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UKW-Abschaltung?

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Forum » In General » UKW-Abschaltung?
           
Stefan Hammermayer
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04.Sep.16 23:04

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Guten Abend,

besteht die Möglichkeit, dass wir Radiohörer dadurch weg von UKW und hin zu DAB+ Digitalradio gedrängt werden sollen, indem jetzt schon still und heimlich das UKW-Netz nach und nach ausgedünnt wird?

Weiss irgendwer etwas dazu?

Heute fuhr ich privat von Bad Reichenhall aus nach Niederbayern, in die Straubinger Gegend und durfte zu meinem grossen Erstaunen feststellen, dass mein Autoradio über reichlich weite Strecken keinen einzigen UKW-Sender mehr fand. Immerhin waren auf Mittelwelle zwei italienische Sender präsent, wenn auch nur in mässiger Empfangsqualität.

Jetzt gerade auf der Rückfahrt genauso, erst als ich auf der B 20 bei Burghausen in österreichische Grenznähe kam, konnte ich österreichische Sender empfangen. Die Programme des BR und die der Lokalsender wurden erst wieder hörbar, als ich quasi in Sichtweite des Senders Högl bei Ainring kam.

Momentan möchte ich noch nicht glauben, dass es an meinem Autoradio liegt.

Evtl. habe ich in wenigen Tagen dieselbe Strecke noch einmal mit einem anderen Auto zu fahren, dann werde ich mein Empfangsexperiment mit dessen Autoradio wiederholen.

Hat ausser mir noch jemand ähnliche Beobachtungen gemacht oder weiss etwas dazu?

Bezüglich Digitalradio DAB+ fällt mir auf, dass das zumindest für Bewohner einer Grenzregion wenig nutzbar ist.

Mein letzter Wissensstand ist, dass die hohe Politik festgelegt hat, dass die Digitalprogramme die Grenzen eines Bundeslandes nicht überschreiten dürfen. Zumindest an meinem Wohnort an der Grenze zu Österreich bedeutet das, dass die DAB+ Sendeleistung so schwach ist, dass ich echt digitalen Empfang habe.

Digital heisst doch null und eins, also aus und an. Man hört zwar in bester Qualität, hat aber immer wieder sekundenlange Aussetzer, in denen gar nichts zu hören ist, so zum Beispiel bei Nachrichtenbeginn: ....uten ......bend, mei........men und He...., es i.....zw.....ig Uhr. Sollte heissen Guten Abend, meine Damen und Herren, es ist 22:00 Uhr.

Bei einem Freund, der ziemlich genau auf der Grenze zwischen Bayern und Thüringen wohnt, ist es genauso. Weder die thüringer noch die bayerischen Radioprogramme sind aussetzerfrei empfangbar.

Insofern weiss ich nicht, was ich von den inzwischen auf UKW öfters zwischendurch ins Programm eingestreuten mantra-artigen Einflüsterungssprüchen für das Digitalradio halten soll, ich höre da immer wieder das Mantra "grenzenlos hören" und ganz genau das klappt ja überhaupt nicht.

 

mit (noch) analogen Grüssen

Stefan Hammermayer

Dietmar Rudolph
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05.Sep.16 10:50

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Der öffentlich rechtliche Rundfunk hat die Verpflichtung, in seinem Sendegebiet die Rundfunkversorgung zu gewährleisten. Dafür erhält er u.a. die Rundfunkgebühren.

Nicht erst jetzt, sondern mit steter Regelmäßigkeit wurde und wird pünktlich zur IFA die Werbetrommel zunächst für DAB, später dann für DAB+ gerührt.
Digital ist bekanntlich (heute) alles besser als analog.

  • "Kein Rauschen und kein Knacken": stimmt ja zu 100%!

Ja, aber, wenn das Empfangssignal zu schwach wird - oder die Störungen bei der Übertragung zu groß, dann schaltet der Empfänger auf "Muting" - und in der Tat: "Kein Rauschen und kein Knacken" ist mehr zu hören - aber leider sonst auch nichts!

  • Digital bedeutet eben: Entweder zu 100% alles perfekt empfangen - oder man hört gar nichts.

Besonders bei Wort Sendungen, wie z.B. bei Nachrichten, kommt dann "wahre Freude" auf.  Und es ist fraglich, ob sich der "normale" Hörer an eine solche Störung gewöhnen wird.

Wer also profitiert schließlich von der UKW-Abschaltung zu Gunsten von DAB+?

Die Intendanten der öffentlich rechtlichen Sender argumentieren mit dem Einsparungs-Potential. Aha!

Zunächst wurde dadurch eingespart, daß die "schlecht geredeten" AM Sender abgeschaltet wurden. Nun müßte folglich ja Geld aus dem Gebührenaufkommen übrig sein?

Wenn dann noch UKW abgeschaltet würde, ja, dann wäre ja noch mehr Geld übrig?? Werden dann die Rundfunk-Gebühren etwa gesenkt werden? Das hätte man dann ja eigentlich schon nach der Abschaltung der AM Sender tun können.

Wenn aber, was wahrscheinlicher ist, keine Senkung der Gebühren erfolgen wird, ja wohin wandert dann das übrige Geld? Nach der Erfahrung mit entsprechenden Aktionen der (Privat-) Wirtschaft ist die Wahrscheinlichkeit dafür groß, daß dann ein großer Batzen davon bei den "Verantwortlichen" hängen bleiben wird. Als "Erfolgs-Boni".

Daher ist es schwer vorstellbar, daß die "Werbetrommel" für DAB+ aus uneigennützigen Gründen gerührt wird.

Dumm bei dem ganzen Wirbel für DAB+ ist nur, daß es bereits eine viel effektivere Audiocodierung gibt, wodurch dann ein ähnlicher Einspareffekt für die Übertragungsbandbreite entsteht, wie beim Übergang von DAB zu DAB+.

Wie groß wird wohl die "Lebensdauer" für DAB+ sein?
Und mit welchen Argumenten wird man dann für die Umstellung auf ein "verbessertes" digitales Rundfunk-System, z.B. DAB++,  werben, bei dem dann wieder eine Verdopplung der pro Frequenzblock übertragbaren Programme erfolgt? 
Denn eines ist klar: Wenn es eine Einsparmöglichkeit für die Übertagungskosten geben wird, wird diese auch durchgesetzt werden.
Die dann nicht mehr zu gebrauchenden DAB+ Empfänger sind dann vielleicht neue Sammelobjekte?

MfG DR

Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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05.Sep.16 12:03

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Heute Morgen in Zinnwald in etwa 890 m Höhe. Da sind auf DAB+ viele Sender zu empfangen, u.a. 28 Sender von Prag, polnische, Bayerische, Berliner und Brandenburger, natürlich auch der MDR und auf Kanal 5c die überregionalen Stationen, neuerdings sogar mit Schwarzwaldradio.

Das begeistert schon, die Übertragungsqualität ist ausgezeichnet.

