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AM- Sender in der Tschechoslowakei

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Wolfgang Lill
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23.Mar.19 18:29

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Der "Wellenplan von Montreux" sollte ursprünglich am 4.März 1940 in Kraft treten, tat es aber aufgrund des Kriegsbeginnes nicht. Für die Sender im "Reichsprotektorat Böhmen-Mähren" sah dieser Plan die Frequenzen 662 kHz = 453,2 m (Praha-I.), 1006 kHz = 298,2 m (Brno), 1213 kHz = 247,3 m (Praha-II.) und 1366 kHz = 219,6 m (Moravska-Ostrava) vor.

Den Sendern im "Slovensky stat" (,Slowakischen Staat') wurden in Montreux die Frequenzen 392 kHz = 762 m (Banska Bystrica/Neusohl) und 1096 kHz = 273,7 m (Bratislava/Preßburg) bestätigt bzw. neu bestimmt.

Die einstige Stahlungsanlage von Mährisch-Ostrau (Moravska Ostrava) in Schönbrunn (Svinov) lag im 1938 vom Deutschen Reich annektierten sog. "Sudetenland" und wurde deswegen unter "Deutschland" notifiziert, ebenso wie die neue Frequenzposition 1392 kHz = 215,4 m für Karlsbad (Karlovy Vary).

Die Sendeanlage in Haniska bei Kaschau (Kosice, ungarisch: Kassa) wiederum liegt im 1938 in Folge des sog. "Wiener Schiedsspruchs" von Ungarn annektierten Gebiet (und arbeitet mit dem ungarischen Sender Miskolc im Gleichwellenbetrieb auf 1438 kHz).


 Auf dem Territorium der einstigen Tschechoslowakei waren um 1944/45 folgende Sender in Betrieb:

Im "Reichsprotektorat Böhmen-Mähren" arbeiteten mit weitgehend tschechischsprachigem Programm Praha I. (Liblice) auf 638 kHz, Praha-Mesto (Stara Strasnice) auf 722 kHz, Plzen (Obcizna) auf 536 kHz, Brno (Komarov) auf 1158 kHz und Moravska-Ostrava (Marianske hory - Ersatzanlage für den verloren gegangenen Sender in Svinov) auf 1348 kHz. Während Praha I. Luftschutzwarnungen aus gesamtböhmischer Sicht brachte, warnte Praha-Mesto vor herannahenden Bomberverbänden in erster Linie die Prager Stadtbevölkerung.

Der leistungsschwache Stadtsender im westböhmischen Pilsen (Plzen) gehörte zu den sog. Flaksendern, d.h. er alarmierte die örtliche Bevölkerung vor Fliegerverbänden.


Der seit Mai 1938 im technischen Versuchsbetrieb auf 1113 kHz aktive und anfangs ein überwiegend deutschsprachiges Programm des Tschechoslowakischen Rundfunks verbreitende Großsender Praha II. in Melnik ("Vysilac dr. Edvarda Benese" - ,Sender Dr. Edvard Benes'') wurde von der deutschen Besatzungsmacht mitsamt des angeschlossenen Studios in Prag-Karolinenthal (Praha-Karlin) beschlagnahmt.

Melnik meldete sich zu Beginn der Besatzung im März 1939 zunächst als "Volksdeutscher Sender Prag-Zwei". Später verbreitete Praha II. das weiterhin in Prag-Karolinenthal abgewickelte deutschsprachige Programm des "Senders Böhmen" ("Hier ist der Sender Böhmen der Sendergruppe Böhmen-Mähren...") bzw. überträgt das "Reichsprogramm des Großdeutschen Rundfunks".


Der 1940 fertiggestellte Großsender in der geografischen Mitte Mährens, in  Dobrochau (Dobrochov) bei Prossnitz (Prostejov), wurde ebenfalls von den deutschen Besatzern beansprucht. Er gehörte als "Sender Donau" in die Gruppe der "Deutschen Europasender/DES" und war auf 922 kHz aktiv. Der 1943 eingeschaltete neugebaute Protektoratssender

in Iglau (Jihlava) übernahm auf 1348 kHz das Programm des "Senders Böhmen", ebenso die im September 1944 in Betrieb genommene Anlage im südböhmischen Budweis (Ceske Budejovice) auf 1366 kHz.

Der Sender in Schönbrunn (Svinov) bei Mährisch-Ostrau (Moravska-Ostrava) wurde auf seiner Frequenz 1204 kHz als "Sender Troppau" zu einem Nebensender des "Reichssenders Breslau". Auf den Skalen zeitgenössischer Radios finden sich die Angaben "Donau", "Böhmen", "Troppau" etc.


 Auf dem Boden der - von 1939 bis 1945 selbständigen - Slowakei arbeiteten um 1944 im Gleichwellenbetrieb auf 1004 kHz die Großsender Preßburg-Großkostolan (Bratislava-Velke Kostolany) und Neusohl-Kostführersdorf (Banska Bystrica-Kostiviarska) auf dem Laskomer-Hügel.

