Freiburg Automatic 100-Stereo

SABA; Villingen

  • Year
  • 1959–1961
  • Category
  • Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
  • Radiomuseum.org ID
  • 6558
    • Brand: Schwer & Söhne, GmbH

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Audio (to hear)

 Technical Specifications

  • Number of Tubes
  • 13
  • Main principle
  • Superheterodyne (common); ZF/IF 460/10700 kHz
  • Tuned circuits
  • 11 AM circuit(s)     14 FM circuit(s)
  • Wave bands
  • Broadcast, Long Wave, Short Wave plus FM or UHF.
  • Details
  • Radio Control (+Remote Wire etc)
  • Power type and voltage
  • Alternating Current supply (AC) / 110; 125; 150; 220 Volt
  • Loudspeaker
  • 5 Loudspeakers
  • Power out
  • 10 W (unknown quality)
  • Material
  • Wooden case
  • from Radiomuseum.org
  • Model: Freiburg Automatic 100-Stereo - SABA; Villingen
  • Shape
  • Tablemodel with Push Buttons.
  • Dimensions (WHD)
  • 700 x 455 x 310 mm / 27.6 x 17.9 x 12.2 inch
  • Net weight (2.2 lb = 1 kg)
  • 23.5 kg / 51 lb 12.2 oz (51.762 lb)
  • Price in first year of sale
  • 749.00 DM
  • Literature/Schematics (1)
  • -- Original-techn. papers.

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Forum contributions about this model: SABA; Villingen: Freiburg Automatic 100-Stereo

Threads: 8 | Posts: 16

Hallo Sammlerkollegen

anlässlich einer Restaurierung eines SABA Freiburg 100 musste zuerst der Pot mit Motor ausgebaut und gangbar gemacht werden. Nach dem Auswechseln von 27 Teerkondensatoren empfängt das Radio mit recht gutem Klang, aber die Messung der Anodenspannungen zeigt: sie ist korrekt an den beiden EL84, jedoch viel zu hoch bei den beiden EF86 Röhren (im Rundfunkbetrieb ca. 220 Volt anstatt 165 Volt, und im TA-Betrieb 200 Volt bei Röhre 7 resp. 240 Volt bei Röhre 8 anstatt 115 Volt).

Zudem: stellt man bei TA-Betrieb auf Stereo, funktionieren bei Einspeisung eines Stereo-Signals nur die beiden rechten Lautsprecher, die beiden linken bleiben stumm. Im Mono-Betrieb funktionieren alle 5 Lautsprecher. Der defekte Kanal ist gemäss Schaltplan derjenige mit der EF86 Röhre 8. Der Brummtest zeigt ein Brummen am Gitter Pin 9 nur bei der EF 86 Röhre 7, das Gitter Pin 9 der Röhre 8 bleibt stumm. Auf dem defekten Kanal ist Brumm zu hören am Gitter der EBC91 Pin 1, und zwar bis hinter den C112, aber das Stereo Signal ist nur ganz schwach zu hören und verstärkt sich auf dem defekten Kanal absolut nicht beim Aufdrehen der Lautstärke.

Beim Wechsel der Röhren EL84 gegeneinander und beim Wechsel der beiden Röhren EF86 bleibt immer derselbe Kanal stumm, die Röhren scheinen nicht die Ursache des Problems zu sein.

Woran kann das liegen?

Freundliche Grüsse

Christian Schmid

Christian Schmid, 24.Feb.20

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Sanierung eines Freiburg 100

Ich bekam dieses Radio über Ebay in einem Zustand, der äußerem Augenschein nach kein größeres Reparaturproblem darstellen sollte.
Der erste Eindruck im Inneren brachte jedoch Ernüchterung. Flugrost, erkennbare Basteleien wie knallgelbe C´s gaben einen ersten Eindruck auf die folgende Funktionsprobe.

Das Gerät spielte zwar auf allen Bereichen, aber ohne erkennbare Leistung, die Automatik schaltete nicht ab , auch nicht an den Endabschaltern. Der Motor drehte sehr zäh und ohne Kraft.

