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"Zinkpest" - Zerbröseln von Teilen aus Zinkdruckguß

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Documenti » Principi base della radiotecnica » "Zinkpest" - Zerbröseln von Teilen aus Zinkdruckguß
           
Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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21.Jan.20 15:05
 
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Zitat aus "Zinkpest, eine Begrifferkrankung":

Es gibt die Zinnpest, das ist der Zerfall von Zinn zu Alpa-Zinn, der stattfindet, wenn Zinn längere Zeit unter 13 ° C gelagert wird. Dabei spielen gewisse Zinnverbindungen eine katalytische Rolle, insgesamt ist die Sache
autokatalytisch, weswegen weitgehende Analogie zu einer Infektion besteht.

Die Korrosion mancher Zinkdruckguss-Sorten rührt von bestimmten Verunreinigungen (Cu und Cd) her,
und ist typisch für die 30er und Kriegsjahre, kommt aber leider auch in den 50ern noch vor.
Schutz bietet nur trockene Lagerung, "Reparatur" ist praktisch nicht möglich.

"Zink-Pest" gibt es also nicht, dagegen "Zinn-Pest". Trotzdem wird der (falsche) Begriff "Zinkpest" häufig verwendet - und praktisch jeder weiß, was damit gemeint ist, nämlich das Aufquellen von Zink-Druckguß-Teilen und die damit verbundene Bildung von Rissen, die das Matierial schließlich "zerbröseln" lassen.

Hier einige Beispiele dazu aus Beiträgen im Forum:

 

 

Die Fotos links und rechts stammen aus einem Restaurationsbereicht zum Blaupunkt 4W95.

 

 

 

 

 

 

Aus einem gleichen Radio stammt das Bild der ausgebrochenen Zahnräder.

 

 

 

 

 

 

Oft ist auch bei AM/FM Radios die Kupplung zur Umschaltung der Drehkos zerbrochen.

 

 

 

 

 

 

 

Häufig sind auch Lagerböcke zerbröselt, wie hier bei einem Reiko "Transatlantik".

Dies kann als Beispiel dafür gesehen werden, daß die Ursache für die Korrosion nicht allgemein bekannt war.

Während der linke Lagerbock (auch heute noch) einwandfrei ist, ist der rechte total zerbröselt.

Offensichtlich war die Zink-Schmelze im rechten Fall (durch Cu ?) verunreinigt. Man hatte die Schmelzvorrichtung zwischenzeitlich wohl für andere Legierungen verwendet.

 

 

 

Schwungräder aus Zinkdruckguß können auch vom Zinkfraß betroffen sein, hier das linke; rechts ein nachgefertigter "Ersatz".

 

 

 

 

Häufig betrifft der Zinkfraß allerdings Drehkondensatoren, bei denen dann die Halterungen für die Platten aufquellen. In diesem Beispiel betrifft es sowohl den Rotor als auch den Stator des mittleren und des rechten Drehkos.

 

 

 

 

 

 

Häufige Probleme gibt es bei der "Wellenschleuse" der Saba Radios aus den '30er Jahren. Wenn der Zinkdruckguß aufquillt ergibt sich ein Kurzschluß.

 

 

 

Nachtrag 22.01.20: Auf diese "Katastrophe" hat mich Georg Richter aufmerksam gemacht.

 

 

 

 

 

 

Informationen aus Wikipedia

Wikipedia: (Zinkdruckguß)

Bei älteren Zinkguss-Produkten, die aus ungünstigen oder verunreinigten Legierungsmischungen entstanden sind, ist teilweise die sogenannte Zinkpest zu beobachten. Hierbei kommt es zu Zersetzungserscheinungen des Metallgefüges, die zu Rissbildungen, Brüchen bis hin zur vollständigen Zerstörung des Produktes führen. Dies ist insbesondere bei alten Sammlerstücken wie z. B. Gussgehäusen und anderen Gussteilen von Modelleisenbahnen aus den Jahren kurz vor, während oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg regelmäßig festzustellen. Die Ursache hierfür ist, dass hochwertige und reine Legierungen nur noch für die Rüstungsproduktion verwendet bzw. nach dem Krieg noch nicht wieder verfügbar waren.

