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SUPERHET: Oszillatorstellung beeinflusst Empfindlichkeit

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Thomas Brunner
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05.Mar.14 15:32

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Meine Herren,

Schon lange beschäftigt mich beim Abgleich eines zB AM (MW LW) Radio folgendes Phänomen:

Ich gehe beim Abgleich immer so vor: 

a, Prüfe Endanschläge vom Drehko
b, prüfe den Verfahrensweg des Zeigers und prüfe die Übereinsimmung des Zeigers auf die (meist) vorhandenen EndMarkierungen(links und rechts) der Skala, ev Zeiger verschieben. Damit wäre der mechanische Abgleich fertig.
c, jetzt kommt ein Phänomen das nicht bei jedem Radio auftritt: Um die Frequenz Markierungen innerhalb der Skala dann wieder richtigzustellen, zB Bayern1 auf 801 khz muss ich ja den zunächst den Oszillator soweit verstimmen dass diese wieder getroffen wird. Dabei wird aber bei manchen Empfängern der Empfang hörbar schwächer (kann man am entweder am Anzeigeinstrument oder an der AGC Spannung sehen) OBWOHL der LC Abgleich danach vorgenommen wurde.

Wie kann man das nachvollziehen: Ortssender einstellen; mit der Abstimmung an der einen Hand und dem Abgleichstift am Oszillator an der anderen Hand solange Drehko und Oszillator verstellen bis man ein Empfangsmaximum erreicht. Also Maximum durch wechselseitges Verstellen links und rechts der alten 'echten' Frequenzmarke 'suchen'.
Dieses Maximum muss natürlich nicht unbedingt auf der entsprechenden Skalamarkierung liegen, ich mache da immer Kompromisse, weil man ja am unteren und oberen Bereich die Frequenzen ja auch irgendwie treffen soll, soll heissen bei MW die 530 und die 1620khz möglichst genau treffen mit OSZ und LC und die Skalenmitte ergibt sich hoffentlich von selbst genau oder ich treffe bei 1620 besser und stelle im unteren Bereich mit L nur bis 800khz nach, dann leidet natürlich die Genauigkeit unter 800khz.


Meine Frage deshalb an die Spezialisten: WARUM ist das Maximum nicht immer an der alten Skalamarke (Frequenzmarke) auch wenn richtig abgeglichen wurde (OSZ und LC nach Anl. Service Manual)
Meiner Erfahrung nach gibt es immer nur eine typische Stelle die Maxima bietet auch wenn sorgfältig abgeglichen wurde...

Herzlichen Dank

Brunner Thomas

 

 

 

This article was edited 06.Mar.14 13:12 by Thomas Brunner .

Hans M. Knoll
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Hallo Herr Brunner.

Wenn Sie diesen Text  und diesen gelesen haben, sollte es ihnen klar sein warum Sie das beobachten. 

Knoll 

This article was edited 05.Mar.14 16:54 by Hans M. Knoll .

Thomas Brunner
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Hallo Herr Knoll,

Vielen Dank für die Infos zu ihrem Beitrag.
Verstehe ich richtig: Nach der Konstruktion und Abgleich eines Radios werden die Skalen gezeichnet und die Marken aufgebracht. Dann kann man innerhalb der Serienfertigung die Marken halbwegs einhalten .Diese Marken werden aber im Laufe der Zeit durch Toleranzschwankungen und Alterserscheinungen der Bauteile nicht mehr getroffen, (auch nicht durch Neuabgleich) also ein entstandenes Gleichlaufproblem ?

Grüsse
Thomas Brunner

 


 

Hans M. Knoll
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05.Mar.14 21:30

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Hallo Herr Brunner.

Aufgrund ihrer Angaben im Profil, hatte ich schon erwartet, dass es nun klar sei. da lag ich wohl daneben?

Der Begriff. Dreipunktgleichlauf +++, beinhaltet eine FEHLERKURVE. Das heist es tritt ausser an

 3 Punkten immer ein Fehler auf. 

 Lesen Sie hier Post #4 zu Gleichlauf, wieder ein Text von dem ich ebenfalls annahm, er sei verstaendlich.

Die S-kurven im Beitrag#2  (vorher)  und auch hier im #4 sagen doch besser als Worte warum es geht! 

 

+++ Drei Punkt Gleichlauf = nur an 3 Punkten herrscht zwischen Oszillator und Vorkreis Gleichlauf.

Davor und danach gelten die S- förmigen Fehlerkurven.  

Wenn nun noch, was bei einem Consumer- Radio oft der Fall ist, ein Eichungsfehler wegen üblichen Toleranzen im Drehko  und Verkürzungskondensator dazukommt, verschiebt sich die Mitte der S- Kurve nach links oder rechts.

Wenn Sie nun am Oszillator drehen,. geschied das noch zusaetzlich.

Meint,  Knoll

This article was edited 06.Mar.14 07:36 by Hans M. Knoll .

