Super inductance 638U Export Skandinavien
Philips; Eindhoven (tubes international!); Miniwatt
- Country
- Netherlands
- Manufacturer / Brand
- Philips; Eindhoven (tubes international!); Miniwatt
- Year
- 1934 ?
- Category
- Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
- Radiomuseum.org ID
- 368878
- Number of Tubes
- 6
- Main principle
- TRF without regeneration; 2 AF stage(s); Export model
- Tuned circuits
- 4 AM circuit(s)
- Wave bands
- Broadcast (MW) and Long Wave.
- Power type and voltage
- AC/DC-set / 110-119, 120-130, 200-224, 225-250 Volt
- Loudspeaker
- Permanent Magnet Dynamic (PDyn) Loudspeaker (moving coil) / Ø 21 cm = 8.3 inch
- Material
- Wooden case
- from Radiomuseum.org
- Model: Super inductance 638U [Export Skandinavien] - Philips; Eindhoven tubes
- Shape
- Tablemodel, Tombstone = decorative upright, not cathedral but can have rounded edges.
- Dimensions (WHD)
- 385 x 470 x 234 mm / 15.2 x 18.5 x 9.2 inch
- Notes
-
Philips Super Inductance 638U, Version für den schwedischen Markt mit elektrischer Sicherheitszulassung gemäss S (SEM) Prüfsiegel. Umschaltung der Netzspannungsbereiche mit verschraubbaren Schaltlaschen, die gemäss eines Schemas zu setzen waren.
Siehe auch diese weiteren Versionen:
- Super Inductance 638U für die Schweiz
- Super Inductance 638U für Frankreich
- Super Inductance 638U für die Niederlande
- Super Inductance 638U für Spanien
- Net weight (2.2 lb = 1 kg)
- 12.8 kg / 28 lb 3.1 oz (28.194 lb)
- Author
- Model page created by Harald Giese. See "Data change" for further contributors.
- Other Models
-
Here you find 5309 models, 4461 with images and 3465 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.
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Forum contributions about this model: Philips; Eindhoven: Super inductance 638U
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Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden
1 Einführung
Kürzlich habe ich von einem schwedischen Sammler einen PHILIPS "Super Inductance 638U" erworben und daraufhin die im RM vorhandenen Informationen zu diesem Modell ein wenig näher betrachtet. Im RM waren bereits 4 Modellvarianten angelegt:
- 638U / PHILIPS - NL Jahrgänge 1934 / 35
- 638U / PHILIPS - CH Jahrgänge 1934 / 35
- 638U / PHILIPS - E Jahrgang 1934
- 638U / PHILIPS - F Jahrgänge 1935 / 36
Alle Modelle verwendeten den gleichen Röhrensatz: CF2 CF2 CB1 CF1 CL2 CY1 C1, nur bei einer später erschienenen Modellvariante wurden anscheinend anstatt der Typen CF2, CB1 und CF1 die jeweiligen Nachfolgetypen CF3, CB2 und CF7 eingesetzt. Darauf deutet jedenfalls das unten gezeigte Schaltbild unbekannten Ursprungs hin.
Der 638U war das letzte, von PHILIPS zwischen 1934 und 1935 produzierte Vierkeis "Super inductance" Modell in Allstromtechnik und zählt meines Erachtens zu den herausragenden Beispielen niederländischer Ingenieurkunst. Dank seiner ausgefeilten Technik stand es in seiner Empfangseigenschaften kaum einem der damaligen Superhetempfänger nach.
Hier noch einmal das Schaltbild der Version mit 2 x CF3, CB2 und CF7, das von allen verfügbaren Dokumenten am besten lesbar ist. Es unterscheidet sich nach meinem Kenntnisstand nur geringfügig von den anderen Versionen des 638U.
Auf einen abgestimmten Bandfiltereingang folgen 2 Verstärkerstufen mit der Regelpentode CF2 (CF3), wobei nur die 1. Röhre geregelt wird. Der 3. und 4. abgestimmte Kreis liegen an den Steuergittern der Röhren - die Kopplung erfolgt induktiv von der Anode der jeweils davor liegenden Röhre. Auf die Diodengleichrichtung mit CB1 (CB2) (keine Rückkopplung!) folgt eine zweistufige NF - Verstärkung mit der CF1 (CF7) und der Endpentode CL2.
