| Country: Germany | Manufacturer/Brand: Philips Radios - Deutschland |
| Year: 1956 – 1958 | Type: Radio or Tuner |
| Valves / Tubes | 10: DF97 DF96 DF97 DF97 DM71 DF96 DAF96 DAF96 DL96 DL96 |
|---|
| Principle | Super-Heterodyne (Super in general); IF-Freq. 460/10700 kHz |
|---|---|
| Tuned circuits | 6 AM circuit(s); 10 FM-circuit(s) |
| Wave bands | Broadcast, Long Wave, Short Wave plus FM. |
| Power type and voltage | Line / Batteries (any type) / 110-220 / DEAC D5,5 & 1,5 & 90 Volt |
| Loudspeaker/pwr.out | Permanent Magnet Dynamic (PDyn) Loudspeaker (moving coil) - elliptical |
| from Radiomuseum.org | Model: Colette LD562AB |
| Material | Leather / canvas / plastic - over other material |
| Shape | Portable, e.g. Portable Radio (with or without mains > 8 inch). |
| Dimensions (WHD) | 375 x 280 x 150 mm / 14.8 x 11 x 5.9 inch |
| Notes | die DM71 dient hier nicht als Abstimmanzeige, sondern wird als NF-Stufe zweckentfremdet. Das grüne Licht ist nur optischer Gag / Kontrolleuchte (?) |
All listed radios etc. from Philips Radios - Deutschland
Here you find 1912 models, 1605 with images and 1060 with schematics.
Collection of a member from D
Collection of Eddy Rischmann (F)
Collection of Peter Kettwig (D)
Collection of Gerhard Heigl (A)
Collection of Alexander Schmitz (D)
Collection of Helmut Post (D)
Collection of Klaus-Dieter Grams (D)
|
Hits: 813 Replies: 0
Endstufenvorspannung aus Oszillatorstufe!
|
|
|
Franz Born
16.Jun.07 |
1
Bei der Aufarbeitung eines Spitzenkoffersupers (Philips Collette LD562), stolperte ich über ein Schaltungsdetail in der Endstufe. Nachdem erste, allerdings verzerrte, Töne auf UKW zu hören waren, kontrollierte ich den Arbeitspunkt der Gegentacktendstufe. Am gemeinsamen Einspeisungspunkt der Gittervorspannung war dort jedoch keinerlei Spannung zu messen. Bei der Verfolgung der Leitung landete ich nicht, wie erwartet, im Netzteil, sondern in der AM-Oszillatorstufe! Nachdem das Studium der Schaltung die Richtigkeit dieser Überraschung bestätigte, wurde auch klar warum auf den AM-Bereichen überhaupt kein Empfang möglich war. Denn schließlich fehlte dort die Schwingspannung nicht nur für die Endstufe, sondern auch für die Mischstufe. Die Ursache war schnell gefunden die zuständige Röhre (DF97 III) war defekt. Nach kompletter Wiederherstellung des Gerätes war die Angelegenheit aber noch nicht erledigt. Die Frage woher kommt denn eigentlich die Gittervorspannung beim FM-Empfang stellte sich zunächst? Das Schaltbild gibt auf diese Frage beim näheren Hinsehen schon eine Auskunft. Aber auch nach Klärung dieses Sachverhaltes bleibt immer noch ein Fragezeichen übrig. Welchen tieferen Sinn hat diese immerhin eigenwille Schaltung überhaupt? Franz Born |
|
Andreas Steinmetz
19.Jun.07 |
2
Hallo Herr Born, im ältesten Thread zu diesem Gerät war diese besondere Schaltung schon aufgefallen. Alle Gründe dafür wird man heute ohne Mutmaßungen wohl nicht mehr feststellen können, aber sicherlich wird einer sein, daß man sich so die Erzeugung der neg. Vorspannung an einem vom Gesamt-Anodenstrom durchflossenen Widerstand in der Minusleitung erspart. So werden einige Volt Anodenspannung (und damit Ausgangsleistung) wenigstens nicht verschenkt. Dabei erspart man sich nebenbei auch die Probleme, die daraus entstehen, daß sich bei den direkt geheizten Batterieröhren Heiz- Anodenstromkreis nicht vollständig voneinander entkoppeln lassen, und man kann mit einen gemeinsamen Schaltungsnullpunkt arbeiten. Andreas Steinmetz |
|
Hans M. Knoll
19.Jun.07 |
3
Oder hier ! Ab post 6
Die Frage war ja: Aber auch nach Klärung dieses Sachverhaltes bleibt immer noch ein Fragezeichen übrig. Der Ia an den DL96 von nur 2,6 mA. zeigt auch beim Philips, dass es eine "B" Endstufe mit fixer -Ug1 ist. An anderer Stelle gibt es keine - 8 Volt !
