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Bildmeister I (1) FT316

Bildmeister I FT316; Siemens; D S.& (ID = 1484610) Fernseh-E
 
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Für Modell Bildmeister I (1) FT316, Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte):
aus siemenskatalog 1973
 
Land:  Deutschland / Germany
Hersteller / Marke:  Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
Jahr: 1962/1963 Kategorie: Fernseh-Empfänger/Monitor
Röhren 21: AW59-90
Hauptprinzip Superhet allgemein; ZF/IF 38900 kHz
Wellenbereiche Wellen in den Bemerkungen.
Spezialitäten Fernbed/-steuerung (Radio etc.)
Betriebsart / Volt Wechselstromspeisung / 220 Volt
Lautsprecher 2 Lautsprecher
Belastbarkeit / Leistung
von Radiomuseum.org Modell: Bildmeister I FT316 - Siemens; D S.& Halske / S.
Material Gerät mit Holzgehäuse
Form Tischgerät-gross, - Querformat (breiter als hoch oder quadratisch).
Abmessungen (BHT) 600 x 540 x 360 mm / 23.6 x 21.3 x 14.2 inch
Bemerkung

VHF/UHF.

Gehäusefarben Afrikanisch Birnbaum dunkel hochglanz, Nußbaum natur seidenglanz.

Nettogewicht 34 kg / 74 lb 14.2 oz (74.89 lb)
Originalpreis 1'398.00 DM
Datenherkunft Handbuch VDRG 1962/1963

Modellseite von Bernd P. Kieck angelegt. Siehe bei "Änderungsvorschlag" für weitere Mitarbeit.



Alle gelisteten Radios usw. von Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
Hier finden Sie 2451 Modelle, davon 2026 mit Bildern und 1274 mit Schaltbildern.


 


Forumsbeiträge zum Modell
Siemens; D S.&: Bildmeister I FT316
Threads: 1 | Posts: 1
Klicks: 2327     Antworten: 0
siemens: FT316; Bildmeister I Die Technik
Pius Steiner
05.Feb.13
  1

Die Technik der Fernsehgeräte »Bildmeister I-
(FT316/FS316)

Schema A3

HF-Teil (VHF)

Der VHF-Tuner ist mit der rauscharmen Doppeltriode PCC88 als HF-Vorverstärker- und der PCF86 als Misch-und Oszillatorröhre bestückt.
Die von der Antenne kommende Eingangsspannung gelangt über die Trennkondensatoren C1 und C2 sowie den Symmetrier-Ubertrager 240/60 Ω an den Eingangskreis und an das Gitter der PCC88. Das Gitter dieser Röhre ist verzögert geregelt. Als elektronischer Schalter für die Verzögerung dient der Kleingleichrichter D100, der die Regelspannung bei zu geringem Eingangssignal kurzschließt. Der Einsatz der verzögerten Regelung ist mit R120 einstellbar. Durch die Röhre PCC88 als HF-Vorverstärker in Cascodenschaltung und eine gut dimensionierte Antennenanpassung des Eingangskreises ergibt sich ein günstiges Nutz-RauschVerhältnis.

Nach der Verstärkung in der Vorstufe wird das Nutzsignal über ein induktiv gekoppeltes HF-Bandfilter (L7, L8) dem Steuergitter der Mischröhre PCF86 zugeführt. Parallel zur Sekundärspule dieses Filters (L8) liegt ein kapazitiver Spannungsteiler C19, C20, an dessen symmetrische Mitte die ZF des UHF-Tuners eingespeist wird. Hierdurch wird bei UHF-Empfang eine zusätzliche ZF-Verstärkerstufe mit der PCF86 gewonnen. Die PCF86 ist eine Spanngitterröhre mit sehr großer Steilheit (12 mA/V). Der kurze Aufbau des Röhrensystems gewährt eine hohe Mikrofoniefestigkeit.

Die Triode der PCF86 arbeitet als Oszillator in Dreipunktschaltung. Als Kreiskapazität dient die Sperrschidhtkapazität der Diode D1, die über C38 und C39 an die Kreisspule L11 angekoppelt ist. Die feste Vorspannung erhält die Diode über R25 aus dem Spannungsteiler R91, R82 von der Kathode der PCF80. Sie kann mit R82 auf den vorgeschriebenen Wert eingestellt werden.