Da die Anodenspannung nicht dem geforderten Wert ( ca. 20% zu niedrig ) entsprach, baute ich einen Gleichrichter aus dem Freiburg 12 mit 250mA ein, anschließend lag eine Spannung von 290 V am Ladeelko an.

Nach einer gründlichen Reinigung des Chassis, der Kontakte des Wellenschalters und des Steuerschalters überprüfte ich noch die Regler für die Lautstärke und Klangbeeinflussung und machte sie mit Reiniger und Kriechöl wieder flott.

Einige der nachgerüsteten C´s waren leider auch entweder falsch dimensioniert oder schlicht an den falschen Ösen angelötet, was die Reparatur zusätzlich erschwert hat.

Das Skalenseil für AM war nachträglich ( gerissen? )zu kurz und völlig falsch auf dem Antriebsrad des Drehkos aufgezogen worden, so dass die Automatiksteuerung die Endabschaltung niemals betätigen konnte. Ein neues Seil inkl. Zeiger, nach dem Skalenschema verlegt, löste dieses Problem.

Die Beleuchtung der Schalter für Automatik, Mono-Stereo und Peilantenne war ok, defekt war dagegen der Bereich Sprache-Musik und mehrere Tastenlämpchen.

Ich habe für die Tasten Modellbahnlämpchen mit 6V E 5,5 eingebaut und über einen Vorwiderstand an die vorgegebene Spannung von 8,5 V angepasst.

Nun stellte sich heraus, das der Abstimmmotor ebenfalls verschmutzt war, auch war eine Wicklung nach Schluss nahezu defekt. Aus einem zweiten Chassis baute ich einen noch tadellosen Motor an dessen Stelle ein. Die Automatik funktionierte nach wie vor nicht, obwohl sowohl die EABC 80 und ECL 82 gewechselt wurden, die Motorkondensatoren die vorgegebenen Werte einhielten und alle relevanten Spannungen in Ordnung waren.

Aufschluss gab an dieser Stelle der sich nun doch ebenfalls als unbrauchbar herausstellende Steuerschalter, wie man auf dem Foto sehen kann.

Auch dieser wurde aus dem 2. Chassis gewonnen wie noch reichlich mehr andere Teile.

Nach dem Wechsel erwies sich, dass das Steuerfilter V auf FM durch einen durch Bruch am Einstellgewinde des L 705- Spulenkerns nicht mehr einstellbar war, der Kern lag förmlich in der Spule. Ein Austausch ergab ein besseres, aber noch nicht optimales Verhalten des Suchlaufes.

Als nächstes wurde die Duplex-Kupplung untersucht und festgestellt, dass 3 der 4 Mitnehmernasen der Trommel abgebrochen waren, der Mitnehmer ebenfalls durch falsch in die Trommel eingesetzte Schrauben beschädigt war und die beiden Federn fehlten. Auf den Fotos gut zu sehen sind die Abnutzungen der Beläge, welche keine Reibung mehr hatten, die Belagschicht löste sich bei Berührung stückweise auf.

Die komplette Duplexkupplung wurde nach einer Anleitung im RM gegen die aus dem anderen Chassis gewechselt, ich habe nun aber die Erfahrung gemacht, dass es einfacher zum Nachschieben des Schraubendrehers ist, wenn ich das entsprechende Seil durch Spannen der Feder am Skalenrad entlaste.

Dazu steckte ich einen Schraubendreher durch das Ende der Feder und in ein passendes der zahlreichen Löcher in den Antriebsrädern des AM-Drehkos bzw. FM-Variometers, spannte die Feder und klebte den Schraubendreher dann am jeweiligen Radrand mit Klebeband ab.

Dadurch wurde das Skalenseil soweit entspannt, dass ein Wechsel über die Antriebswelle nun problemlos möglich wurde.

Die neue Kupplung schaltet nun mit dem sprichwörtlichen „Plopp“ sauber um.

Nach all diesen Aktivitäten spielte der Freiburg 100 zwar, auch die Automatik schaltete außer an den Endlagenschaltern auch gelegentlich bei dem einen oder anderen Sender ab, aber das war noch viel zu wenig, der Klang war einfach noch viel zu kraftlos.

