Mischverstärker SMP935
Strässer GmbH & Co. KG, Stuttgart
- Country
- Germany
- Manufacturer / Brand
- Strässer GmbH & Co. KG, Stuttgart
- Year
- 1970–1977 ??
- Category
- Audio Amplifier or -mixer
- Radiomuseum.org ID
- 158328
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- Number of Tubes
- 6
- Number of Transistors
- Main principle
- Audio-Amplification
- Wave bands
- - without
- Power type and voltage
- Alternating Current supply (AC) / 110; 117; 220 Volt
- Loudspeaker
- Permanent Magnet Dynamic (PDyn) Loudspeaker (moving coil)
- Power out
- 25 W (undistorted)
- Material
- Metal case
- from Radiomuseum.org
- Model: Mischverstärker SMP935 - Strässer GmbH & Co. KG,
- Shape
- Tablemodel, with any shape - general.
- Dimensions (WHD)
- 465 x 170 x 220 mm / 18.3 x 6.7 x 8.7 inch
- Notes
-
Strässer Mono-Mischverstärker SMP935, 25W, für ELA-Anwendungen (Beschallung von Kirchen u.ä.)
- Rückseite 4 Mikrofoneingänge über Groß-Tuchel-Buchsen.
- Frontseite Phono- und Bandeingang über DIN-Buchsen.
- 4 Lautsprecherausgänge für 100 V (ELA-Übertrager wird benötigt). Eingebauter Mithörlautsprecher 2 W, abschaltbar.
- Anpassung an Netzspannung durch Umlöten am Netztrafo. Leistungsaufnahme 120W.
- Ausführung "25 Watt / 4 Kr.". Vermutlich existiert auch eine Ausführung mit 50 W Ausgangsleistung.
Fertigung über längeren Zeitraum mit diversen Schaltungsänderungen, siehe auch Schaltplan-Varianten.
Siehe auch Mischverstärker 935 T-60 mit steckbaren Transistor-Vorverstärkern.
- Net weight (2.2 lb = 1 kg)
- 15 kg / 33 lb 0.6 oz (33.04 lb)
- Source of data
- -- Schematic
- Author
- Model page created by Peter Böhm. See "Data change" for further contributors.
- Other Models
-
Here you find 24 models, 20 with images and 2 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.
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Forum contributions about this model: Strässer GmbH & Co.: Mischverstärker SMP935
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Recht spontan und unüberlegt habe ich auf Willhaben bei diesem Röhrenverstärker zugeschlagen. Ich wollte mich einmal mit einem Kraftverstärker mit EL34-Gegentaktendstufe beschäftigen. Die Stuttgarter Firma Strässer existiert bis heute (2026) und stellt Beschallungsanlagen her, in erster Linie für Kirchen. So stammt auch mein Exemplar ganz klar aus solchen heiligen Hallen, denn die Mikrofonkanäle sind noch mit "Altar" und "Kanzel" beschriftet:
Der Aufbau ist extrem robust und wohl wirklich für das ewige Leben gedacht. Ein massives Chassis aus dickem, lackiertem Stahlblech, 4 schwere Trafos bzw. Drosseln, 6 Röhren, 5 dicke Elkos, und sonst eigentlich nicht viel mehr.
Meine Überlegung, dies vielleicht auch als (HiFi?-)Verstärker mit ordentlich Wumms zu nutzen, hat sich schnell als Schnapsidee herausgestellt: Erstens ist das Gerät nur mono, somit braucht man zunächst zwei solche Briefbeschwerer. Dann ist dies ein ELA-Gerät, besitzt also nur 100V-Ausgänge. Die Gegentaktendstufe hat zwar einen Ausgangstrafo, aber dieser spannt eben auf rund 100V herunter, sodass man gewöhnliche 4 oder 8 Ohm Lautsprecher nicht anschließen kann. Benötigt wird ein 100V ELA-Trafo für jeden Lautsprecher. Diese gibt es glücklicherweise nach wie vor günstig zu kaufen, aber ob das mehrfache Transformieren die Klangqualität positiv beeinflusst?
Vier Mikrofoneingänge mit Tuchel-Buchsen gibt es, mit zugehörigen Reglern, Vorverstärkung über 2 Stk. ECC83, braucht heute natürlich kein Mensch mehr.
Zu guter letzt ist auch der Strombedarf enorm: 120 bis 140 W werden aufgenommen - ziemlich viel für 25 Watt Krach.