Die Änderung der Sperrschichtkapazität erfolgt bei eingeschalteter Automatik durch die frequenzabhängige Regelspannung des Nachstimmdiskriminators über die Kontakte 81, 82 sowie über R96 und R24. Bei abgeschalteter Automatik kann die über R7 aus dem Bildkipp kommende stabilisierte Vorspannung von Hand mit R81 auf den Wert an DI eingestellt werden, der die beste Bildwiedergabe ergibt. Die Frequenzvariation der Handabstimmung im Band I ist größer als ± 500 kHz, im
Band III größer als ± 1 MHz.

Additiv wird die Oszillatorspannung über C22 der Pentode zugeführt. Die ZF wird dem Tuner über die Primärspule des 1. ZF-Bandfilters L9 entnommen. Die Umschaltung der VHF-Kanäle erfolgt durch einen Motor. Durch kurzzeitigen Druck der Taste ."VHF-Kanal".. erhält er über die Kontakte 101, 102 einen Anlaufimpuls. Der Hubanker des Motors kuppelt das Getriebe ein, das die Kanalwählerachse schrittweise dreht. Die mitlaufende Kanalvorwählscheibe trägt für jeden Kanal eine keramische Stellschraube, die im eingedrehten Zustand den Schaltkontakt des Motors schließt und ihm einen neuen Stromimpuls gibt. Er läuft dadurch so lange weiter, bis bei einem Kanal die Stellschraube so weit zurückgedreht ist, daß der Motorkontakt geöffnet bleibt und der Motor stromlos wird. Der Hubanker fällt dann schlagartig ab und kuppelt das Getriebe wieder aus. Der durch den Hubanker betätigte Stummschalter schließt während des Motorlaufs die Lautsprecher kurz, so daß keine Schaltgeräusche im Lautsprecher hörbar sind.


HF-Teil (UHF)

Der UHF-Teil ist ein üblicher Topfkreis-Tuner mit kapazitiver Abstimmung. Die HF-Vorstufe ist mit der steilen Spanngitterröhre PC88 bestückt, die selbstschwingende Mischstufe mit der PC86. Beide Röhren arbeiten in Gitter-
Basis-Schaltung. Die Kreiskapazität für den Oszillator bildet die Diode D2, die ihre Nachregelspannung über die Steckverbindung 6 und R 98 aus dem Nachstimmdiskriminator erhält. Die feste Vorspannung der Diode wird über die Steckverbindung 7 aus dem Spannungsteiler R91, R82 von der Kathode der PCF80 entnommen. Über eine Brückenschaltung (Aufsteckfilter auf den VHF-Tuner) wird die ZF in die VHF-Mischröhre PCF86  rückwirkungsfrei eingespeist. Die Abstimmung der Drehkondensatoren auf die einzelnen UHF-Kanäle erfolgt über eine Mechanik durch Tasten; mit jeder von ihnen kann der Gesamtbereich durchgestimmt werden.

Die relaisgesteuerten Kontakte a2, a1 und a3 übernehmen die Umschaltung VHF/UHF. Das Relais erhält seine Steuerspannung über Steckverbindung 9 und R77 direkt aus dem Netzgleichrichter. Die Glimmlampe der UHF-Anzeige liegt einerseits über R76 ebenfalls direkt am Netzgleichrichter, andererseits in Stellung UHF über R6 und R8 an Masse.
In Stellung UHF (al/a2) werden die Anodenspannungen der PCC88 und der PCF86 abgeschaltet, die Anodenspannungen für den UHF-Tuner voll zugeschaltet. In Stellung VHF (a 2/a3) wird die Anodenspannung für den UHF-Tuner durch Zuschalten von R109 so weit herabgesetzt, daß die PC86 und PC88 nicht mehr arbeiten, sondern nur noch eine geringe Restemission aufweisen.


