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6BN6 Eine gated beam tube

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Forum » Valves / tubes - Semiconductors » VALVES/TUBES / SEMICONDUCTORS in RADIOMUSEUM » 6BN6 Eine gated beam tube
           
Darius Mottaghian
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05.Dec.06 19:14

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Guten Abend,

aus dem Pinout könnte man ja schliessen es sei eine banale Pentode, aber weit gefehlt!
Die 6BN6 ist eine gated beam tube. Das ist etwas ganz besonderes, ein röhrentechnischer
Leckerbissen, der auch im Pinout erkennbar sein sollte.
Fragen Sie mal Herrn Google, da findet man gute Infos. Wie
The 6BN6 Gated Beam Tube,Part 1 und vergessen Sie nicht Part 2 herunterzuladen.

Hier noch ein Schaltungsauszug einer FM ZF mit zwei 6BN6 als Begrenzer.

Meiner Meinung nach ist das eine der wichtigsten Röhrenentwicklungen überhaupt.
Sie ist ein Meilenstein für FM- ZF Stufen in Röhrentechnik.

Gruesse von Darius DD3ET

Wolfgang Bauer
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06.Dec.06 08:01

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Diese Röhre mit einem elektronen-optischen System wurde schon am 6. Mai 2003 von Herrn Prof. Dr.-Ing. Dietmar Rudolph hier im RM.org erklärt.

Beitrag vom 6.Mai 2003

Siehe auch Seite 14 dieses Beitrages: FM Demodulatoren

MfG. WB.

This article was edited 06.Dec.06 09:25 by Wolfgang Bauer .

Darius Mottaghian
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06.Dec.06 09:30

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Der über die erwähnten Links erreichbare Beitrag ist leider,  wohl durch einen Editierfehler, nicht ganz vollständig. Herr Prof. Rudolph hatte im Original Quellenhinweise angeführt, von denen  anscheinend einige fehlen. Wir haben aber hier im RMorg einen Beitrag von Herrn Prof. Rudolph zu obigem Thema.
Da es für die 6BN6 kein wirklich adäquates Symbol gibt, sie wird bisher wie eine Pentode gezeichnet, sollten wir uns etwas passendes einfallen lassen. Vorschläge sind willkommen.
Die Schaltung oben, deren Symbolik ich für die 6BN6 empfehle, zeigt ZF- Stufen.
Gruesse von Darius DD3ET 

This article was edited 07.Dec.06 19:11 by Darius Mottaghian .

Ernst Erb
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Aus guten Gründen können - im Gegensatz bei Modellen - nur Röhrenadmins Röhren neu eintragen oder verändern. Sie tun das entweder über Anregungen von Mitgliedern, Bedarf für neue Modelle - oder aus eigenem Antrieb. Eine Systematik würde den Rahmen bei der hohen Anzahl von Röhren sprengen - und dennoch gibt es Ansätze dazu. Danke.

Trotz dem "Ameisenhaufen-System" haben wir in kurzer Zeit wohl die interessantesten Röhrenseiten aufgebaut - an das hat praktisch niemand geglaubt. Daran haben vor allem auch junge Leute mit wenig Röhrenerfahrung gearbeitet, denen wirklich ein grosser Kranz zu winden ist!

Trotzdem kranken wir an etwas: Echte tiefgründige Röhrensammler haben sich leider nicht bei mir als aktive Röhrenadmins gemeldet, sonst könnten wir z.B. besonders alte Röhren und deren Geschichte wirkungsvoll aufarbeiten. Wer mit gutem Fachwissen - und wenigstens "Tyne" im Rücken meldet sich?

Hier bei der 6BN6 - aber auch bei den Schwestern davon - sollten Sie einen Röhrenadmin bitten, im Text für Englisch diesen feinen Beitrag  zu verlinken - im deutschsprachigen Teil den Beitrag von Herrn Rudolph.

Für Bilder und technische Unterlagen zu Röhren hingegen ladet jedes interessierte Mitglied selbst hoch. Da sind Sie als Mitglied gefordert..  Natürlich gehören Ursprungsvermerke in die Bilder und/oder in die Legende, doch Verstösse dazu sind bilateral und freundschaftlich zu klären. Zusammenarbeit ist bei uns ganz wichtig. 

