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Erfurt 4 Super 10149/70 WU Ausführung "C" ohne Ferritantenne

Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 40931) Radio
 
Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 40933) Radio
 
Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 433572) Radio
 
Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 1606416) Radio
Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 375566) Radio Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 912601) Radio
Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 912596) Radio Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 912595) Radio
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Erfurt 4 Super 10149/70 WU; Stern-Radio (ID = 375566) Radio
Stern-Radio: Erfurt 4 Super 10149/70 WU [Radio] ID = 375566 800x481
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For model Erfurt 4 Super 10149/70 WU Ausführung "C" ohne Ferritantenne, Stern-Radio Sonneberg, VEB, RFT; -vorm.: EAK (Ostd.) - ex. AEG
 
Country:  Germany
Manufacturer / Brand:  Stern-Radio Sonneberg, VEB, RFT; -vorm.: EAK (Ostd.) - ex. AEG
Year: 1960/1961 Category: Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
Valves / Tubes 8: ECC85 ECH81 EBF89 EBF89 EM80 EABC80 EL86 EL86
Semiconductors (the count is only for transistors) Selen
Main principle Super-Heterodyne (Super in general); ZF/IF 455/10700 kHz
Tuned circuits 10 AM circuit(s)     14 FM circuit(s)
Wave bands Broadcast, Long Wave, Short Wave plus FM or UHF.
Details
Power type and voltage Alternating Current supply (AC) / 110; 127; 220; 240 Volt
Loudspeaker 3 Loudspeakers
Power out 3.5 W (unknown quality)
from Radiomuseum.org Model: Erfurt 4 Super 10149/70 WU [Ausführung "C" ohne Ferritantenne] - Stern-Radio Sonneberg, VEB,
Material Wooden case
Shape Tablemodel with Push Buttons.
Dimensions (WHD) 720 x 430 x 280 mm / 28.3 x 16.9 x 11 inch
Notes

Eisenlose Gegentakt-Endstufe, Kurzwellenlupe, Selektortaste (Bandbreite AM), Duplexantrieb, Klangregister, Zusatzlautsprecher hochohmig. Entspricht im elektrischen und mechanischen Aufbau dem Modell Erfurt 4 10149/70 WU, besitzt aber keine eingebaute Ferritantenne.
Erste Geräte noch mit ZF=473 kHz.

Besonderheit: Wegen der "eisenlosen Gegentaktendstufe" wurden Lautsprecher mit hochohmigen Schwingspulen verwendet:

  • Frontlautsprecher L3858PBO 400 Ω, 6 VA,
  • zwei Seitenlautsprecher S16/2  200 Ω, 3 VA.

Einige Geräte wurden auch in dem für die GWU-Version vorgesehenen Gehäuse ausgeliefert. Da befindet sich die KW-Lupe in der Schallwand rechts. 

Net weight (2.2 lb = 1 kg) 20 kg / 44 lb 0.8 oz (44.053 lb)
Price in first year of sale 675.00 DM
Collectors' prices  
Source of data Radiokatalog Band 2, Ernst Erb
Mentioned in -- Original-techn. papers. (Werkstattbuch)
Literature/Schematics (1) Service-DVD Funkverlag B. Hein

Model page created by Arpad Roth † 27.3.17. See "Data change" for further contributors.



All listed radios etc. from Stern-Radio Sonneberg, VEB, RFT; -vorm.: EAK (Ostd.) - ex. AEG
Here you find 375 models, 295 with images and 274 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.



 


Forum contributions about this model
Stern-Radio: Erfurt 4 Super 10149/70 WU
Threads: 1 | Posts: 1
Hits: 3341     Replies: 0
stern-sonn: Erfurt 4 - eine kritische Würdigung
Eike Grund
07.Jun.08
  1

