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Radio-Skalen im Wandel der Zeit

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Papers » Basic principles of radio technique » Radio-Skalen im Wandel der Zeit
           
Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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07.Sep.21 15:07
 
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Die Bilder der Skalen im RM.org

Bilder von Skalen bzw. Skalengläsern findet man im RM.org unter: ("I" ist hierbei das groß geschriebene "i".)

Die Informationen zu Skalengläsern sind dabei z.T. als "Pläne", aber vorwiegend als "Bilder" hinterlegt.

Man kann erkennen, daß die Skalen später zwar grundsätzlich aus bedruckten Gläsern bestanden, bei frühen und sehr frühen Skalen jedoch häufig auch Zelluloid Verwendung fand.

Interessant dabei ist die große Vielfalt von Skalen/Skalengläsern. Die Gestaltung der Skalen unterlag ja schon immer dem Geschmack - und war ein wichtiges Verkaufs-Argument.


Für Radios aus GB gibt es in [2] unter der Überschrift "How old is my Radio? - Dating a Receiver by its Tuning Dial" eine nach Jahreszahlen (von 1919 - 1978) geordnete Auflistung von Stations-Namen auf Radio-Skalen. Damit läßt sich durch Vergleich der Sender-Namen auf der Skala  das Baujahr des Radios bestimmen.


Ganz frühe Skalen

Zu Beginn des Rundfunks enthielten Skalen (bestenfalls) eine Einteilung in Winkelgrade. Das lag u.a. daran, daß bei den zunächst verfügbaren Empfängern mit einem Resonanzkreis, dessen Resonanzfrequenz durch die Kapazität der angeschlossenen Antenne verändert wurde. Man verwendete meist Drehknöpfe, die mit Winkel-Einteilungen zwischen 0° und 180° (bzw. 200 grd) versehen waren. Daneben gab es auch Zelluloid-Scheiben mit Winkel-Einteilungen, wie z.B. das sicher bekannte Beispiel der Skalenscheibe des VE301W.

Mehrkreisige Empfänger hatten noch getrennte Knöpfe für die Abstimmung. Und selbst, als es die ersten gemeinsamen Skalen-Antriebe gab, mußte häufig noch eine zusätzliche "Feinabstimmung" für den Vorkreis vorgesehen werden. Dieser mußte auf die Frequenz des frequenzbestimmenden Audion-Kreises nachgestimmt werden. Das Inserat zeigt ein entsprechendes Beispiel dazu.

Wer bewegt sich: Zeiger oder Skala?

Bei frühen Skalen, wie z.B. im Bild Type 372/2, bewegt sich oft die Skala. Ein bekanntes Beispiel einer bewegten Rund-Skala ist sicher die Skalenscheibe vom VE301W.

Aber es gibt auch Fälle, wo sich der Zeiger bewegt. Und später, als Linear-Skalen aus bedruckten Glas-Scheiben die Regel waren, bewegte sich nur noch der Zeiger.

Hier als Beispiele die Bilder einiger Skalen aus [3] mit aufgedruckten Stations-Namen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Links: "Mende" Radio mit "Propeller-Skala" : Zeiger bewegt sich.
  • Rechts: Reico "Transatlantik" mit "Linear-Skala": Skala bewegt sich! (Das ist eher eine Ausnahme.)

Radios mit aufgedruckten Sendernamen

So ungefähr ab 1931/32 gab es so präzise HF-Spulen und vor allem Mehrfach-Drehkos, daß zur Sender-Wahl eine Einknopf-Abstimmung ohne jegliche Fein-Korrektur möglich wurde. Nun ging die Radio-Industrie dazu über, Stations-Namen auf die Skalen zu drucken. Damit wurde die Auffindung einer "Radio-Station" wesentlich vereinfacht.

Aufgedruckte Stations-Namen hatten jedoch ein gewisses Problem, das darin bestand, daß die international festgelegte Frequenz- bzw. Wellen-Verteilung mehrfach geändert wurde, was dazu führte, daß Radios nicht nur wegen ihrer Empfangstechnik oder ihres Stylings "unmodern" wurden, sondern auch deshalb, weil die Sender dann nicht mehr an der Stelle auf der Skala empfangen werden konnten, wo der Stations-Name aufgedruckt war.

Das führte dann dazu, daß Radio-Firmen, die Skalen mit Stations-Namen bedruckten, teilweise während der Produktion einer Geräte-Serie die Radio-Skalen erneuern mußten, damit sie keine "Ladenhüter" produzierten.