Ernst Erb
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13.Dec.06 17:26

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Das Gebiet der Röhren ist riesig.
Man kann sich mit Röhren befassen, weil man sich um die technische Entwicklung und/oder die praktische Anwendung kümmert. Man kann an der Entwicklungsgeschichte der Röhren interessiert sein. Man kann sich zum Ziel setzen, möglichst jeden Röhrentyp zu besitzen, was platztechnisch einfacher ist als bei Radios. Man kann sich auf Radio-Anwendungen konzentrieren oder auf andere Gebiete wie Militär- oder Industrieröhren – oder nur Senderöhren, Röntgenröhren, Bildröhren, Geisslerröhren etc. Man kann verschiedene Epochen oder Hersteller sammeln – die Aufzählung könnte ich beliebig verlängern.

Es war von Anfang an klar, dass unsere Mitglieder sich in erster Linie für Radios interessierten und nur eventuell in zweiter Linie auch für Radioröhren, denn lange Zeit zeigten wir keine Röhrenseiten. Nur Jacob Roschy war mir aufgefallen und wir haben uns mehrmals getroffen. Auch wenn er meinte, dass eine weitere Röhrendatei anzufangen, kein guter Gedanke sei, denn das gäbe es schon an verschiedenen Orten sehr gut aufgebaut, liess er sich von meinem Konzept doch hinreissen, mitzumachen. Dies besonders, als René Goebel das Thema aufgenommen hatte.- und mein Aufruf keinen Widerhall fand ;-) Damit er schöne Aufnahmen erstellen kann, habe ich ihm meine Digitalkamera entlehnt und dann geschenkt. Er hat sie aber eigentlich "verdient".

Dann waren mir die schönen Seiten von Hans-Thomas Schmidt aufgefallen – und er hat auf meine Anfrage am 1. Januar 2004 bereitwillig angenommen und seine ERfassungsarbeit Codex offeriert. Beide Röhrensammler haben denn auch kräftig mitgeholfen, wie ich immer wieder mal betont und verdankt habe - wie hier im Talk. Insgesamt haben wohl mehr als ein Dutzend Mitglieder intensiv am Aufbau beigetragen. Nicht nur in den Röhrenseiten, sondern auch im Forum gab es ausgezeichnete Röhrenartikel, z.B. die von Jacob Roschy oder Thomas Schmidt – nicht zu vergessen die zahlreichen Hilfestellungen.

Mit anderen Worten: Wir haben zwei ausgezeichnete Röhrenkenner, die kräftig am Projekt mithelfen plus einige bezüglich Röhrenkenntnisse "junge" Leute , die aber einen grossen Teil der Arbeit geleistet haben und weiter leisten, wie Iven Müller, Hans Amberger (off line Datenerfassung), Wolfgang Bauer (z.B. Sockelbilder), Karel de Reus/Frank Philipse (Schaltumgebung), Urs Gloor (Typisierungen), Otmar Jung, Peter Hoddow, Peter Steffen etc. Dazu kommen verschiedene Spezialisten wie Wolfgang Holtmann, Andreas Steinmetz, Mario Spitzer, Rüdiger Walz (der Röhrenbauer), Konrad Birkner etc. Sicher fehlen in dieser Liste noch einige Namen, sorry.

Allen diesen Aktivmitgliedern danke ich hier nochmals.
Es geht nun um weitere Kompetenzen, denn wir decken lange nicht alles ab, was mir vorschwebt. Mein oben in der Eile etwas unglücklich formulierter Vorschlag zielt darauf ab, dass wir weitere Mitglieder finden, die sich z.B. vor allem bei ganz alten Radioröhren auskennen und wenn möglich auch eine grössere Sammlung davon haben – auch dass wir Aktivitäten erhalten in anderen Gebieten der Röhrentechnik.

Es geht darum, dass wir gemeinsam das ganze Spektrum abdecken können. Erst jetzt, wo wir etwas zeigen können und wo unsere Seiten gesehen werden, können wir erhoffen, dass sich weitere Spezialisten melden. Bitte helft mit, solche zu suchen.
Einen Anfang konnte ich mit Roy Johnson machen, der mir besonders für die Röhren von Grossbritannien als Röhrenadmin zugesagt hat. Es fehlt uns aber z.B. noch ein Spezialist für ganz alte Röhren aus den USA.

