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Restaurierung LOEWE RATSHERR n°2188

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Christian ADAM
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LOEWE RATSHERR W n°2188 …

DER LANGE RÜCKWEG ZUM (FAST) ORIGINALEN ZUSTAND

Mai 2015 / Februar 2019

Ein Fotobericht über die Restaurierung

 

Christian ADAM (Frankreich) CHCR, RADIOMUSEUM.org & GFGF

Colmar, den 11. März 2019

Ich habe 2015 an der Radiobörse des CHCRs (RIQUEWIHR Frankreich)  ein LOEWE RATSHERR W kaufen können. Das Radio sollte funktionstüchtig sein mit einer originalen WG34. Gute Basis für eine Restaurierung habe ich mir gedacht … aber so einfach war es dennoch nicht…

1) Wie das Radio am Ankauf aussah (Mai 2015) …

Foto 1

Die Röhre links (RGN354) war nur da, um das zusätzliche Loch zu verstecken (früher war das Radio mit Nachkriegsröhren bestückt). Die RGN354 war mal vorgesehen, um den Selengleichrichter zu ersetzen…

Laut dem Verkäufer, wurde der erste Schritt zum Originalzustand schon gemacht mit dem Einbau einer funktionellen WG34

2) Tiefere Analyse zu Hause … die Enttäuschungen

Von außen besonders nach Reinigung sah das Radio schon gut aus und war in sehr gutem Zustand (ein Knopf ist nachgemacht worden)

Foto 2

Die Enttäuschungen kamen von innen!

Das ausgebaute Chassis …

Foto 3

Leider sah es unten rund um der WG34 nicht sehr professionell aus: eine Versuchsverkabelung!

Foto 4

Die größte Enttäuschung kam mit der “originalen” WG34 : nur der Glaskolben war original … drin wurde alles rausgenommen und eine Noval Röhre hinein gebracht … also eine “Fake”!

Foto 5

Nach einigen Messungen könnte man vermuten, dass es sich um eine UCL82 handelt …

Der Sperrkreis Kondensator war mechanisch beschädigt: die Führung der Achse war wackelig … eine Lötung durchs Loch wurde früher schon mal probiert aber sie hat nicht gehalten.

Foto 6

Der Rückkopplungsdrehkondensator war auch mechanisch beschädigt: ein kleiner Anschlagsstift war abgebrochen.

3 ) Erste Versuche als Radio mit der UCL82

Der Verkäufer hatte mir gesagt: das Radio spielt, aber nach einer gewissen Zeit geht es aus … Mit dem Selengleichrichter wollte ich keine Zeit verlieren … also wurde eine CY2 als Gleichrichter eingebaut mit Anpassung des Heizkreises zum 0,2A Heizstrom (Widerstände in Serie- und Parallelschaltung) und auch eine Sicherung im Hochspannungskreis… Siehe hier den Forumbetrag auf der Seite des LOEWE RATSHERR W.

So sah es dann aus nach diesem ersten Umbauschritt: Ziel war, das Radio zum spielen zu bringen …

Foto 7

Foto 8

Erste Versuche mit der UCL82 waren nicht so überzeugend: obwohl alle Spannungen i.O. waren, spielte das Radio kaum und nur während der Nacht…

Dann habe ich die UCL82 in der WG34 gemessen: die war verschlissen … Um sie durch eine neue zu ersetzen, musste sie aus der WG34 ausgebaut werden:

Foto 9

Da konnte man sehen, dass es wirklich eine UCL82 wie geahnt war… Aber nachdem eine neue eingebaut wurde, war die Lage kaum besser …

Das Forum im Radiomuseum sagte mir, dass die UCL82 kein guter Ersatz der WG34 sei … Das könnte alles erklären! Danke hier an Jakob ROSCHY.

4) Umwandlung zur WG34 … wieder die bittere Enttäuschung !

In der Zwischenzeit hatte ich eine originale WG34 kaufen und messen können: die Röhre zeigte gute Werte! Also wurde wieder der Heizkreis adaptiert …

Beim ersten Versuch gab es eine gute Tonwidergabe … leider nicht lang: einige Sekunden nachher stand das Radio still. Die Hochspannungssicherung (80mA vor der CY2) war kaputt! Meine Geduld war auch ein bisschen am Ende …

5 ) Mechanische Reparaturen der Drehkondensatoren

Ende 2015 habe ich trotzdem beschlossen, die Reparaturen an den beiden Drehkondensatoren zu unternehmen. Die müssten sowieso einmal gemacht werden…

Reparatur des Rückkopplungsdrehkondensators:

Zuerst wurde er völlig zerlegt.