Bei UKW hat man schon das Problem, das verschiedene Stationen sich überlagern und sozusagen Wellensalat in dieser Höhenlage angesagt ist. z.B. Cesky Rozhlas Sever auf 88,8 MHz trifft hier voll Radio Berlin 88,8.

Erstaunlich, was die tschechische Telekom bereits in diese Technik investiert hat. Das einzige Problem, der Handel verkauft augenblicklich keine Geräte mit DAB+, es gibt nur ein paar Internetanbieter auf dem tschechischen Markt...  somit gibt es zwar  ausgebaute Übertragungssysteme vor allem im Großraum Prag, aber kaum Hörer. 

Ich fahre nun vom Lugstein

in Richtung Pirna, also immer schön auf dem Erzgebirgskamm lang und dann die Täler hindurch.

Selbst in der Ortslage Zinnwald, von wo man fast bis Brandenburg schauen kann... sind schon Empfangsausfälle, dann geht es weiter; Altenberg ( Ausfälle) Geising ( Ausfälle) , Löwenhain         ( Ausfälle).

Ich könnte das fast bis Pirna fortsetzen. Immer wieder fallen die DAB+ Sender auf muting . Natürlich sind alle Fernsender nach Verlassen des Höhenstandortes Lugstein ( Zinnwald) sofort weg. Es bleibt noch der Empfang des Dresdner Fernsehturmes und die damit der Transponder 5C und 9A.

Das Problem der Ausfälle wird von allen von mir befragten Experten bisher als unwesentlich abgetan. Verschiedene Hochrechnungen in Sachsen sprechen von etwa 700 regionalen Umsetzern, die erforderlich wären, um flächendeckend , und das dürfen ja die Gebührenzahler auch erwarten ! mit DAB+ zu versorgen. Ein zweites Schönefeld bahnt sich hier an ! Am Ende zahlen es die Gebührenzahler. Ich habe meine Bedenken mehrfach der KEF vorgetragen...aber keine Antwort erhalten. Auch die Bundesnetzagentur hält sich bedeckt.

Ich betrachte diese Verniedlichung der bekannten Probleme mit großer Sorge. Mir persönlich wäre ein Programmkonzept mit zwei , drei starken AM Sendern, die ein Informationsgrogramm bringen sowie der Weiterbetrieb der UKW- Sender und ergänzend von mir aus DAB +  oder in ein paar Jahren DAB2  sehr wichtig. 

Jeder muss in Deutschland die Möglichkeit haben, wenigstens ein Programm zu empfangen. Ich gehe davon aus, das es mehr mobile Radiohörer  als Radiohörer zu hause gibt.

Damit haben wir zum Fernsehen eine grundlegend andere Ausgangssituation.

 

 

 

 

 

Mario Böhme
Mario Böhme
 
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05.Sep.16 12:09

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Werter Herr Hammermayer, werter Herr Rudolph,

mit der UKW- Problematik kann ich gewisse Parallelen wie beim Fernsehempfang erkennen.  Bei den analogen Sat- Receivern damals konnte man auch bei Starkregen noch halbwegs fernsehen. Man hatte dann eben ein paar "Fischchen" auf dem Bildschirm durchlaufen. Dann kam digital. Nach meinem Empfinden ist jetzt wettertechnisch viel schneller Schluß mit dem Empfangsvergnügen. Bei Starkregen oder Schneetreiben gibt es ein paar "Klötzchen" und Standbild. Nun stellt man fleißig auf HD und H264 Codierung um. Vorreiter ist da wohl Sky. Wieder ist ein Receiver nur noch Schrott. Auch das neue HD- Zeug scheint mir noch empfindlicher gegenüber Wetterkapriolen zu sein.

Als Nutzer kann ich kaum einen Mehrwert bei diesen Umstellungen erkennen. Allerdings verwende ich auch keinen allzu großen Fernseher. Verdienen tut hier nur die Industrie.

 

Mario Böhme

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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05.Sep.16 14:04

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In unserer lokalen Zeitung "Die Harke" war am 29.08.2016 folgendes zu lesen:

Ich will das nicht kommentieren und kann das auch nicht auf Richtigkeit überprüfen, aber wenn das stimmt hätten wir ja noch etwas Zeit.

HDH

Wolfgang Lill
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05.Sep.16 14:17

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Ich finde es ja interessant, das man die Übertragungskapaziäten DAB+ massiv ausbaut und die Hörer garnicht mehr interessieren ? 
Vielleicht geht es hier um die Freilenkung attraktiver Frequenzen für andere Funkdienste, die man dann teuer verkaufen kann....?

Nehmen wir mal RTL früher auf MW , KW und UKW hatte der Sender bis 12 Mill Hörer !!!  Eben, ein gutes Programm wird gehört...das ist auch heute noch so. 

Jetzt freuen sich spezielle DAB+ Anbieter über ein paar Hundert Hörer. Einige haben ja schon wieder aufgegeben. Wer finanziert denn so etwas ? Wo ist der Sinn? Da geht es doch wirklich nicht mehr um Strom sondern möglicherweise um etwas anderes....

 

This article was edited 05.Sep.16 14:18 by Wolfgang Lill .

Georg Richter
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06.Sep.16 01:23

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Eigentlich auf der Suche nach einem kompakten Audio-Verstärker für ein kleines Regal fand ich nur kleine Receiver. Meine Wahl fiel auf den Pioneer X-HM15BTD weil dieses Modell neben FM auch DAB+ empfangen kann. Grund: In Pirmasens ist der UKW-Empfang von SWR2 verrauscht weil der 2,5km entfernte Sender Kettrichhof das Programm nicht überträgt.

Mit dem Gerät wird eine "für FM und DAB+ geeignete" Wurfantenne geliefert. Der Empfangsort liegt in einer "Strassenschlucht" aus drei- bis vierstöckigen Häusern, Empfangsort ist das erste Obergeschoss eines Altbaus.

  • Inbetriebnahme DAB+: Es werden zwar einige Kanäle identifiziert, mit dem folgenden Ergebnis "kein Signal", das Gerät bleibt stumm. Der Sender Kettrichhof sendet DAB+ mit 2,5kW, es gilt aber wohl der kleingedruckte Hinweis auf der offiziellen DAB+ Website:
    "Die Ergebnisse der Abfrage stellen lediglich eine Empfangsprognose dar. Die realen Bedingungen können aufgrund besonderer örtlicher Gegebenheiten davon abweichen und ggf. einen höheren
    Antennenaufwand erfordern".
    Die "geeignete" Wurfantenne wurde dann testweise mit einem Verlängerungkabel versehen und mit Turnübungen ene Stelle in Deckenhöhe gefunden an welcher nun mit einer "Affenschaukel"  DAB+ Empfang möglich ist. Da "schön" etws anderes ist werde ich wohl doch eine Dachantenne montieren müssen ... *)
     
  • Inbetriebnahme UKW: Alle fünf Programme des Senders Kettrichhof (5kW ERP gerichtet) werden gefunden und sind glasklar zu empfangen. Weitere Programme in guter Qualität. Das Ergebnis ist deckungsgleich mit einem preisgünstigen Sony-Receiver.