Der Saba 310W/WL als Beispiel

Ein Beispiel hierzu ist die Skala des Saba 310WL. Im nächsten Bild (s. "II Skalenglas") ist oben eine frühe Skala zu sehen und darunter die infolge der "neuen" Frequenzen während der Produktion sich ergebende spätere Skala. Beide Skalen tragen zwar identische Nummern "286/49". Bei der frühen Skala folgt der Buchstabe "e" (?), während bei der späteren Skala der Buchstabe "l" folgt. ("l" => Luzerner Wellenplan)

  • Die magenta Pfeile zeigen auf "Radio Stuttgart", weil bei diesem Sender damals eine wesentliche Frequenzänderung erfolgt ist. Hierdurch ist "früher" und "später" einfach zu unterscheiden.
  • Luzerner Skala:
    Gefüllte Dreiecke entsprachen sogenannten "Exclusiv-Wellen", während nicht gefüllte Dreiecke die "Partagierten Wellen" zeigten, wo sich mehrere Sender diese Freuquenz teilen mußten - und sich dadurch auch gegenseitig störten.
    Hier sind am oberen und unteren Ende der Skala einige "Gemeinschafts-Wellen: G.W." verzeichnet.
    Aber auch dazwischen gibt es relativ viele "Mehr-Sender-Wellen", was auf die enorme Zunahme von MW-Sendern zurück zu führen war. (Siehe Tabelle 1 am Ende des Posts.)

In [1] finden sich zu "Radio Stuttgart" folgende Angaben zu den Frequenzen bzw. deren Änderungen.

Man ersieht aus dieser Tabelle, daß die "neue Frequenz" für Mühlacker spätestens am 20.12.1933 verwendet wurde. Allerdings mußte sie am 15.01.34 um 11 kHz erhöht werden.

"Reiterchen" für Stations-Namen

"Große" Radiobau-Firmen, wie AEG, Telefunken und Siemens, hatten damals möglicherweise einen eigenen Vertreter in die "UIR" nach Genf entsandt und hatten so Vorinformationen zu den zu erwartenden Wellen-Verteilungen? Zumindest gab es von dieser Firmengruppe eine interessante Lösung des Problems mit der sich ändernden Frequenz-Verteilung.

Ein Beispiel hierzu ist der Siemens 46W (mit den Parallel-Geräten AEG "Ultra Geadem W" und Telefunken T343W). Die Skala ist ohne Stationsnamen, sondern nur mit Frequenzen bedruckt. Hier ein Beispiel einer rekonstruierten Skala für einen 46W/WL.

Dazu gab es einen Satz mit "Reiterchen", die aufgedruckte Stations-Namen hatten.

Diese konnte der Besitzer des Gerätes an die Stelle verschieben bzw. versetzen, wo der gewünschte Sender zu finden war. Nach der Änderung des Frequenz-Plans war entsprechend zu verfahren. Damit war die Sender-Skala auch nach einem Frequenz-Wechsel wieder "auf dem neuesten Stand".

Das Foto aus [3] zeigt links die Skala vom AEG "Ultra Geadem" und rechts die vom Telefunken "T343W". Die "Reiterchen" sind deutlich erkennbar.

 

Beim "Katzen-Kopf" von Telefunken gab es auch schon zeitlich etwas früher entsprechende "Reiterchen" mit Stations-Namen. Auf dem Bild [4] ist der Deckel des "Katzenkopfes" abgenommen, so daß die "Reiterchen" zu erkennen sind. Telefunken bezeichnet diese Art der Skalen als "Auto-Skalen".

Skala mit Beschriftungs-Streifen

Siemens verwendete in seinem 2-Kreiser mit der "Riesenskala" Siemens 35W einen mit (weichem) Bleistift beschriftbaren Streifen (Markierungsfläche) auf dieser Skala. Dort konnten die aktuell empfangbaren Sender vermerkt werden. Auch so konnte die Skala "aktuell" gehalten werden.

 

Skalen der Saison 1932/33

Der nachfolgende "Luzerner" Wellenplan hielt sich sogar bis 1948 (was mit dem WW2 zusammen hing). Nun konnten auch so "vorsichtige" Radio-Produzenten wie AEG, Telefunken und Siemens Radios mit Skalen mit aufgedruckten Sender-Namen produzieren. Als Beispiel direkt einer "Skalien-Orgie" mag dazu die Skala des "Siemens Länderband" dienen, der sowohl als Dreikreiser (47WL), als auch als Super (57WL) zu kaufen war.

Das Bild zeigt die mechanisch aufwändige Konstruktion der "Länderband-Skala".

 

Internationale Frequenzabkommen

Einen Überblick über die Frequenzpläne für den AM Rundfunk auf MW und LW vom Beginn bis zum Jahre 1948 findet man in [1]. Der Text läßt erahnen, wie schwierig es ist, international eine Vereinbarung zu treffen.