ZF-Teil


Der Bild-ZF-Verstärker mit einer maximal 10000 fachen Verstärkung ist dreistufig aufgebaut und bandfiltergekoppelt. In Verbindung mit den den einzelnen Bandfiltern zugeordneten Nachbarbild- (31,9 MHz), Nachbarton- (40,4 MHz) und Eigentonfallen (33,6 MHz) werden einwandfreie Selektionswerte erreicht. In der ersten ZF-Stufe ist eine geregelte Spanngitterröhre EF183 vorgesehen. Diese Röhre hat gegenüber der EF80 eine wesentlich bessere Regelcharakteristik, mit der auch bei größeren Eingangssignalen die ZF-Verstärkung so weit herabgesetzt werden kann, daß keine Übersteuerung auftritt.
Der am Eingang dieser Röhre liegende Sekundärkreis L102 des 1. ZF-Bandfilters hat seinen Primärkreis L9 im VHF-Kanalschalter. Beide Kreise sind über eine niederohmige, kapazitätsarme Leitung und die Hilfswicklung L103 miteinander fußpunktgekoppelt.
Die auf die EF183 folgende Verstärkerkette ist mit zwei Röhren EF80 bestückt. Im Kathodenzweig der letzten ZFVerstärkerröhre befindet sich ein Spannungsteiler, über dessen Mitte dem Gitter der Tasttriode PCL84 eine positive Spannung zugeführt wird.
Wird die ZF-Röhre übersteuert, steigt die Spannung an ihrer Kathode und damit gleichzeitig am Gitter der Taströhre an. Der Spannungsunterschied zwischen Gitter und Kathode der Taströhre wird dadurch geringer, sie öffnet sich, liefert mehr Regelspannung auf die 1. ZF-Röhre und regelt so den ZF-Verstärker zurück.

Diese Schaltung hat den Vorzug, daß ggf. eine Übersteuerung besonders der 3. ZF-Röhre bei sehr hohem Eingangssignal unmittelbar nach dem Einschalten des Gerätes vermieden wird, solange noch keine Regelspannung zur Verfügung steht, die den ZF-Verstärker zurückregelt. Eine Übersteuerung würde nämlich sowohl eine Begrenzung des Videosignals als auch eine Beschneidung der Synchronisier-impulse verursachen. Die Folge wäre eine mangelhafte oder fehlende Synchronisation der Kippteile.
Außerdem würde durch Fehlen der Zeilenimpulse an der Kathode der Tasttriode das Potential zwischen Gitter und Kathode nicht herabgesetzt und die Röhre gesperrt bleiben, selbst wenn inzwischen die Rücklaufimpulse der Zeilenendstufe an der Anode vorhanden wären.


Nachstimmdiskriminator

Aus dem Diodenbandfilter wird mit L136 ein Teil der ZF-Spannung mit 41,5 MHz ausgekoppelt und der Treiberröhre PCF80 des Nachstimmdiskriminators zugeführt. Der Nachstimmdiskriminator arbeitet mit L148, L 146/147 auf der Bildträgerfrequenz 38,9 MHz. Durch die gleichgeschalteten Dioden D101 und D102 entsteht bei Abweichung des Bildträgers zu höheren Frequenzen eine positive, bei Abweichung zu niederen Frequenzen eine negative Regelspannung, die die Nachstimmdiode im Tuner steuert. Zur Erhöhung der Regelsteilheit ist zwischen Diskriminator und Nachstimmdiode ein Gleichspannungsverstärker mit der PCF80 geschaltet.
Bei abgeschalteter Automatik wird die am Steuergitter der PCF80 liegende Nachregelspannung über die Kontakte 72, 73 auf Masse gelegt, so daß sich beim Umschalten von Handabstimmung auf Automatik die Nachregelschaltung nicht selbst blockieren kann.


Video

Die Videogleidhrichtung erfolgt mit einer Germanium-Diode D103. Diese Stufe ist besonders dicht geschirmt, um ggf. Empfangsstörungen durch ZF-Oberwellen auszuschalten. Die Übertragung des BAS-Signals von D103 auf die Video-Endröhre erfolgt durch eine gemischte Kopplung über R151 und C144. Die hohen Modulationsfrequenzen gelangen hierbei über C144, die niederen Modulationsfrequenzen über R151 auf das Gitter der PCL84. Diese Schaltung ermöglicht bei gleichzeitiger Übertragung des Gleichspannungsmittelwertes über R151 und Erhaltung des Schwarzpegels die Reihenschaltung der negativen Diodenspannung mit einer positiven Gegenspannung zur Verstärkungsregelung.