Die Vermutung lag nahe, das der Empfänger, möglicherweise auch durch den Röhrenwechsel bedingt, nicht richtig abgestimmt war.

Da ich zwar das Equipment und etwas Erfahrung in diesem Bereich habe, mir aber dann doch nach der Lektüre des Abstimmplanes von SABA nicht ganz geheuer war, bat ich im RM um Rat, und das mit Erfolg.

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Henning Oelkers !

Es ist gut zu wissen, das hier im RM Spezialisten mit Rat und Tat helfen können!

Es stellte sich zunächst heraus, dass die ZF im FM- Bereich statt auf 10.7 MHz auf allen Kreisen auf 10,8 MHz lag.

Die ECL 82 wurde nun doch gegen eine etwas ältere getauscht, mit dem Ergebnis, das der Motor bei der Sendersuchwahl nicht nur bei starken Sendern hält.

Das Filter V ließ sich auf L 707 gut auf Diskriminatornulldurchgang einstellen und lässt bei entsprechendem Einstellpunkt von L 705 so starke Kraftmomente am Motor entstehen, dass der Motor nicht in der Lage ist, über den Steuerschalter vom Sender weg weiterzudrehen.

Feinfühlige Einstellung ist in diesem Bereich angesagt !

Letztendlich wurde noch die Skala abgeglichen.

Abschließend kann ich sagen, dass sich trotz des enormen Aufwandes eine Restauration auch eines im ersten Moment als sinnlos erscheinenden „Falles“ lohnt.

Beim dargestellten SABA Freiburg 100 war die Restauration nur erfolgreich durch ein 2. Chassis zur Gewinnung von nicht mehr reparablen Teilen und vor allem durch die Hilfe eines professionellen RM- Mitgliedes

Attachments

Michael Ritter, 18.Nov.07

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Hallo SABA- Spezialisten,

nachdem ich einen SABA Freiburg 100 wieder zum Leben erwecken konnte, steht  leider nach wie vor das Problem, daß der automatische Sendersuchlauf sowohl bei AM als auch bei FM alle Sender überfährt. Die Endlage schaltet den Suchlauf ab, alle beteiligten Röhren, der Motor samt Kondensatoren, der Motorschalter und auch Filter 5 wurden von mir gewechselt, jedoch hat sich nur die Durchzugskraft durch den gewechselten Motor erhöht. Die Widerstände und C´s, speziell im Diskriminatorbereich, sind alle ok.

Defekt war auch GR 8, nachdem Wechsel erhält das Triodengitter der EABC 80 aber immer noch zu wenig Spannung.

Nachdem ich die Forumsbeiträge zu diesem Problem vom April 2006 gelesen habe, frage ich jetzt alle Spezialisten, was ich in dieser verzwickten Sache tun kann.

Michael Ritter, 09.Sep.07

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Reparaturbericht

Ich hatte das Radio für 108 EUR bei ebay erstanden. Der Zustand war mäßig, der Bespannstoff nicht original, die Oberfläche teils rissig, teils vermackt. Bis auf einen fehlenden Zierring an einem der Knöpfe war das Gerät jedoch ansonsten vollständig.

RostNach dem Öffnen der Rückwand bestätigte sich der erste Eindruck: Das Gerät war wohl längere Zeit in einer recht feuchten Umgebung gestanden, leichter Flugrost auf den Trafos, mit weißem Puder bedeckte Röhren (Schimmel?). Außerdem war erkennbar gebastelt worden, beim Wechsel der Bespannung waren die Lautsprecherkabel unnötigerweise abgeschnitten worden und mit Lüsterklemmen wieder verbunden worden.