Wie es der Beelzebub will meldete die Lokalzeizung Tage später eine Verlautbarung der Ministerpräsidentin Malu Dreyer, hier zitiert von NDR.de:

Dreyer kündigt Geräte-Initiative für DAB+ an

29.08.2016 06:00 Uhr Autor/in: Karcher, Josef

"DAB+ sichert die Zukunft des Radios" sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Alle neuen Geräte sollten DAB+ empfangen können, fordert die Chefin der Rundfunkkommission der Länder.

So wie es ist wird hier keine "Zukunft" gesichert: Ob die "Chefin" jemals privat ein portables DAB+ Radio ausprobiert hat? Auf der IFA in Berlin ist ja gut reden!

Meldung aus dem DAB+ Forum:

Der Südwestrundfunk hat am 15.April folgende Ausschreibung veröffentlicht:
Rahmenvereinbarung zur Lieferung und Implementierung von DAB Sendern von 2016 bis 2019 .
Folgende Lose wurden ausgeschrieben:
Los 1: ca. 6 DAB-Senderanlagen (300 W)
Los 2: ca. 9 DAB-Senderanlagen (700 W)
Los 3: ca. 12 DAB-Senderanlagen (1,3 kW)
Los 4: ca. 4 DAB-Senderanlagen (2,5 kW)

Ich bin gespannt wann und eventuell welches dieser "ca." geplanten "Senderchen" den Empfang in Pirmasens bessert.

*) Allgemeines Manko aller "Consumergeräte" für DAB+ ist die fehlende Angabe der Eingangsempfindlichkeit. Diese Angabe ist essentiell um eine Antenne ordentlich zu berechnen.  Mal sehen was Pioneer auf die  diesbezüglichen Anfrage antwortet ...

Fröhlichen DAB+ Empfang wünscht euch

GR

This article was edited 06.Sep.16 01:47 by Georg Richter .

Stefan Hammermayer
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06.Sep.16 09:12

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Guten Morgen,

danke für viele interessante Beiträge, aber inzwischen ist meine ursprüngliche Frage unbeantwortet untergegangen und es wird nur noch ausschliesslich das Seitenthema behandelt.

Daher nochmal erinnernd die Originalfrage:

Entweder bilde ich es mir nur ein oder es ist tatschlich so. Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass es bei längeren Autofahrten über Land abseits der Hauptverkehrswege immer öfter vorkommt, dass das Autoradio den aktuell gehörten Sender verliert und keinen neuen Sender findet. Die damit verbundene Frage war, ob möglicherweise das UKW-Sendernetz still und heimlich nach und nach ausgedünnt wird, um möglicherweise die Bevölkerung durch daraus entstehende UKW-Unzufriedenheit zum neuen Digitalradio zu drängen.

Ganz klar und dürr gefragt: Bin ich der Einzige, der so etwas beobachtet, oder ist auch anderen Hörern Derartiges aufgefallen?

Dass man bei zuständigen amtlichen Stellen auf derartige Fragen keine Antworten bekommen wird liegt auf der Hand.

Immer noch deutlich erinnere ich mich, dass ich im Jahr 1995 zufällig den damaligen Intendanten des BR (Bayerischer Rundfunk) treffen konnte (ein Empfang nach einem Konzert, ich bin Berufsmusiker) und gelobt hatte, dass der BR weiterhin auf Mittelwelle präsent ist und dessen Antwort war: *Ja, danke für das Lob, aber die MW-Sender haben ja einen derartig hohen Stromverbrauch, das ist gar nicht gut*.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und herausinterpretiert, dass ein antiker MW-Sender schon im Jahr 1995 ein bereits beschlossenes Auslaufmodell gewesen sein könnte.

Damals hatte ich es geschätzt, bei längeren nächtlichen Autofahrten den BR auf MW über viele hunderte Kilometer ohne Stationswechsel durchgehend hören zu können. Dass das Signal beim Unterqueren von Hochspannungsleitungen kurzzeitig im Störungs-Prasseln unterging, empfand ich nicht als schlimm.

Aber wie gesagt, auch das ein Seitenthema.

Haupt-Thema sollte bleiben, ob ich mit meinen Beobachtungen, dass das UKW-Netz zunehmend löchriger wird, alleine bin oder ob Andere ebenfalls schon Derartíges beobachten konnten.

 

 

This article was edited 06.Sep.16 14:06 by Stefan Hammermayer .

Dietmar Rudolph
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06.Sep.16 09:27

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Das Problem der kombinierten UKW/DAB+ Empfänger besteht hierbei darin, daß das HF-Eingangsteil (logischer Weise) für beide Frequenzbereiche identisch ist. Siehe hierzu den Teil #5 aus "Mischung und Frequenzumsetzung", wo auf die Struktur solcher Empfänger eingegangen wird.

Bei diesem Empfangsblock-Schaltbild beispielsweise wird das HF-Eingangssignal auf der linken Seite zugeführt. Die Mischung erfolgt direkt in das Basisband: ZF-Frequenz ist 0 Hz! Die gesamte Demodulation - und damit die Entscheidung darüber, ob es sich um UKW oder DAB+ handelt, erfolgt softwaremäßig.

Die HF-Eingansteile sind breitbandig, wodurch folglich das gesamte Empfangsband am Mischer anliegt. Hierdurch ergeben sich (relativ) große Eingangspegel für den Mischer. Damit dieser dadurch nicht übersteuert wird, kann folglich die HF-Verstärkung nicht sehr hoch gewählt werden. Demzufolge sind diese Geräte auf UKW unempfindlicher, als man das von einem "konventionellen" UKW Empfänger gewohnt ist.

Eine weitere Konsequenz daraus ist sicher auch, daß die DAB+ Sender nicht so leistungsschwach ausgelegt werden können, wie es theoretisch möglich wäre. Alternativ wird ein engmaschiges Netz von DAB+ "Senderchen" benötigt.

P.S.: Politiker reden über alles, auch wenn sie davon wenig oder keine Ahnung haben. Das gilt für so ziemlich alle.

MfG DR

Günter Heppe
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06.Sep.16 18:00

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Hallo

Ich bin gerade vom Balaton gekommen und hatte wie vor 14 Jahren mein Sony Weltempfänger dabei. Keine deutschsprachige Sendung war auf UKW mehr zu empfangen. Genau so traurig sah es auf KW aus wobei da am Tage ja sowieso kein Empfang möglich ist. Trotzdem fahre ich nächstes Jahr wieder hin.

