radiomuseum.org

 
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.

History of the manufacturer  

Valvo Radioröhrenfabrik GmbH; Hamburg

As a member you can upload pictures (but not single models please) and add text.
Both will display your name after an officer has activated your content, and will be displayed under «Further details ...» plus the text also in the forum.
Name: Valvo Radioröhrenfabrik GmbH; Hamburg    (D)  
alternative name:
Radio-Röhrenfabrik GmbH; Hamburg
Brand: RRF
Abbreviation: valvo
Products: Model types Tube manufacturer
Summary:

Valvo (Marke+Firma); Hamburg: Tochter von Radio-Röhren-Fabrik GmbH (C.H.F. Müller), seit 1927 zu Philips gehörend (Valvo erst 1932). Verkauft 1929 [474] den Radio «Valvo RRF», ein Paladin 5 von Lorenz unter eigenem Namen.

History:


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
28–30 Valvo RRF (RRF1) A4100  Hersteller ist Lorenz 
83 Breitbandverstärker (Sender) 40743 YL1440  Breitbandverstärker-Einheit in Hohlraumtechnik für Bildsender und FS-Umsetzer in Gitterbas... 
83 Verstärkereinheit (Sender) 40744 YL1440  Verstärkereinheit in Hohlraumtechnik für FM-Tonsender in Gitterbasisschaltung im Bereich I... 
83 Breitbandverstärker (Sender) 40745 YL1420  Breitbandverstärker-Einheit in Hohlraumtechnik für Bildsender und FS-Umsetzer in Gitterbas... 
83 Verstärkereinheit (Sender) 40746 YL1420  Kontinuierlich abstimmbare Verstärkereinheit in Holhlraumtechnik für FM-Tonsender in Gitte... 
83 Breitbandverstärker (Sender) 40747 YL1430  Kontinuierlich abstimmbarer Breitbandverstärker in Hohlraumtechnik für Bildsender und FS-U... 
83 Verstärkereinheit (Sender) 40748 YL1430  Kontinuierlich abstimmbare Verstärkereinheit in Hohlraumtechnik für FM-Tonsender in Gitter... 
83 Breitbandverstärker (Sender) 40755 YL1440  Kanalabgestimmter Breitbandverstärker in Hohlraumtechnik für Bildsender in Gitterbasisscha... 
83 Verstärkereinheit (Sender) 40756 YL1440  Kanalabgestimmte Verstärkereinheit in Hohlraumtechnik für FM-Tonsender in Gitterbasisschal... 
83 Breitbandverstärker (Sender) 40757 YL1420  Kanalabgestimmter Breitbandverstärker in Hohlraumtechnik für Bildsender in Gitterbasisscha... 
83 Verstärkereinheit (Sender) 40758 YL1420  Kanalabgestimmte Verstärkereinheit in Hohlraumtechnik für FM-Tonsender in Gitterbasisschal... 
83 Breitbandverstärker (Sender) 40759 YL1430  Kanalabgestimmter Breitbandverstärker in Hohlraumtechnik für Bildsender in Gitterbasisscha... 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

