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5005W

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Grundig Radio-: 5005W [Radio] ID = 2543784 1400x804
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For model 5005W, Grundig (Radio-Vertrieb, RVF, Radiowerke):
Grundig 5005W Front2
 
Country:  Germany
Manufacturer / Brand:  Grundig (Radio-Vertrieb, RVF, Radiowerke)
alternative name
 
Grundig Portugal || Grundig USA / Lextronix
Year: 1951/1952 Category: Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
Valves / Tubes 10: ECF12 EF15 ECH11 EBF15 EM71 EAA11 EF11 ECC40 EL41 EL41
Semiconductors (the count is only for transistors) Tr.Gl.=Metal-rectif.
Main principle Superhet with RF-stage; ZF/IF 468/10700 kHz
Tuned circuits 9 AM circuit(s)     9 FM circuit(s)
Wave bands Broadcast, Long Wave, more than 2 x SW plus FM or UHF.
Details
Power type and voltage Alternating Current supply (AC) / 110; 125; 220; 240 Volt
Loudspeaker 3 Loudspeakers
Power out
from Radiomuseum.org Model: 5005W - Grundig Radio-Vertrieb, RVF,
Material Wooden case
Shape Tablemodel with Push Buttons.
Dimensions (WHD) 706 x 396 x 288 mm / 27.8 x 15.6 x 11.3 inch
Notes 5005 W bzw. 5005W: Gemäss Katalog VERG 1951 (#439-60) ist die Bestückung EM11 aber gemäss Schaltplan EM71. Möglicherweise gibt es beide Varianten. Kreise gemäss Katalog. 3 x KW. Hochtöner elektrostatisch.; kont. Bandbreitenregelung mit Anzeige
Net weight (2.2 lb = 1 kg) 19.5 kg / 42 lb 15.2 oz (42.952 lb)
Price in first year of sale 698.00 DM
Source of data Kat.d.Rundf.GrossH.1951/52 / Radiokatalog Band 1, Ernst Erb
Picture reference Das Modell ist im «Radiokatalog» (Erb) abgebildet.


All listed radios etc. from Grundig (Radio-Vertrieb, RVF, Radiowerke)
Here you find 6057 models, 5282 with images and 4090 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.




 


Forum contributions about this model
Grundig Radio-: 5005W
Threads: 5 | Posts: 37
Hits: 1066     Replies: 10
grundig: UKW Röhre ECF12 Spannungen
Peter Breu
02.Feb.20
  1

Hallo 

Ich habe folgendes Problem. 

Die Schirmgitterspannung an der ECF12 ist statt der geforderten 70V jetzt 120V wenn ein ukw Sender abgestimmt ist. Drehe ich die Abstimmung vom Sender weg, also zum Rauschen ist diese wieder im Soll. Ist dieses Verhalten normal?

Danke für eure Hilfe.

Freundliche Grüße

Peter Breu 

Bernhard Nagel
03.Feb.20
  2

Hallo Herr Breu,

ja, das beobachtete Verhalten der G2-Spannung ist richtig. Das Steuergitter der ECF12 erhält bei Abstimmung auf einen Sender einen Teil der Richtspannung des Ratiodetektors, die ja negativ gegenüber der Masse ist. Dadurch sinkt der Anoden- und G2-Strom (die Verstärkung der Vorstufe wird geringer), am G2-Vorwiderstand fällt weniger Spannung ab.

Zwischen den Sendern geht die Spannung am Ratioelko gegen 0 Volt, damit wird G1 der ECF12 über den 10MΩ Widerstand von G2 ganz leicht positiv vorgespannt. Der G2-Strom steigt dann auch, am 80kΩ Vorwiderstand fällt eine höhere Spannung ab. Ug2 wird niedriger.

Bei schwächeren Sendern ist also die Verstärkung der HF-Vorstufe höher als bei stark einfallenden Stationen. Das vermeidet auch eine mögliche Übersteuerung der Mischstufe bzw. verringert den Hub der ZF-Spannung am ersten Bandfilter f und e, eine Vorbegrenzung.

Die Schaltung stellt übrigens etwas ganz besonderes dar, denn dies ist die wohl einzige Anwendung der ECF12 als Vorstufe und selbstschwingender additiver Mischstufe. Das Grundig-Modell 495W aus 1950/51 verwendete sie zum ersten mal, allerdings dort noch ungeregelt.

Sonst fand sich die ECF12 fast nur in UKW-Pendlern. Eine Ausnahme war noch Kaiserwalzer 52 W770, hier der Triodenmischer ohne Vorstufe, das Pentodensystem dann als 1.ZF-Stufe geschaltet. Auch nicht schlecht gemacht.

Als exzellente Gundlagenlektüre zu UKW-Eingangsschaltungen empfehle ich gern den Forumsbeitrag Die Grundig UKW-Super mit und ohne Vorstufe von Hans Knoll.

Peter Breu
03.Feb.20
  3

Hallo Herr Nagel,

vielen Dank für Ihre prompte Erklärung.

Ich habe nachgefragt, weil ich Probleme in diesem Gerät mit der Ratiospannung habe. Die ist zu niedrig (-1 bis -11V), so dass das magische Auge fast nicht aussteuert. Die Widerstände habe ich in diesem Bereich bereits überprüft. Die Spannungen an den Röhren passen soweit bis eben an der ECF 12. An der ECF 12 ist auch noch die Anodenspannung der Triode zu niedrig 60V satt 110V. Vor der Spule "f" liegt sie noch bei 110V.