Die Gussstücke tragen die legierungsbedingte Veranlagung zur Zersetzung bereits in sich, bei ausreichend warmer und konstanter Lagerung ändert sich das Materialgefüge jedoch zunächst noch nicht. Erst bei ungünstigen Lagerbedingungen (insbesondere ungedämmte Dachböden, aber auch Kellerräume) mit großen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter beginnt der Zersetzungsprozess.

Oft kommt es auch zum Wachstum der Bauteile, d. h. ein Gehäuse streckt und wölbt sich oder reißt ein, weil es auf einem Stahlblechfahrgestell verschraubt war, welches sich bei Temperaturänderungen anders verhält. Dieser Prozess kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Wikipedia: (Zinkpest)

Besonders häufig treten derartige Probleme bei Produkten auf, die in Zeiten von Materialverknappungen hergestellt wurden. In Deutschland waren zum Beispiel kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, während des Krieges und auch kurz danach für Spielzeug und andere nicht kriegswichtige Produkte nur noch minderwertige oder verunreinigte Legierungsmischungen verfügbar. Höherwertiges Material wurde für die Rüstungsproduktion verwendet oder war nach dem Krieg noch nicht wieder verfügbar.

Chemie.de (Zinkpest)

Das Phänomen gilt als unaufhaltbar. Temperaturschwankungen (besonders Temperaturen unterhalb des jeweiligen Taupunktes) und hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigen den Zerfall.

Heute sind diese Informationen leicht allgemein zugänglich. Wie aber war es früher, als diese Radios etc. hergestellt wurden?

Frühe Informationen zu Zinkdruckguß

1924 erschien ein Buch bereits in der 6. Auflage, das sich mit "Legierungen" und deren praktischen Anwendungen befaßt.

 

In Kapitel 10. wird auf den Seiten 376 - 386 "Zink und Zinklegierungen" behandelt. Da findet man u.a. die Information, daß z.B. eine geringe "Verunreinigung" der Legierung durch Kupfer zur Umbildung des Kristallgefüges und damit zum Aufquellen und zu Rissen kommen kann.

Die Information als solche war also zu Beginn der Produktion von Radios im Prinzip bekannt.

Nur welche der Radiofirmen waren so "groß", daß sie sich eine Abteilung leisten konnten, die sich mit Metallurgie befaßt hat?

 

Der Radiosammler weiß aus eigener Erfahrung, daß z.B. bei Radios von AEG, Siemens und Telefunken Probleme mit Zinkdruckguß nicht existieren, während diese bei einigen anderen Firmen gehäuft vorgekommen sind.

 

Besonders einige Jahrgänge der Saba Radios sind davon stark betroffen, wie Wolfgang Menzel in "Saba; Die Produktion von 1924 - 1949, Schriftenreihe zur Funkgeschichte, Bd. 5, Walz, 1995" schreibt.

Bereits in der Baureihe 1933/34 wird die "Wellenschleuse" eingesetzt, die infolge Aufquellens zu Kurzschlüssen führt. In den nachfolgenden Baureihen werden weitere Zink Spritzgußteile verwendet, die heute leider entsprechend aufgequollen bzw. zerbröselt sind.

Baureihe 1935/36 (Typen 333/335/336/530/531)

Bei diesen Gerätentypen ist es wohl am besten, wenn man die Flüssigelkos ausbläst, damit sie langfristig keine Verunreinigungen im Gerät verursachen, und ansonsten jegliche Reparaturversuche unterläßt. Hierzu wird in den Elektrolytkondensator oben und unten ein 1-2 mm Loch gebohrt und der flüssige Inhalt mit Preßluft ausgeblasen.