Lang- und Mittelwellen Abkommen vor 1948

Von der damaligen weltweiten Union der Rundfunkanstalten, der "Union Internationale de Radiodiffusion" (UIR), wurde der erste Frequenzplan für den Bereich von 545 - 1500 kHz aufgestellt ("Genfer Plan 1925"); er wurde im Jahre 1926 von den Fernmeldeverwaltungen in Kraft gesetzt. Zur Beobachtung der Durchführung des Plans richtete die UIR eine technische Überwachungsstelle in Brüssel ein. Es ergab sich bald im Zusammenhang mit der weltweiten Funkkonferenz von Washington 1927 die Notwendigkeit, den Genfer Plan zu revidieren. Das führte zu dem "Brüsseler Plan" von 1927, der im Januar 1929 in Kraft trat. Er enthielt erstmalig auch Rundfunksendestellen im Langwellenbereich von 160 - 224 kHz. Bei seiner Aufstellung verwendete man erstmalig (und einmalig!) eine Formel für die Zahl der einem Lande zustehenden Exklusivfrequenzen. Diese Tatsache ist bemerkenswert, weil hiermit ein Maßstab für Frequenzbedürfnisse geschaffen wurde; er wurde jedoch auf späteren Konferenzen nicht beibehalten, obwohl immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde.

Da jedoch auch nach Einführung des Brüsseler Plans die gewünschte Ordnung im Äther noch nicht hergestellt wurde, trat im April 1929 eine Konferenz der Fernmeldeverwaltungen zusammen und schuf einen neuen Plan ("Prager Plan" der im Juni 1929 in Kraft gesetzt wurde. Er war jedoch auch nicht befriedigend, so daß eine Revision für nötig gehalten wurde. Diese Revision sollte jedoch erst nach der Weltnachrichtenkonferenz von Madrid (1932) vorgenommen werden. Gemäß einem Zusatzprotokoll des Madrider Weltnachrichtenvertrags arbeitete die UIR einen Entwurf aus, der allen europäischen Verwaltungen zuging und die Grundlage bilden sollte für die nächste europäische Rundfunkkonferenz in Luzern im Jahre 1933.

Diese Konferenz in Luzern konnte nach mancherlei Schwierigkeiten einen Frequenzplan ausarbeiten, der trotz zahlreicher Vorbehalte die Zustimmung von 27 der 35 teilnehmenden Länder fand.

Dieser "Luzerner Plan" (1933) war praktisch in Kraft bis zur Neureglung durch das Abkommen von Kopenhagen 1948. Zwar wurde in Montreux im Jahre 1939 abermals ein europäischer Frequenzplan aufgestellt, der jedoch wegen des Zweiten Weltkriegs nicht in Kraft trat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigte sich die Funkverwaltungskonferenz von Atlantic City im Jahre 1947 u. a. mit der Frage des europäischen Lang- und Mittelwellen-Rundfunks und verabschiedete im Vertragswerk von Atlantic City ein Zusatzprotokoll zu den Beschlüssen der Internationalen Funkkonferenz von Atlantic City. Zur Vorbereitung dieser Konferenz wird unter dem Vorsitz Belgiens ein Ausschuß aus acht Ländern gebildet, der als "Gesamtvertretung der Länder des Europäischen Bereichs" angesehen wird. Der Anhang zu diesem Zusatzprotokoll enthält die wesentlichen Richtlinien für die geplante Konferenz, die etwa im Juli 1948 stattfinden sollte. Dieses Zusatzprotokoll zu den Beschlüssen der Internationalen Funkkonferenz von Atlantic City 1947, die eine Verwaltungskonferenz war, wurde unterschrieben von den Delegierten des Europäischen Bereichs, die von ihren Regierungen bevollmächtigt waren. Diese Vollmacht durch die Regierungen war nötig, da, im Gegensatz zu allen früheren europäischen Rundfunkkonferenzen, die geplante Konferenz in Dänemark eine Regierungskonferenz sein sollte. Das abzuschließende Vertragswerk sollte offensichtlich das Gewicht eines internationalen Regierungsvertrags haben und damit die früher oft beobachteten Abweichungen von den Frequenzplänen der Verwaltungsabkommen künftig unwahrscheinlich machen. Der Acht-Länder-Ausschuß tagte in Brüssel in zwei Sitzungsperioden. Das Ergebnis der Arbeiten des Acht-Länder-Ausschusses wurde als ein Scheitern dieses Ausschusses gewertet, was als schlechtes Vorzeichen für die kommende Kopenhagener Konferenz zu deuten war.

Für Deutschland hatte der Alliierte Kontrollrat die Frequenzanforderungen dem Acht-Länder-Ausschuß zugeleitet. Ihm gingen auch die beiden Planentwürfe des Ausschusses zu. Da der Kontrollrat praktisch seine Tätigkeit im März 1948 eingestellt hatte, unterblieb eine Stellungnahme zu den Entwürfen.

Europäische Rundfunkkonferenz Kopenhagen 1948

Teilnehmer an der Konferenz waren Regierungsvertreter von 32 europäischen Staaten und als Beobachter u. a. die USA. Deutsche Vertreter nahmen an der Konferenz nicht teil. Es wurde festgestellt, daß weder Deutschland "als Ganzes" noch die "vier Besatzungszonen Deutschlands" auf der Konferenz vertreten waren.