Trotzdem habe ich mich an die Inbetriebnahme gemacht, hier nun also meine Erfahrungen:
Ausbau:
Ich will einen raschen ersten Blick ins Innere werfen: Wie geht die Kiste auf?! Nur 2 Schrauben auf der Rückseite, sonst wirkt alles wie verschweißt! Nach langem Rätseln und Probieren: Offenbar ist das Chassis samt Frontplatte von Vorne in den Metallkäfig eingeschoben. Aber so ohne Weiteres rührt sich nichts, das Lochblech sitzt verdammt stramm in der Rille der Frontplatte. Lösung: Holzklotz am Rand angesetzt und vorsichtig mit Hammer dagegengeschlagen: Ja, langsam kommt es.
Der Wiederinbau ist übrigens genauso schwierig, nur mit Geduld und Gummihammer gelingt es!
Schaltplan:
Im Internet kursieren nur schlecht lesbare Kopien, die beste noch auf Thomas Birks Website. Darauf basierend, und durch Vergleich mit meinem Gerät habe ich einen Schaltplan selbst erstellt und hochgeladen.
Wichtig zu bemerken: Der Verstärker dürfte über Jahre verkauft worden sein, es gab wohl immer wieder Änderungen an Details der Schaltung. In erster Linie Umstellung der Bauteilwerte auf die damals neue IEC-Normenreihe, aber auch kleine Verbesserungen, z.B. 100 Ohm Widerstand zwischen BY127 und erstem Siebelko. Daher wurde ein Variante V2 des Schaltplans erstellt und hochgeladen. Darin sind die mir aufgefallenen Änderungen rot eingetragen.
Röhrentechnologie Ender der 1970er?
Mein Exemplar ist am Chassis gestempelt "geprüft 4. Februar 1977". Fertigungscode der Siemens-Röhren dürfte 1974 ("N74") sein.
Ich habe mich gefragt, warum Ende der 1970er ein Verstärker noch mit Röhrentechnologie aufgebaut wurde. Beispielweise der leistungsstarke 2N3055 war seit 1969 am Markt.
Mögliche Gründe:
- Für 100V-ELA-Systeme ist in jedem Fall ein Ausgangstrafo notwendig. Damit fällt ein wesentlicher Vorteil bei Transistorbestückung (eisenlose Endstufe) weg.
- Robustheit: Etwaige Kurzschlüsse in der Lautsprecher-Verkabelung oder Überlastung werden von den Röhren problemlos weggesteckt.
- Alterung der Röhren macht sich langsam bemerkbar, sodass plötzlicher Ausfall während Messe oder Veranstaltung unwahrscheinlich ist.
- Möglicherweise waren die Entwickler bei Strässer damals aber auch nicht flexibel genug, um rasch auf die modernere Transistor-Technologie umzuschwenken.
So ganz verstehe ich es trotzdem nicht. Wer hat noch andere Ideen hierzu?
Zur Schaltung:
Auffällig ist die umfangreiche Siebung der Netzspannung mit 5 Elkos, 3 davon sind Doppelelkos. Die Anodenspannung der EL34 liegt gemäß Tabelle bei 450V, am ersten Elko, d.h. vor der Netzdrossel dürfte es noch etwas mehr sein. Unmittelbar nach dem Einschalten sind die Röhren noch kalt und ziehen keinen Anodenstrom, während die beiden BY127 Gleichrichter-Dioden sofort Spannung liefern, sodass die Leerlaufspannung hier um die 550V liegt. Nachdem es kaum Elkos mit höherer Nennspannung als 450 V gibt (auch heutzutage eher selten), war man zumindest in der ersten Siebgruppe offenbar gezwungen, 2 Doppelelkos in Serie zu schalten. Dann ist aber auch wieder etwas zusätzliche Spannungsreserve vorzusehen, da eine 50/50-Aufteilung der Spannung nur bei genau gleicher Kapazität erfolgt, was gerade bei den hohen Toleranzen von Elkos nicht sichergestellt ist. Bei meiner Ausführung wurden daher auch Symmetrierwiderstände zu den Elkos parallelgeschaltet.
Damit ist klar, warum der erste Doppelelko eine Isolierhülse braucht, da dessen Becher im Betrieb mehrere hundert Volt gegenüber Chassis aufweist, sodass es hier sehr sehr leicht zu einer Berührung des Bechers und gleichzeitig anderer Chassiteile kommen könnte! Ein Restrisiko bleibt, da zwischen Oberseite des Elkos und dem Gehäusekäfig nur ein kleiner Spalt ist. Mit dem Finger kommt man da nicht durch, wohl aber mit Schraubenzieher oder Haarnadel.
