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stern-roch: Normspannungen an den Transistoren des Stern3

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Rolf Födisch
 
 
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21.Sep.20 19:49

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Hallo werte Forumsmitglieder,

für die Reparatur eines RFT-Gerätes vom Typ Stern3 benötige ich die Betriebsspannungswerte an den Transistoren T1 bis T10. Von Seiten des Produzenten der Serviceunterlagen gibt es diesbezüglich keine Informationen.

Vielleicht hat jemand hier schon ein solches Gerät elektrisch instand gesetzt und dann am funktionierenden Radio die Spannungen an den Transistoren gemessen und sich notiert.

Es wäre schön, wenn diese Werte hier niedergelgt würden. Besten Dank im Voraus.

Mit frdl. Grüssen Rolf Födisch

Hans-Jürgen Neuhaus
Hans-Jürgen Neuhaus
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22.Sep.20 17:27

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Ich denke, bei diesem Gerät ist es sehr unwahrscheinich, dass jemand die gewünschten Spannungen aufgenommen hat.

Ich schlage daher den umgekehrten Weg vor:

Sie selbst messen die Spannungen in Ihrem Gerät bei Nennspannung der Speise-Batterie und führen folgende Grobanalyse durch:

Da es sich ausschließlich um pnp-Germanium-Transistoren handelt, muss die Basis-Spannung immer 0,2V +/- 0,1V negativer als die Emitterspannung sein.

Eine Grobfunktionsanalyse kann man im Betrieb auch durch Kurzschließen der Basis-Emitter Anschlüsse durchführen. Bei Kurzschluss steigt in der Regel die Kollektorspannung an.

Vielleicht hilft das erst mal!?

Gruß, Hans-Jürgen Neuhaus

Rolf Födisch
 
 
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24.Sep.20 14:36

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Hallo Herr Neuhaus,

danke für Ihre schnellen Antwort. Diese Grobanlyse habe ich schon durchgeführt . Im NF-Teil befand sich ein hochohmig gewordener Vorwiderstand, zur Einstellung der Basisspannung des ersten NF-Transistors. Somit funktioniert zumindest dieser schon mal wieder.. Leider gibt das HF/ZF-Teil trotz der relativ richtigen Spannungverhälnisse an den Transistoren keinerlei Signale aus. Weder im AM- noch im FM-Bereich. Der Tastenschalter arbeitet völlig normal. Alle geschlossenen Kontakte haben nur unter 1 Ohm Übergangswiderstände, so daß sie als Störquelle erstmal ausfallen.Die Arbeitspunktstabilisierung mittels AA-Zelle und Transistor zeigt auch keine Auffälligkeiten.Nun habe ich noch alle keram. Abblock-Cs ausgelötet. Vom Isolationswiderstand her sind alle in Ordnung. Was mir aufgefallen ist, daß alle Werte max. 60% vom Aufdruck haben. Da ich somit einen Fehler in meiner Meßbrücke vermutete, habe ich mit neuen Bauteilen verglichen. Diese zeigten zwischen 100 und 110 % des Sollwertes an..Also habe ich erstmal verschiedene benötigte Werte nachbestellt.

Ich hatte gehofft, daß ein Spannungsvergleich mit einem intakten Gerät könnte vielleicht einen Fehler aufzeigen. Die meisten neueren Geräteschaltpläne sind diesbezüglich auskunftsfreudiger. Nun habe ich erstmal das Radio zur Seite gelegt. Aber nichts für ungut, auch dafür werde ich noch eine Lösung finden.Nach einer gewissen Zeit ist man bei der weiteren Fehlersuche oftmals kreativer.

Mit besten Grüssen Rolf Födisch

Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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24.Sep.20 23:08

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In diesem ersten Transistor-UKW-Koffer der DDR wurden im HF- und ZF-Teil 5 Valvo-Transistoren einer Bauart (OC171, AF114 usw.) eingesetzt, die anfällig für innere Kurzschlüsse sind. Hierbei ist nicht der eigentliche Ge-Transistorkristall betroffen, sondern die Verlötung der Transistorbasis mit dem Metallhütchen ist die Ursache für den Ausfall. Das Zinn bildet im Inneren im Laufe der Zeit feine Nadeln (Tin Whisker) aus, sie wachsen durch die geleeartige Masse im Inneren regelrecht bis zur Berührung der Elektroden. Häufig sind Schlüsse zwischen Emitter und Masse (das 4. "Bein") oder Basis und Masse die Folge.

Hier hilft nur: Transistoren einzeln nach Schlüssen durchmessen, also Gehäuse gegen die 3 Elektroden zu prüfen. Oftmals genügt es, den Massedraht zu unterbrechen (durchtrennen oder auslöten), die Transistoren funktionieren dann häufig wieder.

Das Thema wurde schon häufiger im RMorg-Forum behandelt, siehe hier, da und dort.

Viel Erfolg bei der Reparatur, bitte berichten Sie gelegentlich davon.