 

Günter Heppe

Wolfgang Lill
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06.Sep.16 18:09

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Adresse:

Radio Fünfkirchen/Pécs,
Szent Mor utca 1, H-7621 Pécs

Post:

Radio Fünfkirchen, Deutsche Redaktion,
Postfach 100, H-7601 Pécs

Telefon:

++36-(72)-518-333

Fax:

++36-(72)-518-320

Sendezeit (MEZ):

10.30-12.00 + 19.30-20.00 Uhr

Frequenzen:

MW 873 kHz Raum Pécs
UKW landesweit via Kossuth-Radio

 

Wolfgang Lill
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09.Sep.16 14:33

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Guten Tag, sehr geehrte Mitarbeiter der KEF. Ich habe schon mehrfach an die KEF geschrieben. Hier ein Erfahrungsbericht aktuell zum Empfang von DAB+. 

Leider erhielt ich von Ihnen nie eine Rückäußerung. Vielleicht sollten sich die KEF wirklich mal mit ein paar Fachleuten unterhalten ( nicht nur Experten die nach dem Munde reden )... Ich bin gerne dazu bereit... und ich kenne auch andere Kollegen, die gerne dazu fachlich Stellung beziehen würden. 

 

MFG Wolfgang Lill

 

 Ich glaube es ist an der Zeit, mal entsprechende Erfahrungen zu registrieren, aufzuschreiben, zu sammeln und permanent an die"Kommission zur Einsparung der Finanzen" zu schicken

Nach meiner Auffassung sollten die Kollegen mal darauf reagieren und vielleicht kommt es doch noch zu einem Umdenken ???

 

 

Roland Biesler
 
 
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10.Sep.16 11:50

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Endlich auch in Deutschland, in vielen Ländern Europas ist das bereits Gesetz

Länder wollen Verkauf von UKW-Radios stoppen / Bundesratsinitiative für Digitalfunk

Der Bundesrat macht sich für digitaltaugliche Radios stark. Sein Kulturausschuss empfiehlt, von 2019 an im Wesentlichen nur noch solche Geräte zum Verkauf zuzulassen; dies würde das Aus für traditionelle UKW-Empfänger beschleunigen. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) hatte das Land Rheinland-Pfalz in den Bundesrat eingebracht; dem Vorschlag hat der Ausschuss in dieser Woche mehrheitlich zugestimmt. Offen ist, ob der Bundesrat dem folgt. Die TKG-Novelle ist nicht zustimmungspflichtig, sodass der Bundestag das Votum als Empfehlung werten kann.

 

(Quelle) DER SPIEGEL 37/2016, Wirtschafts-Meldungen, Seite 61

Wolfgang Lill
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11.Sep.16 06:41

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Ein großer Fachhändler in Löbau  hat massiv Werbung für die DAB+ - Geräte in Regionalzeitungen geschaltet. Das Ergebnis aus dieser Aktion; es wurden 16 Geräte verkauft ! Die Werbung dafür war wesentlich teurer.

Seine Reaktion : das mache ich nie wieder, sollen die doch die Geräte an die Hörer verschenken!

This article was edited 11.Sep.16 07:10 by Wolfgang Lill .

Roland Biesler
 
 
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11.Sep.16 14:29

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Möchte dazu noch anmerken, das ich durchaus nichts gegen Innovationen und neue Technologien habe, denn ich selbst bin seit Jahrzehnten Fachhändler und lebe somit auch von Neuheiten im Bereich der Unterhaltungselektronik.
Was mir aber in den letzten Jahren nicht gefällt, ist die Art und Weise wie man mit geziehlten Zwang versucht den Verbraucher zum Kauf zu bewegen.
Als hier in Bayern der BR1 die Volksmusik von Heute auf Morgen einfach abschaltete und nur noch auf DAB+ (und auf Internet, SAT) sendete war ein Aufschrei der Bevölkerung und kurzzeitig ein hoher Verkauf der Geräte zu verzeichnen.
Leider ist der Empfang aber in unserer topografisch ungünstigen Lage sehr mangelhaft.

Früher wurden die Geräte so gebaut das sie immer abwärtskompatibel zum alten Standard waren, d.H. ein MW/LW-Empfänger konnte mit einem UKW-Vorsatz erweitert werden, ein Monoempfänger konnte nach der Einführung von Stereosendungen diese auch wiedergeben, ein S/W-Fernsehgerät konnte die Bilder zeigen obwohl ein Farbsignal übertragen wurde usw.

Und nicht nur im Bereich Radio sondern auch im TV-Bereich wo vor nicht allzu langer Zeit das DVB-T Fernsehen eingeführt wurde, ist das zu beobachten. Demnächst müssen wieder nach kürzester Zeit Millionen Geräte verschrottet werden nur weil DVB-T2 mit diesen Empfängern nicht mehr empfangen werden kann. Und was folgt in 2-3 Jahren, DVB-T2+ ?
Im Bereich PC sieht es auch nicht anders aus:
Man macht sich gar nicht mehr die Mühe Programme so zu schreiben das sie auf älteren Rechnern noch zufriedenstellend funktionieren sondern man muß zwangsläufig ständig neuere und schnellere Rechner kaufen.

Jetzt wo die Innovationszyklen immer kürzer werden, sind die Geräte somit in kürzester Zeit nur noch Elektronikschrott und müssen zwangsweise Entsorgt werden. Es ist ein tragischer Anblick wenn ich wöchentlich den Wertstoffhof besuche und die Berge von Geräten in den Containern sehe. Sicher werden die Stoffe zu einem Teil wieder recycled aber diese Wegwerfmentalität ist sicher nicht der richtige Weg um die Umwelt zu schonen.

 

Mein Beitrag weicht vielleicht etwas von der Ursprungsfrage:

"Besteht die Möglichkeit, dass wir Radiohörer dadurch weg von UKW und hin zu DAB+ Digitalradio gedrängt werden sollen, indem jetzt schon still und heimlich das UKW-Netz nach und nach ausgedünnt wird?"

ab, aber es zeigt mit welchen Mitteln in der heutigen Konsumgesellschaft der Markt gesteuert wird.

VG
Roland Biesler

Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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21.Jun.19 10:19
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Guten Tag,
wahrlich ein guter Tag. Wie der Presse zu entnehmen ist, hat der Niedersächsische Landtag einstimmig den Antrag der FDP-Fraktion angenommen, die Landesregierung aufzufordern, den DAB+-Radio-Standard in Niedersachsen abzuschaffen, gleichzeitig das bestehende UKW-Sendernetz beizubehalten und ferner die Internetradioverbeitung über ein 5G-Netz zu forcieren.

Frage bleibt, ob der DAB+-Ausstieg auf dieses Bundesland beschränkt bleibt, oder ob andere folgen werden.

Näheres kann der Presse entnommen werden.

Beste Grüße

K.-H. B.

 

Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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21.Jun.19 10:53

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Tja, wir haben jetzt eine eigenartige Situation:

Der Ausbau des G-5 Netzes kann auch im Auto das Internetradio nutzbar werden lassen.

Der STOP der Realisierung  neuer Multiplexe für DAB+ ist deutschlandweit zu beobachten.

Die KEF antwortet nach wie vor nicht auf Anfragen. Ich könnte mir vorstellen, das man dort überfragt ist.