Quelle: Radiowelt 1930 Bild hochgeladen durch Walter Wiesmüllertbn_A_Valvo_1930_Werbung_001.jpg
Quelle: Radiowelt 1930 Bild hochgeladen durch Walter Wiesmüllertbn_A_Valvo_1930_Werbung_002.jpg
Quelle: Radiowelt 1933 Bild hochgeladen durch Walter Wiesmüllertbn_A_Valvo_1933_Werbung_001.jpg
Quelle: Radiowelt 1933 Bild hochgeladen durch Walter Wiesmüllertbn_A_Valvo_1933_Werbung_002.jpg
VALVO-Röhrenpackungtbn_valvo.jpg
Titelblatt Valvo Preisliste (1930)tbn_logvalvo.jpg
Quelle: Sammlung Göschen, Radiotechnik Bd. V, 1927tbn_d_valvo_1927_werbung01.jpg
tbn_d_valvo_50er_logo.jpg
Ausgabe 1952tbn_d_valvo_1952_taschenbuch.jpg
Röhrenschachtel der Radioröhrenfabrik GmbH (Valvo RRF) Hamburg.tbn_d_valvo_rrf_hamburg_rot_1.jpg
valvo publicitytbn_swl08146.jpg
tbn_d_valvo.jpg
tbn_valvo_1.jpg
tbn_valvo_2.jpg
Aus Funkschau Heft2 1936tbn_valvo_fs0236.jpg
Anzeige 02/1963tbn_d_valvo_1963_anzeige.jpg
tbn_valvo_werbung.jpg
Anzeige 1935tbn_valvolebewohl.png
tbn_iv.jpg
Gebeudekomplex Hamburg-Lockstedt um 1964tbn_d_valvo_1964_firmenlogo.jpg
Valvo Werbung für Nuvistoren in der Zeitschrift Funktechnik Nr. 14, 1963, Seite 513tbn_d_valvo_werbung_1963.jpg
VALVO-Werbung in der Zeitschrift Funkschau, Heft 21, 1959tbn_d_valvo_werbung_1959.jpg
Valvo Werbung in der Funkschau 1953 / Heft 15tbn_d_valvo_werbung_1953.jpg
Vignette 1933tbn_d_valvo_vignette_1933.jpg
Q: Valvo, Service-Unterlagen / Druck 1977tbn_d_valvo_bauelemente_logo.jpg
Werbung in der Wochenschrift des Funkwesens, Heft 52, 1928tbn_d_valvo_werbung_1928.jpg
Werbung in der Funk-Technik 8/1965tbn_d_valvo_werbung_1965.jpg
Anzeige 1915tbn_d_mueller_anzeige_1915.png
Zeitungswerbung Januar 1930tbn_d_valvo_1930_werb1.jpg
Die Sendung, Nr. 35, 1929tbn_d_valvo_werbung_1929.png
Valvo Röhrenwerk Hamburg-Lokstedttbn_valvo_roehrenwerk_hamburg_lokstedt.jpg
Aus Universal-Schaltungsbuch von 1928, Seite 53.Ist mein Eigentum.tbn_d_valvo_radioroehren_fabrik_406_spezial.png
Thanks for the photos, Mr.Ferenc Tóth!tbn_d_valvo_l410_katalog_1928.jpg

Forum contributions about this manufacturer/brand
Valvo Radioröhrenfabrik GmbH; Hamburg
Threads: 3 | Posts: 6
Hits: 2863     Replies: 2
Valvo im Überraschungsei
Georg Richter
26.Sep.10
  1

Im Jahr 2003 war in den Ü-Eiern die Serie "Cybertops" aktuell. Daraus verdanken wir Ferrero eine handbemalte "Valvo"-Figur.

Man wuss dazu wissen dass es in Japan in bestimmten Fällen üblich ist hinter den Namen ein "-san" anzuhängen - in diesem Falle also "Valvo-san":

Wer diesen 44mm hohen Trödelladenbesitzer namens Valvo-san seiner Sammlung zuführen möchte sollte sich bei Online-Marktplätzen nach einer eingeschweissten Figur umsehen und die beiden in der Regel toten Batterien erneuern (6,8 x 2,2mm Microcell G1-S bzw. IEC LR261, im Uhrenladen erhältlich), oder (wie ich) stattdessen zwei dünne Litzen anbringen und die "Heizung" mit einem Vorwiderstand aus einem Netzgerät versorgen. Da der rückwärtige Taster die Batterien direkt kontaktiert müsste der externe Anschluss die Form der Batterien nachbilden.

Wer auf Vollständigkeit sammelt: es gibt diese Figur auch mit englischem und japanischen Beipackzettel.

Beste Grüsse,

GR

Bernd P. Kieck
27.Sep.10
  2

 

san = Herr

Georg Richter
27.Sep.10
  3

... hätte der Hersteller die Figur schon wegen des Attributs "trotz seines Alters" (und der Eigenschaft als Ratgeber) eigentlich "Valvo-sama" nennen müssen. "-san" und "-sama" ist geschlechtsunabhängig ("in bestimmten Fällen", auch als Suffix bei Berufen und Titeln üblich) definiert.

Meine (eigentlich unnötige) Klarstellung sollte der Löschung anheim fallen.