Rolf Födisch
 
 
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25.Sep.20 15:57

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Hallo Herr Nagel,

zu erst Dank für Ihre Reaktion auf meine Anfrage. Leider ist diesbezüglich keinerlei Fehlverhalten für mich erkennbar (ich hatte bereits alle Transistoren einzeln ausgelötet und mit einem Transistormeß- und Prüfgerät "DCA 75 PRO" aus dem ELV-Shop durchgemessen. Was mir dabei auffiel, die Stromverstärkung aller HF-Transistoren ist nur zwischen 30 und 45. Bezüglich des Schlusses zwischen Schirm und sonstigen Elektoden ist nichts Negatives mitzuteilen. Das Multimeter zeigte stets unendlich als Widerstandswert an. Da ich aus einem eBay-Shop noch  GE-HF-Transistoren vom Typ TFK 137/38 erhalten habe, die Betawerte zwischen 120 und 140 aufweisen, werde ich nach dem bereits angedachten Austausch der Keramikkondensatoren, die ihre Sollkapazität um ca. 40% unterschreiten, es mal mit dem probeweisen Tausch der einzelnen HF-Stufentransistoren beginnend mit der letzten ZF-Stufe angehen. Die ZF-Filter haben alle in ihren Wicklungen elektrischen Durchgang. Inwieweit die zugehörigen im Filter verbauten Kreiskapazitäten ihre Sollwerte noch haben, ist mir zur Zeit nicht bekannt. Da aber beide ZF-Werte 473Khz und 10,7Mhz keine Signale bringen, wird der Fehler wagrscheinlich nicht dort liegen. Also lasse ich mich bei Gelegenheit von der weiteren Fehlersuche mal überraschen!

Mit freundl. Grüssen Rolf Födisch

Hans-Jürgen Neuhaus
Hans-Jürgen Neuhaus
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25.Sep.20 17:47

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Ich denke, Sie sollten Ihre Fehlersuchmethode erweitern.
Ich habe einen Vorschlag:

Eine ganzheitliche Methode zu Fehlereinkreisung:

Fehlersuche durch Signalverfolgung und/oder Signalzuführung. Ziel dieser Methode ist, die defekte Stufe einzukreisen und dann gezielt diese Stufe mit ihren möglichen Mitteln genau zu untersuchen. Voraussetzung ist, dass die Stromversorgung des Gerätes geprüft und in Ordnung ist.

Zu dieser Methode gibt es reichlich (ältere) Literatur, die in antiquarischen Buchhandlungen aber auch im Netz bei Ebay&Co noch erhältlich ist.

Eine Kurzbeschreibung dieser Methode von Eike Grund finden Sie hier.

Für diese Methode benötigen Sie allerdings ein Gerät, einen sogenannten Signalverfolger. Dies ist im Prinzip ein NF-Verstärker mit einem sehr großen Verstärkungsfaktor - ca. 60dB = 1000fach. Ein aktiver PC-Lautsprecher reicht hier bei weitem nicht aus! Mit diesem Gerät können Sie Fehler im NF-Verstärker durch Abtasten von Eingang (z.B. Basis einer Transitorstufe) und Ausgang (Kollektor) akustisch auf seine Verstärkungeigenschaft testen. Voraussetzung ist natürlich, dass das HF-Teil in Ordnung ist und ihnen ein Testsignal (Sender oder Rauschen) liefert.

Sie können aber mit dem Signalverfolger auch HF-Stufen - insbesondere ZF-Stufen, auch im UKW-Betrieb - prüfen. Zu diesem Zweck wird dem Eingang des Signalverfolgers ein einfacher GE-Dioden-Demodulator vorgeschaltet. Oft ist dieser in einem Tastkopf eingebaut, und man kann mit einem Schalter zwischen HF und NF umschalten.

Signalverfolger gibt es im Netz bei Ebay&Co immer wieder. Bei Kauf sollte man aber darauf achten, dass der zugehörige Tastkopf dabei ist.

Signalverfolger kann man aber auch mit etwas Geschick selbst bauen:

Eine weitere Methode ist die Signalzuführung. Dies ist in der Regel ein ca. 1kHz-Rechteckgenerator, mit dem man auf Grund seiner Oberwellen auch HF-Stufen untersuchen kann.

Als Beispiel ein Gerät, das sowohl Signalverfolgung, einen internen HF-Demodulator, als auch einen Rechteckgenerator an Bord hat. Dies finden Sie hier.

Viel Erfolg!

 

Rolf Födisch
 
 
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26.Sep.20 14:12

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Hallo Herr Neuhaus,

danke für die nützlichen Hinweise.Ich werde mich mit der Literatur beschäftigen und eventuell mir ein derartiges Gerät für weitere Reparaturen selbst bauen. Der Aufwand ist, wie ich bereits gelesen habe, nicht besonders hoch.

Wenn ich mit dem Stern3 Erfolg habe, werde ich mich nochmals bei Ihnen melden.

Mit frdl. Grüßen

Rolf Födisch

  
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