Am Steuergitter liegt die an R138 entstehende negative Diodenspannung, deren Wert sich je nach ZF-Verstärkung zwischen 0 und —3 V ändert. Dieser negativen Spannung wird eine positive Gegenspannung von etwa + 1 bis + 6 V über den Kontrastregler R146, R156 und R153 in Serie geschaltet, so daß sich zwischen Gitter und Masse eine positive Spannung einstellt, die mit R146 von 1 bis 3 V variiert werden kann. Da das Gitter durch den Spannungsabfall am Kathodenwiderstand R161 je nach Stellung von R146 mit etwa —3 bis -4 V vorgespannt ist, ergibt sich zwischen Steuergitter und Kathode eine durch R146 regelbare, wirksame Spannung zwischen —1 und —2 V, mit der der Arbeitspunkt der Endröhre verschoben und damit deren Verstärkung beeinflußt wird.

Beim Standgerät FS316 dient die Fotozelle L50 zur automatischen Nachregelung der Verstärkung in Abhängigkeit von den Raumlichtverhältnissen. Die Schaltung ist so ausgelegt, daß die Wirkung von L50 um so größer wird, je weiter der Kontrastregler zurückgedreht wird.

Das Triodensystem der PCL84 ist als Regelspannungstaströhre geschaltet. Zur Erzeugung der Regelspannung wird ein positiv gerichteter Rüdklaufimpuls des Zeilentransformators an der Anode als Tastspannung benutzt. Das Gitter hat eine feste Vorspannung von der Kathode der letzten ZF-Röhre. Die negativ gerichteten Gleichlaufzeichen des Bildsignals an der Kathode steuern und bestimmen über den Anodenstrom die Regelspannung.

Da die Kathode der Tasttriode mit der Kathode des Pentodensystems verbunden ist, überträgt sich eine Verstärkungsänderung in der Endröhre durch den Kontrastregler auch auf die Kathode der Taströhre. Die damit hervorgerufene Potentialverschiebung zwischen Gitter und Kathode der Taströhre ändert den Einsatzpunkt der getasteten Regelung und damit die Regelspannung für den ZF-Verstärker.

Das von der Anode der Videoröhre abgenommene Videosignal gelangt über den 5,5-MHz-Sperrkreis L160/C153 und die Strahlstrombegrenzung D104, R169, C154 und R168 auf die Kathode der Bildröhre. Durch die Strahlstrombegrenzung wird der maximale Bildröhrenstrom auf 350 uA festgelegt
.
Bei normalem Betrieb ist das Potential an der Anode der PCL84 größer als an der Kathode der Bildröhre. Die Diode D104 ist daher geöffnet, und es fließt ein Strom über den Kathodenwiderstand der Bildröhre R168 nach Masse. Sobald die Bildröhre bei hohem Eingangssignal und vollem Kontrast übersteuert wird und der Strahlstrom 350 µA übersteigt, stellt sich an R168 eine gegenüber der Anode der PCL84 positivere Spannung ein, die die Diode sperrt. Das Videosignal gelangt dann für die Dauer der gesperrten Diode ohne Gleichspannungsanteil über C154 zur Bildröhre, wobei der Schwarzwert nicht mit übertragen wird.


Ton-Teil

Als Differenz der ZF-Bild- und Tonträgerfrequenz entsteht am Video-Gleichrichter D103 die Ton-Zwischenfrequenz von 5,5 MHz. Sie gelangt über C152 und das selektive Filter L162 an den 2 stufigen Ton-ZF-Verstärker mit der EBF89 und EF80.

Durch eine wirksame Amplitudenbegrenzung in beiden Stufen wird auch bei schwachem Eingangssignal eine gute Klangwiedergabe gewährleistet. Der Ratio-Detektor ist unsymmetrisch aufgebaut und mit dem Diodenpärchen D105/D106 bestückt. Mit R181 läßt sich die optimale AM-Unterdrückung einstellen. Die NF wird in der nachfolgenden PCL86 verstärkt, eine Kompensationswicklung des Ausgangsübertragers sorgt für die Klangentzerrung.
Zur Unterdrückung des Einschaltbrumms wird die Triode der PCL86 so lange gesperrt, bis die Zeilen-Endstufe arbeitet und die Regelspannung den Bild-ZF-Verstärker zurückregelt. Der Kondensator C183 lädt sich über R253 auf eine mittlere Gleichspannung auf, sobald der Zeilengenerator arbeitet. Dadurch kann sich am Gitter der Triode PCL86 eine negative Spannung von etwa — 10 bis —15 V aufbauen, die das System sperrt. Durch die große Zeitkonstante von C183 und R199/R188 bleibt die Sperrspannung etwa 30 s am Gitter stehen und geht dann erst auf den normalen Wert der Gitterspannung zurück, die durch den Spannungsabfall an R188, welcher durch den Gitteranlaufstrom hervorgerufen wird, entsteht.
Die Impulse des Zeilengenerators werden über C179 kurzgeschlossen, damit sie nicht in den Tonverstärker gelangen können.