 
Hits: 8738     Replies: 1
Valvo-Bildröhrenfabrik Aachen 1973
Franz Born
07.Feb.08
  1
                                         Valvo In Aachen ( Artikel von 1973)

Die in den Jahren 1953/54 in Aachen errichtete Valvo Fabrik lieferte bis Ende März 1972 ca. 18,75 Millionen Schwarzweißbildröhren und (ab 1967) rund 1,15 Millionen Farbbildröhren. Seit April 1972 fertigt Valvo in Aachen nur noch Farbbildröhren für den deutschen und europäischen Markt. Das Valvo Farbbildröhrenwerk in Aachen ist das
z. Z. größte im Bereich der Philips-Unternehmen und dürfte auch die größte Produktionsstätte dieser Art in Europa sein.

                                    Farbbildröhren für den europäischen Markt


                  
 Valvo Normhals-Bildröhre Eurocolor und die dazugehörige Ablenkeinheit


Die Kapazität der Valvo Fabrik wurde vor gut einem Jahr durch ein neues Werksgebäude wesentlich erhöht, das für den Produktionsbereich »Schirmbearbeitung« neue Möglichkeiten bietet und der künftigen Entwicklung des Fernsehmarktes angepaßt ist. Das Gebäude umfaßt 59000 Kubikmeter umbauten Raum und erweitert die reine Produktionsfläche des Werkes um rund 3100 Quadratmeter, weitere 3400 Quadratmeter entfallen auf die Räume für die Klimaanlage und die Medienzuführung (Wasser, Gas usw.). Außerdem sind in dem neuen Gebäude zahlreiche Büros sowie Schulungs- und Sozialräume untergebracht. Mit maximal 650 Arbeitsplätzen allein im produktionstechnischen Bereich des Neubaus können alle Erfordernisse der nächsten Jahre berücksichtigt werden.
Die Schirmbearbeitung ist das Kernstück der gesamten Farbbildröhrenproduktion. Auf den folgenden Seiten sind einige Ausschnitte aus diesem Bereich gegeben, die einen Einblick in den sehr aufwendigen Herstellungsprozeß vermitteln. Bekanntlich besteht ein Farbbildschirm aus einem Punktmuster mit den drei Grundfarben Rot, Blau und Grün. Das Punktmuster wird mit Hilfe eines fotochemischen Prozesses erzeugt, für den ein ganz bestimmtes Raumklima notwendig ist. Nur eng tolerierte Temperatur und Feuchtigkeit gewährleisten nämlich die Einhaltung der erforderlichen engen Toleranzen von Punktdurchmesser und Punktfüllung. Wegen der ultraviolett empfindlichen Leuchtstoffsuspensionen darf als Umgebungsbeleuchtung nur langwelliges, monochromatisches gelbliches Licht (Na-Licht) verwendet werden.

       
              Blick in den Flowcoat-Raum der neuen Fertigungshalle Aachen.

Diese Umweltbedingungen sind in dem sogenannten »Flowcoat-Raum« anzutreffen, der als Hauptbestandteil des neuen Fertigungsgebäudes der Aachener Bildröhrenfabrik anzusehen ist. Die als Flowcoat-Raum bezeichnete, klimatisierte Fertigungshalle (Bild oben) hat einen umbauten Raum von 25400 Kubikmetern mit einem maximal 27fachen Luftumsatz pro Stunde bei einer Regelgenauigkeit von ±1° Celsius und ± 2,5 % relativer Luftfeuchtigkeit. Die Luft tritt über Filter durch die Decke in die Halle ein und wird durch Bodenöffnungen abgesaugt. Dadurch entsteht eine fast laminare Luftströmung von der Decke bis zum Boden, so daß in Arbeitshöhe kein Luftzug bemerkbar ist.
Die Bodenöffnungen werden gleichzeitig für die Zuführung der in der Halle benötigten Medien und für die Abführung von Abwässern benutzt, d. h. alle Zu- und Abführungen haben ihre Basis im Kellergeschoß.Dies ist eine technische Besonderheit, der es zuzuschreiben ist, daß in der Fertigungshalle keinerlei Leitungssysteme installiert sind und die Möglichkeit von Staubablagerungen weitgehend ausgeschlossen ist.