Ähnlich dem Acht-Länder-Ausschuß läßt auch diese Konferenz von Kopenhagen zwei Abschnitte erkennen. Im ersten Abschnitt wurde ein Wellenplan ausgearbeitet, der von sieben Ländern abgelehnt wurde und der nicht als Diskussionsgrundlage betrachtet werden konnte. Im zweiten Abschnitt der Konferenz wurde dieser Wellenplan mehrmals geändert, bis schließlich am 14. September 1948 der endgültige Wellenplan verabschiedet werden konnte. Er umfaßt die Wellenbereiche von 150 - 285 kHz (Langwelle) und von 525 - 1605 kHz (Mittelwelle).

Dieses "Europäische Rundfunkabkommen Kopenhagen 1948" ist von 25 europäischen Ländern unterzeichnet worden. Es besteht aus dem eigentlichen Abkommen, dem Wellenplan, dem Schlußprotokoll, den Erklärungen fast aller teilnehmenden Länder und einigen Empfehlungen und Entschließungen.

Das Abkommen soll von einer Regierungskonferenz revidiert werden, und zwar,

1. wenn nicht andere Beschlüsse der europäischen Länder dem entgegenstehen, 18 Monate nach der nächsten Ordentlichen Funkverwaltungskonferenz (also der Konferenz von Genf 1959) oder

2. wenn zehn der eingeladenen Länder die Revision bei der UIT beantragen.

Der "Kopenhagener Plan" besteht aus zwei Kapiteln, Kapitel I "Allgemeine Vorschriften" und Kapitel II, dem eigentlichen Plan über die Verteilung der Frequenzen. Die "Allgemeinen Vorschriften" enthalten eindeutige Bestimmungen über die höchstzulässige Sendeleistung von 200 kW für den Langwellenbereich und von 150 kW für den Mittelwellenbereich; außerdem sind Leistungswerte für Gleichwellennetze angegeben. Weiterhin finden sich hier Bestimmungen über Frequenztoleranzen, Richtantennen, Verfahren bei Störungen usw.

Der eigentliche Kopenhagener Plan (Kapitel II) umfaßt die Bereiche 150 - 285 kHz (Langwelle) und 525 -1605 kHz (Mittelwelle); daneben sind drei "Derogationssender" außerhalb dieser Bereiche aufgeführt.

Der Langwellenbereich enthält 15 Kanäle (mit 9 kHz Abstand); von diesen sind 13 Kanäle nur einmal zugeteilt ("Exklusivwellen"), 2 Kanäle sind insgesamt fünffach zugeteilt ("partagierte Wellen"), so daß insgesamt 18 Sender auf diesen 15 Kanälen vorgesehen sind.

Der Mittelwellenbereich enthält 121 Kanäle, von denen zwei als "internationale Gemeinschaftskanäle" bestimmt sind. Von den restlichen 119 Kanälen sind 42 Kanäle nur einmal zugeteilt ("Exklusivwellen"), die anderen 77 Kanäle sind mehrfach zugeteilt ("partagierte Wellen"), und zwar an 18 Länder (entweder an Einzelsender oder an Gleichwellennetze dieser Länder).

Rechnet man die Sendeleistungen nach dem Kopenhagener Plan aus, so ergibt sich eine Gesamtleistung von rund 19 000 kW (vgl. auch Tafel 1).

Die Zuweisung der Wellen für Deutschland hat sowohl im Acht-Länder-Ausschuß als auch während der Kopenhagener Konferenz zu schwierigen Verhandlungen geführt. Man hatte beschlossen, Deutschland ein "technisches Minimum" zuzugestehen; dabei war nicht klar, in welcher Weise die vier Besatzungsgebiete mit Rundfunk versorgt werden sollten. Die ursprüngliche Forderung, die Rundfunkversorgung Deutschlands so zu beschränken, daß nur ein Programm auf Mittelwelle in den vier Besatzungszonen ausgestrahlt werden konnte, war mit der tatsächlich geschaffenen Lage unvereinbar. Deshalb sollte in jeder Besatzungszone ein Programm ausgestrahlt werden. Dem stand entgegen, daß in den westlichen Besatzungszonen bereits sechs Rundfunkanstalten gebildet worden waren. So kam es zu der Kompromißlösung, den vier Besatzungszonen Deutschlands insgesamt acht partagierte Kanäle zuzuteilen, die in einem ungünstigen Teil des Mittelwellenbereichs liegen. Eine Langwelle wurde nicht vorgesehen. Die Leistung der Sender war auf 70 kW begrenzt. Diese Wellenzuweisung stellte nach Auffassung der Kopenhagener Konferenz das "technische Minimum" dar, das Deutschland zugestanden wurde und quantitativ und qualitativ unter den Anforderungen des Alliierten Kontrollrats lag. Es ist daher verständlich, daß Deutschland anläßlich des Beitritts zur UIT im Jahre 1952 dem Kopenhagener Abkommen seine Anerkennung versagte und in der Folgezeit, unter weitmöglichster Beachtung der allgemeinen internationalen Bestimmungen (IFV und VOFunk), den Rundfunk auf Mittelwellen nach Maßgabe der tatsächlichen Lage und damaligen Bedürfnissen ausbaute.