Die Kollegen In Österreich haben wahre Worte gesprochen; wir bauen das Netz auf, wer drauf will, der soll es nutzen. Der ORF selbst hat ein gut ausgebautes UKW Sendenetz und damit am DAB+ selbst keinen Bedarf.

Inzwischen ist das Netz ja in Österreich im Aufbau und neun Programme sind drauf.  Meine gut gemeinte Info an den DLF, das doch das Sendegebiet über DAB+ Austria erweitert werden könnte, beantwortete man mit  "der DLF hat einen Sendeauftrag für Deutschland". 

Aber nun kommt ja die EU in Brüssel ins Spiel: höherwertige Radiogeräte sollen laut Gesetz neben UKW auch die DAB-Norm haben und bei PKW Ausstattungen soll ein DAB-Radio ab 2021 eingebaut werden. 

Hier geht es also mit "Riesenschritten" voran.... 

Ich hatte ja schon mehrfach meine persönliche Meinung dazu kundgetan; zu Hause kann man sich ein Internetradio hinstellen und im Auto reichen die vorhandenen UKW- Sender voll und ganz, denn der Fahrer soll nicht am Radio spielen sondern auf den Verkehr achten.

Ein weiterer Vorteil des Internet- Radio- Hörens ist doch der, das man bei der Internetüberwachung sofort weiß wer wann wo welchen Sender hört.  Damit können die Einschaltquoten von Rundfunkhörern exakt ermittelt werden. 

Ich hoffe, daß das mal ein hochgestellter Politiker so ausspricht, dann wird es auch gehört und vielleicht danach weiter anders geplant...

 

This article was edited 21.Jun.19 11:02 by Wolfgang Lill .

Jörg Seidel
 
 
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21.Jun.19 19:35
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Es gibt Neuigkeiten, das erste Bundesland steigt aus DAB+ aus. Ich hoffe, dass das keine Ente ist.

Niedersachsen beschließt Ausstieg aus DAB+

Niedersachsen folgt einem Antrag der FDP und will DAB+ beenden. 5G sei ein besserer Übertragungsweg. Auf die UKW-Abschaltung soll aber verzichtet werden, sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen, Stefan Birkner.

Der niedersächsische Landtag hat am 19. Juni 2019 einen Antrag der FDP einstimmig angenommen, der die Förderung von DAB+ beenden will. Das berichtete das Magazin Infosat.de. DAB+ habe sich nicht durchgesetzt, sei "Geldverschwendung" und lediglich eine "Übergangslösung". Die Rundfunkgebühren, aus denen den öffentlich-rechtlichen Sendern Mittel für die Finanzierung von DAB+ zur Verfügung stehen, würde die Situation für Privatsender weiter verschlimmern, hieß es in der Debatte, die der Abstimmung vorausging.

Man müsse akzeptieren, dass die Hörer an UKW festhalten wollten. 5G sei der "zukunftsträchtige Übertragungsweg" für das Radio. Die Landesregierung werde nun aufgefordert, die Beendigung von DAB+ umzusetzen. In Deutschland bedeute Radio noch immer zu 92 Prozent UKW. Nur etwa 10 Prozent der Rundfunkhörer nutzten DAB+.

Das ist ein Zitat von der Internetseite Golem.de.

MfG

J. Seidel

 

This article was edited 21.Jun.19 19:38 by Jörg Seidel .

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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29.Jun.19 17:05

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DAB+ ist eigentlich nicht mehr auf dem aktuellen technischen Stand. Bereits seit 2015 gibt es ein Update bezüglich der Audio-Codierung, das gestattet etwa die doppelte Anzahl von Radio-Programmen über eine DAB/ADB+ Frequenzblock (1,5 MHz) zu übertragen.

Dann wäre die digitale Rundfunk-Übertragung erheblich billiger als heute - und ein größere "Vielfalt" von Programmen (was immer das heißt) wäre möglich.

Wenn nun, wie einige Interessen-Vertreter das wollen, UKW abgeschaltet würde, ja was bliebe dem "linearen" Radio-Hörer dann übrig? Genau, der könnte nur noch DAB+ hören.

Aber, wenn in der Folge UKW "eingestampft" wäre, könnten diese Hörer nicht viel anderes tun, als neue DAB++ Geräte kaufen, weil dann DAB+ "problemlos" auf DAB++ umgestellt und damit "verbessert" werden kann. So jedenfalls scheinen sich das einige Intendanten vorzustellen, jedenfalls die, die bei der Frequenzzuteilung für UKW "zu kurz gekommen" sind und deshalb nicht ganz Deutschland mit UKW versorgen können.

Bloß, wie müßte der mündige normale Hörer das empfinden?

Zur Erinnerung:

  • Zunächst wurde "DSR" (digital satellite radio) stark beworben. Alle Radiofabriken von Rang und Namen lieferten dafür exzellente Empfänger. Dann wurde "Knall auf Fall" der Satellit abgeschaltet und an Schweden verhökert.
  • Dann lief eine Werbekampagne für DAB als "Ersatz" für DSR über mehrere Jahre. Es gab zunächst nicht viele, die sich schon wieder ein digitales Radio mit DAB anschaffen wollten. Wer weiß schon, wie lange das Bestand hat?
  • Und tatsächlich, aus DAB wurde DAB+. DAB+ hat ein "besseres" Audio-Codierverfahren als DAB. Man konnte dadurch mit DAB+ gut doppelt so viele Programme in einem Frequenzblock unterbringen. Gut, aber damit schon wieder zu Schrott mutierte DAB Radios.

Das Problem der Sender stellt sich folglich so dar:

  • Eigentlich wäre das DAB++ Audio-Codierverfahren schon seit 2015 "angesagt", weil sich dann der Betrieb verbilligen ließe. Man hätte damit etwa doppelt soviele DAB++ Programme wie DAB+ Programme, also ca. 4 mal so viele Programme pro Freuqenzblock wie beim ursprünglichen DAB.

Das geht aber nicht, so lange UKW noch "in der Luft" ist. Der "normale" Hörer würde sicher sagen: "Ihr spinnt wohl, mit Eurem ständigen Wechsel des Systems" - und UKW hören.

  • Wenn man also diese Strategie durchsetzen will, ist es zwingend erforderlich, zuvor UKW komplett abzuschalten. Denn nur so können Hörer, die den "linearen" Rundfunk bevorzugen, davon abgehalten werden, dann einen "Umstieg" auf DAB++ nicht mit zu machen.


MfG DR

Wolfgang Lill
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30.Jun.19 10:26

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Soeben hat mir ein Bekannter, Bernd Schmidl, der von Binz /Rügen nach Potsdam zurückfährt folgende Infos übermittelt:

 

Kurz hinter Binz hatte ich bereits den Eindruck, das UKW-Radio ist defekt. Die von früheren Zeiten einprogrammierten UKW- Sender wie NDR 2 waren nicht mehr empfangbar.