                           
                           Bild 4
zeigt Belichtungstische im Flowcoat-Raum

Daß größtmögliche Staubfreiheit zu den Voraussetzungen einer einwandfreien Bildschirmbearbeitung gehört, läßt sich im übrigen an einer weiteren Einrichtung erkennen: Alle im Flowcoat-Raum tätigen Mitarbeiter betreten die Halle durch eine Luftschleuse, in der Kleidung und Schuhe gewechselt werden müssen.Auf dem Bildschirm der Valvo Norm-halsfarbröhre müssen insgesamt 1,08 Millionen grüne, blaue und rote Leuchtstoffpunkte exakt aufgebracht werden, d. h. pro Grundfarbe 360000 Stück. Jeweils drei Farbpunkte bilden die Ecken eines gleichseitigen Dreiecks, ihre Durchmesser betragen im Mittel 470 ym bei einer zulässigen Toleranz von 20 ym. Nach dem Justieren des Glasschirms auf dem Belichtungstisch werden die Leuchtstoffpunkte fotochemisch ausgehärtet. In (Bild 4) sind diese Arbeitsplätze im Flowcoat-Raum zu sehen, gut erkennbar auch die spezielle Bekleidung der Mitarbeiter sowie die Lufteinlässe in der Hallendecke.

 
Bild 5 Suspensionsdosierst.Bild 6 Schutzlackierungsanl.Bild 7 Separatorengr.

Die Leuchtstoffsuspension für die jeweilige Punktfarbe wird auf dem Schirmboden aufgebracht und dort verteilt. Das (Bild 5) zeigt das Einsetzen der Auffangtaschen am Suspensionsdosierstand des Beschirmungskarussells im Flowcoat-Raum. Danach erfolgt das Belichten und Aushärten der Leuchtstoffpunkte (Bild 4). Diese Vorgänge laufen für Rot, Grün und Blau in drei Arbeitsgängen ab.Nach dem Aufbringen der Leuchtstoffpunkte muß die fertige Leuchtschicht mit einem Schutzlackfilm behandelt werden. Hierzu setzt man die Farbbildröhren auf die in
(Bild 6 )sichtbare Maschinenanlage, wo der Schutzlack von unten durch den Röhrenhals eingebracht wird. Da die mit der seltenen Erde Europium angereicherte rote Leuchtstoffsuspension besonders wertvoll ist, sind unterhalb des Flowcoat-Raums spezielle Anlagen - sogenannte Separatoren - vorhanden, mit denen man den kostbaren Rot-Leuchtstoff zurückgewinnt (Bild 7).

                 

                                      Bild 8 Transportbänder für Farbbildröhren

Für die Beförderung der Farbbildröhren werden im Aachener Valvo-Werk umfangreiche Transportbänder benutzt. In (Bild 8) ist ein kleiner Ausschnitt des sich über mehrere Etagen hinziehenden Systems zu sehen.

                  

                                                 Bild 9  Blick ins Montageatelier

Zum Fertigungsbereich der modernen Bildröhrenfabrik gehört auch das große Montage-Atelier, von dem (Bild 9) einen Teil zeigt. Hier setzen geschickte Frauenhände das kom­plizierte Dreifach-Elektronenstrahl-system der Farbbildröhre zusam­men. Es wird danach auf einem Ein­schmelzkarussell in den Hals der Farbbildröhre eingeschmolzen.

                  

                              Bild 10  Einschmelzkarussell für Elektronenstrahlsysteme

Dieser Vorgang ist in (Bild 10) dargestellt. Nach dem Einschmelzen durchlau­fen die Farbbildröhren eine Pum­penstraße (Bild 11), wo das Vakuum hergestellt und anschließend der Pumpstengel abgeschmolzen wird.

                  

                          Bild 11   Pumpenstraße zum Evakuieren der Farbbildröhren

Nur wenige Arbeitsgänge konnten in diesem Bildbericht gezeigt werden. Die Konusherstellung, das Zusam­menfügen von Schirm und Konus sowie die zahlreichen Kontrollen während des Produktionsablaufs und am fertigen Produkt (um nur einiges zu nennen) runden das Bild einer auf hohem Qualitätspegel lau­fenden, speziellen Massenfertigung ab.


