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History of the radio manufacturer Nora

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Name: Nora    (D)    
Abbreviation: nora  
Summary: Prof. Dr. Hermann Aron baut ein Werk mit Zweigwerken im Ausland auf, das sein Sohn vor der Rundfunkzeit übernimmt und zu einem der grössten deutschen Radiohersteller ausbaut, bis man ihn ins KZ schickt, wo er 1935 an Siemens-Schuckert verkaufen muss. Danach nimmt der Marktanteil ständig ab, doch gibt es auch einige Nachkriegsaktivitäten.

1883: Versuchswerkstatt Prof. Dr. Hermann Aron;
1893: H. Aron, Elektrizitätszähler Fabrik GmbH;
??: Aron Elektrizitäts-Gesellschaft mbH, Berlin-Charlottenburg;
1929: Umwandlung in eine AG;
1933: Heliowatt Werke Elektrizitäts AG, Berlin-Charlottenburg.
Nach dem Krieg GmbH.
Radios: 1923 bis 1957 (1970).

 
History:

Aus Radiokatalog Band 1:

Am 1.10.1883 gründet Prof. Dr. Hermann Aron (1845-1913) in Berlin eine Versuchswerkstatt. Er ist «Geheimer Regierungsrat», Physiklehrer und Privatdozent an der Universität Berlin. 1884 entwickelt er den «Aron'schen Pendelzähler», den ersten genauen elektromechanischen Wattstundenzähler. Aus der Versuchswerkstatt wächst ein Unternehmen mit Zweigwerken in Paris (1890), London (1893), Wien (1897) und Schweidnitz (Schlesien).

1893 firmiert das Unternehmen in H. Aron, Elektrizitätszähler Fabrik GmbH, später in Aron Elektrizitäts-Gesellschaft mbH, Berlin-Charlottenburg. 1912 beschäftigt die Firma mehr als 1000 «Arbeiter und Beamte»; der Sohn übernimmt Mehrheitsaktien und Leitung der Firma.

Gemäss «Jubiläumsprospekt 1923-1933» (26 Seiten A5) beginnt Aron Ende 1923 mit der Fabrikation von Rundfunkgeräten (Detektor D). Da Aron sofort als jüdischer Name zu erkennen ist, erscheint das Markenzeichen in umgekehrter Buchstabenfolge. Nora stellt praktisch alle Teile selbst her und bietet mit dem Modell P (Primärempfänger) in drei Ausführungen auch röhrenbestückte Empfänger an. 1928 ist Nora mit 10,8% Marktanteil Marktführerin unter den «Bauerlaubnisnehmern».

In der Hauptsaison beschäftigt das Unternehmen 3300 Mitarbeiter zur ausschliesslichen Herstellung von Radios und Radio-Bauteilen. Die Schraubendreherei kann mit ihren Fassonautomaten täglich 400'000 Teile herstellen. Die Bandmontage ist eingeführt, wobei Nora z.B. pro Tag 2000 Drehkos aus 75 Teilen fertigen kann.

1929 erfolgt die Umwandlung der Aronwerke in eine AG, die 1933 den Namen Heliowatt Werke Elektrizitäts-Aktiengesellschaft annimmt.

1932 hat Nora einen Marktanteil von 7,57% (1934 = 8,35%) und liegt damit an vierter Stelle hinter Telefunken, Saba und Mende [503-248]. Es stehen zu dieser Zeit drei Fabrikationsstätten mit insgesamt 33'000 qm im Einsatz: Zwei Betriebe in Charlottenburg und einer in Schweidnitz (Schlesien). Nora bringt nach eigenen Aussagen 1933 das reichhaltigste und vielseitigste Programm an Geräten heraus und bietet auch Bauteile an.

Aron kommt ins KZ, bis er 1935 an Siemens-Schuckert «verkauft» [6-137] und die Familie in die USA flüchten kann.

Bis zum Krieg scheint der Betrieb gut zu funktionieren, aber der Marktanteil nimmt ab. Bei einem Bombenangriff geht 1943 die Fabrikationsstätte «Charlottenburger Ufer» in Flammen auf; bei den Strassenkämpfen brennt das Hauptwerk Charlottenburg vollständig aus.

1947 heisst es in Inseraten [FT4707-27] «Nora baut wieder auf! Haben Sie Geduld!» oder [FT4724-25] «Nach schwersten Zerstörungen ist der Wiederaufbau der Nora-Produktion in vollem Gange...» Obwohl Nora in diesen Inseraten kein Gerät anbietet, scheint Modell GW146 noch 1947 gefertigt worden zu sein.

1948 folgt der GW147 [FT4817-419] und 1949 gibt es den GW152 sowie den ersten Nora-Nachkriegssuper, «Undine GW453» [FT4912+20]. Nora-Geräte kommen jedoch in den mir bekannten Rundfunkkatalogen von 1949/50 [479, 487] nicht vor; die «FT-Schaltungsblätter» führen lediglich Mod. GW147 unter Heliowatt. Trotz komplettem Programm danach und Exportanstrengungen bleibt ein anhaltender Erfolg aus. Auch grundlegende Entwicklungsbeiträge zur Fernsehtechnik Anfang der 50er Jahre bleiben ohne geschäftlichen Erfolg.