Amplitudensieb und Störaustastung

Die Röhre ECH84 arbeitet als zweistufiges Amplitudensieb und als Störaustaströhre. Das positive BAS-Signal von der Video-Endröhre gelangt über die übliche RC-Kombination auf das Gitter 3 der Heptode und steuert diese aus. Die Impulsabtrennung und Begrenzung erfolgt in bekannter Weise.
Die Triode der ECH84 begrenzt und formt die Impulse zusätzlich, so daß am Ausgang des Amplitudensiebes sauber beschnittene Impulse für die Kippteile zur Verfügung stehen.
Das Steuergitter 1 der Heptode übernimmt die Störaustastung. An diesem Gitter liegt über C231 das von der Video-Diode abgegriffene negative, gegenüber Gitter 3 gegenphasige Bildsignal. Gitter 1 ist außerdem über R213 mit positiver Spannung verbunden (+ D). Dieser Widerstand ist so bemessen, daß sich am Gitter 1 eine um 0 V liegende Anlaufspannung ergibt. Negative Störimpulse, die über das Dach der Synchronisierimpulse hinausragen, tasten daher die Heptode kurzzeitig aus. Da das Gitter 1 keine Regelcharakteristik hat, wird die Röhre rasch und sicher gesperrt. Eine längere Sperrung des Anodenstromes in der Heptode durch störende Aufladung der Kondensatoren im Eingangskreis von Gitter 3 wird damit vermieden.

Kipptell

Die Kippfrequenz für die Bildablenkung wird mit einer PCL85 erzeugt, die als symmetrischer Multivibrator geschaltet ist. Die Pentode arbeitet hierbei gleichzeitig als .2. Multivibratorsystem und als Endröhre.
Die vom Amplitudensieb über eine dreigliedrige Integrationskette kommenden Bildwechselimpulse werden im 1. System der ECC81 verstärkt und begrenzt. Sie synchronisieren über C309 den Multivibrator direkt, solange seine freie Schwingung niedriger liegt als die Synchronfrequenz. Weicht der Multivibrator von seiner Sollfrequenz nach höheren Frequenzen ab, wird mit dem 2. System der ECC81, das als Koinzidenzröhre geschaltet ist, die Kippfrequenz automatisch zurückgeregelt. An der Anode der Koinzidenzröhre liegt über C308 ein positiver Bildrücklaufimpuls, am Gitter über C305 der im 1. System der ECC81 verstärkte Synchronimpuls mit negativer Polarität. Der Kathodenwiderstand R308 ist ein Teil des Gitterableitwiderstandes R318, R317, R313, R308 der PCL85.

Im synchronisierten Zustand liegen der Bildrücklaufimpuls und der Synchronimpuls ohne zeitlichen Unterschied an der Anode bzw. am Gitter der Koinzidenzröhre. Der negative Synchronimpuls am Gitter ist so bemessen, daß er die Röhre nicht vollständig sperrt und ein bestimmter mittlerer Röhrenstrom fließen kann, der an R308 einen positiven Spannungsabfall von 0,7 V hervorruft. Diese 0,7 V liegen parallel zur mittleren negativen Gleichspannung von —3,2 V am Teilerpunkt R308/R313 des Gitterableitwiderstandes vom 1. Multivibratorsystem, so daß sich im synchronisierten Zustand eine negative resultierende Spannung von etwa — 2,5 V an R308 einstellt und die Vorspannung am Gitter des 1. Multivibratorsystems — 30 V beträgt. Bei dieser Vorspannung schwingt der Multivibrator etwas unterhalb der Synchronfrequenz, so daß durch die Bildwechselimpulse an der Anode der Röhre PCL85 eine direkte Synchronisation möglich ist.