www.radiomuseum.org/forum/schaub_ii_camping.html HMK |
|
Franz Born
19.Jun.07 |
4
Hallo Herr Steinmetz, hallo Herr Knoll, vielen Dank für ihre Beiträge. Auch ich tippte anhand der dürftigen Angaben auf eine Gegentaktendstufe im B-Betrieb. Auch sah ich eine Notwendigkeit die notwendige hohe Gittervorspannung auf diese ungewöhnliche Weise zu erzeugen. Denn die klassische vollautomatische Erzeugung scheidet bei direkt geheizten Röhren ja grundsätzlich aus. Auch die halbautomatische Erzeugung eignet sich nicht sonderlich, da sie von der Anodenspannung abgeht. Die noch offene Frage wie die Gittervorspannung bei FM-Betrieb zu Stande kommt, trage ich gerne noch nach: Die AM - Oszillatotstufe bleibt auch bei UKW im Betrieb. Mit Schließung des Kontaktes von U27 zu U28 wird an Stelle des Drehkos ein Kondensator von 68 pF nach Masse gelegt und somit die Schwingung aufrecht erhalten. Gleichzeitig wird C 49 in diesem Fall an Masse gelegt und somit das Bremsgitter der Mischröhre. (Gesamtschaltbild ist beim Modell hinterlegt) Ich freue mich über das Überspringen des Funkens, hin zu weiteren Schaltungsbesprechungen. Beim Deuten von Schaltbildern habe ich zwar meistens für mich eine Vorstellung wie das in Frage kommende Detail wohl funktioniert, bin mir aber nicht immer sicher. Wenn es das Klima im Forum möglich macht, derartige Unsicherheiten in Fragestellung aufzuwerfen, kann das nur für die Allgemeinheit sinnvoll sein. |
|
Hans M. Knoll
19.Jun.07 |
5
Herr Born:
diesen Ausspruch:::: kann ich nur begruessen und werde da auch gerne eingreifen! Beim Deuten von Schaltbildern habe ich zwar meistens für mich eine Vorstellung wie das in Frage kommende Detail wohl funktioniert, bin mir aber nicht immer sicher. Ich sage nur soviel dazu: Man sollte doch froh sein, wenn die eigene Meinung bestaerkt oder falls noetig durch Fachleute korrigiert wird. Wer muss da vor was Angst haben? Gruss Knoll
|
|
Hits: 421 Replies: 0
philips: LD562AB (LD 562 AB); Colette
|
|
|
Klaus-Dieter Grams
27.May.07 |
1
Hallo nochmal Nach meinem ersten Beitrag in diesem Forum wurde ich von einem namhaften Kenner der Materie kontaktiert. Es handelt sich um Herrn Darius aus Solingen, der den Beitrag hier im RM gefunden hat. Er teilte mir mit, dass die DM71 nicht optimal angeschlossen sei. Nur der Abgriff des Steuersignals an C78 Minus Seite sei richtig. In der Tat hatte ich bereits festgestellt, dass bei meinem bisherigen Abgriff die max. Feldstärke im UKW Bereich etwas versetzt angezeigt wird. Bei dieser Anzeige war der Sender schon etwas zur hohen Frequenz hin verstimmt. So habe ich mich entschlossen, den Rat zu befolgen. Dabei ist es nun so, dass für AM unf FM je eine eigene Steuerspannung geschaltet werden muss. Die AM Anschaltung entspricht in etwa der bisherigen. Sie wurde am R29 abgegriffen. Die FM Anschaltung erfolgt wie gesagt am C78. R103 dient nur zur Potentialfestlegung des Steuergitters, wenn keine Steuerleitung ein Signal liefert. Erste Tests ergaben nun, dass die Regelspannung am C78 sehr hoch ist. Bei starken Sendern wird die DM71 ganz ausgesteuert und erlischt. Aus diesem Grunde habe ich einen Spannungsteiler aus den Widerständen R102 und R104 vorgeschaltet. Damit arbeitet die DM71 im UKW Bereich optimal. Um nun die beiden Regelspannungen (AM und FM) zusammen zu führen, wurden die Dioden D101 und D102 erforderlich. Alle zusätzlichen Bauteile habe