Es fehlt uns auch ein "Röhrenboss", der eigenverantwortlich als Gesamtkoordinator der Röhrenabteilung wirkt. Bis jetzt hat die viele Arbeit so stattgefunden, wie jeweils Zeit, Lust und Unterlagen verfügbar waren. Vergleichbar mit einem Ameisenhaufen, nur waren es hier beim "Röhrenhaufen" nicht so viele, dafür umso fleissigere Ameisen.
Es fehlen aber z.B. noch die meisten Datenblätter zu den 33000 Abbildungen, die wir schon haben. Da steht noch viel Arbeit bevor.

Ein paar weitere ebenso qualifizierte und motivierte "Ameisen" nebst "Königin" (= Röhrenboss) wären dringend vonnöten (siehe oben).

Nachtrag:
Der Link feiner Beitrag (im Post darüber) kommt dort falsch - hier richtig - trotz richtiger Verlinkung - siehe Quellcode - doch nicht :-(

This article was edited 13.Dec.06 17:49 by Ernst Erb .

Darius Mottaghian
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16.Dec.06 14:05

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Deshalb die 6BN6

Die Anforderungen an einen FM- ZF- Verstärker sind völlig andere als die an einen AM-ZF- Verstärker. Die Aufgabenstellungen sind grundverschieden. Während der AM- ZF- Verstärker die Amplitudenmodulation möglichst linear verstärken soll, muss der FM- ZF- Verstärker die Amplitudenmodulation unterdrücken. Dies lässt sich nur mit grossen Kompromissen bewerkstelligen. Dies betrifft vor allem die FM Seite.
Um allerhöchste Ansprüche zu befriedigen, ist ein speziell auf die Erfordernisse der FM- ZF- Verstärkung zugeschnittener Verstärker erforderlich. Viel verwendet werden Pentodenbegrenzer. Hierbei wird eine steile Pentode mit niedriger g2 Spannung betrieben. Das g1 wird wie beim Audion über eine RC- Kombination angeschlossen. So wird eine Klemmung an der g-k Diode erreicht. Durch die hohe Steilheit und die niedrige g2 Spannung sperrt die Röhre bereits bei geringer negativer Gitterspannung. Der lineare Aussteuerungsbereich ist also nur klein. So sollen Anplitudenschwankungen begrenzt werden.

Die Begrenzung nach "unten" ist nicht so stark wie nach "oben" weil der Kennlinienknick nicht scharf ist. Dies versucht man durch eine zweite Stufe auszugleichen. Die Spannung am Gitterkondensator muss wie beim Audion der Amplitudenmodulation folgen können. Dies ist bei schnellem Wechsel von grossen auf kleine Signalamplituden schwer möglich, da der Widerstand den Kondensator nicht unendlich schnell entladen kann. Es kommt dann zu Empfangsaussetzern. Anders bei der 6BN6, ihr Gitterkreis ist zeitkonstantenfrei.

Ein kaum (nirgendwo?) beachteter Aspekt ist, das der kleine lineare Bereich in der Hauptsache die oberen Spitzen der Signalschwingung erfasst. Im linearen Bereich "sieht" die Pentode nur trapezförmige Ausschnitte aus dem sinusförmigen ZF- Signal. Die Fläche dieser Trapeze wird mit grösserer ZF- Amplitude kleiner. Das hat zur Folge, das die Anodenstrompulse Pulsweitenmoduliert werden. Diese PWM wird im folgenden Kreis in AM umgewandelt. Man braucht also theoretisch unendlich viele Pentodenbegrenzer um ein AM- freies Signal zu erhalten.
Bei der 6BN6 wird die Katodenspannung so eingestellt, dass eine vom Tastgrad symmetrische Begrenzung stattfindet. Die 6BN6 gated beam tube ist der Schlüssel zu erstklassigen FM- ZF- Begrenzerstufen und somit eine der wichtigsten Röhrenentwicklungen im Bereich der Radiotechnik.

Darius DD3ET

Wolfgang Holtmann
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24.Aug.07 12:44

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Herrn Darius Mottaghians und Herrn Rolf Nickels Empfehlung, um über eine verbesserte symbolische Darstellung der 6BN6 nachzudenken, hat zu untenstehendem Vorschlag geführt.