In der Nähe von Stralsund waren wieder UKW- Sender zu empfangen

Kurz hinter Stralsund bis zur Landesgrenze nach Brandenburg konnte nur ein UKW- Sender empfangen werden, welcher klassische Musik sendet.

Erst nach einigen Kilometern in Richtung Potsdam Berlin wieder volles UKW- Programm mit Brandenburger und Berliner Sendern.

Wer weiß Näheres über diese Sendersituation ?

 

 

 

Dietmar Rudolph
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01.Jul.19 14:14

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Im Programmheft von D-Radio findet sich auf S. 91 folgende Mitteilung über die Umstellung der Programm-Verbreitung von UKW auf DAB+:

Genauere Angaben dazu findet man im Internet, allerdings nicht direkt unter der obigen Adresse.

Die entscheidende Aussage in dieser Veröffentlichung ist folgende:

  • Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue: „Wir sind von der Digitalisierung des Hörfunks überzeugt. Die Entwicklung in den letzten Jahren ist eindeutig. Der Trend zu DAB+ kommt nicht von ungefähr, denn digitales Radio bietet sowohl für Hörerinnen und Hörer als auch für uns als Radiosender zahlreiche Vorteile. Vor allem aber ist es für Deutschlandradio die einzige Möglichkeit, unseren Auftrag zu erfüllen, nämlich ein tatsächlich bundesweit empfangbares Angebot bereitzustellen.

Hieraus wird verständlich, weshalb D-Radio praktisch "mit Biegen und Brechen" (zunächst) auf DAB+ umstellen will und deshalb UKW abschalten. (Wie es dann weiter geht, steht in Post #19.)

Die zahlreichen Vorteile für D-Radio als Radiosender leuchten unmittelbar ein.

  • Aber worin bestehen die "zahlreichen Vorteile" für die Hörerschaft, wenn UKW zu Gunsten von DAB+ abgeschaltet wird?

Die UKW-Abschaltung könnte längerfristig gesehen dazu führen, daß der "lineare" Radio-Empfang, also mittels Radio von einem Sender, komplett "ausstirbt". Denn es hängt nicht nur davon ab, was gewisse Intendanten sich wünschen, sondern auch davon, ob die Hörerschaft hierbei auch "mitspielt". Bei der Generation "Smartphone" sind da sicher Zweifel angesagt.

Anmerkung:
Das ist keine Aussage gegen die Programm-Inhalte von D-Radio. Diese sind ausgesprochen gut und hörenswert!

MfG DR

This article was edited 01.Jul.19 14:17 by Dietmar Rudolph .

Ingo Heidinger
 
 
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02.Jul.19 02:05

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Aus dem UKW-Kabel ist das Deutschlandradio schon jetzt raus!

Denn:

Bis auf unitymedia und einige kleinere Kabelanbieter haben inzwischen alle Kabel-Betreiber den UKW-Bereich im Kabel dem Internet-Transport zugeschlagen.

Siehe hier:

Initiative "Digitales Kabel" (Der Initiative „Digitales Kabel“ gehören die Medienanstalten, ANGA Verband deutscher Kabelnetzbetreiber, Telekom Deutschland, PΫUR und Vodafone, VAUNET – Verband Privater Medien sowie die Programmanbieter ARD, Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 Media SE an.)

Eben alle bis auf unitymedia (z.Zt. noch nicht mit vodafone vereinigt).

Und dort hört man im Radio nur eine Ansage, wenn eins der beiden DLF-Programme einstellt: "Der Anbieter hat darum gebeten, nicht mehr über das unitymedia-Netz verbreitet zu werden." (sinngemäß aus meinem Gedächtnis zitiert).

Das Deutschlandradio zickt auf seiner Internetseite zurück:

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat zum 22.01.2019 die Verbreitung der Deutschlandradio-Programme in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen eingestellt. Sie empfangen uns in diesen Regionen auf dab+, UKW, DVB-S, als Onlinestream oder über die Dlf Audiothek App. Wir bedauern diesen Schritt und prüfen das weitere Vorgehen, schließen aber keine Verträge mit Unternehmen, deren Bedingungen nach unserer Auffassung vor dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit keinen Bestand haben.

Digital sind die drei Deutschlandradio-Programme weiterhin über DAB+, Internet und Satellit verfügbar, Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur darüber hinaus in vielen Regionen auch wie bisher über UKW. Das Signal unserer Programme stellen wir sowohl Unitymedia als auch allen anderen Anbietern grundsätzlich zur Verfügung. Ob Unitymedia hiervon Gebrauch macht, liegt in der Verantwortung dieses Unternehmens. Ebenso ist es die Verantwortung von Unitymedia, die rechtlichen Vorgaben zur Übertragung bestimmter Hörfunkprogramme zu erfüllen.

Irgendwie kommt da schon der Wunsch auf, eine den HörerInnen wohlgesonnene Medienanstalt möge bei den beiden Beteiligten mal ordentlich "auf den Tisch hauen".

Grüße
Ingo Heidinger
 

 

Günter Heppe
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03.Jul.19 13:18

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Ich melde mich aus dem Süden Brandenburgs, aus den Elbe/Elster Landkreis. Seit 1972 bin ich als Rundfunk-Fernsehmechaniker tätig. Wir haben seit einiger Zeit; also meine Kollegen und ich; das Gefühl das die UKW-Leistung stetig abnimmt. Das bestätigt auch mein Kollege der jahrelang ACR vertrieben hat. Der DAB+ empfang ist hier nur sporadisch möglich. Also die beste Möglichkeit die Abwanderung der Bevölkerung zu unterstützen.

Wolfgang Lill
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03.Jul.19 13:26

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...und das mitten in Deutschland...!

Hilmer Grunert
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03.Jul.19 23:10

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Liebe Kollegen,

man wehrt sich - zu Recht:

DAB+ Abschaltung

Wir haben uns kürzlich zur Renovierung unserer Küche das nicht billige neue Modell des "Sonoro Cubo" in Designer-Grün, (auch hier im rm.org allerdings nur mit FM vertreten),zugelegt.

DAB+ bei uns im Ort - Fehlanzeige - nur abgehackt oder "No Signal"

Wenn ich das in 800m über dem Meeresspiegel hören kann nutzt mir das leider nichts.

Zum Glück hat der Cubo noch ein FM-Empfangsteil und spielt so jeden Tag in unserer Küche !

Was ist denn mit den 40 Millonen KFZ in denen UKW-Empfänger ihren Dienst tun - Verkehrsfunk - etc.

Sollte man mal drüber nachdenken !

 

mit freundlichen Grüßen

Hilmer Grunert

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03.Jul.19 23:20

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Soeben erreichen mich schon Kommentare von Kollegen:

Zitat 1:

Das ist doch mal was ! DAB+ kommt dahin, wohin es gehört: in den 

Elektroschrott. Langsam setzt sich auch in der Politik die Erkenntnis 
durch, daß man so etwas nicht mit Gewalt durchdrücken kann. Nur schade 
um die schönen Gebührengelder, die da bisher schon versenkt wurden. Oder 
sollte ich sagen: veruntreut ?