Thomas Brunner
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Hallo Herr Knoll,

Die Texte sind sehr komplex, den Hintergrund haben sie sehr gut herausgearbeitet.
Ich als Fernsehtechnikermeister bin getrimmt schnell Fehler zu beseitigen, leider war ich nie mit Entwicklungsarbeiten beschäftigt, bei uns in der Lehre, 1984, stand ein Wobbler der leider 
nie vorgeführt und benutzt wurde, auch wäre ich gerne mal mit Abgleicharbeiten beschäftigt gewesen. Gerne hätte auch dieses Wissen aufgesogen, es beschränkte sich das Wissen auch den theoretischen Schnelluntericht in der Schule.
Der Dreipunktgleichlauf ist mir unbekannt, danke für die ausführlichen Infos !!
Ich vermutete der Gleichlauf, Osz.,Vorstufe,usw wäre herstellerseitig perfekt aufeinander abgestimmt...
...und muss nor noch sorgfältig abgleichen ;-)

Grüsse

Thomas Brunner

 

This article was edited 06.Mar.14 09:28 by Thomas Brunner .

Hans M. Knoll
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Hallo Herr Brunner.

Ich denke, wir trennen uns hier damit:

Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der eine Frage mit dieser Tragweite, ganz simpel  oder eben einfacher, beantworten  kann.
Ich kann das leider nur mit den notwendigen Erklaerungen,  oder dem Voraussetzen von Vorwissen tun.   Im Entw. –Labor, hatten auch Ing.grad, Probleme mit dem Gleichlauf und seinem Hintergrund. Da sind Sie ja doch in guter Gesellschaft.

 

Gruss Knoll.    

Die Frage ist damit wieder offen!

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This article was edited 06.Mar.14 10:31 by Hans M. Knoll .

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Eine weitere sehr ausführliche Literatur zu Problemen der Rundfunkempfänger und Verstärker findet sich in der "Philips' Technische Bibliothek" im Band IV.

Im Kapitel " III. Bestimmung der Paddingkurve" S. 293 - 328 wird eine Methode gezeigt, wie die Werte der Padding-Kondensatoren des Oszillator-Kreises graphisch-rechnerisch bestimmt werden können. Allerdings erfordert das Verfahren ein sehr präzises Arbeiten. Schon geringe Ungenauigkeiten können die Padding-Kurve gewaltig verschieben.

Wenn also an diesem Abgleich "freihändig" herumgeschraubt wird, braucht man sich über die Auswirkungen auf den Gleichlauf nicht zu wundern.

MfG DR

Thomas Brunner
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Hallo Herr Rudolph,

Einen Abgleich führe ich immer laut Service Manual durch, ganz genauso wie er beschrieben wird.
Natürlich kann man aber auch bei Nichtvorhandensein und genügend Erfahrung schon mal 'erahnen' welche Bedeutung die Trimmer und Spulenkerne haben.
Das freie Herumschrauben beschränkte sich bei einem Exemplar darauf um dieser Erscheinung näherzukommen und für mich besser zu verstehen.
Da auch Nichttechniker mitlesen bitte ich wie schon weiter oben von Hr Knoll angefordert um eine
einfach beschriebene Erklärung, die Texte von Hr Knoll sind wirklich umfassend und gut, aber welcher Radiolaienfreund versteht dies ?

Grüsse

Thomas Brunner

 

 


 

Dietmar Rudolph
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Das Gleichlaufproblem ist eines der anspruchsvollsten bei einem Empfänger. Mathematisch zwar nicht sehr kompliziert, aber rechentechnisch aufwändig. Es gilt, ein System von Gleichungen zu lösen unter Berücksichtigung von Randbedingungen.

Die "einfachste" Darstellung findet sich wohl in "Hanns Günther - Heinz Richter: Schule des Funktechnikers, Frankh, 1937 & 1950".

Offensichtlich gehörte das Wissen darüber nach damaligem Verständnis zum Ausbildungsstand eines Funktechnikers.  PDF Scans aus Band 2 der 7. Auflage von 1950

Gleichlauf SFT 1

Gleichlauf SFT 2

Gleichlauf SFT 3

Gleichlauf SFT 4

Gleichlauf SFT 5

MfG DR

Thomas Brunner
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Hallo Herr Rudolph,

Zum Einlesen in die Thematik sind mir die von ihnen verlinkten Texte sehr gelegen.
Danach gibt es den Bericht von der Funkschau zum Lesen, sicher finde ich mal ein
geduldiges Radio wo ich mit frei herumschrauben die Kenntnisse vertiefen kann.

Nochmals Danke

Thomas Brunner


 

Dietmar Rudolph
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Ergänzend noch ein Link zu einer weiteren Anleitung für einen Abgleich. Zusätzliche Links im Post #3.

Hier ein PDF aus "Radios von Gestern" zum Abgleich.

Allgemeines zur Fehlersuche ist im Beitrag "Keine Angst vor dem Innenleben" zu finden.

 

MfG DR

  
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