Wird nun die Multivibratorfrequenz höher, so kippt der Generator bereits, bevor die Synchronimpulse an der Anode der PCL85 eintreffen. Es kann also keine direkte Synchronisation mehr stattfinden. Nun liegen aber der Bildrüddaufimpuls und der Synchronimpuls auch nicht mehr zum gleichen Zeitpunkt an der Anode und am Gitter der Koinzidenzröhre. Es fließt daher — je nach der zeitlichen Abweichung beider Impulse zueinander — ein entsprechend höherer Anodenstrom, der an R308 einen höheren Spannungsabfall hervorruft. Die Gittervorspannung der PCL85 wird dadurch ebenfalls positiver und der Anodenstrom in der PCL85 steigt. Hierdurch vergrößert sich der Impuls am Steuergitter der Pentode der PCL85 und der über R319, C313, C311 und R318 auf das Gitter des 1. Multivibratorsystems rückgekoppelte Spannungsstoß. Die sich dadurch ergebende höhere negative Vorspannung sperrt die PCL85 länger und regelt die Eigenfrequenz des Multivibrators so weit zurück, bis wieder direkte Synchronisation stattfinden kann.

Wird die Multivibratorfrequenz niedriger als die Synchronfrequenz, hat die in diesem Fall ebenfalls positiver werdende Gittervorspannung an der PCL85 keinen Einfluß auf die Kippfrequenz, da bei niedrigerer Multivibratorfrequenz der Kippvorgang durch die zeitlich eher an der Anode der PCL85 anliegenden Synchronimpulse ausgelöst wird, also direkte Synchronisation stattfindet. Der Haltebereich mit dieser Schaltung liegt zwischen 44 und 56 Hz.


Zeilenfangautomatik

Der Zeilengenerator wird vollautomatisch durch eine Phasen- und Frequenz-vergleichssdialtung synchronisiert. Diese Schaltung ermöglicht es, eine so große Zeitkonstante für das Regelsiebglied R240, C252 hinter der Vergleichsstufe zu wählen, daß sowohl ein großer Fangbereich als auch eine große Störfestigkeit gegeben ist und ein eigener Regler zur Einstellung der Zeilenfrequenz entfallen kann.

Die Nachregelspannung für den Zeilenoszillator wird mit den beiden in Sperrichtung sehr hochohmigen Selengleichrichtern D201 und D202 erzeugt. C249 dient als Speicherkondensator, ein Bauteil, das in bisher üblichen reinen Phasenver-gleichsschaltungen nicht vorhanden war. Mit R241 kann der Arbeitspunkt eingestellt und die Regelspannung abgegriffen werden.

Über C245 gelangen die vom Amplitudensieb kommenden Zeilen- Synchronisierimpulse an den Eingang der Vergleichsschaltung. Durch den Schwingkreis L240, C246 werden sie differenziert, also zu Doppelimpulsen umgeformt. Vom Zeilentransformator werden über C250 positive, über C251 negative Vergleichsimpulse herangeführt. Durch eine kapazitive Spannungsteilung von C250/C247 und C251/C248 wird ihr ursprünglicher Wert von etwa 300Vss herabgesetzt, so daß die Spitzenwerte der Zeilenimpulse und der Vergleichsimpulse annähernd gleich groß sind.
Die Vergleichsimpulse überlagern die differenzierten Zeilenimpulse. Entsprechend ihrer Phasenlage zueinander entsteht eine resultierende Summenspannung. Da durch die Ladung des Speicherkondensators C249 die beiden Gleichrichter eine Vorspannung erhalten, werden von der resultierenden Summenspannung nur die Spitzenwerte gleichgerichtet.
Haben beide Impulse gleiche Phasenlage — synchronisierter Zustand des Zeilenoszillators —, so fließt durch beide Gleichrichterstrecken ein Strom gleicher Größe, der an den Arbeitswiderständen gleichgroße Spannungen hervorruft. Da die Spannungen jedoch entgegengesetzte Polarität haben, heben sie sich auf, es entsteht keine Regelspannung.
Ändert sich jedoch die Phasenlage der beiden Impulse zueinander, so entsteht eine Regelspannung, die in ihrer Polarität und ihrer Größe der Phasenabweichung entspricht und den Zeilengenerator wieder auf seine Sollfrequenz hinzieht.