Freundliche Grüße

Peter Breu

Martin Steyer
03.Feb.20
  4

Hallo Herr Breu,

eine zu niedrige Ratiospannung hat die Ursache in einer mangelnden ZF-Verstärkung. Dies äußert sich auch dadurch, daß schwächere Sender nicht in die Begrenzung kommen und leiser wiedergegeben werden als die stärkeren. Normalerweise müssen alle rauschfreien Sender mit gleicher Lautstärke einfallen.

Wenn die Röhren in Ordnung sind und deren Spannungen stimmen, sollten zunächst die Abgleichpunkte überprüft werden. Wenn diese ok sind und die Ratiospannung immer noch zu niedrig ist, können Abblock-Cs im ZF-Teil defekt sein, was mitunter zu ungewollten Gegenkopplungen und Verstärkungsrückgang führt. Auch ein Austausch der Röhren kann Erfolg bringen, auch wenn die Spannungen offensichtlich stimmen. Viel Erfolg bei der Suche, der 5005W ist ein tolles Gerät!

Wenn an der Spule "f" an der Anodenseite die Spannung gemessen wird, setzt vermutlich die Oszillatorschwingung aus, was die Änderung der Anodenspannung zur Folge hat. Eine andere Erklärung für die Spannungsunterschiede zwischen den beiden Spulenpunkten macht keinen Sinn.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Steyer

Bernhard Nagel
03.Feb.20
  5

Zunächst eine wichtige Korrektur meiner Feststellung aus Post 1, das Steuergitter der ECF12 erhalte bei Abstimmung auf einen Sender einen Teil der Ratiospannung. Das trifft nicht zu! Vielmehr wird die Regelspannung bei AM und FM mit Hilfe einer der Dioden der 3. FM-ZF-Stufe (EBF15) gewonnen, hierzu ist die Pentodenanode über 8pF mit einer Diodenstrecke verbunden.

Zur Eingrenzung der Ursache einer zu geringen Ratiospannung folgende Überlegung. Die ECF12 ist ja keine Regelröhre mit exponentieller Kennlinie wie etwa die EF85. Bereits bei -Ug1 von 5V sperrt sie nahezu voll.

Die Regelspannungsleitung ist zwar ohne einfallenden Sender über das Kathodenpotential der EBF15 leicht positiv vorgespannt, bei einsetzender Regelung würde aber die Pentode der ECF12 zuerst sperren. Um das zu verhindern, liegt der 10MΩ Widerstand zwischen G2 und der Regelspannungsleitung. Wenn dieser defekt ist (kommt bei den Hochohm-Typen häufig vor) wäre ein Rückgang der Verstärkung und damit die zu geringe Ratiospannung die Folge. Bitte also zunächst den 10MΩ prüfen, er muss einseitig ausgelötet werden.

Eine weitere Prüfung: Die Regelspannung von der ECF12 wegzunehmen und den freien Verbindungspunkt 20kΩ/10MΩ mit Masse zu verbinden. Dann arbeitet die Pentode mit voller Verstärkung, wie sie im Grundig 495W geschaltet ist. Es wäre mal interessant, hierbei die Höhe der Ratiospannung bzw. den Ausschlag des mag. Auges bei starken Sendern zu ermitteln.

--------------------------------------

Martins Anmerkung ist korrekt was die Spannungsmessung an der Anode der Oszillator-Triode betrifft. Selbst ein bei Gleichspannung hochohmiges DMM (üblicherweise 10MΩ) stellt durch die Messspitze und -Leitung bei HF eine kapazitive Last dar die zum Abreissen der Schwingung führt. Abhilfe, falls direkt an der Anode gemessen werden muss: einen Widerstand kleinster mech. Baugrösse und niedriger Kapazität (1/20 Watt) von etwa 1MΩ in Reihe mit der Spitze legen, das Drahtende zum Messpunkt kurz halten. Das verstimmt den Osz. etwas, aber er wird weiter schwingen. Den Messfehler von etwa 10% zu geringer Anzeige kann man überschlägig dazurechnen. Man kann bei abgeschalteten Empfänger auch den DC-Widerstand der ZF-Spule f (BV1258) messen, dieser dürfte recht niederohmig sein. Damit entspricht die Spannung an Verbindung zum 20kΩ Widerstand der Anodenspannung im schwingenden Zustand.

Peter Breu
03.Feb.20
  6

Hallo zusammen.

Vorerst nochmals zur bisherigen Reparatur:

Das Gerät wurde einer Kondensatorkur unterzogen. Teerkondensatoren und Elkos erneuert (auch Ratioelko).

Danach alle Röhren auf Funke w19 gemessen und schlechte durch Gute ausgetauscht. Alle Spannungen überprüft und soweit im Soll. Nur das magische Auge steuert kaum aus.

Deswegen habe ich nachgefragt, weil ich einen Fehler ausschließen wollte bevor ich an einen Abgleich gehe.

Den 10MOhm Widerstand habe ich ausgetauscht, jedoch keine Änderung. Lege ich jetzt den besagten Punkt den Herr Nagel beschreibt (10MOhm) auf Masse , dann funktioniert das magische Auge perfekt und lässt sich steuern. Ratiospannung von -1 Bis-20V.

Freundliche Grüße

Peter Breu 

Bernhard Nagel
03.Feb.20
  7

Gut, jetzt bitte mal den Hub der Regelspannung messen bei Originalzustand der Schaltung. Zustand a) ohne Sender, und b) Empfang starker Sender. Es muss ja eine Ursache für das Zuregeln geben. Ist die Regelsp. ohne Signal leicht positiv?