Quelle: Philips Fernseh-Taschenbuch 1973

Franz Born
13.Feb.08
  2

Der Bericht (oben) über die Philips Bildröhrenfabrik Aachen (BRF) 1973 ist eine Erfolgs–Geschichte mit vielen technischen Details.

Zwei Fragen daran drängen sich förmlich auf:

1. wie kam es dazu? und
2. Wie ging es mit der BRF weiter?


Die erste Frage bis zum Kriegsende, lässt sich gut an der Geschichte des heutigen Institutsgebäudes der Aachener Technischen Hochschule in der Jägerstraße verfolgen.

1912: Die Tuchfabrik Joh. Erkens und Söhne (gegr. 1650) beginnt mit dem Bau einer Fabrikanlage in der Jägerstraße.

1914: Fertigstellung der Werkanlage und Beginn der Produktion.

1920: Die im 1. Weltkrieg weitestgehend unzerstörten Fabrikanlage wird erweitert.

1925: Die Erweiterung ist beendet, und das Hauptgebäude wird im heutigen Stil fertig gestellt.

1932:
Auflösung von Erkens und Söhne (Folge der Weltwirtschaftskrise).

1934: Die Deutsche Philips GmbH (DPG) kauft die ehemalige Tuchfabrik.
Am 11. Juli wird die „Philips-Rundfunkgerätefabrik Jägerstraße“ gegründet. Der „Aachen-Super“ wird zum „Tonwunder“.
Es ist das erste Philips-Werk auf deutschem Boden, das sich 1934 als „Philips Radio-Apparatefabrik Jägerstraße" in Aachen etabliert. Für diesen Standort sprechen die wirtschaftliche Prosperität der Region und die Nähe zur Philips Konzernzentrale im holländischen Eindhoven.
Philips produziert Vier-Röhren-Radios und die „Weltempfänger derTonwunder-Reihe". Einen hervorragenden Ruf erwirbt sich der bekannte „Aachen Super". Die „Jägerstraße" entwickelt sich zu einem der angesehensten deutschen Rundfunkwerke.

    

1939: In den angrenzenden Gebäuden in der Bendstraße werden Wendel für Glühlampen gefertigt.
Jäh unterbricht der Krieg die erfreuliche Entwicklung. Die Umstellung der Produktion auf Volksempfänger wird befohlen. 1942 bringt Philips die „Philetta" heraus: Der Volksmund nennt das Gerät wegen seiner Form „Kommißbrot". Die sich zuspitzende Lage am Ende des Krieges zwingt Philips, in benachbarte holländische und belgische Orte auszuweichen.

   

1944: Das Hauptgebäude wird durch den Krieg stark beschädigt, alle anderen Gebäude werden zerstört. Aachens Bevölkerung zwangsevakuiert. Mit den Bomben endet, was so hoffnungsvoll begonnen hatte: Radios von Philips in Aachen.

   

1945: Im August 1945 haben 15 Philips – Mitarbeiter den Mut zu einem neuen Anfang.
Sie beginnen mit dem Aufräumen; bald stoßen andere hinzu. Das Pförtnerhaus der ehemaligen Rundfunkgerätefabrik wird „Verwaltungsgebäude“.

1946: Mit holländischer Hilfe und der Erlaubnis zur Glühlampenproduktion durch die Militärregierung wird der Wiederbeginn eingeleitet.

1953: Das Glühlampenwerk wird nach Rothe Erde verlegt.

1954: Die Werkanlagen Jägerstraße werden zum Philips-Zentrallabor umgebaut.

1963: Das Zentrallabor zieht in den Neubau Bodenhof um. Am 11. Juli kauft das Land Nordrhein-Westfalen die Anlage Jägerstraße.

Hier enden die Philips Aktivitäten in der Aachener Jägerstraße, aber mit dem Umzug der Glühlampenfabrik 1953 nach Aachen - Rothe Erde wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Das Gelände ehemaliger Hüttenbetriebe in Rothe Erde teilt sich die BRF mit zwei Schwesterwerken, dem Glühlampenwerk und der Glasfabrik.

Den Fortgang des Berichts über die Aachener Philips-Betriebe erfolgt nun anhand einer Chronik der BRF.