Entsteht nun eine Frequenzabweichung z. B. der Zeilenimpulse, die so groß ist, daß kein Phasenvergleich mit den Impulsen des Zeilentransformators mehr stattfinden kann, so kann sich keine Summenspannung mehr bilden. Die Regelspannung sinkt nun aber nicht auf Null wie bei reinen Phasenvergleichsschaltungen. Durch die in Sperrrichtung sehr hochohmigen Dioden hält der Speicherkondensator C249 seine zuletzt angenommene Ladung fest und liefert eine gewisse Zeit noch eine Regelspannung. Während dieser Zeit treffen die durchlaufenden Vergleichsimpulse wieder mit den differenzierten Zeilenimpulsen zusammen. Die hierdurch entstehende zusätzliche Spannung hat die Polarität, die erforderlich ist, um die Frequenz des Zeilengenerators allmählich wieder an die Synchronfrequenz heranzuziehen, bis der Phasenvergleich wieder normal arbeiten kann. Der Fangbereich dieser Phasen- und Frequenzvergleichsschaltung beträgt etwa ± 800 Hz.

Die Zeilenfrequenz wird mit einem Sinusoszillator in Dreipunktschaltung zwischen Gitter 1 und Gitter 3 der Langlebensröhre PCF802 erzeugt. Das Triodensystem dieser Röhre bildet die Reaktanz.


Zeilenendstufe

Über C265 wird die Zeilenendröhre PL500 angesteuert. Die Endstufe arbeitet in Verbindung mit der Schalterdiode PY88 nach dem bekannten Prinzip der Energierückgewinnung.
Um Bildbreite und Hochspannung von Netzspannungsschwankungen und Alterung der Röhren weitgehend unabhängig zu machen, wird das Gitter der PL500 durch den VDR-Widerstand R260 stabilisiert. Über C273 kommende Impulse werden durch die nichtlineare Kennlinie von R260 gleichgerichtet. Die entstehende negative Gleichspannung wird dem Öffnungsimpuls am Gitter 1 der Zeilenendstufe überlagert und ändert in Abhängigkeit von der Netzspannung den Gleichstromwiderstand der PL500. Bei Netzüberspannung erhöht sich die negative Gittervorspannung durch die höheren Impulse, der Anodenstrom der Röhre wird geringer. Bei Netzunterspannung wird durch die kleineren Impulse die Gittervorspannung positiver, der Anodenstrom der Röhre steigt. Die Ablenkleistung bleibt dabei nahezu unverändert. Mit R263 wird der über R261/R262 kommende Gleichspannungsanteil auf den richtigen Arbeitspunkt der Zeilenendröhre eingestellt.

Bildröhre

Die Fokussierung erfolgt über R347 aus der Boosterspannung. Zur Unterdrückung des Leuchtpunktes beim Ausschalten des Gerätes erhält das Gitter 2 der Bildröhre seine Spannung über das RC-Glied R346, C329 mit hoher Zeitkonstante, so daß sich nach dem Abschalten die Spannung am Gitter 2 noch eine Zeitlang hält und die Beläge der Bildröhre sich rasch entladen können. Um bei Reparaturarbeiten Einbrennflecke durch Ziehen des Ablenkjochsteckers während des Betriebes zu vermeiden, ist der Helligkeitsregler über die Steckerverbindung der Ablenkeinheit auf +C gelegt. Durch die dann fehlende Vorspannung am Wehnelt Zylinder wird die Bildröhre sofort blockiert.
Am Wehnelt-Zylinder liegen außerdem die Austastimpulse für den Strahlrücklauf. Sie werden durch D301 geglättet, um den Strahlstrom während des Hinlaufs nicht zu beeinflussen.

Unterdrückung des Rasters

Für eine zeilenfreie Bildwiedergabe wird über die Kontakte 21/22 ein mit der EL95 bestückter Generator eingeschaltet, der mit einer quarzgesteuerten Frequenz von 13,56 MHz (Diathermie- und Fernsteuerfrequenz) eine zusätzliche Wicklung auf den Zeilenablenkspulen speist. Der Leuchtpunkt wird dadurch im Takte der Hochfrequenz senkrecht zur Zeilenrichtung gewobbelt und so die Dunkelzeile ausgelöscht. Die HF-Amplitude läßt sich mit R210 verändern. Um Moiré-Störungen im eigenen Empfänger durch Oberwellen zu vermeiden — die 4. und 5. Harmonische fallen mit 54,24 und 67,8 MHz genau ins Band I —, liegt zwischen dem Anodenkreis L230 und dem Ablenkjoch der Leitkreis L231/C227. Außerdem wurde die gesamte Schaltung dicht geschirmt.

Quelle:Siemens Werkstatt-Praxis September 1962

 

Anlagen

 
Siemens; D S.&: Bildmeister I FT316
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