Weiterhin noch den rechten 1,6MΩ von der Diodenanode nach der Kathode der EBF15 prüfen (einseitig auftrennen).

Peter Breu
03.Feb.20
  8

Also ohne Signal beträgt die Spannung -0.55V, bei einem schwachen Sender -1.6V und bei einem starken Sender -11.3V Im Originalzustand.  Das entspricht einen Hub von 10.75V.

Den 1.6MOhm Widerstand habe ich ausgelötet und gemessen. Dieser ist in Ordnung.

Grüße 

Peter Breu 

Bernhard Nagel
03.Feb.20
  9

Bei etwa -11V ist die Vorstufe völlig abgeregelt ... Das bedeutet aber auch, wir haben auf den ersten Blick eine ausreichend hohe ZF-Spannung an der Anode der EBF15. Und dann ergibt das nur eine so geringe Ratio-Spannung? Kaum denkbar. Der Fehler muss an anderer Stelle liegen. Aus der Ferne nicht einfach zu lösen.

Beim "kleineren" Grundig 4004W wird sogar auf den 10MΩ zw. G2 und Regelleitung verzichtet. Das Prinzip ist aber sonst gleich, nur wird statt der EBF15 die Dioden einer EBC41 verwendet.

Wie sieht denn der Regelspannungsverlauf bei AM aus?

Peter Breu
04.Feb.20
  10

Hallo 

Bin leider erst jetzt dazugekommen. Ich muss mich nochmals entschuldigen für meine gestrigen Werte. Ich habe aus Versehen die Ratiospannung gemessen. Also die Regelspannung am Gitter der EM71 ist bei FM wie folgt:

Ohne Signal (Rauschen) + 0.43V

Bei schwachen Sender +0.14V

Und bei starkem Sender-2.45V

Das ergibt einen Hub von 2.88V

Bei AM ohne Signal am Gitter der EM71 +0.43V

Bei starken AM Sender (Heimsender) - 8.4V

Lege ich bei AM auch den 10 Mohn Punkt auf Masse dann habe ich bei diesem starken Sender -70V.

Freundliche Grüße

Peter Breu 

 

Peter Breu
04.Aug.20
  11

Hallo zusammen,

mit Hilfe von Herrn Nagel habe ich das Problem mittlerweile gelöst. Es gab aber einige Hürden zu schaffen, bevor es soweit war. Zuerst wollte ich das Ratiofilter abgleichen, jedoch ist dabei ein Kern gebrochen. Sehr aufwändig musste das Filter zerlegt und der defekte Spulenkörper entfernt werden. Aus einem Schlachtgerät eines Grundig 3003W konnte ich einen passenden Spulenkörper samt guten Kernen in das defekte Filter einbauen. Danach habe ich das Gerät nach Abgleichanleitung abgeglichen. Das Gerät spielt nun einwandfrei auf allen Wellenbereichen. Jedoch das Problem, dass der magische Fächer bei UKW beim stärksten Sender komplett schließt, bleibt bestehen. Es zeigt sich hier, dass dies konstuktionsbedingt nicht anders funktioniert. Ich habe lange mit Widerständen und Potis an der Regelspannung experimentiert. Es muss also ein Kompromiss gefunden werden, damit der Fächer auf AM und FM gleichwertig funktioniert. Deshalb kann der Fächer bei FM nicht ganz schließen.

Nochmals herzlichen Dank an Herrn Bernhard Nagel für die lange und lehrreiche Unterstützung.

PBr

 
Hits: 3875     Replies: 4
grundig: 5005W (5005 W); Lackierung mit Schellack
André Kleeberg
29.Jul.10
  1

Hallo liebe Holzexperten,

ermutigt durch die praxisnahen Beiträge von Herrn Renz habe ich mich nun auch an mein altes Schmuckstück gewagt, um es mit einer Schellackpolitur zu veredeln.

Nun ist mir im Verlauf meiner Arbeiten aufgefallen, dass beim Auffüllen der Holzporen die helle eingearbeitete Zier-Holzader an einigen Stellen so langsam "verschwindet", weil sie dort unter dem Oberflächenniveau liegt und durch das Auffüllen mit Schellack-Bimsmehl-Gemisch dessen Transparenz nicht ausreicht, um die tiefer liegende Ader durchscheinen zu lassen (auf den Fotos sehr gut zu erkennen).

Darauf hin hatte ich, wie auf dem 3. Foto zu erkennen, versucht, die Füllung wieder zu entfernen, um die Holzader wieder gleichmäßig sehen zu können. Leider ging dies nach hinten los. Es sah einfach furchtbar aus.

Ein Abschleifen auf das Niveau der Holzader kommt nicht in Frage, da diese stellenweise bis zu  0,5mm tiefer liegt.

Wie könnte man das Problem noch lösen? Gibt es eine Substanz in der Konsistenz von Spachtelmasse, welche aber durchsichtig bleibt, gut aushärtet und sich obendrein auch noch als Untergrund für Schellack eignet?

Freundliche Grüße an das Forum

André Kleeberg

Martin Renz
30.Jul.10
  2

Hallo Herr kleeberg,

eine ebene Fläche ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Politur, ansonsten sind solche Probleme zu erwarten. Eine Furnierader, die nicht mit dem Deckfurnier eben ist, ist ungewöhnlich. Wie es dazu kommen konnte ist mir nicht recht erklärlich. Daran kann man nun im Nachhinein nichts ändern.