Interessant ist die Aussteuerungs- bzw. Übersteuerungsanzeige mittels Glimmlampe. Da es ein Gerät mit 100 V Ausgängen ist, ist die Verwendung einer 110 V Glimmlampe ideal. Wieder einmal ein Beweis, wie man früher mit minimalem Aufwand, aber Einfallsreichtum einfache Lösungen gefunden hat!
Reparatur:
An diesen Verstärkern gibt es nicht allzu viel, was kaputt gehen kann. Papierkondensatoren wurden nicht mehr verwendet, die Hochvolt-Elkos sind extrem hochwertig und hatten bei mir kaum Leckstrom. Am ehesten sind die Röhren selbst ein Thema:
Mit Fertigunsgscodes von durchgängig 1974 handelte es sich noch um die Originalbestückung. Die EL34 waren mit 80 und 60% unsymmetrisch, eine hatte noch dazu einen Vakuumfehler, somit Tausch gegen ein gematchtes Pärchen von S4GB aus aktueller Fertigung.
Die ECC83 waren auch schon ziemlich ausgelutscht, v.a. hatten 2 Exemplare einen (extrem hochohmigen) Feinschluss zum Steuergitter, was sich im Betrieb durch lästige Raschelgeräusche bemerkbar machte. Auch hier Tausch gegen JJ-Röhre aus Neuproduktion.
Monitor-Lautsprecher:
Der integrierte Lautsprecher klingt nicht gut, daher mitsamt AGT ausgebaut. Bei Betrieb am Sinus-Generator zeigen sich im Bereich unter 100 Hz gräßliche Resonanzstellen und ein sehr dröhniger Klang. Betrieb bei 3 Hz (das Pulsen der Membran ist hier schön beobachtbar) offenbart Schleifgeräusche, d.h. die Schwingspule kratzt im Luftspalt. Sicke beginnt auch schon einzureißen. Aus meiner Sicht ist der Lautsprecher nicht mehr zu retten. DC-Widerstand übrigens ca. 4,5 Ohm. Es gibt von Visaton den FR 9.15, eine von den Einbaumaßen fast identischen Breitband-Lautsprecher mit Ovalkonus und 4 Ohm Impedanz, dieser wird als Ersatz eingebaut. Der AGT ist übrigens ein Standard-ELA-100V-Trafo mit mehreren Anzapfungen. Benutzt wurde die primäre 5kOhm-Wicklung, also 2W Nennleistung.
Nach Einbau zeigen sich bei größeren Lautstärken trotzdem Störgeräusche. Ursprung ist der über dem Lautsprecher liegende Bespannstoff, der bei starken Bässen gegen die gelochte Frontplatte schlägt. Ist so, bleibt so.
Spannungsanpassung mit Autotrafo
Der eingebaute Netztrafo besitzt primär Anzapfungen für 110, 127 und 220 V und ist fest auf 220 V verdrahtet. Bei uns beträgt die tatsächliche Netzspannung knapp 240 V. Da die Spannungen in diesem Verstärker sowieso nicht ohne sind, möchte ich es nicht übertreiben und habe daher eine Anpassung durch einen kleinen Hilfstransformator vorgenommen. Ein 9V-Trafo mit ca. 6W Nennleistung wird wie ein Autotrafo vor die Primärwicklung des eigentlichen Netztrafos geschaltet. Da der Verstärker ca. 0,6 A Strom vom Netz zieht, passt das mit dem sekundären Nennstrom des Trafos gerade so zusammen. Da die Stromrichtung im Autotrafo umgedreht ist, müssen die Spannungsabfälle am Trafo-Innenwiderstand ADDIERT werden, sodass der 9V-Trafo nun etwa wie ein 15V-Trafo wirkt. Das passt dann ziemlich genau.
Der kleine 6W-Trafo findet am Chassis zwischen Netztrafo und EL34 Platz. Mit den 6W ist er recht knapp bemessen und wird ziemlich warm - fürs Nachahmen würde ich eher eine 10W-Type mit rund 0,1 A Nennstrom empfehlen.