Was tut man, wenn man ein großes Radio geschenkt bekommt - in einem Zustand, der auf dem Sperrmüll nicht auffallen würde? Der Spender möchte Freude bereiten, also freut man sich auch.
So ging es mir vor einigen Jahren. Der Blick auf die Rückwand konnte da auch nichts mehr ändern, für einen ehemaligen Frontstadt-Wessi hatten Produkte aus dem Osten wenig Charme. Da reichte schon die Abkürzung "VEB" für einen kleinen Adrenalinschub.
Dass Erfurt 4 nun doch auf meinem Seziertisch liegt, verdankt er folgenden Umständen: Ich hatte bisher noch kein Radio aus DDR Produktion von innen gesehen und die Verwendung 2er EL86 steigerte die Neugier.
Andererseits weiß man  aber auch um die gute Qualität mancher elektronischer Produkte der DDR, vor allem wenn es sich um Exportgeräte handelte. Ich habe mir unmittelbar nach der Wende in Leipzig Produkte der kommerziellen Nachrichtentechnik ansehen können. Sie machten einen guten Eindruck, sahen nur etwas "wie früher" aus.
Viele Radios und Musikschränke aus der DDR sahen wirklich gut aus, auch die technische Konzeption hatte hohes Niveau.

Bild 1 zeigt einen Blick in das Chassis.  Der Schaltungsumfang ist mit dem des Philips Modells 1002 vergleichbar, nur die Klangregelung fällt etwas bescheidener aus. Bei der Endstufe und der Lautsprecheranordnung hat man vermieden, bei Philips abzugucken. Aber dazu später.

Der zweite Blick ins Innere des "Super 10149/70 WU Erfurt 4" (Ausführung C) erweckte aufgrund der verwendeten Bauteile den Eindruck, dass es sich um ein Exportgerät handeln müsse. Auch die Bezeichnung der Frequenzbereiche auf der Skala mit "Mc" und "Kc" weisen darauf hin. Ein Anruf beim "Spender" bestätigte folgendes: Das Gerät wurde bei einem renommierten Radiogeschäft in Westberlin gekauft. Normalerweise konnten DDR Bürger solche Exportgeräte nicht erwerben, es sei denn, es gab Überbestände. Oder man hatte gute Kontakte zur "Bückware" (unter dem Ladentisch).

Bild 2 zeigt einen Kondensator 2500pF/10%, der mit einem Messwert von 2350pF noch sehr gut im Toleranzbereich liegt. Er sieht ein bischen nach Styroflex aus. Die normalen Folienkondensatoren zeigen auch hier die üblichen großen Abweichungen außerhalb der Toleranz.
Aber man findet auch im Erfurt Bauteile "wie früher", die deshalb keinesfalls schlecht sein müssen. Nur etwas größer. Zum Beispiel die Selenbrücke in offener Bauweise, siehe im Bild 3.

Diese hier hat allerdings ziemlich schlapp gemacht, sie liefert nur noch knapp die Hälfte der Anodenspannung. Auf eine Messung aller einzelnen Brückenglieder habe ich verzichtet. Die Oberflächen einiger Elemente zeigen Korrosion und Ausblühungen.
Bleiben wir gleich beim Netzteil: Der Netztransformator ist in Ordnung, ebenso die Elkos 100uF und 2x50uF. Ich hatte sie vor der Prüfung vorsichtig formiert  (ich verwende dazu ein kleines Solarpanel).

Bezüglich der Verarbeitung unterscheidet sich Erfurt 4 generell wenig von Westprodukten, bleibt aber doch hinter vergleichbaren Geräten aus westdeutscher Produktion Anfang der 60er Jahre zurück. Das betrifft die Oberflächenbearbeitung und einige Details, die nach Handarbeit aussehen. Zum Beispiel der für die Tastenmechanik erforderliche Ausschnitt in der Glasskala (Bild 4).

Da wäre noch die Rückseite der Skala zu zeigen (Bild 5). Die Beschichtung löst sich an vielen Stellen großflächig ab. 

Mein Erfurt hatte bezüglich der Lagerung schlechte Bedingungen aber auch bei der westlichen Konkurrenz fraß sich unter solchen Umständen die Korrosion durch. So sieht die Duplexkupplung (Bild 6) ziemlich mitgenommen aus, nimmt  aber noch einwandfrei mit.