Auch auf der Unterseite des Chassis waren 3 Kondensatoren durch modernere Varianten ausgewechselt worden, davon 2 Gitterkondensatoren der Endröhren, ein Keramikkondensator war zerbrochen. Die Kontakte der zahlreichen Schalter waren stark korrodiert (schwarz).
Zunächst überprüfte ich die Röhren auf einem Röhrenprüfgerät, die statischen Werte waren soweit in Ordnung. Danach konnte ich es nicht lassen: Über einen Trenntrafo, einen Leistungsmesser und eine 100 W Glühbirne ein erster Test. Da die Leistungsaufnahme im Rahmen blieb und das Radio leise zu spielen begann, überbrückte ich die Leuchte. Auch jetzt kein übermäßig hoher Verbrauch. Die automatische Sendersuche bewegte die Abstimmung, mäßiger Empfang auf allen Bereichen. Es schien zumindest grundsätzlich nichts völlig kaputt zu sein. Ein Überprüfen der Spannungen im Netzteil brachte jedoch Ernüchterung: Alle Versorgungsspannungen waren viel zu niedrig, der Selen-Gleichrichter wurde unangenehm warm, die Leistungsaufnahme war im Steigen begriffen. Noch bevor ich abschalten konnte, verabschiedete sich der parallel zur sekundären Hochspannungswicklung des Netztrafos liegende Papierkondensator mit einem satten Schmatzen und spuckte Teertröpfchen....War ja eigentlich klar.
Also ließ ich das Chassis ausgebaut und montierte alle Teile vom Gehäuse. Eine ausführliche Beschreibung der Restauration des Gehäuses kann hier nachgelesen werden.

PapierkondensatorenDie Überprüfung einiger Papierkondensatoren mit dem Isotest zeigte die erwarteten katastrophalen Isolationswerte aller Papierkondensatoren von max 1-2 MΩ.

Ich ging also daran, sämtliche Kondensatoren mit der Nagelschere herauszuschneiden und durch neue zu ersetzen. Da es mich stört, wenn das Erscheinungsbild durch mehr als 2 Dutzend knallgelbe C's erheblich verändert wird, habe ich diese mit einem nachgestellten Aufkleber versehen, der die alte Bezeichnung und Farbe übernimmt. Die Stirnseiten wurden mit schwarzem CD-Marker (Edding 8400) schwarz bemalt oder besser "geteert".

ErsatzkondensatorenDabei war höchste Konzentration gefordert, wie schnell ist der neue Kondensator falsch wieder eingelötet. Dann wird die Fehlersuche richtig Zeitaufwendig! Die Elkos des Netzteiles hatten noch ausreichende Kapazität und der ESR-Wert (innerer Widerstand) war noch sehr niedrig. Somit blieben diese drin. Dagegen war das Elektrolyt von einigen der kleineren Elkos teilweise sichtbar, diese wurden ebenfalls ausgewechselt. Nun wurden die Kontakte  mit Kontakt 60 beträufelt und nach wenigen Minuten mit Kontakt WL gründlich abgespült. Ein Glasfaserradierer sorgte für blitzblanke Kontakte. Einige Birnchen wurden ersetzt, die kaum mehr erhältlichen 8,5V E5,5 der Tasten waren glücklicherweise alle noch intakt. Der Selen-Gleichrichter hatte einen hohen Innenwiderstand, er wurde ausgeräumt und mit 4 Stück 1N4007 bestückt. In die masseseitige Leitung wurde ein 39Ω Widerstand mit 7 Watt eingefügt. Damit stimmten die Sekundärspannungen bei 220 V wieder perfekt. Zum Betrieb an 230 V könnte der Wert eventuell auch noch etwas höher sein.

KupplungBeim näheren Betrachten stellte ich fest, dass die Kupplung des Abstimmmotors nicht ordnungsgemäß einrastete. Ein Öffnen der Abdeckung zeigte Zinkfraß beim Mitnehmer im Inneren. Der Umschlalthebel AM/FM war ebenfalls ein Opfer von Zinkfraß. Der Hebel ließ sich aus einem Stück Alu relativ einfach nachbauen, der Mitnehmer musste durch einen Teil aus einem Schlachtgerät ersetzt werden, Mitnehmerwelches ich von Thomas Eigenseher nach einer Anfrage im RM bekam. Zum Auswechseln muss die komplette Achse herausgezogen werden, was nach Ausbau des Motors geht. Eine gute Beschreibung findet sich hier. Das schwierigste ist, die Skalenseile anschließend wieder ordnungsgemäß anzubringen. Ich hatte die Skalenräder so abgeklebt, dass die Seile nicht abrutschen können und sie so gut wie möglich an ihrer Position belassen. Ist trotzdem eine Fummelei, da die Seile des UKW-Tuners nicht zugänglich sind.


