollkondensatoren mit Aluminium-Hülle tropfte es regelrecht wässrig beim Erwärmen (zum Zwecke der Entleerung). Prozeduren, wie dem gelegentlich empfohlenen Kochen in Wachs, traue ich keine nachhaltige Heilung solcher Kondensatoren zu.

Auch wenn es für die Experten wahrlich nicht neu ist: Mehr als 50 Jahre alte Kondensatoren mit Papierisolation sind durchweg unbrauchbar.

Lediglich die frequenzbestimmenden Kondensatoren in Filtern und Schwingkreisen mit ihren kleinen Kapazitätswerten und oft höherwertigen Isolationsmaterialien können da eine Ausnahme machen.

- Kabel
Ein Teil der Verdrahtung, insbesondere die Zuleitungen zu den Kopfanschlüssen der Röhren und andere oberhalb des Chassis liegende und damit stärkerer Erwärmng ausgesetzte Kabel, mußte ersetzt werden. Die Isolation war völlig brüchig. An den scharfkantigen Durchführungsstellen durch das Chassis würden diese Kabel das Restleben des Gerätes massiv gefährden.

defekte Kabel

Interessanterweise war das schwarze Isolationsmaterial davon signifikant stärker betroffen als das rote und gelbe. Offenbar gibt es da eine Interdependenz zwischen Weichmachern und Farbstoffen.


- Diverses
Kleinigkeiten wie das Gängigmachen von Potentiometerwellen, die Reinigung von Wellenschalter-Kontakten, neue Farbe für den Skalenzeiger, die Justage des Skalentriebs (die Gummipuffer am Drehko waren geschrumpft, was zu unkontrollierten Bewegungen der großen Schnurrolle führte, aber durch Beilagscheiben kompensiert werden konnte) sowie die Herstellung einer neuen "Streuscheibe" für die Skalenbeleuchtung (Pergamentpapier im Papprahmen) und eines textilen Netzanschlußkabel sollen nur kurz erwähnt werden.

Für das letztere habe ich ein modernes 2-adriges, für schutzisolierte Geräte bestimmtes Kabel mit dem Gewebe eines älteren Kabels überzogen.

Eine neue Siemens EM4 (NOS, bei eBay für 30,75 € ersteigert) signalisiert jetzt die optimale Sendereinstellung und strahlt die gewünschte Gemütlichkeit aus.


- Fazit
Es zeigte sich (wie immer), daß die Kondensatorkur der entscheidende Schritt zurück zur Funktionsfähigkeit >50 Jahre alter Geräte ist.
Das Radio spielt jetzt auf allen drei Wellenbereichen einwandfrei. Trennschärfe, Empfindlichkeit und Skaleneichung sind so gut, daß ich auf jeden Eingriff in die Schwingkreise und Filter verzichtet habe, obwohl sich Abgleichsender, NF-Millivoltmeter und Oszilloskop über einen Einsatz sicher gefreut hätten. Daraus läßt sich wohl auch schließen, daß die frequenzbestimmenden Kondensatoren zumindest ihre Kapazitätswerte nicht dramatisch geändert haben und eventuelle Leckströme an diesen Stellen nicht entscheidend stören.
Der Valvo-Röhrensatz hat offenbar auch noch einige Betriebsstunden vor sich.
Den Klang des Gerätes empfinde ich entsprechend dem Gehäusevolumen als sehr ordentlich. Also kann der Lautsprecher ebenfalls als kerngesund bezeichnet werden.
Die 4-stufig schaltbare Klangblende liefert den gewünschten Effekt, besonders bei KW-Empfang oft sehr angenehm. Das ist sicher auf die jetzt wieder korrekten Kapazitätswerte im NF-Rückkopplungsnetzwerk zurückzuführen.


Weitere Fotos dieses Geräts gibt es hier .

Bleibt noch festzuhalten, daß solch ein positiver Verlauf einer Arbeit Freude und Mut für neue Taten macht sowie die Bindung an das Hobby kräftig verstärkt.
(Ehefrauen/Partnerinnen lesen hier nicht mit, sie sollen ja auch nicht über die zitierten Verwendungen von Spülmaschinen, Backöfen etc. informiert werden).

Allerseits wünsche ich viel Spaß mit unserem Hobby in 2008 und darüber hinaus.

Knut Rothstein

 

 

Rolf Nickel
27.Dec.07
  2 Lieber Herr Rothstein,

meine Gratulation zu diesem umfassenden Beitrag und dem exzellenten Arbeitsergebnis ! Ich möchte Ihre Schlussfolgerungen ("Hände weg von den HF/ZF-Stufen wenn irgend möglich") und Vorgehensweise ("Kondensatoren raus") gerne bestätigen; sie decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen und mit denen vieler anderer Mitglieder, stellvertretend möchte ich hier Herrn Born (wegen der Kondensatoren-Erneuerung) nennen. Interessant wäre vielleicht noch, mit welcher Art von Messgerät Sie Kapazität und Leckstrom der alten Elektrolytkondensatoren ermittelt haben.

Mit freundlichem Gruß
Rolf Nickel
Knut Rothstein
27.Dec.07
  3

Lieber Herr Nickel

Danke für das Lob.

Sie wissen ja: "Wir glauben nichts davon, hören es aber doch gern."

Zu Ihrer Frage:

Für die Kapazitätsmessung von wenigen Pikofarad bis zu 10.000 Mikrofarad verwende ich ein Eigenbaugerät, dessen Meßteil einem Elektor-Vorschlag nachempfunden ist:

Prinzipschaltung für die Ladephase

Autor des Elektor-Beitrags war Klaus Rohwer. Sowohl über den Autor wie über die Zeitschrift kommt man via www an Details. Ich will nicht verlinken, weil diese Links nicht mehr taufrisch sind und sich schon mehrfach geändert haben.

In meinem Meßgerät schließt sich eine digital aufgebaute Zeitmessung an, die in sechs Bereichen direkt die Kapazitätswerte anzeigt. Bei den größeren Kapazitäten wird 1 mA als Ladestrom benutzt.

Es ist klar, daß nennenswerte Leckströme Messungen mit diesem Prinzip beeinflussen bzw. sogar unmöglich machen. Tendenziell sind die Meßwerte zu groß.

Leckströme von Elkos messe ich unter Zuhilfenahme meines ebenfalls selbstgebauten Röhrenprüfgeräts, das die dafür nötige Spannung im Bereich der jeweiligen Nennspannung zur Verfügung stellt.

Gelegentlich ergibt sich dann bei grundsätzlich noch intakten Elkos folgender Ablauf:

1. Kapazitätsmeßgerät streikt (wegen hohem Leckstrom).

2. Leckstrommessung bei Nennspannung (mit der Zeit starke Abnahme)

3. Kapazitätsmeßgerät zeigt vernünftigen Wert an, und Elko ist nochmal zu gebrauchen.

 

Beste Grüße retour

Knut Rothstein

 

 
Blaupunkt Ideal,: G650W
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