      

1954: Die VALVO GmbH Bildröhrenfabrik wird gebaut. Das Richtfest ist am 26. Februar. Unter der Firmenbezeichnung „Deutsche Philips GmbH Glühlampenwerk, Abteilung Bildröhrenfabrik" wird die Produktion von Schwarzweiß-Bildröhren im Mai begonnen. In diesem Jahr wurden 19.000 Röhren gebaut. Ende des Jahres waren 221 Personen in der Firma beschäftigt.

1955: Die Firmenbezeichnung lautet nun „Valvo GmbH, Bildröhrenfabrik Aachen". Die Jahresproduktion steigt auf 229.000 Bildröhren.

   

1956: Am 26. März brennt die Lagerhalle komplett aus (Großbrand). Der Verlust von 40.000 Bildröhren ist die Folge. Am 3. April wird die Produktion wieder aufgenommen.

   

1957:
Am 14. Oktober wird die 1-millionste Bildröhre hergestellt.

1958:
Die Bildröhrenfabrik wird erweitert (Zur Halle VA wird die Halle VG gebaut).

1959:
Am 5. Oktober wird mit dem Bau einer neuen Lagerhalle
begonnen. Die Jahresproduktion übersteigt 1,2 Mio Bildröhren. Einstellung eines hauptamtlichen Werksarztes.

1960:
Der Personalstand steigt weiter. Ende des Jahres sind mehr als 1.600 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt arbeiten nun mehr als 5.000 Mitarbeiter für die Philips-Betriebe in Aachen.

1961:
Die 5-millionste Bildröhre wird hergestellt. Zusätzlich beginnt man im September mit der Produktion von Peltier - Kühlbatterien innerhalb der Bildröhrenfabrik.

1962:
Einführung von implosionsgeschützten Schwarzweiß-Bildröhren.

1963
: In Aachen wird für alle Fabriken ein Rechenzentrum (ReZeWest) eingerichtet. Die allerersten Farbbildröhren werden im Labor in Hamburg gefertigt.

1965:
Im September werden die ersten Farbbildröhren im Chemielabor der Bildröhrenfabrik Aachen gefertigt.

1966:
Die 10-millionste Bildröhre läuft vom Band (Sept). Die Peltier Fertigung wird eingestellt. Die Rückgewinnung von Bildröhren wird im August gestartet.

1967: Im Juni Beginn der Serienfertigung von Farbbildröhren.
Baubeginn des Flowcoat - Gebäudes. In diesem Jahr werden l Mio Schwarzweiß- Bildröhren und 59.000 Farbbildröhren gefertigt.

1968:
Richtfest des neuen Flowcoa t- Gebäudes.

     

1969: Die 15-millionste Bildröhre wird gefertigt
.

1970:
Die Beschäftigtenzahl der Philips-Betriebe in Aachen einschließlich Aldenhoven beträgt ca. 6000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

1971: Die 1-millionste Farbbildröhre wird hergestellt. Im September Beginn des Umzugs in das neue Flowcoat -Gebäude.

1972:
Fertigstellung des Flowcoat - Gebäudes. Die Schwarzweiß - Bildröhrenproduktion wird am 31. März eingestellt. Es wurden knapp 18 Millionen Schwarzweiß-Bildröhren in Aachen hergestellt.

1973:
Es wurden 990.000 Farbbildröhren hergestellt. Personalstand 2.430 Personen. Die Bildröhrenfabrik ist die größte Farbbildröhrenfabrik Europas.

      

Philips in Aachen: Das sind drei Werke und ein wissenschaftliches Zentrum. Das sind technologisches Know-how, Produkte von überzeugendem Gebrauchsnutzen und eine am Weltmaßstab orientierte Fertigungstechnik. Das Glühlampenwerk, die Granus Glasfabrik und die Valvo Bildröhrenfabrik der Philips GmbH arbeiten in enger Nachbarschaft auf dem Gelände „Aachen Rothe Erde". Vor den Toren Aachens - in Aldenhoven -hat die Lampenfabrik einen zweiten Werksbereich.

     
      Am südlichen Stadtrand liegt das Philips Forschungslaboratorium.