ich auf einer kleinen Lochrasterplatine von 3 mal 3cm zusammengefasst. Diese Platine habe ich dann am Trägerblech der DM71 befestigt. So herrscht auch weiterhin Ordnung im Gerät. Abschließend kann ich sagen, dass die DM71 sowie auch das gesamdte Gerät incl. auch der DC90 optimal funktioniert. Es macht einfach viel Spaß, es einzuschalten und zu nutzen. Und nun viel Spaß beim Nachbau. Dazu möchte ich noch sagen, dass sowohl die DM70 / 71 als auch die DC90 heute noch erhältlich sind, und das für wenig Geld. Bei Rückfragen nutzen sie die registrierte Verbindung Viele Grüße von hier aus Wuppertal und Solingen (die Klingenstadt) Klaus- Dieter Grams CSD.Grams@t-online.de |
|
Hits: 517 Replies: 0
philips: LD562AB (LD 562 AB); Colette
|
|
|
Klaus-Dieter Grams
26.Mar.07 |
1
Hallo zusammen Auch ich habe eine Colette aufgearbeitet und viel Zeit dafür investiert. Es hat viel Spass gemacht und es ist ein sehr schönes Stück herausgekommen, dem man die 50 Lebensjahre kaum ansieht. Doch zunächst zum Anfang: Bei weiterer Durchsicht habe auch ich dann die üblichen Kondensatoren erneuert. Das war die gleich Aktion, die schon Herr Heigl beschrieben hat. Doch danach war bei sonst gutem Klang ein ca. 1000Hz Pfeifton zu hören, der sich immer weiter aufschaukelte. Es zeigte sich, dass die DM 71 zu einer Art Mikrofonie neigt. Klopft man gegen diese Röhre, so wird der Pfeifton lauter. So erneuerte ich die DM71. Doch auch mit der Neuen bestand das Problem fort. Das war auch der Augenblick, wo ich auf dieses Forum aufmerksam wurde und nach einer Lösung suchte. So habe ich alle Beiträge zum Thema DM 71 und deren Ersatz durch die DF 64 gelesen. Aber das mit der DF 64 gefiel mir auch nicht. So habe ich in meinen Röhrenhandbüchern nach geeigneten Alternativen gesucht und gefunden. Das Ergebnis sieht so aus: In das Gerät habe ich eine weitere Röhre des Typs DC 90 eingebaut und als Ersatz für die DM 71 angeschlossen. (siehe auch Schaltungsänderung, die ich als Foto zusammen mit weiteren Gerätefotos hochgeladen habe) Um die Ansteuerung der beiden DL 96 Gegenraktendstufen perfekt symetrisch zu gestalten, sind noch der Widerstand R101 und der Kondersatoer C101 als Gegenkopplung der DC 90 hinzugekommen. Damit ist das Problem gelößt und der Pfeifton beseitigt. Zunächst wurde es komplett zerlegt. Alle Messingteile wurden aufpoliert und dann mit Klarlack (Plastic 70) versiegelt. Den Kunstlederbezug habe ich mit Autopolitur aufgemöbelt. Er sieht aus wie neu ! Einige kleinere Beschädigungen habe ich ausgespachtelt und dann gepinselt. Dabei war es mit viel Mühe verbunden, den richtigen Farbton zu treffen. Der hellblaue Bereich um die Skala herum war verkratzt. Diese Farbe habe ich in Matt mischen lassen und dann aufgetupft. So ergab sich eine Struktur wie bei dem Kunstleder. Es sieht wirklich sehr gut aus. Den Stoff hinter dem "Kühlergrill" habe ich erneuert. Zum Zusammenbau möchte ich noch sagen, dass ich Wert auf Servicefreundlichkeit lege. Daher wurden alle Module (Chassis, Netzteil, Akkusatz und Lautsprecher steckbar gemacht. Auf dem Innenraumfoto ist deutlich eine SUB-D 15pol. Steckverbindung zu erkennen. So lässt sich das Chassis leicht trennen. Steckt man dann ein 15pol. Computerkabel dazwischen, ist das Chassis außerhalb des Gehäuses in jeder Lage zugänglich und betriebsbereit. Ein Umstand, der beim Reinigen des Tastensatzes von großem Wert war.