Man darf das Bild nicht überladen, daher habe ich den Käfig um die Katode weggelassen.
Was haltet Ihr davon? Andere Ideeen sind willkommen!

MfG 

 

This article was edited 24.Aug.07 12:47 by Wolfgang Holtmann .

Wolfgang Holtmann
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24.Aug.07 15:19

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Er übermittelte mir diese Anpassung:

Hallo Herr Holtmann,
 
ich finde es gelungen und übersichtlich, bis auf die vielen "Kreuzungen".
Deshalb mein Vorschlag, ähnlich der US-Darstellung z.B. im ARRL Handbook, die Kreuzungen mit Bögen zu zeichnen.
 
Viele Grüße,
Michael Schlör
DJ8IJ
Wolfgang Holtmann
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24.Aug.07 19:14

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Ich erhielt einen Vorschlag von Herrn Erb, um die kreuzenden Linien auf ein Minimum zu reduzieren. Das habe ich so umgezeichnet:

Ernst Erb
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24.Aug.07 20:55

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Danke, Wolfgang, das ist nun auch von Einsteigern gut zu lesen.

Normalerweise findet man bei Sockelbildern keine Wellenlinien, sondern kleine Punkte, wo etwas verbunden ist. Viele Kreuzungen (ohne Punkte) verwirrten aber ein wenig, weshalb ich mit diesem Vorschlag kam.

Nun ist es fast perfekt - nur oben rechts fehlt ein solcher kleiner Punkt.

Mein Vorschlag ist aber nicht verbindlich,denn alle haben ihre Vor- und Nachteile und mir spielt das keine Rolle. Hier ist nun die Kastenstruktur etwas zurückgetreten. Wenn man die aber quasi ganz erhalten möchte, dann könnte man den oberen "Kasten" (Schild) rechts noch etwas runter ziehen und etwas nach links führen, das Gleiche links am kleinen unteren "Kasten" (Linse) - sinngemäss links und nach oben.

Die Überlegungen-Entwicklungen von Adler zu seinen Anwendungsdarstellungen (z.B.auf Seite 414) habe ich nicht gelesen. Seine Zeichnung ist schliesslich sehr einfach gehalten, bildet aber den eigentlichen Aufbau nicht ab. In beiden Fällen sind sowieso die Krümmungen von Anode und Gittern für den Effekt nicht gezeigt (ist auch nicht nötig).

Rolf Nickel
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25.Aug.07 12:29

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Lieber Herr Holtmann, liebe Sammlerkollegen,
danke für Ihre Unterstützung, ein schönes Ergebnis. Ich hoffe sehr, dass das Bild auf Aussenstehende nicht überladen wirkt. Ursprünglich hatte ich an eine etwas einfachere Darstellungsweise gedacht, wie sie z. B. bei Abstimmanzeigeröhren oder Fernsehbildröhren üblich ist. Zugegeben, einen eigenen Vorschlag hätte ich auch gleich beifügen können ... ein zeitliches Problem.
Aber egal, ich zeige unten noch ein aus der Publikation von Herrn Dr. Adler (Publikation Part 1) entnommenes Bild im Vergleich mit der ersten Holtmann-Zeichnung und eine selbst gezeichnete "Typische Anwendungsschaltung Limiter-Discriminator".



Im Zusammenhang mit dem von Herrn Prof. Rudolph dankenswerterweise erstellten Vergleich der FM-Demodulatoren mit EQ 80 und 6BN6 möchte ich noch hinweisen auf die Datenbank "nj7p" :

"For proper operation of this type (6BN6) in Quadrature-Grid-FM detector circuit the Q of the quadrature grid tuned circuit should be sufficiently high to assure that
  • a 4-volt RMS signal is developed at the quadrature grid when
  • a 2-volt RMS signal at the center frequency is applied to grid no. 1."
Man benötigt also einen Parallelschwingkreis mit genügend hoher Güte bzw. kleiner Bandbreite. Hierzu habe ich bei vorgegebenen Werten von ZF/IF = 10,7 MHz und C = 10 pF einen L-Anteil von etwa 22 µH ausgerechnet.