1956 führt Siemens AG die Produktionszweige Radio und Fernsehen und die Bergmann Elektrizitäts-Werke AG übernehmen Aktienkapital und die weitere Produktepalette der Heliowatt-Werke. 1957/58 finden sich im Katalog [465] noch 5 neue Modelle, doch 1958/59 bringt Nora nur noch die beiden TV-Geräte «Bella TM9» und «Bella Vista TM9» auf den Markt. Danach kommt der Name für Radios nicht mehr vor.

Eine 73 seitige Festschrift «Heliowatt - 100 Jahre» zeigt, dass der Name Heliowatt 1983 für moderne Produkte der Mess- und Regeltechnik steht. Die Marke Nora führt Siemens praktisch nicht mehr weiter. In Österreich taucht der Name 1970 nochmals auf [639282]. Die Heliowattwerke GmbH in Berlin-Charlottenburg und Wilmersdorf schliessen im Herbst 1996 nach verschiedenen Wechseln in der Eignerschaft.

Zum Rundfunkprogramm:

In den ersten Jahren verwendet Nora eine kurze Buchstaben- (Zahlen-)kombination zur Bezeichnung von Aufgabe und «Form» wie etwa D = Detektor-Empfänger, N = NF-Verstärker (Zahl = Stufen), H = HF-Stufe, E = Steilpult-Gehäuse (Ausnahme E4), P = Flachpult, K = Kasten, S = mit Schirmgitterröhren etc. Ein angefügter Kleinbuchstabe verweist auf Varianten, die übrigens schwer richtig einzuordnen sind.

Frühzeitig bemüht sich Nora um einfachste Bedienbarkeit der Geräte durch nach Stationen geeichte Skalen (1925), brummfreien Netzempfang (1927) und mechanisch gekoppelte Drehkondensatoren (1928) für die «Einknopfbedienung», die ab 1932 ohne zusätzlichen Ausgleich auskommt. 1931 beginnt die Firma den «NORA-TON» zu propagieren. 1932 ist das Jahr der Exponentialröhren für aut. Fadingausgleich; einige Geräte sind mit Tonblende versehen und mit der «Form 500» erscheint erstmals ein Superhet von Nora auf dem Markt.

1933 führt Nora bei einigen Geräten Kurzwelle ein. 1925-27 (bis 1928 bei E4) dominieren runde, feststehende Skalen, 1928-30 drehende Skalen mit V-Sichtfenster und 1930 beginnt Nora mit Trommelskalen. 1933 lösen Vollsichtskalen mit Zeigerantrieb die Trommelskalen ab.

Ein Sammelprospekt [313] von 1933 unterstreicht das auffallend vielseitige Verkaufsprogramm: 50 Rundfunkempfänger (davon 10 Superhets) inkl. Gemeinschaftsempfänger VE301W, VE301G und VE301B plus 7 Drahtfunkgeräte, 6 Netzanoden und Vorsatz-Gleichrichter, 3 Tonabnehmer für Schallplattenabtastung (LTE5-7), 2 Sperrkreise und den Radio-Fernschalter Form RFS (16,- RM).

Dazu kommen 5 Detektor-Empfänger-Modelle, ein Kristall-Aufsteckdetektor KDc und zwei Kopfhörer KC (4000 oder 8000 Ohm). Dabei fällt auf, dass Nora viele Geräte über mehrere Jahre hinweg anbietet. Wie rasch die Preise älterer Geräte fallen, ist aus dem Vorjahreskatalog [407] ersichtlich.

Das Preisblatt 69/36 vom 26.9.33 zeigt zusätzlich ein breites Spektrum von Lautsprechern. Es sind die Freischwinger L26 (Pr, Mag4!), L29 (Ho), L30 (Ho) und L32 (Pr) und die elektrodynamischen LS «L28-Nora-Dynamik» (Pr), L28 (Ho), L28T (Pr+Ho), L280T (Pr+Ho) und L280TG (Pr+Ho). Serie 28 (4 Modelle) und 280 (5 Mod.) kommen bereits in [317] von 1931/32 und in [407] von 1932/33 vor. Der letztere Katalog enthält auch sechs Lautsprecher (z.B. L22).

Für den W500 dient der LS L500T, für den W321 der L33T40, für den W504 der L33T60 und für G321 und G504 der L33T180. Sie waren je in Press- oder Holzgehäuse (Ho) lieferbar. Der L33TP ist ein Pdyn LS, also ohne die Gleichrichterröhre RGN504. L280T (Ho) und L500T (Ho) mit Zusatzbezeichnung S enthalten eine eingebaute Synchron-Uhr.