GR: Den grünen Rahmen eliminiert |
|
Hits: 873 Replies: 0
philips: LD562AB (LD 562 AB); Colette, seltsame DF64 !
|
|
|
Franz Born
05.Oct.06 |
1
Ein Reparaturbrericht hier im Forum berichtet über eine im Gerät vorgefundene Miniaturröhre, die im Schaltbild nicht verzeichnet ist. Die Tatsache der "wilden Verdrahtung dieser Röhre" führte zu dem Fehlschluß, es handele sich um eine Bastelei. Da ich in meinen ersten Berufsjahren in der hieseigen Philips-Service-Stelle mehrfach, genau nach schriftlicher Anleitung "derartige Basteleien" an noch fast fabrikneuen Geräten durchgeführt habe, kann ich etwas zur Aufklärung beitragen. Da die Colette über eine Gegentalt-Endstufe (2 x DL96) mußte zu einer dieser Röhren eine Phasenumkehrung erfolgen. Diese Aufgabe übernahm, so auch im Schaltbild eingezeichnet, eine DM 71 !! Es handelt sich dabei um eine Miniatur Abstimmanzeigeröhre die aber lediglich sowas wie ein grünes Ausrufungszeichen erzeugt. Aber welches Röhrenkofferradio verfügte damals über ein " Magisches Band", das war schon etwas Besondereres. Es stellte sich aber schon balb nach Erscheinen der Geräte heraus, diese Phasenumkehrfunktion mit der DM71 war nicht "das gelbe vom Ei". Bei der Lösung dieser Angelegenheit ist das herausgekommen , was unser Sammlerkollege als Bastelei bezeichnete. Da kein Platz für eine zusätzliche Röhre im Chassis vorhanden war, griff man auf die DF64 zurück. Bei dieser Röhre handelt es sich um kleines Bauteil ohne Sockel, Die Anschlußdrähte werden direkt in der Schaltung verlötet. Diese Bauweise wurde seinerzeit z.B. in Hörgeräten angewendet. Die DM71 blieb im Gerät und bildete lediglich soetwas wie eine grüne Betriebsanzeige. Leider hat diese Umbauanleitung, zumindestens bei mir, die 5 Jahrzehnte nicht überlebt. Es wäre schön, wenn sie doch irgentwo wieder auftauchen würde. |
|
Gerhard Heigl
06.Oct.06 |
2
Sg. Herr Born, das mit der DF64 ist ja sehr interessant. Schon vor einiger Zeit las ich einen Bericht über die DF64 in der Colette, ich glaube im Forum des RM.org. Daher mein erster Gedanke, als ich die DF64 in meiner Colette entdeckte - sie ersetzt die DM71. Dem war aber nicht so. Die DF64 ersetzte die DAF96 I. Leider habe ich in meinem Reparaturbericht die DAF96 II genannt. Dies ist falsch und wurde inzwischen berichtigt, ich bitte um Entschuldigung. Übrigens, Magisches Zeichen in Kofferradios. Was mir in der Schnelle einfällt, Kapsch Weekend 3, Siemens Austria Grazietta, Und ein Philps Bakelitkofferradio (NL ?) ähnlich dem österreichischen Picknick LA422AB hatten Magische Zeichen (DM70, DM71) eingebaut. MfG. Gerhard Heigl |
|
Hits: 1118 Replies: 0
philips: LD562AB (LD 562 AB); Colette
|
|
|
Gerhard Heigl
04.Oct.06 |
1
Vor einigen Wochen hatte ich bei ebay relativ günstig eine Colette ersteigert. Zustand: das Gehäuse (Überzug) hatte einige kleinere Beschädigungen und Verfärbungen, 1 Teleskopantenne war beschädigt. Der Portable gab keinen Ton von sich. Als Erstes wurde aus dem Radio das Chassis und der Netzteil ausgebaut und untersucht. Die Netzsicherung war korrodiert und dadurch unterbrochen. Es hat sich auch herausgestellt, dass die Röhre DAF96 I mit einer Miniaturröhre DF64 auf der Chassisunterseite überbrückt war. Die DF64 war als Triode betrieben worden (Schirmgitter mit Anode verbunden). Ich vermutete, dass eventuell die DAF96 defekt war und deshalb durch die DF64 ersetzt wurde. Nun wurden die verdächtigen Kondensatoren, das waren 5 Stück ERO-Kondensatoren, C69, C85, C89, C91 und C92 mit dem Isotest überprüft und getauscht. Sie hatten alle Isolationswiderstände zwischen 1MΩ und 6MΩ. Der Elko C51 wurde