Nachstehend noch der Versuch einer Übersetzung eines Teils des englischen Originals von Herrn Dr. Robert Adler – die eingeklammerten kursiv geschriebenen Zusätze stammen von mir:

"Das Bild 9 zeigt die 6BN6 in ihrer am meisten interessierenden Anwendung – als Begrenzer-Diskriminator für frequenzmodulierte Signale. Die Funktion des Gitters 1 – des Begrenzer-Gitters – ist unverändert: mit einer Vorspannung nahe der Mitte seiner Steuerkennlinie lässt es den Elektronenstrahl während der positiven Halbschwingung des angelegten Signals durch und sperrt ihn während der negativen Halbperioden. Der (periodisch) zerhackte (ein- und ausgeschaltete) Elektronenstrom passiert anschließend die zweite Beschleunigung(selektrode) und erzeugt eine sich periodisch ändernde Raumladung(swolke) vor dem zweiten Steuergitter. Durch Influenz (Raumladungskopplung) wird ein periodischer Ladestrom (etwa 15 µA/MHz) in der Erdrückleitung (Verbindung mit Schaltungsmasse) des zweiten Steuergitters erzeugt.
Über dem (auf die ZF) abgestimmten Kreis zwischen diesem zweiten Steuergitter und Masse – dem "Quadratur-Kreis" – erhält man so ein Signal von etwa 5 Volt, das der Eingangsspannung am Begrenzergitter 1 um 90 Grad nacheilt, sofern der Quadraturkreis auf Resonanz (mit der ZF-Eingangsspannung) abgestimmt ist.
Wir dürfen uns nun die beiden Gitter als sich periodisch öffnende und schließende Tore vorstellen, das zweite zeitverzögert nach dem ersten. Der Elektronenstrahl kann die Anode nur dann erreichen, wenn beide Tore geöffnet sind; der Anodenstrom setzt mit dem verzögerten Öffnen des zweiten Tores (des zweiten Steuergitters) ein und endet mit dem Schließen des ersten Tores (des Begrenzergitters 1).
Die Modulation (Änderung) der Frequenz des angelegten Signals erzeugt eine entsprechende Änderung der Phasenverschiebung zwischen den beiden Gittern. Dies wiederum ändert die Länge (Dauer) der Periode, während der ein Anodenstrom fließen kann. Das demodulierte Signal erscheint im Anodenstromkreis, wo es über einem Lastwiderstand abgenommen werden kann ..."

Mit freundlichem Gruß
Rolf Nickel
Wolfgang Holtmann
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25.Aug.07 13:52

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Danke allerseits, für die lobenden Worte.

Lieber Herr Nickel,
ich habe mal das Sockelbild vereinfacht, wie Sie es schon anklingen ließen. Das geht natürlich auf Kosten der typenspezifischen Besonderheiten. Es sind die Abschirmkästen (mit Spalt zur Bündelung des Elektronenstrahls) um Katode, g1 und Anode (alle auf Katodenpotential), die die Sache kompliziert erscheinen lassen. Diese habe ich in dieser Variante wegfallen lassen:

Nacheditiert:  Schirmung andeutungsweise hinzugefügt

Es ist schon erstaunlich, wie gelassen die Amerikanischen Hersteller (z.B. RCA oder TUNG-SOL) darüber denken. Man sagte sich offenbar, für die Anwender ist die simple Darstellung mit 3 Gittern (mit den vielen Leitungskreuzungen) ausreichend. Wer die Details wissen will, kann die Funktionsbeschreibung studieren!

This article was edited 26.Aug.07 11:05 by Wolfgang Holtmann .

Ernst Erb
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25.Aug.07 16:42

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   13 Lieber Wolfgang
Hoffentlich hast Du Freude daran, dass wir nun das Tüpfchen auf dem I versuchen zu definiere ;-)

Das zeigt, wie vielfältig doch Ansichten sein können - nicht nur bei uns. Letztlich ist dann das Resultat in jedem (vernünftigen) Fall ein Kompromiss. Selbstverständlich sollten wir nicht die Zeichnung von Tung-Sol übernehmen, bei der man wirklich keine Besonderheiten entdecken kann.