Foto 10

Der gebrochene Anschlagsstift (1,2 mm Durchmesser) wurde dann rausgebohrt und ersetzt

Foto 11                

                                             

Foto 12

Reparatur des Sperrkreisdrehkondensators:

Dafür musste zuerts das ganze Hochfrequenzmodul herausgebaut werden, um daran zu kommen: eine sehr lästige Arbeit.

Foto 13

Foto 14

So konnte man endlich die gebrochene Zelle erreichen:

Foto 15

Ein Verstärkungsteil wurde bearbeitet und draufgeklebt: die Führung der Achse war damit wieder fest …

Foto 16

Foto 17

6 ) Weiter zum nackten Chassis

Um das Chassis besser renovieren zu können, wurde beschlossen, alles weitere auch noch zu entfernen (viel war schon weg) … Und sowieso wollte ich die „Versuchsverkabelung“ rund um die WG34 verbessern und wieder Komponenten mit den originalen Werten einbauen (manches wurde geändert für die Adaptierung zur UCL82).

Foto 18

Aber das alles war so viel Arbeit das ich dann alles 3 Jahren lang so liegend gelassen habe !!!

7 ) Neuer Mut in 2018 … es geht weiter

Nach Behandlung mit sehr feiner Stahlwolle angefeuchtet mit RUSTOL sah das Chassis schon besser aus. Das frühere zusätzliche Loch habe ich gelassen …

Foto 19

Die anderen Teile wurden auch so behandelt. RUSTOL ist sehr effektiv für Drosseln und Trafos, es dringt durch Kapillarität zwischen die Blechschichten ein und der Rost kann sich dann nicht weiter ausbreiten.

Foto 20

8 ) Wieder das Problem mit der WG34 … und die Lösung

Dann kam es zum Wiederaufbau … die Hohlnieten wurden durch M3 Schrauben ersetzt … Das muss noch verbessert werden. Aber dafür könnte ich alle  Kabeldurchführungsringe ersetzen.

Foto 21

Der Heizkreis wurde verbessert (siehe Forum im Rmorg) zuerst mit einer C12 (für die 0,2A der CY2 geeignet) zur Begrenzung des Kaltstromes … Sie wurde ins zusätzliche Loch montiert.

Aber 3 Jahre später tauchte das Problem mit der WG34 natürlich wieder auf: die zog immer noch so viel Anodenstrom, dass die Hochspannungssicherung wieder versagte. Aber diesmal war die Ursache klar: die Messung der Gitterspannung ergab -3V als -15V erwartet waren. Deswegen zu viel Anodenstrom!

Da alles dem Schaltplan treu war und da alle Komponenten kontrolliert wurden, dachte ich an ein Problem mit der WG34. Meine früheren Messungen waren alle sehr gut … aber der Isolationstest aller Elektroden hatte ich nicht durchgeführt. Und tatsächlich: die WG34 zeigte einen inneren Kurzschluss zwischen Faden und Kathode: die indirekt geheizte Röhre wurde zur direkt geheizten!!!

Die Lösung bestand darin, eine galvanische Trennung im Heizkreis mit einem neuen 230 / 115V Trenntrafo einzuleiten. Leider nicht original aber das erlaubte die “gute” WG34 in Einsatz zu bringen. Der Rückbau bleibt immer noch möglich mit einer WG34 ohne Innenkontakt.

Foto 22

Sobald das gemacht wurde, kam die Lage zum Sollstatus: das Radio spielte mit dem Soll-Anodenstromwert von 30mA und die korrekte Gitterspannung von -15V (gemessen am Minuspol der Becherelkos). Die Hochspannung ist circa 200V.

Besonders bemerkenswert: die Spannung am zweiten Gitter und Anode der erste Tetrode der WG34 ist sehr niedrig: circa 20V (Sie ist viel höher im Allstrom Model: circa 65V).

Also habe ich viel Zeit versäumt wegen Mangel des Isolationstests in der WG34. Ein echter Laienfehler !

9) Glück mit Ebay für fehlende Teile

Der nächste Schritt sollte die Umwandlung zur originalen Gleichrichterröhre 26NG sein. Aber die Röhre fehlte mir noch, sowie die Fassung. Ein erster Konvolut Kauf auf Ebay für 41 Euros war erfolgreich … die 26NG die dabei war, war neu oder so gut wie neu.

Foto 23

Die Fassung kam noch günstiger: in einem zweiten Konvolut konnte man Teile von einem LOEWE Edda erkennen:

Foto 24

Die gesuchte Fassung war dabei, auch die schwer zu findende Skalenampel (18V 0,2A)  und sogar noch LOEWE originale Widerstände. Eine davon habe ich einsetzen können. Dieses zweite Konvolut kostete mich nur 1 Euro, ohne Porto Zuschlag weil ich schon was anderes gekauft hatte beim selben Verkäufer!