ebenfalls getauscht. Auch die DF64 musste wieder raus. Dabei habe ich auch einen Verdrahtungsfehler gefunden, der bei dieser Bastelei passiert sein musste - eine Endstufe DL96 wurde nur schwach angesteuert und war beinahe wirkungslos. Bei einem ersten Probebetrieb spielte das Radio, jedoch mit Brumm. Ursache war der nicht angeschlossene DEAC-Akku. Der Akku ist natürlich unbrauchbar und wurde auch nicht mehr angeschlossen. Statt dessen wurde ein Elko 2200µF/16V zusätzlich eingebaut. Jetzt spielte das Radio wieder mit voller Leistung. Auch die DAF96 I war nicht defekt, Ursache für deren Nichtfunktion war der defekte Kondensator C85, der die Schirmgitterspannung faktisch kurzschloss. Die eingebauten Koppelkondensatoren C89, C91, C92 hatten 3 Anschlüsse (Schirm), wurden jedoch durch normale Kondesatoren ersetzt. Jetzt wurde das Gehäuse in seine 3 Teile zerlegt und alle Ziergitter abgenommen. Beim Lautsprechergitter haben 2 Befestigungslaschen gefehlt, sie wurden durch 1,52 Cu-Draht ersetzt (eingelötet). Nun wurden die Gehäuseteile gründlich gereinigt, dabei stellte sich heraus, dass einige dunkle Flecken (grau bis schwarz) nicht mehr zu entfernen waren. Daher habe ich mich entschlossen das Gehäuse zu lackieren. Beim Farbenfachhändler wurde laut mitgebrachtem Muster ein passender Farbton gemischt und in eine Spraydose abgefüllt. Alle Gehäuseteile die nicht gespritzt werden durften, wurden mit Klebeband und Papier abgedeckt. Der Lack muss möglichst sparsam aufgetragen werden, damit die Struktur der Oberfläche nicht verloren geht. Leider habe ich einen Fehler begangen, der Lack wurde "Halbglanz" geordert, "Matt" wäre richtig gewesen. Die Klappe vor der Skala wurde nicht gespritzt, wegen dem Colette-Schriftzug. Der Lautsprecherstoff hinter dem Ziergitter war ebenfalls fleckig und wurde auch sparsam gespritzt - sieht aus wie neu. Jetzt muss noch die Teleskopantenne repariert werden, aber das ist ein anderes Kapitel: Antennenreparatur. Bilder sind beim Modell hochgeladen. |
|
Andreas Steinmetz
10.Oct.06 |
2
Hallo Herr Heigl, liebe Kollegen gratuliere zur gelungenen Restauration dieses schönen Gerätes! Ich habe auch eines und bin begeistert wegen seines hervorragenden Empfangs und seines sehr angenehmen, neutralen Klangbildes. Beides hätte ich zunächst nicht so erwartet, als ich mir, wie üblich, erst einmal das Schaltbild mit seinen doch recht wenigen HF-Stufen, und dann erst das Gerät selber angesehen hatte. Aber gerade die Philips-Konstruktionen zeichnen sich immer wieder dadurch aus, daß der Teufel im Detail steckt und bei oberflächlicher Betrachtung leicht übersehen wird. Neben der DM71-Phasenumkehrstufe nehme man z.B. auch zur Kenntnis, daß der AM-Oszillator sogar bei FM in Betrieb bleibt, weil er ganz nebenbei die negative Vorspannung für die Endstufe bereitstellt. Dann die Bremsgitter-Mischung bei AM und die bekannt hochwertigen Miniaturbandfilter. Auch Ausgangstrafo und Lautsprecher sind offensichtlich von sehr guter Qualität und Empfindlichkeit. Ich gebe es ja nicht gerne zu, aber mein TFK Bajazzo 9 (bzw. 59) kann, obwohl lt. Schaltplan eigentlich viel aufwendiger und daher zumindest prinzipiell interessanter, der Colette in keiner Disziplin das Wasser reichen... Andreas |
|
Gerhard Heigl
11.Oct.06 |
3
Guten Morgen Herr Steinmetz, danke für den wichtigen Hinweis DEAC-Akku und Heizspannung. Auch meine Aufmerksamkeit bei der Reparatur bezog sich sofort auf die Heizspannung. Die Messungen ergaben ohne Akku eine Spannung von 1,4V, mit der eingebauten DF64 1,3V. Daher musste ich in diesem Fall keine besonderen Massnahmen zur Heizspannungsstabilisierung unternehmen. Der defekte DEAC-Akku hatte einen Innenwiderstand von ca. 5Ω ! Das Radio konnte auch aus diesem Grund nicht funktionieren. |