Das Kopenhagener Rundfunkabkommen und insbesondere der Kopenhagener Wellenplan sind wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und waren daher beeinflußt von politischen Überlegungen oder gar Ressentiments. Das kommt auch in der internationalen Beurteilung dieses Vertragswerks zum Ausdruck. Daß die Beurteilung dieses Vertragswerks vom deutschen Standpunkt aus nicht günstig sein konnte, liegt auf der Hand. Es wird, wie bisher jedes Abkommen über den Lang- und Mittelwellen-Rundfunk, von vielen Ländern nicht befolgt. Bei den früheren Abkommen lag der Grund für diese Nichtbefolgung vorwiegend in der schnellen Entwicklung des Rundfunks in den europäischen Ländern. Bei diesem Kopenhagener Abkommen dürfte der Grund für die recht zahlreichen Abweichungen jedoch in der Tatsache liegen, daß ". . . politische und wirtschaftliehe Erwägungen eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielten wie technische Betrachtungen. . .".

Gegenüberstellung der bisherigen Wellenpläne

Es ist aufschlußreich, die bisher aufgestellten Wellenpläne für Europa in einer Tafel zusammenzustellen und dabei einige wichtige Daten zu vermerken. In der nachstehenden Tafel sind alle bisherigen Wellenpläne für den europäischen Lang- und Mittelwellen-Rundfunk aufgeführt. Der Frequenzbereich und die Zahl der Stationen haben sich im Laufe der 35 Jahre nur wenig verändert. Hingegen wird deutlich, daß sich die Leistung der Sender laufend stark erhöht hat. In noch stärkerem Maße hat sich die tatsächliche Sendeleistung erhöht. Während sie nach dem Kopenhagener Plan rund 19 000 kW beträgt, ist die tatsächliche Gesamtleistung aller in Europa betriebenen Rundfunksender im Lang- und Mittelwellenbereich mit etwa 52 000 kW zu veranschlagen. Es besteht - zumeist aus politischen Gründen - die Neigung zu einer weiteren Erhöhung der Sendeleistung, was in steigendem Maße das Chaos in diesem Frequenzbereich vergrößern wird.

 

  • "Ersatz"-Skalen mit Stations-Namen gemäß dem "Kopenhagener" Wellenplan wurden zu Beginn der '50er Jahre für sehr viele Vorkriegs-Radios angeboten. "Skalengläser für neuen Wellenplan"

 

Literatur:

[1] Kronjäger, W.; Pressler, H.; Vogt, K,: 50 Jahre Rundfunk aus der Sicht der Deutschen Fernmeldeverwaltung, Archiv für das Post- und Fernmeldewesen, 25 Jg. Nr. 5/6, Sept. 1973

[2] Hill, J.: Radio! Radio!, Maslands Printers, 3rd. ed., 1996

[3] Kappelmayer, O.: Mit meinem Radio auf Du und Du, Scherl, 1934; Reprint Freundlieb

[4] Lehmann, W.: Die Rundfunk- und Tonfilm-Technik, 2. A., Killinger, 1932

 

This article was edited 15.Sep.21 09:41 by Dietmar Rudolph .

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14.Sep.21 11:38

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In "RAFA: Radio - Bildfunk - Fernsehen für Alle, Bd. 13, Frankh, 1934" gibt es zeitgenössische Aussagen zur "Wellen-Umstellung", konkret zur Einführung des Luzerner Wellenplanes.

An einigen damaligen Begriffen wird erkennbar, daß das die Zeit des "3. Reiches" war. Fachbücher und Fachzeitschriften kamen auch damals ohne "Politik" aus. Bei der RAFA ist das offensichtlich nicht vollständig der Fall, s. OCR-Scan 2.

OCR-Scan 1: Seiten 33 & 34

Die Wellenumstellung der europäischen Sender war sicher für viele Rundfunkhörer eine recht ärgerliche Angelegenheit, weil sie am Montag morgen und erst recht am Montag abend alle gewohnten Sender an anderen Plätzen der Skala, fanden bzw. nicht fanden. Aber für alte Bastler, die mit ihrer "Röhrenkiste" verwachsen sind, für die war die Nacht der Wellenumschaltung ein Ereignis. Die ließen es sich nicht nehmen, sich Punkt 23.00 vor ihr Gerät zu hocken, die Skala immer wieder langsam durchzudrehen und zu notieren, welcher Sender künftig wo zu finden war. Ein Glücksumstand war es dabei, daß gutes Empfangswetter herrschte und die fernen Sender nur so "herein purzelten". Aber nur für einen echten Funkfreund war dies "Musik", denn ästhetisch betrachtet war es ein barbarisches Kuddelmuddel von Ansagen, Schallplatten und Melodienfetzen. Hinzu kamen Überlagerungen der einzelnen Wellen, die noch nicht so recht ihren richtigen Platz gefunden hatten, bis schließlich lange nach Mitternacht, um 3.30 in der Frühe, 108 Sender, immer paarweise geordnet, sich meldeten und von der Zentralstelle des Weltrundfunkvereins in Brüssel gemessen wurden. Der Deutschlandsender, Radio Paris und Warschau übermittelten dann 2 - 3sprachig die Meßergebnisse, die man geschwind auf der Skala, der Eichkurve oder in der Wellentabelle eintrug.