Nach viel Pech mit diesem Apparat durfte ich auch einmal ein bisschen Glück haben!

10) Dank Mobilisierung der Sammlergemeinschaft, die letzten Schritte der Restaurierung

Mir fehlten noch Fotos vom RATSHERR W im originalen Zustand. Eine Anfrage auf Rmorg hat dafür gesorgt, dass Martin STEYER (Danke an  Ernst ERB für die Vermittlung) mir Fotos von seinem RATSHERR W (wie meiner) im originalen Zustand gesendet hat. Eine zweite Anfrage im Bulletin des GFGF hat mir Fotos von einem restaurierten RATSHERR GW in sehr gutem Originalzustand gebracht. Hier bin ich Herrn Werner GEIGER dankbar. Beide Herren haben Ihre Radios abmontiert für mich die gewünschten Fotos machen. Danke an beide für so viel Mühe und Zeit!

Die Frage der originalen URDOX Referenz kam auch auf den Teppich. Gerhard EISENBARTH hat mir die originale Anleitung des RATSHERR gescannt. Es war eine U536. Ich hatte keine U536 aber eine U936, die auch passte, da mein Trenntrafo 115V leistet (also 5 V mehr im Heizkreis).

Die Fotos zeigten den originalen Becherelko. Dafür habe ich einen von BOSCH adaptiert und angepasst. Die alten Montagewinkel wurden abgelötet und dafür neue gemacht und dran gelötet. Dann wurde er neu lackiert.

Foto 25

Foto 26

Foto 27

Der Ratsherr W kann jetzt heute mit dem original W Model von Martin STEYER verglichen werden…

Hauptunterschiede:

Zusätzlicher Trenntrafo wegen einem internen Kontakt Kathode / Faden in der WG34

2 Sicherungen addiert (Heizkreis und Hochspannung) für mehr Sicherheit

Ein Doppelkondensator 2x8µF unten addiert, die von oben sind abgeschaltet

6 Widerstände und 7 Kondensatoren nicht original

Becherkondensator nicht original aber ähnlich (ein bisschen schmaler: selbe Höhe, aber nur 50mm breit gegen 65 original)

Ein früheres Loch von einem Nachkriegsumbau im Chassis (heute zugemacht mit Bakelit Deckel)

Lochnieten durch M3 Schrauben ersetzt

Noch kein Stoff um den Lautsprecher

 

Hier unten die Fotos … Zuerst Foto vom RATSHERR W (Indiz a) von Martin STEYER, dann meiner (Indiz b) …

Foto 28 a

Foto 28 b

Foto 29 a

Foto 29 b

Foto 30 a

Foto 30 b

Foto 31 a

Foto 31 b

Foto 32 a

Foto 32 b

11) Andere Fotos des restaurierten RATSHERR n°2188

Foto 33

Foto 34

Foto 35

12) Schlussfolgerung

Am Tag kriegt man gut zwei Langwellensender. Aber in der Nacht hört man auch gut viele Kurzwellensender. Optisch ist das Model sauber und schön. Und mit einer überlebenden LOEWE Mehrfachröhre ausgestattet … die 2019 wieder singt trotz internen Elektrodenkurzschluss!

 

Der Forumsbeitrag im Rmorg auf der Seite des LOEWE RATSHERR W war der Leitfaden dieser Arbeit. Da habe ich die Antworten an meinen Fragen bekommen.

Danke an die Sammler, die mir geholfen haben:

 

Jakob ROSCHY für alle technischen Fragen und die konstante Unterstützung im Rmorg Forum und im direkten Kontakt

Gerhard EISENBARTH für seine Kenntnisse über die LOEWE Mehrfachröhren und die Dokumentation, die er mit mir geteilt hat

Martin STEYER und Werner GEIGER, die für mich ihre Radios abmontiert haben und mir Fotos gesendet haben. Das Model von Werner GEIGER ist ein GW (Allstrom)

Ernst ERB, der eingesprungen ist, um mich in Kontakt mit Martin STEYER zu setzen, als ich noch keine Fotos vom originalen Zustand des RATSHERR W hatte.

Ohne diese Unterstützung hätte ich das nicht geschafft! Ich muss zugeben: ich hatte diese Arbeit völlig unterschätzt!
 

Dafür ein großes Merci aus Frankreich !

 

Cet article a été édité 29.Mar.19 14:53 par Heribert Jung .

  
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