Soweit der Bericht über die Vorgeschichte des ersten Beitrags zur BRF des Jahres 1973.

Die Produktion der Radioapparate wurde nach den Kriegswirren in der neuen Fabrik in Wetzlar fortgesetzt.

Über die Weiterentwicklung der BRF und der übrigen Aachener Philips-Betriebe gibt es noch viel zu berichten, doch dies ist eine weitere Geschichte.

Quellen: Werks-Besucherbroschüren, Jubiläumsschrift Bildröhrenproduktion
 
Hits: 10626     Replies: 0
50 Jahre Valvo-Bauelemente für die Elektronik
Iven Müller
30.Aug.04
  1


50 Jahre Valvo-Bauelemente für die Elektronik


 

 

 

Die Valvo GmbH begeht am 1. April 1974 ihr 50jähriges Firmenjubiläum. Sie ist einer der größten Bauelementehersteller in Deutschland und liefert heute - von wenigen Ausnahmen abgesehen - sämtliche elektronischen Bauelemente für die Konsumelektronik und die professionelle Elektronik.

Die Geschichte des Unternehmens begann 1924 - ein Jahr nach der Einführung des Rundfunks in Deutschland - mit der Gründung einer Radioröhrenfabrik durch die Hamburger Röntgenfirma C. H. F. Müller. Damals entstanden viele Firmen, die Radioröhren herstellten; die Marke "Valvo" gehört zu den wenigen, die sich auf die Dauer erfolgreich behaupten konnten. 1927 schlossen sich C. H. F. Müller und die Radioröhrenfabrik den Philips-Unternehmen an, und die Röhrenfertigung

 

 

 

"Normalröhre" (links), "Oeconom" (Mitte) und Oscillotron" (rechts) der Radioröhrenfabrik Hamburg aus den Jahren 1924/25. Die "Normalröhre" trägt eine Steuerbanderole; damals wurde für jede hergestellte Röhre eine Abgabe an die seinerzeit hierfür zuständige Reichstelegrafenverwaltung (RTV) erhoben

 

 

 

wurde auf ein geeignetes Gelände in Hamburg-Lokstedt verlagert. Schon in den 30er Jahren erweiterte man das Fertigungsprogramm auf Elektrolytkondensatoren,Lautsprecher,Hochohmwiderstände und Spezialröhren.

Der Ausbau zur heutigen umfassenden Valvo-Organisation setzte nach dem Kriege ein. In Hamburg-Lokstedt wurden größere und moderne Fabrikgebäude für die Herstellung von Elektronenröhren errichtet, in Hamburg-Stellingen begann man mit der Fertigung von Keramik-Kondensatoren, die dann in Langenhorn weiter ausgebaut wurde, und in Herborn gründete Philips ein später von Valvo übernommenes Werk für Elektrolyt- und Kunststoffolien-Kondensatoren.

1951 nahm Valvo die Produktion keramischer magnetischer Bauteile auf. Das für diese Fertigung in Hamburg eingerichtete neue Werk war damals schon das größte seiner Art in der Bundesrepublik. Mit der Ausstrahlung der ersten Fernsehversuchssendungen

1951 begann auch die Herstellung von Fernsehbildröhren. Aus diesen ersten Ansätzen heraus entstand die Bildröhrenfabrik Aachen, die heute das größte Farbbildröhrenwerk Europas ist. 1953 wurde mit der Einführung der Halbleitertechnik in Hamburg-Lokstedt ein entscheidender Schritt in eine neue Ära getan. Aus der Radioröhrenfabrik wurden die Röhren und Halbleiterwerke.

Die Vertriebsabteilungen haben seit 1955 ein eigenes Bürogebäude in Hamburg, das Valvo-Haus. Sie werden von sechs Zweigbüros in der Betreuung der professionellen Kunden unterstützt. Außerdem sind Vertriebsverträge mit 13 Distributoren abgeschlossen.