Was zunächst recht einfach klingt, entpuppt sich in der Praxis als sehr komplexe Aufgabe, da die hohe Geradeaus - Verstärkung bei unzureichender Abschirmung zu Schwingproblemen führt. Wie hoch der Abschirmaufwand getrieben wurde, lässt das folgende Original Schaltbild erahnen. Sogar die Heizleitungen wurden abgeschirmt, damit über die Heizfaden - Kathoden - Kapazitäten keine Stufenverkopplung auftritt.
Weiter unten in Abschnitt 5.2 werde ich Bilder der Verdrahtung zeigen, auf denen man einen Eindruck von dem enormen Abschirmaufwand gewinnt.
2 Unterschiede in der Bauelement - Anordnung
Inwieweit sich die verschiedenen Länderversionen im mechanischen Aufbau bzw. in der Anordnung der Bauelemente unterscheiden, lässt sich wegen der schlechten Auflösung der meisten auf den Modellseiten gezeigten Bilder nur schwer beurteilen.
Folgende Unterschiede sind mir aufgefallen:
- Bei manchen Geräten trägt die oberhalb des Netzspannungsumschalters liegende Halterung vier Drahtwiderstände, bei anderen Geräten nur drei.
- Links neben dem Umschalter erkennt man immer eine Gruppe von Widerständen, die bei manchen Geräten freitragend horzhorizontal eingebaut sind, bei anderen vertikal auf einer Pertinaxplatte gehalten werden
- Der Netzspannungsumschalter selbst besteht in den meisten Fällen aus einer drehbaren Pertinaxscheibe mit eingelassenen Kontaktbrücken. Je nach Winkelstellung dieser "Wählscheibe" wurden unterschiedliche Kontakte geschlossen und damit die für verschiedene Netzspannungen notwendigen Verbindungen hergestellt. Es existierten aber auch Geräte, bei denen die Umschaltung der Netzspannungsbereiche mit verschraubbaren Schaltlaschen erfolgte.
Hier eine Aufstellung der für einen Vergleich verwertbaren Bilder der RM Modellseiten:
Rot eingekreist sind die Drahtwiderstände, grün der Netzspannungsumschalter und blau die Widerstandsgruppe links vom Umschalter
Bild 1 ⇒ 638U / CH
Vier Drahtwiderstände, Netzumschaltung mit Drehscheibe, Widerstandsgruppe horizontal
Bild 2 ⇒ 638U / F
Vier Drahtwiderstände, Netzumschaltung mit Drehscheibe, Widerstandsgruppe horizontal
Bild 3 ⇒ 638U / NL
Vier Drahtwiderstände, Netzumschaltung mit Drehscheibe, Widerstandsgruppe horizontal
Bild 4 ⇒ 638U / NL
Drei Drahtwiderstände, Netzumschaltung mit Kontaktlaschen, Widerstandsgruppe horizontal ?
Bild 5 ⇒ 638U / NL
Drei Drahtwiderstände, Netzumschaltung mit ???????????, Widerstandsgruppe ????????
Bild 5 ⇒ 638U / E
Vier Drahtwiderstände, Netzumschaltung mit Drehscheibe, Widerstandsgruppe horizontal
Bild 6 ⇒ 638U / NL
Einen Sonderfall stellt das unter PHILIPS /NL gezeigte Gerät des polnischen Kollegen Marcin Seliwiak dar, bei dem der Halter der Drahtwiderstände noch eine zusätzliche Pertinaxplatte trägt, die aber möglicherweise nachträglich eingebaut wurde.
Bei diesem Gerät liegt die Widerstandsgruppe links neben dem Umschalter vertikal und wird von einer gekerbten Pertinaxplatte gehalten.