Du hast in Post 13 nun den einfachsten Vorschlag gebracht, der doch immerhin anzeigt, dass da etwas Besonderes ist. Mir erscheint der Vorschlag bis jetzt als der Beste zu sein und könnte von mir aus so bleiben. Danke an alle Beteiligten, die sich da eingebracht haben, besonders auch Herrn Nickel, der sich die Mühe machte, den Originalbeitrag auszugsweise zu übersetzen.

Was man einfach zeigen könnte, ist der obere "Käfig", indem man vom "Strang" k, S aus eine eckige Klammer ( ] ) bedienen würde, die g3 und a andeutungsweise umschliesst - aber das ist vielleicht schon wieder etwas über dem Optimum von der einfachen Darstelung her, die wir jetzt haben. Inzwischen hat Herr Knoll noch gezeigt, wie die Industrie sich das etwas einfach macht: Die Röhre fällt jemandem, der die Schaltung nicht liest, praktisch nicht auf.
Hans M. Knoll
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25.Aug.07 15:24

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Hallo Forum,

ohne Kommentar ein Auszug aus einem Manual eines fuehrenden Hifi-Hersteller in USA

the fisher NY .  Dort macht man sich auch keine Gedanken aufzuzeigen  was da "in der Roehre" ablaeuft.

Service ist auch so moeglich.

Hans M. Knoll

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This article was edited 25.Aug.07 15:34 by Hans M. Knoll .

Wolfgang Holtmann
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Lieber Herr Knoll

In dem von Ihnen gezeigten Beispiel wird die 6BN6 als Limiter (V8) benutzt. Hier kann man noch Verständnis für die Darstellung und Beschaltung -wie eine Pentode- aufbringen.

Übrigens, bei der Suche nach Radios mit 6BN6 Bestückung, konnte ich auf die Schnelle(!) keinen FM-Detektor mit dieser Röhre finden. Die Fischer Produkte haben meist einen gewöhnlichen Ratiodetektor verwendet!

Zum Thema Sockelschaltbild:
Mir gefällt der Kompromiss aus Post 13 auch am Besten.
Ich werde die entsprechenden Röhrenseiten anpassen und die jetzigen Sockelbilder entfernen.

MfG 

 

    

Hans M. Knoll
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25.Aug.07 17:49

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Lieber Herr Holtmann,

da sind Sie nicht alleine. Auch ich habe noch nie einen Demodulator mit der 6BN6 gesehen.

Fuer einfache TV-Anwendung nahm man in USA eine Pentode an deren G3 der Kreis hing.

Fuer Gerate hoher oder besser Audio- Qualitaet, war weder die EQ 80 noch die 6BN6 geeignet.

Der SABA "S", der  Bodensee und ein Lumophon waren die wenigen Typen mit der EQ80.

Gegen die Qualitaet was Verzerrungen angeht, kommt keine Röhre an.

Auch bei Halbleitergeräten mit Quadratur-Demod blieben Wuensche offen. Trotz der Technik wie beim Körting Syntektor mit einem zweiten Kreis eine Linearisierung der Phasenkurve und damit des Klirrfaktors.

Man hat daher wie bei Röhren, den Begrenzerteil der IS benutzt, wie die 6BN6 beim Fisher FM-

1000 und einen Ratio nachgeschaltet.

Der Thread startet mit Post 1 die 6BN6 als Begrenzer, sonst haette ich ja nichts gesagt!

Der Einsatz wie die EQ80,  steht ja wo anders im RMorgeq80_eq80

 

Mit freundlichem Gruss, Hans M. Knoll

PS: der FM-1000 steht bei mir.

 

 

 

This article was edited 25.Aug.07 19:41 by Hans M. Knoll .

Thomas Günzel
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Liebe Röhrenfreunde

Anbei nun der digitalisierte Originalartikel von Dr. Robert Adler (Zenith) aus dem Jahre 1949.
Den Lebenslauf von Dr. Adler, ein Österreicher, finden Sie hier


Darin wird auch als Hauptanwendung  der Begrenzer beschrieben.

"Perhaps the most straightforward of all applications is the use of the gated beam tube as limiter only."

Der zweite Teil, dieses sehr interessanten Artikels, auf den mich Georg Richter aufmerksam gemacht hat, folgt bald!

Viele Grüße

Thomas

This article was edited 26.Aug.07 19:49 by Thomas Günzel .