|
Kurt A. Köhler
11.Oct.06 |
4
DEAC-Akkus in Koffergeräten haben nicht nur eine Siebfunktion für die Netzspannung, sondern sie sollen auch die Heizspannung begrenzen. Diese Funktionen lassen sich optimal mit folgender Schaltung nachbilden :![]() Kurt A.Köhler ![]() ![]()
|
|
Konrad Birkner
12.Oct.06 |
5
Nach meiner Erfahrung ist bei fast allen defekten Koffergeräten mit diesen Akkus der Akku defekt. Ursache war immer Tiefentladung. Und zwar meistens dann, wenn im Netzbetrieb der Stecker gezogen wurde: Das Gerät schwieg, man nahm an, es sei ausgeschaltet. Aber die Heizfäden glühten munter weiter... und dann war es passiert, denn beim Wiederanschluss schaffte die Ladeschaltung nicht den nötigen Strom (bzw die Polarisationsspannung) um aus der Tiefentladung wieder herauszukommen. Ich kann mich an kaum einen anderen Totalausfall bei diesen relativ aufwendigen, schweren und teuren Geräten erinnern. Es war immer das gleiche Schlamassel... In einigen Fällen half ich mir mit einem Relais, das von der Netzspannung gesteuert die Heizung unterbrach. Das bedingte einen weiteren zusätzlichen (2 poligen) Schalter, mit dem man zwischen Netz- und Batteriebetrieb umschalten musste. In Stellung "Batt." überbrückte er den Relaiskontakt und unterbrach die Netzzuführung. Aufwendig aber sicher (weil die Entwickler ihre Hausaufgaben offenbar nicht gemacht hatten bei so teuren Geräten). |
|
Andreas Steinmetz
12.Oct.06 |
6
Hallo Herr Köhler, genau diese Schaltung meinte ich; nur müssen es nicht unbedingt 1 Farad sein. Allerdings eine gute Idee, denn ein Gold-Cap ist meist kleiner als ein Elko üblicher Kapazität. Vielleicht könnte man das alles auch in dem meist noch gut erhaltenen Gehäuse der DEAC-Zelle stilecht unterbringen. Bisher habe ich mich aber noch nicht getraut, eine solche Zelle zu öfffnen. Ganz abgesehen von dem chemisch nicht unbedenklichen Inhalt... Andreas Steinmetz |
|
Kurt A. Köhler
12.Oct.06 |
7
Danke für die Aufmerksamkeit bezüglich des inzwischen korrigierten Fehlers. Herr Daniel Consales und Herr Wolfram Ullram waren auch so freundlich, mich deswegen anzumailen. Herr Ullram meinte aber auch, Gold Caps wären prinzipiell ungeeignet. Ich kann nur versichern, dass es funktioniert und die Größe des verwendeten Kondensators mindestens 1 Farad sein sollte. Betrachtet man z.B. eine seinerzeit verwendete Grundig-Schaltung, dann kann man auch verstehen, warum man einen solchen 'Brummer' braucht:![]() Die angehängte Datei ist für diejenigen, die auf der beschriebenen Basis, wie auch von Herrn Steinmetz angeregt, einen Ersatzakku basteln wollen... Kurt A.Köhler Inzwischen hat mich Herr Ullram noch auf folgenden Bericht hingewiesen, aus dem man etwas über Gold Caps lernen kann: http://www.panasonic.com/industrial/components/pdf/goldcap_tech-guide_052505.pdf Demnach ist Gold Cap nicht gleich Gold Cap und es ist offensichtlich wichtig, für die diskutierte Anwendung solche mit möglichst geringem inneren "Bahnwiderstand" zu nehmen. So haben die radialen HW-Typen der Fa. Panasonic einen gegenüber den anderen Typen um 1/100 reduzierten inneren Widerstand, der sie befähigt, höhere Ströme z.B. für den Betrieb von Motoren abzugeben. Der von mir realisierte und beschriebene DEAC-Ersatz verwendet in der Tat radiale Kondensatoren (2,3 V; 4,7F), sie waren seinerzeit bei der Fa. Pollin aus japanischer Herkunft für kleines Geld erhältlich. Nun ja, manchmal hat man doch ein glückliches Händchen... Kurt A.Köhler |