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A_Messerkontakt

Information - Help 
ID = 2124
       
Country:
Germany
Brand: Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
Developer: Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte) 
Tube type:  Triode, vacuum 
  <1925 rare.
Identical to A_Messerkontakt
First year Oct.1916 Saga of the Vacuumtube, Tyne Seite 240-242
Successor Tubes Mc   K6  

Base Blade contact
Filament Vf 2.5 Volts / If 0.52 Ampere / Direct / Battery =
Description EE: Die Messerkontaktröhre Type A ist die erste Hochvakuumröhre in Deutschland. Sie wurde ab Herbst 1916 ausgeliefert und diente zuerst für militärische Zwecke, z.B. für die Ausspionierung des Gegners im Feld. Es ist eine typische Röhre für die Verstärkung von Telefonie.

Die ersten Entwürfe der Messerkontaktröhre Type A lehnen sich stark an das Audion von de Forest an, wie Tyne an Bildern auf Seite 242 zeigt (horizontal gehaltene, plane Anode, Gitter und gebogener Wolframdraht). Auch die Serienausführung der Type A lässt gut erkennen, dass sie nichts mit der Lieben-Röhre zu tun hat - wie auch alle Folgeröhren in Deutschland.

Ein Artikel von C. Nebel "Die Entwicklung der Siemens Fernsprechröhre", veröffentlicht in NachrichtenTechnik 1935, Nr.4 (Seiten 215-226) zeigt, dass ca. 50.000 Röhren dieses Typs gebaut wurden. Die Röhre Type A hat einen Verstärkungsfaktor von ca. 14 mit Anodenwiderstand von 120 kOhm und zieht einen Heizstrom von 0,52 A. Die Steilheit beträgt 0,12 mA/V (120 micromhos mutual conductance bzw. slope). 1917 baut Siemens den Nachfolger Mc mit einer Steilheit von 0,7 mA/V.

Das Gewicht ist inkl. Plomben und Etikette gegeben. Kolbendurchmesser nur 35 mm. Seddig baute später eine ähnliche Röhre weil der Bedarf für den Krieg von einer Firma nicht gedeckt werden konnte. 
Dimensions (WHD)
incl. pins / tip
108 x 36 x 50 mm / 4.25 x 1.42 x 1.97 inch
Weight 102 g / 3.60 oz
Tube prices 6 Tube prices (visible for members only)
Literature Taschenbuch zum Röhren-Codex 1948/49   
 
a_siemens.jpg
A_Messerkontakt: collection personnelle
Marc Couque

 

Usage in Models 3= 1916? ; 1= 1917?? ; 1= 1917? ; 1= 1925

Quantity of Models at Radiomuseum.org with this tube (valve, valves, valvola, valvole, válvula, lampe):6


Forum contributions about this tube
A_Messerkontakt
Threads: 1 | Posts: 1
Hits: 2096     Replies: 0
  Siemens A Röhre 1916 Sockel ablösen
Rüdiger Walz
08.Aug.15
 
  1

Ablösen des Sockels von einer Siemens A_Messerkontakt  Röhre

Um es gleich vorweg zu nehmen: Meine Bemühungen waren nicht von dem Erfolg gekrönt, den ich erhofft hatte. Da nicht jeder seine Sammlerstücke, die inzwischen fast 100 Jahre alt sind zerlegen kann oder möchte hier ein kurzer Erfahrungsbericht.

Das Bild zeigt eine Siemens Typ A Röhre. Sie wurde vor allem in Nf Verstärkern für die Telefonie oder zum Abhören von Erdtelegraphie verwendet. Auf der HAM-Radio in Friedrichshafen konnte ich eine Röhre erwerben, deren Heizfaden in Ordnung war, dessen Zuleitung aber offensichtlich durch Korrosion unterbrochen war.

Hier sieht man die Drahtdurchführungen im Sockel. Durch den Verwendeten Kitt, der offensichtlich anorganischen Ursprungs ist, ist der Kupferdraht zusammen mit Feuchtigkeit nach nunmehr 100 Jahren durchkorrodiert. Wenn man Glück hat, kann man den Draht in der Durchführung verlängern und wieder anlöten und hat wieder eine funktionierende Röhre. Der Preis der Röhre trug dem Risiko Rechnung und so erwarb ich sie.

Manche Sammler fräsen auch einen Schlitz in den Sockel um an den Draht heranzukommen.