Während die überwiegende Mehrzahl der Sender sich an das vorgeschriebene Programm hielt, gab es einige kleine französische Privatstationen, wie Saint Juan les Pins und Radio Normandie, die vergnügt ihre Reklameprogramme aussandten. Zu früher Morgenstunde, als man schon anfing, müde zu werden, wurde man wieder wach von der interessantesten aller Wellenjagden, nämlich bei der Suche nach amerikanischen Rundfunkstationen. Das ist kein Rundfunklatein; man kann in diesen Wintermonaten tatsächlich mal gut, mal weniger gut ein bis zwei Dutzend nord- und südamerikanische Stationen im Gebiete der kürzeren Rundfunkwellen, (200 - 300m) ganz brauchbar empfangen. Die Sendungen schön zu finden, dazu gehört allerdings viel Phantasie, aber dafür sind es Rundfunksender eines fernen und fremden Kontinents. Und . . . bei diesem Fernempfang kommt einem erst die ganze Magie des Rundfunks zum Bewußtsein.

Die Nacht der Wellenumstellung war schon ein seltsam packendes Erlebnis. Da sitzt man einsam und alleine vor seinem Gerät. Die Welt schläft! Auch die Störungen sind zur Ruhe gegangen. Und dann hört man plötzlich Städte- und Ländernamen unseres ganzen Kontinents. Noch seltsamer und unfaßbarer scheint es, wenn zwischendurch eine Stimme aus Brüssel genau jede Abweichung des fernen Senders von seiner Sollwelle durchs Mikrophon sagt. Unheimlich fast wirkte es, wenn ein angekündigter Sender zur angegebenen Zeit nicht kam. Dann rief der Brüsseler Sprecher um den ganzen Erdball: "Bukarest ist von uns zur angegebenen Zeit nicht gehört worden, wir bitten den Sender, sich um 7.25 Uhr noch einmal zu melden." Man fragt sich, warum schweigt der Sender? Ist etwa gerade seine Welle im Weltraum verloren gegangen? Oder ist dem Sender irgend etwas zugestoßen? Dieser Gedanke lag um so näher, als ja ein Antennenbrand vom Leipziger Sender gemeldet worden war. Allerdings erschien Leipzig pflichtgetreu zur angegebenen Minute; schlimm konnte es mit dem Brande also nicht gewesen sein. Vielleicht sträubte sich der Bukarester Sender nur, von seiner ihm liebgewordenen Welle fortzugehen. Vielleicht wollte die angeblich seelenlose Konstruktion des so wundersamen Gebildes Rundfunk sich sozusagen aus sich selbst heraus dem Zwange menschlichen Willens entziehen.

In Wirklichkeit war es aber nicht die Widerspenstigkeit der toten Sender gegen den Wellenplan, sondern offensichtlich ein Widerstand der Rundfunkverwaltungen, die den Wellenplan nicht unterzeichnet hatten. So erschienen die ungarischen Sender nicht; auch Reykjavik war nicht zu hören. In Frankreich und Spanien nahm man es gleichfalls nicht so genau: die Franzosen waren unhöflich genug, sich mit 4 oder 5 Sendern überhaupt nicht zu melden; die Spanier erschienen auf ganz anderen Wellen als vorgesehen und Madrid EAJ2 war überhaupt nicht zu vernehmen. Einige russische Sender im Langwellenbereich erschienen gleichfalls nicht, obwohl Rußland für restlose Anerkennung des Luzerner Wellenplans ist. Ein russischer Sender arbeitete über die angesetzte Zeit hinaus und wurde drahtlos aus Brüssel zur Ordnung gerufen, weil seine Welle den Meldesender Warschau störte.

Aber sonst ging alles sehr ordentlich zu. Die Mehrzahl aller Sender meldete sich pünktlich, einige, darunter deutsche, englische, schwedische u. a. bereits mit exakt genauer neuer Welle. Die enorme technische Leistung der Wellenumstellung muß man restlos bewundern, wenn man bedenkt, daß noch wenige Stunden vorher die Sender mit anderen Wellen arbeiten und sich dann plötzlich auf die veränderten Verhältnisse umstellen mußten. Kaum ein halbes Dutzend der mehr als 100 Sender wich um 1 bis 2 kHz ab und mußte sich zum "Nachexerzieren" einige Stunden später noch einmal melden.