Viele Grüße

 

Zitat 2:

Hallo zusammen,
 
mit Blick auf die miese Audioqualität ist DAB+ darüber hinaus auch keine Perspektive für 'Audiasten'.
 
Die Mindest-Übertragungsqualität ist 80 (!) kBit/s, der WDR beispielsweise sendet mit 96 kbit.
Da kann man das Zwitschern der FFT schon hören.
 
Das mag für Dokumentationszwecke nicht schlimm sein, aber für MUSIK, die ja letztlich als Kunst einen gewissen Qualitätsanspruch mitbringt, ist das eigentlich völlig inakzeptabel.
Internetradio-Übertragungen haben 128 kbit, das ist die absolute Akzeptanzgrenze ...
 
Gruß
 
 
Die Kommentatoren sind mir persönlich bekannt
 
herzlichen Gruß
 
Hilmer Grunert
Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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05.Jul.19 12:22

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Guten Tag,
Deutschlandfunk sendet regional weiter auf UKW.

Zitat Originalton Trailer:

"...Deutlich besserer Empfang
Und auch unterwegs der (den?) Deutschlandfunk
endlich durchgehend hören..."

Wer mehr wissen möchte, sei auf Video verwiesen:

  youtube.com / watch?v=Ymgi5VBrKXI

Beste Grüße K.-H. B.

 

 

Alexander Jordan
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05.Jul.19 18:41

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das Gefühl habe ich schon seit einiger Zeit, dass die Empfangsqualität auf UKW abnimmt.

Hier in Leipzig ist der Empfang der MDR Programme in der Wohnung mit Wurfantenne so schlecht, dass ich eigentlich nur noch Internetradio höre.

Im Auto ist es nicht besser.

Das kenne ich so von früher gar nicht.

Stefan Hammermayer
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06.Jul.19 01:31

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Guten Spätabend Alexander Jordan,

das Erstaunen meinerseits ist gross....

2016, also vor drei Jahren, hatte ich das Thema angefangen mit der Frage, dass mir beim Weitstrecken-autofahren auffällt, dass UKW-Sender, für die ich gezwungenermassen Gebühren bezahle, unterwegs verschwinden und das Autoradio keinen Ersatz-Sender des gleichen Programms finden kann und ob ich daraus ableiten kann, dass UKW nach und nach ausgedünnt wird und die frustrierten UKW-Hörer auf diese Weise zum Digitalradio genötigt werden sollen.

Erstaunlich, dass jetzt, 2019, drei Jahre nach Erstellen meiner Originalfrage, endlich jemand konkret darauf eingeht und meine Erfahrungen von 2016 bestätigt.

Es bitte nicht falsch zu verstehen: Meine Originalfrage von 2016, ob UKW heimlich ausgedünnt wird, um uns Gebührenzahler davon zu überzeugen, dass UKW am Ende ist und weg muss und Digitalradio das  einzig Wahre ist, sehe ich nach wie vor unbeantwortet.

Allerdings sehe ich ein, dass es hierbei nur um Politik und Lobby-Interessen geht und überhaupt nicht um technische Fragen.

Insofern gestehe ich meine Schuld, in einem Technik-Forum eine politische Frage gestellt zu haben und bitte um Vergebung, damit eine Lawine losgetreten zu haben, die nicht mehr einzufangen ist.

Meine neueste Erfahrung ist, unterwegs auf der A9 von Oberbayern nach Oberfranken (und zurück) verliert mein UKW-Autoradio im Umkreis von Ingolstadt jedes Mal wieder alle BR Bayerischer Rundfunk Sender und findet nur noch irgendwas, was im Display als Radio IN (oder so ähnlich) angezeigt wird. Da ich reklameverseuchtes Gedudel nicht aushalten mag, schalte ich halt ab Sichtbarwerden der Ingolstädter Esso-Rauchfahnen und Verlieren der BR-Sender das Radio aus und erst wieder ein, sobald ich den Empfangsbereich des Nürnberger Senders erreiche.

Früher (gute alte Zeit) hätte ich die Lücken mit BR auf 801 kHz Mittelwelle überbrücken können, doch die alten Zeiten sind aus und vorbei und auf 801 ist nur noch im Umreis von Cham etwas zu hören. An dieser Stelle, völlig am Thema vorbei, ein ganz grosses Lob an die Leute vom Rundfunkmuseum in Cham, ich war 2018 dort und es war ein absolut bereicherndes Erlebnis.

Seitenthema Cham Ende.

Fazit endgültig: Die UKW-Sender, für die ich Gebühren bezahle, kann ich nicht hören, weil ein reklameüberladender Privatsender dominanter ist als das, wofür ich Gebühren bezahle.

Was für ein toller Fortschritt! Für mich halt nur ein weiterer Sargnagel bezüglich UKW-Zukunft.

 

Damit ende ich (vorläufig)

Stefan

Das Rundfunkmuseum verlinkt, Heribert Jung

This article was edited 06.Jul.19 02:22 by Heribert Jung .

Alexander Jordan
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06.Jul.19 02:23

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dass die Zukunft des Mediums Radio digital ist, daran führt, denke ich, kein Weg vorbei.

Meiner Meinung nach ist aber der Ansatz mit DAB bzw. DAB+ nicht zielführend.

Wie Prof. Rudolph hier im RM ausführte ist die Technik schon heute überholt. 

Sinn macht eigentlich nur ein rechnerbasiertes System, welches mit dem technischen Fortschritt  durch die Möglichkeit von Updates mithalten kann.

Wenn man sich den Preis z.b. eines Rasberry vor Augen hält, so dürfte dies auch kostenmäßig kein Problem sein Rechner in die Radios zu integrieren, welche ggf. eine neue Software bekommen.

Internetradio wie es heute bereits existiert halte ich für resourcenverschwendung, da zu jedem Gerät eine P2P Verbindung aufgebaut werden muss.

Dass die Verbraucher aber jetzt dadurch zum DAB+ gebracht werden sollen indem man den UKW Empfang durch Leistungsabsenkung und Ausdünnung der Sender unattraktiv macht, empfinde ich als Verbrauchertäuschung. 

Da stimme ich Herrn Hammermayer voll zu.

Dietmar Rudolph
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06.Jul.19 10:27

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Die Leistungsabsenkung der UKW Sender geht i.a. relativ einfach zu machen.

  • Es wird die Treiberstufe statt der Endstufe auf die Antenne geschaltet.

Eigentlich ist das nur als "Notmaßnahme" vorgesehen, wenn die Endstufe repariert werden muß.

Die Ausgangsleistung der Treiberstufe ist ca. 10 dB geringer als die der Ausgangsstufe.

Wird diese Leistungsreduzierung tatsächlich dazu mißbraucht, um die UKW Hörer "rückwärts in den Stall" von DAB+ zu buxieren, wäre das tatsächlich skandalös.