Zur Valvo-Organisation, in der mehr als 8000 Mitarbeiter beschäftigt sind, gehören heute die vier Werke: die Röhren- und Halbleiterwerke Hamburg, das Werk für elektronische Bauelemente Hamburg, die Bildröhrenfabrik Aachen und das Kondensatorenwerk Herborn. Diese großen Fertigungsstätten stellen ein erhebliches Produktionspotential dar; seine Bedeutung wird noch durch die Zusammenarbeit mit 120 Bauelementefabriken in 30 Ländern im Rahmen der Philips Unternehmen gesteigert, zu denen auch die Valvo GmbH als Tochter der Allgemeinen Deutschen Philips Industrie (Alldephi) gehört.

Valvo hat in seiner 50jährigen Geschichte viele Beiträge zur Entwicklung der elektronischen Technik in Deutschland geleistet. In der Radioröhrenfabrik Hamburg wurden unter anderem die ersten Acid-Röhren, die ersten deutschen Mehrgitterröhren sowie die ersten Röhrentypen für Wechselstromheizung serienmäßig gefertigt. In der Bildröhrentechnik sind mit der Rechteckröhre im normgerechten Seitenverhältnis, der 110°-Ablenkung sowie der Bildröhre, die ohne zusätzliche Schutzscheibe betrieben werden kann, bemerkenswerte Verbesserungen eingeführt worden. Heute hat sich die von Valvo angebotene "Europäische Fernsehtechnik", unter der man die Eurocolor-Bildröhren und die Ablenktechnik mit stranggewickelten Sattelspulen versteht, durchgesetzt. Die neueste Entwicklung ist die Bildröhre mit Schnellheizkatoden. Aus der großen Anzahl der Spezialröhrenentwicklungen sei hier nur das Hochleistungsklystron erwähnt, das heute in vielen UHF-Fernsehsendern des In-und Auslandes arbeitet.

Auch zur Halbleitertechnik konnte Valvo schon frühzeitig Entscheidendes beitragen. Zum Beispiel waren die 1954 herausgebrachten Typen OC 70, OC 71 die ersten in großer Stückzahl erhältlichen legierten Flächentransistoren auf dem deutschen Markt, und die diffusionslegierten POB-Transistoren (pushed out base) erweiterten ab 1959 den Anwendungsbereich des Transistors in das UKW-Gebiet. Ein markantes Beispiel für die Erfolge der modernen Halbleitertechnik sind die engtolerierten Abstimmdioden BB 105, mit denen die automatische Abstimmung beim UKW- und Fernsehempfang wirtschaftlich vertretbar gelöst werden konnte.

1967 entstanden in Hamburg integrierte Analogschaltungen. Sie gehörten zu den ersten derartigen in Europa gefertigten Produkten. Heute hat Valvo eine führende Stellung auf dem Gebiet der integrierten Schaltungen für Farbfernsehgeräte. Die zweite Generation dieser Schaltungen ist bereits herangereift. Sie trägt wesentlich zur Verringerung der Anzahl der Einzel-Bauelemente und der erforderlichen Abgleichvorgänge bei. Auch für Rundfunkempfänger werden zahlreiche im Rahmen eines fortschrittlichen Schaltungskonzeptes entwickelte integrierte Schaltungen angeboten.

An der Weiterentwicklung von weich und hartmagnetischen oxidkeramischen Werkstoffen ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gearbeitet worden; zum Beispiel wäre die 110°-Ablenktechnik ohne die hohe magnetische Qualität und Maßhaltigkeit moderner Jochringe aus "Ferroxcube 3C2" nicht möglich gewesen. Für Zeilentransformatoren und moderne Leistungsübertrager wurde der neue Werkstoff "Ferroxcube 3C8" eingeführt, und auf dem Gebiet der hartmagnetischen Werkstoffe stehen "Ferroxdure 380", "Ferroxdure 260" und "Ferroxdure 270" zur Verfügung.

Auf dieser breiten technischen Basis präsentiert sich die Valvo GmbH zum 50jährigen Firmenjubiläum als einer der bedeutendsten Zulieferer der elektronischen Geräte-Industrie mit einer großen Produktionskapazität und mit modernster technischer Ausrüstung - ein solides Fundament für den weiteren Ausbau der heute erreichten Position.

-----------------------------------------------------------

aus: Funk-Technik 1974 / Heft 5

 
Valvo Radioröhrenfabrik GmbH; Hamburg
End of forum contributions about this manufacturer/brand

  
rmXorg