Die Brüsseler Kontrollstelle des Weltrundfunkvereins unter Leitung von Professor Braillard hat zusammen mit den Meßstellen der Deutschen Reichspost und den englischen, italienischen, russischen, schweizerischen, finnischen, spanischen, schwedischen, französischen, polnischen und tschechischen Meßstellen ganz Hervorragendes geleistet. Damit ist nicht nur die effektive Arbeitsleistung dieser Nacht und der folgenden Nacht vom Montag zum Dienstag gemeint, sondern überhaupt die Schaffung der Organisation, die so reibungslos den Wellenumbau ermöglichte.

Die noch nicht mit den Geheimnissen der Radiowellen vertrauten Rundfunkhörer haben sicher verständnislos und wohl nur für kurze Zeit diesen nächtlichen Sendungen gelauscht. Für den erfahrenen Funkfreund aber war es ein freudiges Erlebnis, wie aus dem Wellenchaos der ersten Nachtstunden sich eine disziplinierte Wellenordnung formierte, denn so etwas hat man im europäischen Äther noch nie "gehört".

So gibt dieser Auftakt zur Wellenneuordnung die Hoffnung auf ein brauchbares Weiterbestehen des Luzerner Wellenplanes, an dessen Zustandekommen die deutsche Reichspost hervorragenden Anteil hat.

F. E.

OCR-Scan 2: keine Seitennummerierung ? (nach S.48, vor S.49)

Unter "Kleine Mitteilungen" werden die Aktivitäten der damaligen Fuktionäre beschrieben. Hieraus wird aber auch erkennbar, wie sich die Wellenumstellung praktisch ausgewirkt hatte.

Die "Kleinen Mitteilungen" erschienen ohne fortlaufende Seiten-Nummerierung zwischen den Inseraten der Firmen. ("Ihr Inserat gehört in Radio, Bildfunk, Fernsehen für Alle, wenn Sie in den Kreisen der deutschen Radiobastler erfolgreich werben wollen".)

 

Nach der Wellenumstellung:

Die Hörerverbände führen zweitausend Einzelbeobachtungen durch !

In der Nacht vom 14. zum 15. Januar (1934) haben die meisten europäischen Rundfunksender ihre bisher benutzten Wellen geändert. Die Verteilung der einzelnen Wellenlängen unter die einzelnen Staaten und auf die einzelnen Rundfunksender war in dem sog. Luzerner Wellenplan festgelegt. Im allgemeinen erfolgte die Umstellung bis auf einige wenige Sender pünktlich zu den angegebenen Zeiten, so daß schon am 16. Januar im allgemeinen ein Überblick über die neuen Verhältnisse im Äther möglich war.

Die mannigfachen Wünsche der deutschen Rundfunkhörer konnten in dem Luzerner Wellenplan nicht immer voll berücksichtigt werden. Der Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer.e. V. und der Deutsche Funktechnische Verband e. V. führten dann mit Hilfe ihrer Kreisgruppen und der Funkwartorganisation der NSDAP in der Zeit vom 16. bis 20. Januar eine Beobachtung sämtlicher deutscher Sender durch. Das Ergebnis der Beobachtung war im allgemeinen recht günstig. Schwierigkeiten traten nur auf der Deutschen Gemeinschaftswelle 1267 kHz auf, die gemeinschaftlich von dem Sender Nürnberg und Dresden benutzt wurden. Durch die Erhöhung des Nürnberger Senders wurde der Sender Dresden in den Abendstunden selbst in der näheren Umgebung stark beeinträchtigt und gestört, während andererseits der Sender Nürnberg in der weiteren Umgebung von Nürnberg ebenfalls unangenehme Überlagerungstöne aufwies. Die Schwierigkeiten wurden insbesondere dadurch noch vergrößert, daß beide Sender getrennte Programme zur Aussendung brachten. Durch die rechtzeitige und weitgehende Beobachtung der Kreisgruppen und Funkwarte in diesem Bezirk konnten diese Mängel schnell festgestellt werden. Abhilfe ist inzwischen auch dadurch erfolgt, daß künftig die Sender Nürnberg und Augsburg zusammen im Gleichwellenbetrieb bei gleichem Programm auf der bisherigen Welle von Nürnberg laufen, während der Sender Dresden allein auf der Welle 1465 kHz läuft, die früher der Sender Augsburg benutzte.

Weitere Schwierigkeiten im Gleichwellenbetrieb tauchten bei der Westdeutschen Gleichwelle auf, die gleichzeitig von den Sendern Frankfurt a. M., Freiburg, Kaiserslautern, Kassel und Trier benutzt wird. Der Empfang dieser Gemeinschaftswelle war hauptsächlich durch das Außertrittfallen des Senders Kaiserslautern gestört; besonders unangenehm traten diese Störungen in dem Verwirrungsgebiet zwischen den Sendern Frankfurt a. M., Kaiserslautern, also insbesondere in der Gegend von Worms auf, wo ein Empfang meistens unmöglich war. Aber schon für die nächsten Tage ist mit einer Besserung der Empfangslage in dem Bezirk der Westdeutschen Gleichwelle zu rechnen.