Das RM - Mitglied Wolfgang Bauer hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Rückwand des Gerätes von Herrn Seliwiak die gleichen Aufkleber in schwedischer Sprache aufweist wie mein Gerät (siehe Bilder weiter unten). Es handelt sich also offenbar um die gleiche Modellvariante (Skandinavien Export) des 638U. Ungeklärt bleibt allerdings der Punkt des Netzumschalters, der hier noch als Wählscheibe ausgeführt ist, in meinem Gerät aber mit Kontaktbrücken. .
3 Länderspezifische Skalen
Eine Besonderheit stellte die auswechselbare Stationsskala dar, die von oben in den Skalenrahmen eingeschoben wurde. Auf den RM - Modellseiten sieht man zwei Typen
Niederlande, Frankreich, Schweiz Spanien
Ob PHILIPS noch weitere länderspezifische Skalen anbot, ist mir nicht bekannt.
4 Der kürzlich erworbene 638U aus Schweden
Kürzlich habe ich einen PHILIPS 638U erworben, der im Aufbau im wesentlichen meinem 638U /France entspricht, aber bezüglich der oben diskutierten Unterschiede eine neue Kombination zeigt:
Drei Drahtwiderstände, Netzumschaltung mit Kontaktlaschen, Widerstandsgruppe vertikal
Hier zunächst einige Bilder (der Lautsprecherstoff ist leider nicht original):
Auf der Rückwand hat das Gerät Aufkleber in schwedischer Sprache:
"GODKÄNT FÖR NÄTANSLUTNING - SEM" = Zugelassen für Netzanschluss. Das Kürzel SEM steht für Svenska Elektriska Materielkontrollanstalten AB (Semko).
SEM (oder SEMKO) war ein staatliches Unternehmen und eine Prüfstelle, die 1925 vom Schwedischen Verband der Elektrizitätswerke, den Brandversicherungsgesellschaften und der Elektrischen Prüfstelle gegründet wurde. SEMKO prüfte elektrische Geräte und Produkte vor allem für Haushalte und erteilte gegen eine Prüfgebühr schriftliche Prüfbescheinigungen an die Hersteller und Importeure, die die Produkte auf dem schwedischen Markt verkauften.
"LIKSTRÖM OCH WÄCHSELSTRÖM", also "Gleichstrom und Wechselstrom".
Das Typenschild zeigt die Fabrik Nr. F 164768:
Nach Abnehmen der Rückwand fallen sofort die besagten Unterschiede zu den andern Modellen ins Auge:
Die bei Netzspannungswechsel notwendigen Verbindungsänderungen wurden durch Umsetzen von geschraubten Kontaktbrücken bewerkstelligt (also so wie bei dem Gerät von Patrick Mergan auf Bild 4). Auf die Rückseite der Rückwand wurde eine Papierscheibe aufgenietet, die über ein kleines Fenster auf der Aussenseite die eingstellte Netzspannung zeigt, auf der Innenseite die Postionen der dafür zu setzenden Brücken. Da bei manchen Netzspannungen nur 4 der insgesamt 5 Brücken benötigt werden, setzte man an einer Stelle 2 Brücken übereinander - so geht die zusätzliche Brücke nicht verloren.
Die einstellbaren Netzspannungsbereiche sind identisch mit denen der "Wählscheiben" - Modelle:
110 V - 119 V; 120 V - 130 V; 200 V - 224 V; 225 V - 250 V
Hier die Brückenpositionen für Netzspannungen zwischen 200 bis 224 V.
Das Umsetzen der Brücken ist zweifellos zeitraufweniger als das Drehen der "Wählscheibe", aber möglicherweise hatte man mit letzterer auf die Dauer Kontaktprobleme?
Auf der Halterung oberhalb des Netzspannungsumschalters befinden sich beim vorliegenden Gerät drei Drahtwiderstände und ein Widerstand geringerer Leistung (rot eingekreist). Die unberührte Verdrahtung deutet darauf hin, dass hier nichts nachträglich geändert wurde.
Die oben bereits erwähnte Widerstandsgruppe links vom Netzspannungsumschalter ist - wie bei dem unter PHILIPS / NL gezeigten Gerät von Marcin Seliwiak oben in Bild 6 - vertikal auf einer gekerbten Pertinaxplatte befestigt.