Nach der Überprüfung des Netzteiles untersuchte ich die Endstufen.
Strom und Spannung der Endröhren schien in Ordnung zu sein. Erst später beim Abgleichbemerkte ich, dass der Strom der 2. EL84 (Rö 10) nach mehreren Minuten auf über 100mA zu steigen begann. (Ich habe einen Leistungsmesser zwischen Trenntrafo und Gerät geschaltet, und an diesem bemerkte ich den Leistungsanstieg.)
Zum Gitter dieser Röhre führt ein 2. Kondensator von 33pF von der Gegenkopplung, den ich nun versuchsweise abklemmte. Kein Erfolg. Blieb noch der Gitterableitwiderstand R121 (1MΩ) der versuchsweise ersetzt wurde. Wieder kein Erfolg. Somit blieb nur noch Fassung oder Röhre als Fehlerquelle, es war die Röhre. Nach dem Tausch blieb der Strom konstant auf den Sollwerten.
Nun störte mich noch ein Prasseln im Lautsprecher, welches ebenfalls erst nach einer gewissen Zeit auftrat und dann recht unangenehm störte. Nachdem die Reinigung der Fassungen und Sockel der betroffenen Röhren keinen Erfolg brachte, zog ich die Vorstufenröhre EF86 (Rö7). Nun war Ruhe. Das probeweise Abklemmen des Gitters brachte keine Verbesserung, also tauschte ich auch diese Röhre und hatte Erfolg. Die Endstufe war damit in Ordnung.

Nun ging es an den Abgleich gemäß der Abgleichanleitung beim Gerät. Der Abgleich der ZF-Filter war relativ einfach, Probleme hatte ich mit dem Filter des Diskriminators der automatischen Senderabstimmung. Ich konnte keine Symmetrie erreichen, es gelang mir nicht, L705 auf Maximum zu stellen, die Schraube drehte durch, bevor das vermutete Maximum erreicht war.
Ich entschloss mich, die Filterhaube zu entfernen und mir die Sache näher anzuschauen. Dabei kamen 2 Dinge zu Tage:
1. In der Haube sitzen 2 Ferritstäbe im Eck, einer davon hatte sich gelöst.
2. Das Gewinde der Einstellschraube L705 ist an einem Ende beschädigt, und lässt sich nun nicht mehr vollständig eindrehen.
Zunächst gab ich etwas frustriert auf, nachdem ich den Ferritstab wieder befestigt hatte. Später kam ich dann auf die Idee, die beiden roten Kerne des Filters zu tauschen. FilterDa der Einstellbereich des anderen in der Mitte liegt, spielte das am Ende beschädigte Gewinde keine Rolle. Nun ließ sich auch dieses Filter korrekt abgleichen, ich erreichte eine recht gute Symmetrie und der Suchlauf rastet nun auch bei schwächeren Sendern und auf Kurzwelle von beiden Seiten ein. Bei stärkeren Sendern sogar sehr kräftig. Der Motor wird auch bei längerem Betrieb nur leicht warm. Die Einstellung der beiden Kerne ist allerdings äußerst diffizil, minimale Abweichungen von der Idealstellung reichen schon für eine mangelhafte Funktion durch Unsymmetrie. Ich weiß nicht, ob dies normal ist, oder auf einen Fehler irgendwo hindeutet. Dies gilt insbesondere für den UKW-Kreis.
Der restliche Abgleich war nicht problematisch, sieht man davon ab, dass es kaum möglich ist, die mit Farbe fixierten Kerne der Variometerabstimmung im UKW-Tuner zu verstellen. Gibt es da einen Trick oder ein Spezialwerkzeug? Da nur die genaue Skaleneinstellung in der Mitte der Skala betroffen ist, ist dies jedoch kein großes Problem.