Ein abschließendes Urteil konnte auch für den Bezirk des Süddeutschen Rundfunks nicht gegeben werden, da der Sender Mühlacker sich zurzeit im Umbau befindet und statt dessen der Ersatzsender Stuttgart-Degerloch mit nur 10 kW statt der künftigen 100 kW sandte. Es wurden daher sehr viele Klagen von der westlichen Reichsgrenze und aus dem Schwarzwaldgebiet gemeldet. Insbesondere war der Empfang im Schwarzwald noch dadurch ungünstig, daß der schweizerische Landessender Zürich-Beromünster nur einen sehr geringen Abstand, nämlich 18 kHz, von dem Sender Mühlacker hat. Durch die geringe Energie des Ersatzsenders schlug oft der schweizerische Sender erheblich durch. Um einen einwandfreien Überblick und vergleichsfähige Werte bei der Beobachtung der deutschen Sender zu bekommen, wurde der deutsche Empfänger, der Volksempfänger VE 301, grundsätzlich am Beobachtungsort eingesetzt. Dabei hat sich gezeigt, daß der Volksempfänger ganz außergewöhnlich gute Empfangsergebnisse erzielte und daß bei sehr günstigen Empfangsbedingungen die Zahl der empfangenen Stationen oft 50 überstieg. Wenn vereinzelt Schwierigkeiten beim Empfang mit dem Volksempfänger angegeben wurden, so lag es fast stets daran, daß ungeeignete, meistens zu lange Antennen verwendet wurden. Antennen von 50, ja von 100 m Länge wurden in diesen Fällen meist angegeben und es ist selbstverständlich, daß durch eine Verkürzung der Antenne auf einen Normalwert von etwa 20 bis höchstens 30 in Drahtlänge der Empfang auch dort ungestört und einwandfrei sein würde. Es liegen z. B. einwandfreie Beobachtungsergebnisse aus Ostpreußen über die westdeutschen Sender vor, während der ostpreußische Sender Heilsberg einwandfrei in Süddeutschland empfangen werden konnte. Es ist durch diese Beobachtungen voll und ganz erwiesen, daß der Volksempfänger alle berechtigten Ansprüche im höchsten Maße erfüllt und meistens wesentlich mehr leistet, als überhaupt erwartet werden konnte. Die weitere Auswertung der Fragebogen wird naturgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es sind im ganzen über 600 Fragebogen eingegangen, die im Durchschnitt 3 - 4 Senderbeobachtungen enthalten, so daß das Gesamtergebnis nahezu 2000 Einzelmeldungen aus allen Teilen Deutschlands zählt. Diese hohe Zahl der Beobachtungen bringt auch eine große Sicherheit mit sich, da vereinzelte Fehlbeobachtungen unter der großen Zahl der zweifellos richtigen Ergebnisse untergehen. Ferner ist noch dabei zu berücksichtigen, daß den einzelnen Meldungen oft bis zu 40 Einzelbeobachtungen innerhalb einer Kreisgruppe zugrunde liegen. Dieses jetzt gesammelte wertvolle Material wird in hohem Maße dazu beitragen, den Empfang der deutschen Sender soweit wie nur irgend möglich zu verbessern.

OCR-Scan 3: S. 79 "Der Bastlerladen"

Welche Probleme viele "normale Rundfunkhörer" mit den neu verteilten Wellen hatten, kann man vielleicht erahnen, wenn man die Empfehlung für die "Transforma" Radio-Hilfsskala liest.

„Transforma“ Hifsskala (Abb. 111)

Die neue Welleneinteilung bringt für viele Hörer erhebliche Betriebsschwierigkeiten mit sich. Für die neueren Geräte werden zwar von den Herstellerfirmen entsprechende Einstellskalen geliefert, für viele ältere Typen aber sind keine Ersatzskalen mit der neuen Welleneinteilung erhältlich. In solchen Fällen kann die „Transforma“ Hilfsskala gute Dienste leisten.

Dabei handelt es sich um eine übersichtliche Tabelle, die 90 nach Wellenlängen geordnete Rundfunksender aufführt. Ein praktisches Schiebefenster gestattet die gesuchte Station rasch und leicht einzustellen. Beigegeben ist ein Verzeichnis der Pausenzeichen und eine Gradeinteilung zur Umrechnung von Meter in kHz. Mit zwei seitlichen Ösen kann die Hilfsskala am Empfänger befestigt werden.

Hersteller: Transforma-Radio G.m.b.H., Berlin S 42. Preis RM 1.--.

MfG DR

  
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