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Zunächst vielen Dank, Herr Günzel, dass Sie die in Rede stehenden Artikel allen zugänglich machen.

Es ist mir kürzlich gelungen, zu einem akzeptablen Preis zwei 6BN6 zu ergattern, meine EQ 80 lagert schon länger. Hier nun die beiden "Kontrahenten" nebeneinander auf einem Foto vereint samt Originalschachtel mit Aufdruck (vermutlich des Fertigungsdatums) 9-60. Bitte verwenden Sie zum besseren Verständnis zusätzlich die Darstellungen im Beitrag zu beiden Röhren von Herrn Prof. Rudolph.



Zum Aufbau und der Funktion der 6BN6: Der Elektronenstrahl wird links mit der Kathode innerhalb des Abschirmkastens 1 erzeugt und strahlt durch den Beschleunigerkasten 2 mit dem Steuergitter und dem Beschleunigergitter hindurch nach rechts in den Abschirmkasten 3, in dem sich das "Quadraturgitter" und die Anode befinden. Die Spalte zwischen den drei Einheiten sind durch den weissen Strich hervorgehoben. Die 6BN6 mit ihrem Pico 7-Sockel ist relativ hoch und so schwer wie eine EF 85 mit Novalsockel, etwa 10 g.
Die EQ 80 hat bekanntlich den "üblichen" konzentrischen Systemaufbau und wiegt noch mehr, etwa 14 g. Meine hat die charakteristischen spitzen Stifte und unten den flachen Preßteller wie die Röhren der 40er Serie.

Gerne würde ich der Anregung von Herrn Prof. Rudolph s. o. folgen und damit zwei FM-Demodulatoren aufbauen, aber das ist wieder ein zeitliches Problem, vielleicht im Winter ...
Übrigens habe ich es leider auch noch nicht geschafft, ein historisches Gerät zu finden, in dem die 6BN6 als Demodulator verwendet wird.
Thomas Günzel
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27.Aug.07 16:26

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Liebe Röhrenfreunde,

Der zweite Teil des Artikels über die 6BN6 ist fertiggestellt.

THE 6BN6 GATED BEAM TUBE
Part 2. The Commercial Realization Of The 6BN6
ALLEN P. HAASE
The General Electric Company, Owensboro, Kentucky

Gruß
Thomas

Ernst Erb
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Liebe Mitwirkende
Es ist schön, dass Ihr uns das mit vielen Aspekten serviert habt, danke.
Ich füge hier die Röhren an, die man bei uns in der Suche "Röhre nach Kriterium" findet, wenn man den "Typ" als Suchkriterium wählt und dann "Gated beam tube". Möglicherweise kommen noch Typen dazu. Hier zumindest ein Anfang:

3BN6 - Miniatur-7-Stift (B7G, USA 1940, Pico-7) 2 Detektor-Röhre
4BN6 - Miniatur-7-Stift (B7G, USA 1940, Pico-7) Common tube USA Detektor-Röhre
6BN6 - Miniatur-7-Stift (B7G, USA 1940, Pico-7) Common tube USA 22 Detektor-Röhre
6KS6 - Miniatur-7-Stift (B7G, USA 1940, Pico-7) Common tube USA Detektor-Röhre
10Z10 - Dekar-Compactron-12-Stift (USA 1961)
12BN6 - Miniatur-7-Stift (B7G, USA 1940, Pico-7) Common tube USA 2 Detektor-Röhre
12BN6A - Miniatur-7-Stift (B7G, USA 1940, Pico-7) Common tube USA Detektor-Röhre 

6a3p  from the UdSSR

Eine Bitte an Thomas Günzel: Kannst Du einen Abstrakt mit den beiden Links zu den digitalisierten Texten in einen neuen Thread mit Sprachwahl Englisch eingeben und dabei möglichst alle Stichworte im Text selbst verwenden, nach denen man mutmasslich sucht, im Idealfall sogar ziemlich viel kopierten Text aus den Digitalisierungen? So wären wir dann optimal auffindbar. Danach könnte ich hier nach der Liste der Röhren einen Link darauf setzen.

Nachtrag 28.8.07: Weitere Röhre, 6a3p.

This article was edited 28.Aug.07 09:45 by Ernst Erb .

  
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