Nora exportierte zahlreiche Modelle. Beispielsweise führt das «Radio Vademecum» [478] von 1933 bis 1940/41 für Holland 62 Rundfunkempfänger.

1935 ersetzt Nora die Gleichstromgeräte (G) relativ allgemein durch Allstromgeräte (GW); HF-Eisenkerne sind selbstverständlich eingeführt. Über mehrere Jahre - siehe z.B. 1938 in den Gerätezeilen die Bemerkung «Sp.Kr.aufstb.» - sind speziell die Ein- und Zweikreiser für den nachträglichen Einbau von steckbaren Sperrkreisen vorgesehen. Es handelt sich (1938) um UM4 für LW, UM5 für MW und UM6 für MW und Langwellen.

Die «Funkschau-Bestückungstabellen» (f) führen Nora-Geräte unter den Bezeichnungen 240WL, 241GWL; 340WL, 341WL, 342WLK, 343 GWL, 344GWLK; 441WL, 442WLK (siehe Saba) und 44GWLK; alle sind mit A- bzw. C-Röhren bestückt. Dies ist aus den Unterlagen von Nora nicht ersichtlich. Es muss sich um einen der zahlreichen Fehler in dieser Zusammenstellung handeln.
 


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
55 Norettine W639 ECH81  ACHTUNG: Chassis führt Netzspannung! Trenntransformator verwenden! CAUTION! This is a "Ho... 
51 Noravox B666 DCH11  Nora Noravox B666; 1x'er D Röhren. 
51/52 Rienzi GW755 [ohne mag. Auge] UCH42  3 Drucktasten. UKW Demodulation mit Flankengleichrichter. 
55 F1121S   Nora F1121S; ~53 cm s/w TV mit CCIR B VHF Tuner, Anschluß f. ext. Lautsprecher, Fronttüre... 
51/52 Imperator W955 [7 Röhren] EF80  Nora Imperator W955 verwendet 2 Germanium-Dioden für die UKW-FM Demodulation. Es existiert... 
70 Norette 102 BF195  Auto-Transistor-Empfänger von Siemens /Körting erzeugt und unter dem Namen Nora - Norette1... 
50 Detektor-Empfänger DK   Nora Detektor-Empfänger DK.Empfangsbereich etwa 200–430 m. Ausführung entspricht dem D2, j... 
50 Detektor-Empfänger DS   Nora Detektor-Empfänger DS.Empfangsbereich etwa 200–430 m. Ausführung entspricht dem D2, j... 
50 Detektor-Empfänger DO   Nora Detektor-Empfänger DO.Empfangsbereich etwa 200–430 m. Ausführung entspricht dem D2, j... 
26 Aufsteckdetektor [frühes Modell]    
99 Nachbau (DA50 / DA80)   Kommerzieller Nachbau eines Nora-Detektors aus dem Jahr 1925.Da der tatsächliche Herstelle... 
51/52 Rienzi GW755 [UM4, 6 Röhren] UCH42  UKW Demodulation mit Flankengleichrichter. Achtung, je nach Polung des Netzsteckers führen... 

[rmxhdet-en]

Further details for this radio manufacturer by the members (rmfiorg):

tbn_d_nora_34_werbung.jpg tbn_d_nora_1927_werbung01.jpg tbn_d_nora_50er_logo.jpg tbn_d_nora_1929_rjadv.jpg tbn_ddr5224.jpg
tbn_norasdr3926_k.jpg tbn_d_nora_w69_versandhinweis.jpg tbn_nora_1.jpg tbn_tbn_nora.jpg tbn_tbn_nora_1.jpg
tbn_d_nora_w18_logo.jpg tbn_d_heliowatt_1958_logo.jpg tbn_d_nora_logo_1938.jpg tbn_d_nora_werbung_1927.png tbn_d_nora_werbung_1952.jpg
tbn_d_nora_werbung_1955.jpg tbn_d_nora_produktwerbung_1938.jpg tbn_d_nora_werbung_1938.jpg  

Forumsbeiträge zum Hersteller
Nora
Threads: 1 | Posts: 1
Hits: 925     Replies: 0
Werbeartikel von Nora aus Bakelit
Jürgen Stichling
11.Nov.04
post_type = 0
  1 Ungefähr 1930 gibt es von Nora den nachfolgenden Werbeaschenbecher. Er ist dem Modell W3 nachempfunden. Das Gehäusematerial ist ebenfalls wie beim großen Vorbild Bakelit. Die "Rückwand" des Aschenbechers besteht aus Kupfer oder Messingblech, ebenso wie die Mulden zum Ablegen der Zigarette. Die Maße sind Breite-Höhe-Tiefe: 120-70-55 mm.





Ein weiteres Werbemittel von Nora - auch dem Rauchen verbunden - ist ein Zigarettenetui. Das Baujahr ist mir nicht bekannt, vielleicht kann das Jemand an Hand des Logos eingrenzen. Das Etui ist ebenfalls aus Bakelit. Die Maße B-H-T sind: 120-30-100 mm.

 
Nora
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