Wie sie richtig vermuten, kann man Abhilfe mit einer transparenten Substanz schaffen, die die Unebenheit ausgleicht. Ich würde dazu einen feststoffkörperreichen Lack nehmen. Da die Schichtdicke für einen Lack sehr groß ist, sollte es ein 2-Komponenten.Lack (DD-Lack) sein, damit er zuverlässig aushärtet. Zunächst sollten Sie den Schelllack aus der Vertiefung entfernen, ein Wattestäbchen mit Spiritus und ein sehr schmaler Stechbeitel oder ein entsprechend scharf geschliffener Stahl (alter Schraubendreher) kann dabei hilfreich sein. Die Kanten des Deckfurnieres dabei nicht beschädigen, das sieht sonst unschön aus. Man kratzt dann vorsichtig in der Vertiefung und hält das Werkzeug dabei im Winkel von 90° zur Oberfläche.

Als Lack eignet sich besonders sogenannter transparenter „Füller“, wie er bei stark saugenden Untergründen zur Grundierung verwendet wird. Wenn dieser nicht in einer Tischlerei beschafft werden kann, kann man auch vorzugsweise glänzende Decklacke verwenden. Wichtig ist, dass der Lack mit einem „Härter“ angemischt wird. Der angemischte Lack wird dann mit Hilfe einer Spritze aus der Apotheke in der Nut verteilt (etwas dickere Nadel wählen). Er sollte überall den Rand berühren und soll wie ein kleiner Hügel über die Fläche herausragen. Beim Trocknen wird er wieder zusammensacken. Damit der Lack nicht verläuft muss die Fläche darüberhinaus waagerecht liegen, an der Rundung muss man daher in Etappen arbeiten. Eventuell sind mehrere Schichten notwendig. Das Ziel ist, einen Wulst von Lack in der Nut zu erzeugen, der an allen Stellen über das Niveau des Deckfurnieres herausragt. Wenn dies erreicht ist, muss der Lack einige Tage durchhärten. Dann kann er vorsichtig mit 220er Schleifpapier eben geschlifen werden. Das Papier muss dazu auf ein ebenes Stück Weichholz geklebt werden. So kann man erreichen, dass nur der Lack, und nicht auch das daneben liegende dünne Furnier geschliffen wird. Sobald alles ganz eben ist (mit dem Finger darüber fahren, es darf keine Kante zu spüren sein) kann mt der Politur fortgefahren werden.

Lack in Nut

Das ganze ist etwas zeitaufwändig, sollte dann aber ein gutes Ergebniss bringen. Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg bei der Politur.

André Kleeberg
20.Oct.10
  3

Bedingt durch Urlaub, Stress und Misserfolg gibt es erst heute einen Zwischenbericht von mir.

Ich konnte es nicht für möglich halten, wie schwierig es ist, kleine Mengen an 2K-Lack zu bekommen. Im guten Fachhandel wurden mir jeweils 1kg-Gebinde zu horrenten Preisen angeboten, so dass ich mich genötigt sah, meine kleine Spritze mit Einkomponenten-Klarlack von CLOU aus der Spraydose zu füllen. Zu diesem Zweck sprühte ich den Klarlack in ein Glas und saugte den Niederschlag, der langsam zusammenlief, mit der Spritze auf.

Die von Herrn Renz vorgeschlagene Vorgehensweise hielt ich weitestgehend ein. Es gingen fast 6 Wochen ins Land, bis ich eine ausreichend dicke Schicht auf allen 3 Seiten hinbekam (90% der aufgetragenen Lackflüssigkeit hatten das Bedürfnis sich in Luft aufzulösen), die ich schleifen konnte.

Wie man sehen kann, ist das mit der ruhigen Hand eine Legende ;-)

Dem Lack ließ ich weitere 2 Wochen Zeit, um durchzutrocknen.

Da ich keinen 2k-Lack verwendet hatte, ging ich als gebranntes Kind mit gemischten Gefühlen an die Schleifarbeiten. Sicherheitshalber führte ich diese mit einem 320-er Nassschleifpapier, welches ich ständig mit Wasser feucht hielt, sehr vorsichtig durch. Und... der Lack hielt wie es auch ein 2K-Lack getan hätte.

Nun bin ich immerhin wieder auf dem Stand von Ende Juli 2010! Die Politur wird sich bestimmt auch noch einige Zeit hinziehen. Wenn ich die Politurarbeiten für beendet halte, werde ich selbstverständlich noch Fotos nachreichen.

Martin Renz
21.Oct.10
  4

Hallo Herr Kleeberg,

gestatten Sie mir bitte ein paar Anmerkungen:

Wer Schwierigkeiten hat, 2K-Lacke in Kleinmengen zu bekommen, könnte es doch einfach einmal beim örtlichen Tischler oder Schreiner versuchen. Wer 2 verschließbare Gefäße mitbringt wird sicher nur selten auf Ablehnung stoßen, wenn er um eine kleine Menge vom Vorrat der Werkstatt bittet. Ich würde jedenfalls niemanden wegschicken, ohne ihm geholfen zu haben.

Zum verwendeten Lack aus der Spraydose: Von allen Varianten ist diese die "dünnflüssigste", die man nehmen kann. Damit der Lack auch bei geringem Druck noch sprühfähig ist, enthält dieser besonders viel Lösemittel und relativ wenig Festkörper. Somit sind die zu erzielenden Schichtdicken wesentlich dünner und die notwendige Anzahl der Aufträge steigt dadurch sehr. Anstatt der Spritze würde ich auch einen feinen Pinsel empfehlen, damit lässt es sich gezielter auftragen.