Bisher ist nicht geklärt, welche Argumente für die beschriebenen Änderungen sprachen.
Andere Unterschiede konnten, abgesehen von einer geringfügig abweichenden Röhrenbestückung, bei einem ersten Vergleich mit meinem 638U / F nicht festgestellt werden. Beim vorliegenden Gerät wurde die CF1 durch durch die Nachfolgetype CF7 ersetzt, die Stromregelröhre C1 durch eine sehr ähnliche, zwei Jahre später auf dem Markt erschienene C8.
Es konnte bisher nicht geklärt werden, ob es sich hierbei um eine Ersatzbestückung oder um die Standardbestückung für den schwedischen Markt handelte.
Ein Teil der im Gerät vorhandenen Röhren trägt PHILIPS Banderolen mit Fertigungsnummern um den Sockel. Vermutlich handelte es sich um selektierte Röhren. Bei Röhrenwechsel musste gegebenenfalls der Abgleich korrigiert werden?
5 Bildergalerie
Da bisher generell nur wenig hochaufgelöste Bilder des 638U zu finden sind, zeige ich hier eine kleine Bildergalerie:
5.1 Chassis Oberseite
Skalenlampen:
Korrekte Bestückung: 2 x 8066 (9V / 200 mA)
Vorgefunden:1 x 8066, 1 x 8064 (18V/200mA)
5.2 Chassis Unterseite / Verdrahtung
Die Chassis - Unterseite wird beherrscht von HF - Barrieren in Form von abgeschirmten Leitungen und Abschirmwänden.
Es folgen einige Detailbilder. Aufgrund der dichten Bauelementpackung gestaltet es sich schwer, aussagestarke Bilder zu machen:
Die vorgefundene Verdrahtung befindet sich allem Anschein nach im Originalzustand (unberührte Lötstellen) und zeigt auf den ersten Blick keine Unterschiede zu den anderen 638U Modellen. Allerdings ist die Auflösung der entsprechenden Bilder auf den RM - Modellseiten in den meisten Fällen nicht ausreichend um hier eine belastbare Aussage zu treffen.
6 Schlussbemerkungen
Mancher Sammler wird sich darüber wundern, warum PHILIPS noch Mitte der 1930er Jahre mehrkreisige Geradeaus - Empfänger auf den internationalen Markt brachte, obwohl andere Hersteller bereits die ersten Superhets produzierten. Die Gründe hierfür sind vielfältig und eine erschöpfende Antwort würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ein Grund liegt in der Tatsache, dass PHILIPS zu diesem Zeitpunkt einen reichen Erfahrungsschatz hinsichtlich der elektrischen und mechanischen Auslegung von mehrkreisigen Geradeaus - Empfängern hatte. Siehe z.B. den zwischen 1928 und 1931 vermarkteten 3 - Kreis Empfänger 2511 mit seinen aufwendigen Abschirmmassnahmen und seinem infolgedessen stolzen Gewicht von 21 kg!
Abgesehen davon, dass ihr Bau noch einem französischen Patent unterlag, bei Verwendung wurden also Patentgebühren fällig, wiesen frühe Superhetempfänger noch viele Schwachstellen auf, wie z.B. Spiegelfrequenzstörungen durch niedrige Zwischenfrequenz (siehe auch hier), parasitäre Mischprodukte, schlechte Grosssignalfestigkeit u.v.a.m.
PHILIPS war klug genug abzuwarten, bis sich die neue Technik etabliert und die Kinderkrankheiten überwunden hatte.
Das hier besprochene Modell wurde unter dem Namen " Super inductance 638U Export Skandinavien" in die Liste der PHILIPS 638U Modellvarianten aufgenommen.
Falls für ein Restaurationsprojekt weitere Bilder benötigt werden, werde ich diese gerne nachliefern.
Bernhard Nagel und Gidi Verheijen danke ich für ihre Unterstützung! I
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Harald Giese
Harald Giese, 28.Apr.26






