Soweit wollte ich nicht gehen und überlegte, wie ich die Röhre vom Sockel lösen könnte. Das Glas war bereits locker und ich ging davon aus, dass die innere Konstruktion des Sockels wie  bei moderneren Röhren sein, was sich leider als nicht zutreffend herausstellte. Ich wollte also den noch intakten Draht außen ablöten und den Kitt weiter lösen, die Röhre vom Sockel trennen und die Drähte wieder verlängern.

Als erstes stellte sich heraus, dass der Kitt allen üblichen Lösemittel widerstand. Wasser, Alkohol, Petroleum über mehrere Tage konnten ihm nichts anhaben. Ich konnte mit einem spitzen Werkzeug zwar etlichen Kitt aus dem Konus, in dem der Kolben gebettet war herauskratzen, dennoch ließ sich der Kolben nicht vom Sockel trennen. Ich vermutete, dass eine wulstige Einschmelznaht die Röhre weiterhin festhielt. Zudem suchte ich in der Literatur nach Kittrezepten aus jener Zeit. Ich fand nur Informationen aus den 30er Jahren aus W. Espe, M. Knoll; Werkstoffkunde  der Hochvakuumtechnik; Berlin 1936 (siehe Datei im Anhang).

Der damals verwendete Kitt basiert offensichtlich auf Gipsbasis mit Beimischungen. Das erklärt auch die Korrosion des Kupfers. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kuper mit Gips korrodiert und verwende für meine Röhren neutrales Quarzmehl und Schellack als Kleber. Ich versuchte es mit den angegebenen Rezepten und verwendete Sodalösung um den Kitt anzulösen. Um die Lösung effektiver zu machen setzte ich die Röhre in ein Ultraschallbad. Der Kitt löste sich nicht, wurde aber „bröseliger“. Leider überlebte der Heizfaden die Ultraschallbehandlung nicht und zerbrach in mehrere Stücke (*+#/$$$!!!).

Der Kitt ließ sich weiter herauskratzen, die Röhre löste sich letztendlich mit sanftem Zug. Ich konnte nun in den Sockel hineinschauen. Es zeigte sich, dass im Gegensatz zu moderneren Röhren der Sockel ganz mit Kitt gefüllt war und sich dadurch die Drähte nicht herausziehen ließen und der Kolben mit dem Sockel verbunden blieb, obwohl die Drähte an den Kontakten abgelötet bzw. abkorrodiert waren.

Das Bild links zeigt die Röhre ohne Heizfadensockel. Die Einschmelznaht ist ungleichmäßig und wurde in Handarbeit hergestellt. Man traute damals den Glaseinschmelzungen nicht und dichtete die Quetschfüße zusätzlich mit Piceïn (Teermasse) ab. Diese wurde flüssig reichlich  in den Quetschfuß gegossen. Ich habe einige alte Röhren, die diese Prozedur nicht überlebt haben und deren Glas durch das heiße Piceïn gesprungen ist und in den Kolben gesaugt wurde.

Das Piceïn wurde so reichlich verwendet, dass es sich noch mit dem Sockelkitt verbunden hat. Das Bild links zeigt den Sockel von innen und man sieht am Boden Piceïn, das nicht am Röhrenkolben verblieben ist. Man sieht auch den Sockelkonus, an dem zu späterer Zeit üblicherweise Röhrenkolben angeklebt wurden und nicht der ganze Sockel mit Kitt gefüllt wurde.

Das nächste Bild zeigt wie einer der Drähte im Piceïn und im Sockelkitt fest eingebettet ist und das Bild unten

im Detail wie einer der Drähte durchkorrodiert ist. Rechts sieht man den Sockel vom Kitt befreit. Man hat sich die Mühe gemacht ein Gewinde hineinzuschneiden ! Offensichtlich traute man dem Sockelkitt keine gute Haftung auf dem Hartgummi zu. Wie sich herausgestellt hat, war die Haftung auf dem Hartgummi sehr gut, aber auf dem Glas weniger gut.

 

 

 

 

Resumeé:

Selbst wenn diese alten Röhren lockere Sockel haben, besteht das Risiko durch den mit Kitt voll gefüllten Sockel, dass die Zuleitungsdrähte fixiert sind und beim Ablösen abreißen.

Ultraschall sollte man bei alten Röhren nicht anwenden !

Bei mir waren die Drähte noch so lang, dass ich sie sicher hätte verlängern können. Bei einem defekten Heizfaden leider nun sinnlos. Ich werde den Sockel wieder aufkleben und dafür Schellack/ Quarzmehlkitt nur im Sockelkonus verwenden. Die Röhre ist immer noch ein schönes Schaustück und Dokument einer fast 100 Jahre alten Technik.

Espe/ Knoll 1936 Sockelkitte

 
A_Messerkontakt
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