Wer eine UV-Lichtquelle besitzt, zum Beispiel zum Belichten von Leiterplatten, könnte sich auch nach einem der sich immer mehr verbreitenden UV-härtenden Lacke erkundigen. Diese härten innerhalb von wenigen Minuten aus, ein rasches Arbeiten wird so möglich. Ausserdem sind sie gut polierbar. Diese werden zur Zeit aber nur in der Industrie und erst neuerdings auch zunehmend in manchen Tischlereien verwendet.

Bevor Sie mit der Politur beginnen, sollten Sie nochmals gut kontrollieren, ob der Lack nicht zwischenzeitlich doch wieder etwas weggesackt ist. Da der Trocknungsprozess durch das Verdunsten des Lösemittels ausgelöst wird, ist auch nach Tagen und Wochen noch mit einem weiteren Verlust des Volumens zu rechnen. Dieser Effekt wäre bei 2K-Lacken geringer.

Ich wünsche ihnen viel Erfolg beim weiteren polieren

Martin Renz

André Kleeberg
18.Nov.10
  5

Wie bereits erwähnt, möchte ich heute den Abschluss meiner Polieraktion bekanntgeben und mit Bildern untermalen.

Nachdem ich die Furnieradern optisch auf das Niveau der Gehäuseoberfläche gebracht hatte, konnte ich mit dem Füllen der Poren durch die Grundpolitur beginnen, brauchte allerdings 2 Anläufe, weil ich bei fortschreitender Polituraktivität die Poren teilweise wieder sichtbar gemacht hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich das richtige Gefühl für diese Arbeit entwickelt hatte. Dummerweise war mir dann auch noch zu allem Überfluss der Ballen so kleben geblieben, dass ich dies mit Polieren und Schleifen nicht mehr unsichtbar machen konnte. Die Folge: abwaschen und die betreffende Fläche (natürlich die Deckfläche) erneut behandeln.

Nach allen bisherigen Pannen mit diesem Gehäuse kann man sich vorstellen, dass es nicht immer einfach war sich zu motivieren. Aber die Motivation kam mit dem ersten Glanz wieder. Und als ich den letzten Ballen mit Benzoe Abziehpolitur (aus dem Hause König) zum besseren Schutz der Oberfläche auspoliert hatte, war ich mit meinem Erstlingswerk doch recht zufrieden. Extrem viel Lehrgeld habe ich bezahlen müssen, aber ich bin mir sicher, dass für das nächste Gehäuse nur noch ein Bruchteil der Zeit nötig sein wird, da das Gefühl im Umgang mit der Schellackpolitur bei dem nun abgeschlossenen Projekt stark geprägt wurde.

Wie man gut erkennen kann, sind die Furnieradern wieder vollständig sichtbar.

Ein Gehäuse von einer Siemens M47-Schatulle wartet bereits auf eine gleichartige Behandlung - doch das ist ein anderes Thema.

Freundliche Grüße an alle Radiofreunde

André Kleeberg

 
Hits: 4184     Replies: 11
Grundig: Grundig 5005W u. Truhe 8009W ; Endstufe
Niels Vormoor
10.Apr.06
  1

Liebe Sammlerfreunde,

ich habe vor kurzem die Truhe 8009W von Grundig erworben. Es ist die kleinere Version(eine Endstufe, statt zwei) der 9009W, die ja vor kurzem für über 850 EUR bei E-bay über den Tisch gegangen ist. ??? ???


Bei meinem Gerät ist meines Erachtens ein Fehler in der Endstufe. Ich habe das passende Tischgerät, den 5005W bei mir in der Sammlung stehen und dieser hat eine wesentlich höhere Endsufenleistung Schätzungsweise 10W. Ziehe ich eine Röhre EL41 im Betrieb heraus, scheint mir die Leistung immer noch bei 4 Watt zu liegen. 

Bei meinem Truhen Radiochassis(welches ja, so denke ich, identisch aufgebaut ist) kommen bei herausgezogener Röhre nur ca. 1-1,5 Watt heraus. Es verzehrt sofort bei mittlerer Lautstärke. Das ist meines Erachtens viel zu wenig. Stecke ich nun die Röhre wieder in die Fassung hinein, verschwinden die Verzerrungen erst mal, bis ich das Gerät etwas lauter drehe und bei ca. 4Watt geht es von neuem los. Verzerrungen, Verzerrungen.... übler Klang. :-))

Die Endröhren sind in Ordnung(habe ich nun schon ein drittes Test-Paar drin). Die Folienkondensatoren wurden wohl schon mal ausgetauscht(sind neue goldene Folien-KoppelC´s drin). Spannungen an den Endröhren sind je(Kathode 8V, Anode 282V, G2 245V).
Die Spannungen an der ECC40: Anoden 100V, Kathode parallel 2,5V. 
Spannungen an der EF11: Anode 51V, G2 28V. 

Ich sehe hier keinen Fehler. Woran mag das liegen?

Die Gegenkopplungswicklung vom Übertrager ist auch hin. War ja klar... bei 0,08CuL... der Draht-durchmesser ist ja auch viel zu klein! Als ich mal probeweise die Sekundärwicklung vom Lautsprecherausgang an die Gegenkopplung angeschlossen habe, ließen sich die Bässe wieder regeln. Aber die Leistung blieb unverändert schwach. Also hat es wohl nichts mit dem Übertrager zu tun. 

Für Ihre Hilfe schon jetzt vielen Dank.