Eine Spannungsanpassung mittels Vorwiderstand wäre bei so einem Gerät übrigens nicht ideal: Durch die Gegentaktendstufe ist der Stromverbrauch lautstärkeabhängig, sodass der Spannungsabfall am Vorwiderstand stark schwankte. Beim Vorschalttrafo ist dies kaum der Fall, da dessen Längsimpedanz deutlich geringer ist. Hinzu kommt die zusätzliche Verlustleistung und Abwärme von etwa 10W im Gegensatz zu vielleicht 3W im Trafo.
Leistungsmessung
Im Titelfeld des Origiginalschaltplanes steht "Ausführung 25W". Handschriftlich ist ergänzt: 50 W. Was gilt nun? Wir messen die Ausgangsleistung.
Bis zu 4 externe Lautsprecher (nebst dem eingebauten Monitor) können angeschlossen werden. Ich schließe 2 ELA-Trafos mit jeweils 10W entsprechend 1 kOhm Nennimpedanz an, sekundär kommen 4Ohm Dummy-Lastwiderstände dran, Überwachung durch Oszi. Einspeisung von 1 kHz Sinus ca. 700 mVrms in den Phono-Eingang.
Ergebnis:
An der Clipping-Grenze erhalte ich 2 x 12W = 24W.
Ich schalte nun noch einen weiteren 1kOhm-Lastwiderstand (ohne Trafo) an. Gemessene Leistung nun 3x 7W, also 21 W.
► Der Verstärker liefert in meiner Ausführung also rund 25W, was mit den zwei EL34 auch zu erwarten war, optimale Impedanz ca. 500 Ohm. Am Chassis sind noch zwei Bohrungen für weitere EL34, diese werden vermutlich einfach parallel geschaltet, was die 50W-Ausführung erklären würde. Die Dicke des Ausgangstrafos ließe sich noch etwas steigern, es gibt hier weitere Montagebohrungen, der Netztrafo könnte aber aus Platzgründen kaum größer werden.
Eine Ausführung mit 4xEL34 ist mir noch nie untergekommen - wer besitzt so ein Gerät?
Frequenzgang
Wenn der Aufbau schon steht, dann eine rasche Messung des Frequenzganges. Die 3dB-Grenzen liegen bei etwa 40 Hz und 15 kHz. Die untere Grenzfrequenz hängt von der Sättigung der Trafo-Eisenkerne ab und schwankt damit stark mit der Lautstärke.
Soundcheck
Trotz der umfangreichen Siebung im Netzteil brummt es ohne Eingangssignal im Lautsprecher deutlich. Da die Elkos alle gemessen und für in Ordnung befunden wurden, gehe ich davon aus, dass es der Normalzustand ist. Mit Eingangssignal merkt man davon nichts mehr.
Die Klangcharakteristik würde ich als neutral bis flach bezeichnen, man muss Bass- und Höhenregler schon ordentlich aufdrehen, um bei Musik einen vollen Klang zu erhalten. Das Ergebnis hängt aber auch stark von den angeschlossenen Lautsprechern (und Übertragern) ab, wie ich feststellen konnte.
Durchschnittliche Musik wird gut wiedergegeben, bei modernen Stücken mit starken Bassbeats kommt der Strässer aber bald ans Limit. Verständlich, das Gerät ist sicherlich auf Sprachwiedergabe ausgelegt.
Außen fein!
Die beige Lackierung gewinnt keinen Schönheitspreis, außerdem ist der Blechkäfig schon ziemlich zerkratzt. Auch wenn es nicht original ist, beschließe ich, den Käfig (und nur diesen) schwarz mit Spraylack zu überziehen.
Die nicht mehr ansehnlichen Gummifüsse werden durch passend-schwarze aus dem 3D-Drucker (Material: flexibles TPU der Marke Filaflex) ersetzt. Beim linken Drehknopf fehlen Zeiger (Ersatz ebenso 3D-Druck) sowie die Alu-Zierscheibe. Für letztere fällt mir nur Bekleben mit Alufolie ein, naja... - wer hat bessere Ideen?
Zum Abschluss werden noch Beschriftungen mit Labeldrucker ergänzt.
Das Ergebnis kann sich druchaus sehen lassen, wie ich meine:
Fazit:
Ein robustes Gerät, für die Ewigkeit gebaut, aber sehr schwer und kaum alltagstauglich - so etwas muss man wollen. Der durchschnittliche Mono-Musikgenuss steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Mein Exemplar wird weitergereicht.
Winfried Halbhuber, 04.Oct.26