Alle mechanischen Teile sind noch leichtgängig (auch die Potis und der Drehko (Bild 7) und arbeiten fehlerfrei.  Die konstruktiven Lösungen fallen positiv auf, zum Beispiel die Gesperre der Tastenmechanik (Bild 8) und der Antrieb des UKW-Spulenvariometers (Bild 10).

Auch der Rohstoffmangel zeigt sich, im UKW-Kästchen (Bild 9) sind keine Kupferbleche zu finden.  Die Oberfläche des Kästchens hat möglicherweise einen galvanischen Kupferüberzug erhalten, das lässt sich bei diesem Gerät aber nicht mehr so genau feststellen. Auch die Halterungen der Netzsicherung waren vermutlich aus einer minderwertigen Legierung, sie brachen beide beim Ausbau der Sicherung sofort ab.
Nun zu den "Plasten und Elasten": Alle Kunststoffteile, auch bei der Verkabelung, sind in gutem Zustand, zeigen weder Risse noch Brüche.

Bleibt noch zu erwähnen, dass alle Bauteile aus DDR-Produktion stammen, selbstverständlich auch alle Röhren (Bild 11).

Die Röhren: Funkwerk Erfurt, Röhrenwerk Neuhaus, und WF.

Der Frontlautsprecher (400 Ohm, 6 Watt): VEB Funkwerk Leipzig
2 Seitenlautsprecher (200 Ohm, 3 Watt): Elektro-Physikalische-Werkstätten Neuruppin.
Siehe dazu Bild 12.

Informationen zu den Herstellern der DDR, zum Beispiel die Bedeutung der Abkürzungen betreffend, findet man hier im RM oder man googelt - zum Bsp. auch die Begriffe "Plaste und Elaste" (aus Schkopau!) oder die "Bückware".

Eine von Wolfgang Eckhardt zum Gerät hochgeladene Serviceunterlage des Herstellers verrät folgendes: Erfurt 4 war das erste Gerät der DDR mit eisenloser Endstufe und man hat sich bei der Entwicklung doch etwas die Zähne ausbeißen müssen. Die entsprechenden Korrekturhinweise für die Vertragswerkstätten füllen eine Seite.
Die ausführliche Spezifikation der Erfurt 4 Modelle (3 Seiten) hat Bernd Pötzsch zum Modell GWU hochgeladen. 
Beide Unterlagen lesen sich spannend wie ein Kriminalroman. Die toten Bauteile gibt es aber erst am Schluss meines Beitrags.
Nach meinen Recherchen hat es in der DDR kein weiteres Modell mit eisenloser Endstufe gegeben, Radiofreunde aus der ehem. DDR mögen mich korrigieren.
Somit wäre Erfurt 4 doch als Sammlerstück einzuordnen und ich hatte bereits beschlossen, die umfangreiche Restauration anzugehen. Das sollte dann den zweiten Teil des Berichtes und möglicherweise noch ein schönes Foto geben.

Aber Stern-Radio hat nicht nur ein Philips Konzept aufgegriffen, sondern auch die Probleme der Philips-Ingenieure bei den Anfängen mit eisenlosen Endstufen bekommen: Zerstörung der Lautsprecher-Schwingspulen. Auf die Gefahr des Durchbrennens der Spulen wird auch in der oben genannten Kundendienstunterlage hingewiesen. In meinem Fall war der entsprechende Koppelkondensator 8uF noch in Ordnung, jedenfalls in stromlosem Zustand. Die hauchdünnen mehrlagig gewickelten Spulendrähte können aber auch bei Berührung mit den umgebenden Teilen reißen.

Man prüft daher bei einem eisenlosen Gerät vorsichtshalber zuerst die Lautsprecher, bevor man Arbeitsstunden einsetzt. Stern-Radio verwendet 3 Lautsprecher in Reihe, das sind 800 Ohm.
Aber nur ein Seitenlautsprecher hat überlebt. Schade, denn auch die Lautsprecher sind von guter mechanischer Qualität.
Nun doch noch eine gute Nachricht zum Schluss: Ersatzteile, bei Bedarf auch Detailfotos, können angefragt werden.

 


 
Stern-Radio: Erfurt 4 Super 10149/70 WU
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