Gruß
Niels Vormoor



 

Andreas Steinmetz
10.Apr.06
  2 Hallo Niels,

doch, doch, der Trafo kann es schon sein, wenn Du Dir sicher bist, daß alles andere in Ordnung ist (auch die Lautsprecher...). Ab und zu kommen Teilschlüsse in den Wicklungen vor. Ein solcher Fehler reduziert radikal die Leistung und ist infolge der Transformation auch beim Betrieb nur der heilen Hälfte wirksam. Wenn alles nicht hilft, dann müßtest Du mal testweise den anderen Ausgangstrafo anklemmen. Laß uns bitte wissen, was dabei herauskommt.

Andreas
Niels Vormoor
11.Apr.06
  3 Hallo Andreas,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich wusste, dass Du mich nicht hängen lässt. :-))
Ich habe hier einen Übertrager von einem Tekade W588 (2* EL84) und einen Übertrager von einem Grundig 5010W (2*EL12) liegen.

Vielleicht passt da ja was. Die Verzerrungen treten aber bei beiden Röhren auf. Ziehe ich die eine EL41 raus, verzerrt es und ziehe ich die andere EL41 raus verzerrt es auch. Finde ich sehr merkwürdig.

Gruß
Niels...
Andreas Steinmetz
11.Apr.06
  4 Hallo Niels,

das mit den Verzerrungen mag zwar merkwürdig erscheinen, ist aber logisch, denn ist es ist, wie schon gesagt, egal, wo genau der Schluß liegt. Lapidar formuliert: Durch die Transformation kann man ihn (natürlich nur wechselspannungsmäßig gemessen) letztlich auch in jedem anderen Wicklungsteil wiederfinden, obwohl er physikalisch ganz woanders liegt.

Denke doch mal an das Trafoersatzschaltbild; das ist Dir ja bestimmt bekannt. Nehmen wir mal an, der Schluß sei in der ersten Primärhälfte, dann kann man ihn auch in der zweiten Hälfte messen (immer nur wechselspannungsmäßig gesehen!), und natürlich auch in der Sekundärwicklung. Nur mißt man ihn an anderer Stelle nicht 1:1, sondern mit dem Windungszahlenverhältnis transformiert und natürlich um die Serienglieder des Ersatzschaltbildes (Streuinduktivität und Serienwiderstand) erhöht. Je besser der Trafo, desto besser ist die Kopplung, und desto kleiner sind die Serienglieder.

Schon durch einen ganz kleinen Teilschluß erniedrigt sich die Primärinduktivität deutlich, und der Trafo wird unbrauchbar. Falls Du entsprechende Meßgeräte hast, dann solltest Du mal die Primärinduktivitäten der beiden Trafos vergleichen. Aber Achtung: Die Streuung dieses Wertes ist auch bei intaktem Trafo recht groß, denn sie hängt stark davon ab, wie das Eisen vormagnetisiert war, Stichwort Hysteresekurve/Remanenz.
Übrigens: Einen Teilschluß kann man i.a. nicht mit dem Ohmmeter feststellen, es sein denn, er ist massiv.
Mich würden die Ergebnisse brennend interessieren. Falls Du keine geeigneten Meßmittel hast, dann komm doch mal bei mir vorbei...
Probeweise kannst Du ja auch mal den Tekade-Trafo einbauen. Genaue Anpassung ist nicht so wichtig, um den Fehler wenigstens grob einzukreisen.
Wenn es doch nicht der Trafo ist, na ja, dann müssen wir eben woanders weitersuchen.

Andreas 
Niels Vormoor
11.Apr.06
  5 Hallo Andreas,

ich komnme morgen von meinem Studium in die wohlverdienten Oster - Kurz - Ferien.
Ich werde morgen mal den Grundig 5010W Trafo einbauen. Meinst Du, dass der dafür brauchbar ist? Die beiden EL12 müssten ja ungefähr den gleichen Ra-a haben.

Warum Grundig nur diese dünnen Drähte verwendet hat, kann ich nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich waren die Marterialkosten der Punkt. Der 5010W Trafo hat dagegen schon Drähte von etwas größerem Durchmesser.
Wenn es daran liegen sollte, lasse ich den 5010W Trafo da erst mal drin und ich wickle den 5005W Trafo dann neu. Aber ich bin gespannt ob es daran liegt. Ich weiß das Gerät könnte mehr tun fürs Geld. :-))

Danke für Deine Einladung. Ich komme sicherlich noch darauf zurück. Du kannst ja auch mal wieder vorbeischauen.


Gruß
Niels...

Andreas Steinmetz
11.Apr.06
  6 Hallo Niels,

ohne genauer nachgesehen zu haben: die EL12 wird sicherlich viel niederohmiger angepasst als die EL41. Sowohl das als auch die wegen der größeren Leistung größere Kerngröße erfordern größeren Darhtdurchmesser und kleinere Wicklungszahlen.
Obwohl in diesem Falle der für 2 x EL84 ausgelegte Tekade-Trafo sicherlich besser geeignet wäre, ist wohl auch der 5010-Trafo geeignet, zumindest um feststellen zu können, ob der Originaltrafo einen Defekt hat.

Andreas
Niels Vormoor
11.Apr.06
  7 Hallo Andreas,

vielen Dank, wie immer, für Deinen Post.

Mich würde mal interessieren ob, Du mit einem Grundig Gerät oder einem anderen Gegentaktgerät schon mal ähnliche Probleme gehabt hast. Wie hatte sich der Fehler da bemerkbar gemacht?