Da helfen wohl nur Beobachtungen und Messungen der Feldstärke - und Anfragen bei den Rundfunkanstalten.

MfG DR

Wolfgang Lill
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06.Jul.19 10:57

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Habe bei der  Media Broadcast, dem Pressesprecher Herrn Holger Crump, angefragt, 

Sehr geehrter Herr Crump,

wir beobachten in letzter Zeit eine zunehmende Ausdünnung des UKW- Empfanges. Ich sende Ihnen den Schriftverkehr zu diesem Thema in obigem Link. 

Ich weiß nicht, ob Sie überhaupt noch Sender besitzen oder schon alles an verschiedene andere Betreiber veräußert haben …? Auf jeden Fall ist das Phänomen der Leistungsabsenkung offensichtlich von vielen beobachtet worden. 

Können Sie uns noch etwas sagen zu diesem Problem ? Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Lill, Redakteur, www radiomuseum.org

This article was edited 06.Jul.19 11:29 by Wolfgang Lill .

Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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07.Jul.19 11:39

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Guten Tag,
da das UKW/FM-Frequenzspektrum mit zahlreichen Sendern belegt ist, die auch auf derselben Frequenz senden, wird von guten Empfangsgeräten der Sender, der mit der kleineren Feldstärke empfangen wird, vom Sender mit dem höheren Empfangspegel vollständig unterdrückt. Der Terminus technicus lautet Capture Ratio.
Bei gelegentlicher Leistungsreduzierung des Senders des DLFs Torfhaus 103,5 MHz ist zum Beispiel hier der Niederländische Sender Ugchelen/Alticom Toren Radio Gelderland auf 103,5 MHz / 20 kW zu hören. Das Capture Ratio des Empfangsgerätes reicht dann nicht mehr aus, um den "unerwünschten" Sender zu unterdrücken. Es kommt zu Fading und "Flattereffekten". Würde konstant die Leistung reduziert, würden diese Effekte häufiger auftreten.

Die letzte mir bekannte länger andauernde Empfangsstörung dieser Art war am 10. September 2018, wo die Flughindernisbefeuerung repariert werden musste und alle Sender dieses Standortes mit verminderter Leistung gefahren wurden, was im Klartext bedeutete, dass die Sender abgeschaltet wurden.

DLF selbst publiziert auf Anfrage keine Senderausfallstatistik mehr. (Nur über die NDR-Internet-Seite konnte vorab von der Störung Kenntnis erlangt werden.)

Zitat:
"...Der Sender Torfhaus 103,5 MHz (DLF) war am 10.9.2018 zwischen 17:05 und 20:00 in einer Wartung und war abgeschaltet....Eine tagesaktuelle Information im öffentlichen Netz über Störungen ist derzeit nicht umsetzbar. Unser Sendernetz wird von einem Dienstleister betreut, dessen Fehlermeldesystem nicht mit unserem verknüpft ist... Chr. M. S. HA Technik und Infrastruktur Programmverbreitung"
Zitat Ende

Beste Grüsse

K.-H. B.

P.S.: Zitat aus obigem Link Capture Ratio, Antwort 5:

"...Das "Capture Ratio" ist definiert für eine Unterdrückung der Modulation des schwächeren FM-Signals um etwa 30 dB. Exzellente Limiter sorgen für ein Capture-Verhältnis von ca. 0,5 dB.

Daher ist es normal, dass an der Grenze des Versorgungsbereichs eines Senders auf ein Programm eines anderen Senders, der auf derselben Frequenz sendet, gesprungen wird. Dies liegt an dem Schwund, unter dem der Empfang gemäß der Mehrwegeausbreitung leidet.

Normalerweise kommen in städtischen Umgebungen viele Reflexionen beim Empfänger an. Bei einem FM-Signal erzeugen diese Refektionen ein zischendes Geräusch. Manchmal ist dies zu hören, wenn ein Auto an der Ampel hält. Oder es wird mit einem kleinen Radio im Bad beobachtet. In jedem Fall ist dies ein Hinweis auf einen unzureichenden Begrenzer..."

Anmerkung:
Es kann zu einer paradoxen Situation kommen, dass ein gewünschter Sender auch mit akzeptablen Störungen nur mit einem billigen Gerät mit schlechtem Unterdrückungsverhältnis noch im Hintergrund zu hören bleibt, während ein hochwertiger Tuner nur den um angenommen 0,5 dB stärkeren Sender empfängt. Der gewünschte Sender ist also mit dem besseren Gerät nicht zu empfangen.

Das ist zum Beispiel in Köln zu beobachten gewesen, wo etwa ab 1991 mit Einführung der Privatsender derartige Überreichweitenprobleme massiv auftraten. Der AFN Frankfurt auf 98,7 MHz wurde von Radio Köln auf 98,6 MHz "unterdrückt". Mit billigem Gerät ist im Hintergrund der AFN noch zu hören gewesen, mit einem Spitzentuner jedoch nur noch Radio Köln.

Dasselbe gilt vom Prinzip her dann auch für ärgerliche Oszillator-Störstrahlung. Gerade bei Zimmerantennenempfang kann ein billiges Transistorradio, auf eine Frequenz um den Betrag der Zwischenfrequenz unterhalb der Empfangsfrequenz des Spitzentuners abgestimmt, dessen Fern-Empfang massiv stören, umso mehr,  je besser dessen Capture Ratio ist. Das hieße, dass unter mangelhaften Antennensituationen ein Transistorradio, abgestimmt auf 88 MHz den Empfang des AFN auf 98,7 MHz stören konnte.

Es kommt also umso mehr darauf an, dass die Sendeleistungen für das Sendegebiet ausreichend bleiben, und Leistungsreduzierungen nach Möglichkeit vermieden werden müssen.

(Die Frequenz 98,6 MHz wurde an den WDR "zurückgegeben". Radio Köln sendet auf 107,1 MHz.)

Clip Nr.: 1561

 

 

This article was edited 08.Jul.19 12:16 by Karl-Heinz Bradtmöller .

Ernst Erb
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11.Jul.19 08:43

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Unter diesem Titel gibt es einen für uns interessanten Heise Online News-Beitrag:
Wir kann sich da "einschalten" und mit den Teilnehmern dort sprechen?

Hin und Her bei DAB+ – Was ist los mit dem Digitalradio?

Schalgzeile: 
Kein Geld mehr fürs Digitalradio DAB+: Das hat Niedersachsens Landtag entschieden. Was das heißt und ob 5G wirklich eine Alternative ist, besprechen wir.

Dietmar könnte z.B. hier die hilfreichen Beiträge sammeln - wie
Senderreichweite analog - digital.

Und das dann den erreichbaren Beteiligten weiterleiten?

Nachtrag:

(Nur als Ausnahme habe ich hier im öffentlichen Teil einen Link nach Aussen gesetzt.)

This article was edited 11.Jul.19 08:50 by Ernst Erb .

  
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