Nach dem Abgleich erfolgte der Einbau der Lautsprecher und des Chassis ins Gehäuse und endlich ein Test der Funktionen und des Klanges. Der Klang des Gerätes kommt dem einer altem Musikbox recht nahe: Ein dominanter Bass, der alles in den Schatten stellt, was ich bisher so gehört habe. Die Höhenwiedergabe ist demgegenüber etwas im Hintertreffen, bei Stereobetrieb als reiner Verstärker wird zudem der mittlere Hochtöner abgeschaltet. Dies wurde erst bei den späteren Modellen mit 2 Hochtönern verbessert.

Die Reparatur war recht aufwendig, das Ergebnis ist jedoch sehr zufrieden stellend und entschädigt den Aufwand allemal. Zudem ist ja der Weg das Ziel bei unserem Hobby. Ich möchte mich noch bei Marc Goeritz und Henning Oelkers für Ihre Hilfe bedanken. Es ist für einen Laien wie mich sehr beruhigend zu wissen, dass es hier im RM Fachleute gibt, die helfend eingreifen, wenn ich mit meinem Latein am Ende bin.

Martin Renz, 05.May.06

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Eine genaue Beschreibung über Funktion und Reparatur des Sendersuchlaufs ist bei den Schaltbildern zu den Modellen Freiburg 7 und Freiburg 125 hinterlegt.
Mit freundlichen Grüßen
Marc Goeritz

Marc Goeritz, 14.Apr.06

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Eine Frage an Sabaspezialisten:

Nach dem Austausch aller Papierkondensatoren und einiger Elkos und einer erfolgreichen Reparatur der Senderwahlkupplung funktioniert ein von mir restauriertes Gerät zunächst zufriedenstellend, auch die automatische Abstimmung.

Zum Abgleich verwende ich die Abgleichanleitung zum Gerät, die hier beim Gerät abgerufen werden kann. Der AM-Abgleich der ZF-Filter ist kein Problem, ich habe die Filter nach Vorschrift genau auf 460 kHz abgeglichen. (ich kontrolliere den Messender (Nordmende) mit Oszi und dort angehängtem Frequenzmesser)

Der Abgleich des Steuerfilters 460 KHz ist dagegen etwas schwieriger: Der Motor bewegt sich bei 12 V an P nur kaum merklich, wenn die ZF leicht verstimmt wird. Die  Diskriminatorspannung ist auch nicht richtig symmetrisch einstellbar, so dass sich der Motor beim Durchstimmen der ZF nur in eine Richtung bewegt. Erst bei einer Spannung von etwa 15-20 V ist die Kurve einigermaßen symmetrisch und der Motor bewegt sich in beide Richtungen. Mir fällt auch auf, dass die Diskriminatorspannung bei 458,5 kHz am höchsten ist, und nicht bei 460 kHz. K705/707 habe ich bisher in Ruhe gelassen. Die Regelspannung ist noch mit Flachbatterie stillgelegt.
Wer kann mir helfen zu beurteilen, ob die Symmetrie verbessert werden kann oder auch nicht so kritisch gesehen werden muss?

Martin Renz, 09.Apr.06

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Wer kann mir bei der Instandsetzung der Kupplung für die Senderwahl behilflich sein?

Kupplung

Der Mitnehmer im Inneren der Kupplung ist auf Grund von Zinkfras zerbrochen.

Mitnehmer

Lässt sich ein solches Teil irgendwie konservieren, oder hat jemand ein Ersatzteil? Die Gummibeläge der Kupplungsscheiben sind auch abgenutzt und müssten ersetzt werden. Bekommt man eine Reparatur ohne Entfernen der Skalenseile hin? Die Achse müsste sich nach oben herausnehmem lassen.
Ich bin für sachkundige Tipps oder Ersatzteile sehr dankbar.
Ergänzung: Inzwischen habe ich eine Kupplung aus einem Schlachtgerät angeboten bekommen und werde versuchen, diese einzubauen. Danke.
Martin Renz

Martin Renz, 14.Mar.06

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