Ich habe mir mal den 5010 Übertrager im RM, also den Plan, angesehen. Die Wicklungsdaten sind hier sehr ähnlich ... bis auf ein paar kleinere Abweichungen. Die Endstufe leistet hier im "normalen" GT A-Betrieb auch nur 12 Watt laut Anleitung. In den 9010 und 9040 Truhen (beide 2*EL12) ist sie ja aufgetunt auf ca. 24 Watt.


Gruß
Niels...
Niels Vormoor
14.Apr.06
  8 Liebe Radiosammler,

lieber Andreas,

Ich habe den Radioteil nun repariert und werde demnächst davon im Forum berichten. Jetzt kommen erst einmal das Tonbandgerät und der Plattenspieler an die Reihe.

Ein Ausgangsübertrager vom 5010 tut in der Truhe nun erst einmal seinen
Dienst. Die Gegenkopplung war zwingend erforderlich. Ist sie angeschlossen
werden die starken verzerrungen abgefangen und die Ausgangsleistung liegt
nun bei etwa 10 bis 11 Watt.
Vorher ohne Gegenkopplung waren die Verzerrungen zu stark und es fing schon
bei 4 oder 5 Watt an zu verzerren.
Den original Übertrager werde ich wohl nächste Woche neu wickeln. Die
Primärwicklung ist aber in Ordnung nur die GK ist defekt(alle anderen Übertrager gingen ohne GK genauso verzerrt).
Der ZF beim 8009 war auch falsch abgeglichen. Die nötige Wechselspannung kam
nicht ans Gitter der EF11. Sie war zu schwach, obwohl das Magische Auge fast
maximum Ausschlag hatte. Immer dieser letzte Filter in der ZF. Der hat es ja
fast immer bei den älteren Grundig Geräten.

Aber auch wenn der Klag sehr stark und sehr sauber ist halte ich immer noch
zu meiner 8040. Die hat noch mehr Dynamik und kräftigeren Sound.

Gruß
Niels...
Andreas Steinmetz
16.Apr.06
  9 Hallo Niels,

das mit den Verzerrungen kommt mir doch etwas seltsam vor. Leider habe ich im Moment keine Zeit, aber ich werde mich demnächst wieder melden.

Andreas
Andreas Steinmetz
20.Apr.06
  10 Hallo Niels,

mein 5005 ist noch nicht repariert; insofern kann ich selbst keine Messungen machen. Wir wollen hier ja keine unnötigen Vermutungen aussprechen, aber jetzt ist mir im Schaltplan aufgefallen, daß die Kathodenwiderstände der beiden EL41 mit je 250 Ohm unüblich hoch dimensioniert sind, so daß die Röhren bestimmt nicht in Gegentakt A-Einstellung betrieben werden, sondern eher AB, fast B. Damit könnte man die recht hohen Verzerrungen, die ohne Gegenkopplung auftreten, wohlmöglich erklären.
Selbst wenn Dein Ausgangstrafo primärseitig o.k. ist, kann es gut sein, daß die defekte GK-Wicklung nicht nur Unterbrechungen, sondern auch Windungsschlüsse aufweist, die sich prinzipiell dort genauso auswirken wie auf der Primärseite. Vielleicht fällt Dir etwas beim Abwickeln auf. Bin gespannt auf Deine Berichte.


Andreas
Niels Vormoor
23.Apr.06
  11 Hallo Andreas,

ich war immer noch im Osterschlaf.

Hier meine Antwort zu Deinem letzten Post:

Bei den Kathodenwiderständen habe ich auch schon an so was gedacht.
Aber ich will mein Gerät erst einmal so schön weiterspielen lassen, wie jetzt.

Ich habe die Gegenkopplung - Wicklung mal abgewickelt und siehe da, ein Riss am Anfang... gleich als ich die erste Windung ab hatte und ein weiterer Riss im letzten Drittel.

Wie ein weiterer Riss endstehen konnte, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht ist der Draht einfach an dieser Stelle zerfallen. Da war noch ein kleines Kneul in der Wicklung, wo zwei Drähte zusammen waren. Das könnte ein Schluss wewesen sein. Jedenfalls war das eine ganz schön schwierige Sache.. viel zu dünner Draht... :-)) Kommst Du zufällig an 1,2mm Cul und 0,1mm Cul Draht dran? Kann ja ruhig etwas dicker sein.

Wie hältst Du das denn aus... ich könnte es gar nicht abwarten, ein solches Gerät zu reparieren. Bei mir immer das Motto: Ich werde ja auch nicht jünger.  :-) Deshalb gehe ich immer sofort dran.

Wenn Du Zeit hast, bist Du herzlich eingeladen, Dir mal meine Truhe anzusehen.


Danke für Deine konstante Mithilfe.


Gruß
Niels....