Die aufgeführten Geräte des Jahrgangs 1935 hatten SABA aufgrund ihrer Optik keinen großen Erfolg beschert. Heutzutage bleibt der Erfolg, einen solchen Empfänger wieder zum Leben zu erwecken aus. Eine Instandsetzung ist durch die durch nochmals vermehrte Verwendung von Spritzgußteilen und weiteren Schwierigkeiten in fast allen Fällen aussichtslos. Außer Drehkondensatorstatoren, Wellenschleuse und Rückkopplungskondensator sind auch Teile für den Grob- Feinantrieb aus Spritzguß, so daß der Skalenantrieb nicht mehr in Gang gebracht werden kann. Weitere Schwachstellen: Unterbrochene Anzeigeinstrumente (durch 7 kOhm ersetzen), aufgequollene Eisenkerne in den HF-Spulen (Spulen müssen ersetzt werden) und Prasselgeräusche durch hochohmige NF-Drossel (im 336). Die Kondensatoren in den ZF-Kreisen haben ab dieser Bauserie chronischen Kapazitätsverlust und müssen erneuert werden, ebenso die Verkürzungskondensatoren im Oszillator, deren Austausch eine Demontage der gesamten Trimmerplatte erfordert. Auch das HF-Eisen in den Kernen verliert durch Alterung an Permeabilität und verschiebt die Frequenz der ZF-Kreise. Die unlösbar verlackten Eisenkerne in den ZF-Spulen machen einen Abgleich allerdings unmöglich (es sei denn, man bohrt die alten Kerne auf versieht sie mit neuem Gewinde und führt anschließend neue Abgleichschrauben ein).

Eine Schwingneigung bei den Geradeausempfängern kann durch schlechte Masseverbindung der Röhrenabschirmung oder durch unterbrochene Kathoden- und Entkopplungskondensatoren hervorgerufen werden.

Baureihe 1936/37

Die Geräte machen gegenüber der Vorjahresserie wieder einen hochwertigeren Eindruck. Der Skalenantrieb ist wesentlich verbessert, allenfalls eine Reinigung und Schmierung der Zeigerführung kann erforderlich sein. Dennoch bleibt ein großer Teil der technischen Probleme des letzten Baujahres erhalten. Weitere Spritzgußteile sind die Zahnräder des Bandbreitenschalters (340/341) und bei den Superhets (342-344, 441-444) die Transporträder der Wellenschleusen. Diese sind hier besonders kritisch, da eine sehr hohe Spannung anliegt, so daß es leicht zu Überschlägen kommen kann. Leider treten auch bei diesen Geräten die bereits beschriebenen Probleme mit den Eisenkernen in den ZF-Spulen auf. ...

Erst in den Saba-Geräten des Baujahrs 1938/39 entfallen sämtliche Spritzgußteile aus Zink. ...


Verblüffend ist allerdings, daß "Zinkpest" sogar noch bei manchen Radios der Nachkriegszeit auftritt, z.B. in Kupplungen zur Umschaltung von AM-Drehkos zu FM-Drehkos, wie das Beispiel oben zeigt.

MfG DR

Questo articolo è stato modificato il 22.Jan.20 11:07 da Dietmar Rudolph .

Bernhard Nagel
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22.Jan.20 22:16

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Die "Zinkpest" oder auch Zinkfraß, der Zerfall von Zinkspritzgussteilen, machte auch vor CD-Playern des Herstellers Studer nicht Halt. Bekannt waren hier die Modelle ReVox B126 und B226, eher selten da später war der professionelle Ableger Studer A727 vom Zerfall betroffen.

In dieser Gerätegeneration mit dem Philips CDM-1 Laufwerk (1986-1991) kam eine Schubladenführung aus Zinkspritzguss zum Einsatz. Die Länge der komplexen Führungsplatte mit Laufschienen und Öffnungen beträgt etwas weniger als die Tiefe des Gerätes selbst.

Zunächst verzieht sich die Führungsplatte, bis die kleinen Laufrollen entweder verklemmen oder zuviel Spiel bekommen. Da die Zinkplatte mit dem Stahlchassis verschraubt ist, kommt es zu Spannungen bis zum Bruch. Diese Zinkplatte musste dann komplett ausgewechselt werden. In meiner ZDF-Zeit habe ich diese Reparaturen öfters durchgeführt. Die defekten Führungsplatten waren mit geringstem Kraftaufwand zu brechen. Leider habe ich keine Bilder aus dieser Zeit mehr vorliegen.

In einem Forum (Studer ReVox Analogfan) findet sich jedoch ein anschaulich bebilderter Beitrag, siehe
analogfan.de/revox-cd-player/revox-b126.html (URL in den Browser einsetzen).

Questo articolo è stato modificato il 23.Jan.20 00:25 da Bernhard Nagel .

  
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