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Feld-Erregung elektro-dynamischer Lautsprecher

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Papers » Principles of schematics etc. » Feld-Erregung elektro-dynamischer Lautsprecher
           
Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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13.May.20 17:39
 
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Netzversorgung

Alle Radios mit elektro-dynamischen Lautsprechern haben eine Netzversorgung. Diese ist notwendig, um die Leistung für die Feld-Erregung aufbringen zu können.

Die Standard-Formen der Feld-Erregung

Bei der Felderregung der dynamischen Lautsprecher hat sich ab ca. 1934/5 eine Standard-Form für die Felderregung durchgesetzt, bei der die Erreger-Wicklung (Feld-Spule, field coil) als Siebdrossel für die Anodenspannung in die "+" Leitung eingefügt war. Das ist eine Serien-Speisung für die Feld-Erregung, die es erforderlich macht, daß die Anodenspannung am Lade-Kondensator (input filter capacitor), die der Netztrafo liefert, um den Spannungsfall in der Feldspule (ca. 100 V) höher sein muß als die Anodenspannung "B+". Der Gleichstrom-Widerstand der Feld-Spule ist (relativ) niedrig, verglichen mit dem Fall Fig. 9-5 (B).
Fig. 9-5 (A) zeigt ein entsprechendes Beispiel aus einem Amerikanischen Empfänger.

Wie man aber schon aus Fig. 9-5 (B) sieht, gab es (auch in Deutschland) die Parallel-Speisung der Feld-Spule. Dann war eine (extra) Drossel (choke) zur Siebung der Restwelligkeit der gleichgerichteten Anodenspannung "B+" erforderlich. Die Anodenspannung am Lade-Kondensator muß hier nur ca. 20V - 40V höher sein als "B+", weil die Drossel (für Gleichstrom) niederohmig ist. Dafür aber erhöht sich der dem Netzteil entnommene Gleichstrom um den Wert für die Feld-Erregung. Die Feld-Spule hat hier einen hohen Gleichstrom-Widerstand.

  • Typische Widerstände der Feldspule : Serien-Speisung ca. 1,5 - 3 kΩ; Parallel-Speisung ca. 10 - 20 kΩ

Die Parallel-Speisung ist typisch für Empfänger aus der Übergangs-Zeit, als es Geräte (gleichen Typs) teils ohne und teils mit eingebautem Lautsprecher gab.

  • Bei den Standard-Formen war die Feldspule entweder in Serie in der "B+" Leitung geschaltet, oder aber die Feldspule lag zwischen der "B+" Leitung und der Masse.

Bei einer Reparatur eines elektro-dynamischen Lautsprechers ist darauf zu achten, daß nicht nur alle Leitungen wieder richtig angeschlossen sind, sondern auch darauf, daß der Lautsprecher-Korb (wieder) geerdet ist. Andernfalls können durch die Bewegung der Membran elektrostatische Aufladungen entstehen, die zu "Fünkchen" führen, welche sich dann als "Krachstörungen" bemerkbar machen.

Sonder-Formen der Feld-Erregung

Es gibt einige Sonder-Formen für die Feld-Erregung der elektro-dynamischen Lautsprecher, die von den Standard-Formen abweichen.

Feld-Erregung in der "-" Leitung

Beim AEG Ultra-Geadem 304WL bzw. Siemens 47WL (Länderband) bzw. Telefunken Admiral 346WL liegt die Feldspule des elektro-dynamischen Lautsprechers in der "-" Leitung, wie aus dem Schaltbild ersichtlich ist.

Da der gesamte Anodenstrom durch sie fließt, ist sie mit 2,5 kΩ "relativ" niederohmig.

Der Grund für diese "ungewöhnliche" Schaltung für die Feldspule ist, daß das Gerät als Demodulator-Stufe einen "Anoden-Gleichrichter" und keine Diode verwendet. Für die im Empfänger realisierte automatische Schwund-Regelung (ohne Diode) wird zusätzlich eine negative Spannung benötigt, weil ein Anodengleichrichter diese nicht liefern kann.

Parallel-Erregung mit angezapfter Spule

Der Telefunken 650WL bzw. der AEG Super-Geador WL verwendet eine Parallel-Speisung der Erreger-Spule (Feld-Spule). Diese hat jedoch 2 Anzapfungen, die dazu verwendet werden, um einen (relativ) niederohmigen Spannungsteiler (20 mA Querstrom) zur Versorgung einerseits der "hoch" gelegten Kathoden (130V) und anderseits zur Versorgung der Schirmgitter der HF- und ZF-Stufe (200V) zu realisieren. Diese beiden Stufen arbeiten folglich mit 70V Schirmgitter-Spannung und (250 - 130)V = 120V Anodenspannung.

Zur Gewinnung der negativen Vorspannung für den Anoden-Gleichrichter (RENS1204) gibt es auch noch eine angezapfte Drosssel in der "-" Leitung.

Der Grund für diese komplizierte Schaltung besteht auch hier darin, daß zur Demodulation keine Diode verwendet wird.

Tiefton-Lautsprecher in "+" Leitung, Hochton-Lautsprecher in "-" Leitung

Die Siemens Kammermusik-Schatulle 76W hat einen Tiefton- und einen Hochton-Lautsprecher, beide elektro-dynamisch. Wegen der "Kammermusik" wurde als Lautsprecher-Röhre die AD1 verwendet, weil die (im Eintakt-Betrieb) sehr geringes Klirren und geringe Verzerrungen liefert.

Da die AD1 als Gitter-Vorspannung -40 V benötigt, wird die Feld-Spule des Hochton-Lautsprechers als "Widerstand" verwendet, um diesen Spannungs-Fall zu realisieren. Der Vorteil dabei ist, daß die Verlustwärme die Feld-Spule kaum erwärmt.

Hier hat man also den Fall, daß die Feld-Spulen der beiden Lautsprecher auf (sehr) unterschiedlichem Potential liegen.

Hum-Bucking

Eine weitere Sonder-Form besteht darin, daß die Brumm-Spannung in der Feld-Spule (Erreger-Spule) des elektro-dynamischen Lautsprechers mit Hilfe einer flachen Zusatz-Spule so in Serie zur Schwingspule geschaltet ist, daß sich das Brummen kompensiert. (hum bucking) Die Erreger-Spule ist die Primär-Spule und die flache Zusatz-Spule die Sekundär-Spule eines "Transformators" für die Brumm-Spannung.


Dank an Hans Knoll für zwei Korrekturen!

MfG DR

  
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