Andreas Steinmetz
24.Apr.06
  12 Hallo Niels,

ja, diese dünnen Drähte... Er kann gut sein, daß dieses kurzgeschlossene "Knäuel" die Probleme verursacht hat. Ich gehe zwar davon aus, daß Du als Kenner der Materie wirklich alles, was in Frage kommen könnte, ausgetestet hast, und daß Du auch die Kondensatoren im Anodenkreis des Ausgangstrafos durch  ausreichend spannungsfeste Typen ersetzt hast (besser 1,5 kV-Typen nehmen als welche mit 1 kV), aber vielleicht solltest Du auch mal den Hochton-Ausgangstrafo komplett abklemmen. Möglicherweise ist er auch noch verantwortlich für die recht hohen Verzerrungen.
Zum Neuwickeln: Lt. den seinerzeit von Herrn Knoll hochgeladenen Daten braucht man Draht mit 0,08 mm und 1,4 mm Durchmesser. Die Beschaffung sollte kein Problem sein. Aber den 0,08 mm- Draht richtig zu verarbeiten, mußte ich seinerzeit auch erst einmal lernen: Man kann ihn gerade noch manuell wickeln, aber nicht ohne Hilfsvorrichtung. Dabei erzeugt man trotzdem leicht einen zu hohen Wickelzug. Die Windungen dürfen sich nicht kreuzen, sonst werden sie, verstärkt durch den Druck der dicken Drähte, an den Scheuerstellen blank. Außerdem sollte man möglichst wenig Handschweiß hinterlassen, denn sonst korrodieren die Drähte im Laufe der Zeit weg. Und schließlich ist beim Löten eine spezielle Anschlußtechnik erforderlich, ohne die die modernen Lötmittel den Draht wir eine Lunte wegbrennen würden. Dazu wickelt man das Ende (oder den Anfang) des 0,08 mm-Drahtes etwa 5-10 Windungen um einen Hilfsdraht von ca. 0,3 mm oder mehr, immer schön Windung neben Windung. Dabei soll der dünne Draht ohne Umweg in den dicken übergehen, anders gesagt: die beiden Drahtenden wenden sich voneinander ab. Also nicht einfach beide Enden übereinanderlegen und miteinander verdrillen! Dann verlötet man nur diejenige Hälfte der Umwicklung des dünnen Drahtes, die zum Ende des dünnen Drahtes zeigt. Dadurch ergibt sich eine sichere Lötverbindung, bei der der dünne Draht allenfalls an seinem unwichtigen Ende wegbrennt, nicht aber an der wichtigen Seite, die aus dem Wickel kommt oder in diesen hineinzeigt. Danach wird die Übergangsstelle gut isoliert am Rande des Wickels verstaut. Der Hilfsdraht stellt die elektrische Verbindung zur Außenwelt her.


Andreas
 
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grundig: 5005W Grundig, Schaltplan
Martin Steyer
18.Feb.05
  1

Anläßlich der Reastaurierung meines Grundig 5005W ist mir aufgefallen, daß im Gegensatz zum hier hochgeladenen Schaltplan am Pin 6 der EAA11 (unsymmetrischer Ratiodetektor) nach Masse ein 200pF-Styroflex-C und zum -Pol des Elkos ein 130Ohm-Widerstand geht. Beide sind garantiert original und nicht nachträglich eingebaut.

An dem Gerät hat übrigens ein "Profi" Reparaturversuche unternommen, die mir einige Nüsse zu knacken aufgegeben haben... Jetzt marschiert er aber wieder (toller Sound mit 2xEL41)!

Hans M. Knoll
18.Feb.05
  2 Hallo Herr Steyer, ich sehe da keinen Fehler! ;-)

Mit diesen Schaltelementen, wird die AM _ Unterdrueckung dimensioniert.
Das hat man da erst gelernt. Daher 130 Ohm / 500 Ohm oder nichts.
Spaeter oder heute findet man da Regler.

Gruss Knoll
Martin Steyer
19.Feb.05
  3 Hallo Herr Knoll,

die Funktion der Bauteile ist mir schon klar, aber der Kondensator 200pF und der Widerstand 130Ohm sind nicht im Schaltplan enthalten, deshalb der Hinweis.
Eventuell sind die ja auch später in der Serie erst aufgenommen worden. Laut Datierung der Bauteile stammt mein 5005W von 9-10/51. Es kam ja wohl häufiger vor, daß in der laufenden Serie Änderungen vorgenommen wurden.

Der FM-Empfang ist mit der ECF12 natürlich nicht berauschend, aber dafür arbeiten die Spitzen-Grundigs der folgenden Jahre um so besser....

Herzlichen Gruß,
Martin Steyer
Hans M. Knoll
19.Feb.05
  4 Hallo H.Steyer, ich habe ja den richtigen Plan hochgeladen.

Pos.
 3
mfG knoll
Martin Steyer
20.Feb.05
  5 Nanu... Als ich den Schaltplan runtergeladen habe, war nur einer drin, oder habe ich da geschlafen? Auf jeden Fall vielen Dank für den neuen, der sieht besser aus. Da war die ganze Aufregung ja in der Tat umsonst...

Herzlichen Gruß, Martin Steyer
Hans M. Knoll
20.Feb.05
  6 ich sehe da keinen Fehler! ;-)


Hallo Herr Steyer.

Ich dachte Sie kennen mich besser. Sie haben das Augenzwinkern uebersehen. 
Den Plan habe ich dan  hochgeladen, als ich Ihr Problem sah. 

Schoenen Sonntag , Hans M. Knoll
 
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grundig: 5005W;
Andreas Steinmetz
24.Mar.04
  1 Reparaturtip: Die Gegenkopplungswicklung des Ausgangstransformators ist fast immer schadhaft (Unterbrechung). Das führt zu Klangveränderungen. Kennt jemand die Wickeldaten?
Hans M. Knoll
24.Mar.04
  2

Hallo Herr Steinmetz,

wenn Sie ab jetzt beim Modell suchen, werden Sie auch finden!

Gruesse aus Franken von Hans M. Knoll

Nachtrag: Ja, Wickelraum ist eben kostbar!!!

Mfg Knoll

 

Andreas Steinmetz
24.Mar.04
  3

Hallo Herr Knoll,

danke für die sehr schnelle Bereitstellung dieser sonst schwierig zu beschaffenden Informationen. Ja, immer diese dünnen Drähte...

Andreas Steinmetz

 
Grundig Radio-: 5005W
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