Hinzu kam im Osten des Landes als Ersatz für die verloren gegangene Strahlungsanlage in Haniska im Jahr 1941 ein schwacher Sender in Preschau (Presov) auf 1158 kHz. Der Grenzstreifen im Süden der Slowakei mußte im November 1938 an Ungarn abgetreten werden und damit auch der dortige Sender; die Kaschauer Frequenz ging an den Ersatzsender in Preschau.


Bis Kriegsende im Mai 1945 waren viele dieser Sendeanlagen von der sich zurückziehenden Wehrmacht zerstört bzw. abgebaut und abtransportiert worden.

Wenige Monate später hatten die Radiohörer die Wahl zwischen folgenden tschechischen Radiostationen: 

Der stärkste Sender des Landes, Praha I. (Liblice), hat den Krieg unbeschadet überstanden und sendete auf 638 kHz (Achtung: dieser Sender übertrug 1945 eine Zeit lang vorübergehend das Programm "Praha II.!), Praha II. (Melnik) sendete auf 1113 kHz (er übertrug vorübergehend das Programm "Praha I."), Praha-Mesto (Stara Strasnice) auf 722 kHz, Plzen ("Vysilac svobodna Plzen" - ,Sender freies Pilsen') auf 536 kHz, Ceske Budejovice ("Jihocesky vysilac" - ,Südböhmischer Sender') auf 1369 kHz, Moravska-Ostrava (wieder über Svinov) auf 922 kHz, Brno (Komarov) auf 1158 kHz, Jihlava auf 1348 kHz (an "Brno" angeschlossen), Hradec Kralove ("Vychodocesky vysilac" - ,Ostböhmischer Sender') auf 1260 kHz und Usti nad Labem ("Severocesky vysilac" - ,Nordböhmischer Sender') auf 1204 kHz.

Dem im nordböhmischen Teplitz-Schönau (Teplice-Sanov) beheimateten "Krusnohorsky rozhlas" (,Erzgebirgischer Rundfunk') war nur ein kurzes Leben beschert: er war von Juni 1945 bis 1948 über eine schwache Sendeanlage auf 1025 kHz aktiv.

Der aus der Besatzungszeit stammende Langwellensender in Liblice - östlich von Prag - war ab Juni 1945 mit dem Programm "Praha I." auf 191 kHz zu empfangen, d.h. auf der Frequenz des zerstörten "Deutschlandsenders" in Herzberg a/Elster. Ab 7.März 1949 arbeitete er auf 155 kHz, später wiederum war "Praha-dlouha vlna" (,Prag-Langwelle') auf 272 kHz zu hören.

Auf slowakischem Territorium waren Ende 1945 die notdürftig instand gesetzten Strahlungsanlagen in Bratislava, Banska Bystrica ("Vysielac Slovenskeho narodneho povstania" - ,Sender des Slowakischen Nationalaufstandes') und im wieder erlangten Kosice in Betrieb.

Aus dem befreiten Kosice war ab Februar 1945 über einen provisorischen Mittelwellenstrahler einige Monate lang der "Vysielac Slovenskej narodnej rady" (,Sender des Slowakischen Nationalrates') zu hören.


Zwischen 1945 und 1950 wurden die zerstörten Sendeanlagen wieder repariert und völlig neue in Betrieb genommen.

Im Sommer 1947 konnte der Großsender "Morava" (,Mähren') in Dobrochau (Dobrochov) mit neuer und hochmoderner britischer Technik ausgestattet wieder auf Sendung gehen und das auf seiner Stammfrequenz 922 kHz.

Am 27.Oktober 1947 folgte der neue slowakische Hochleistungssender Kosice I. in Presov auf 1204 kHz. Die Sendeanlage "Orava" (,Arwa') im mittelslowakischen Dolny Kubin-Horna Lehota wurde ebenfalls 1947 aufgeschaltet (1204 kHz), der Sender "Tatry" (bzw. slowakisch "Tatra") bei Deutschendorf (Poprad) in der ostslowakischen Hohen Tatra kam im März 1949 hinzu (1172 kHz).


 Am Stichtag 1.Januar 1950 wurde das Programm "Praha I." ausgestrahlt über den Mittel- und Langwellensender in Liblice auf 638 bzw. 155 kHz. "Praha II." war unverändert zu hören über Melnik auf 1113 kHz. "Brno I." sendete über den Sender Dobrochov auf 922 kHz, vormittags zusätzlich über Jihlava auf 1349 kHz. "Brno II." war zu empfangen über den Brünner Stadtsender ("Brno-Mesto") in Komarov (Kummrowitz) auf 1061 kHz, nachmittags wurde Jihlava auf 1348 kHz hinzugeschaltet.

"Ostrava" sendete über seinen Sender in Svinov auf 1158 kHz, "Plzen" auf 514 kHz, "Ceske Budejovice" auf 1366 kHz, "Liberec" (Betriebsbeginn: 1945) auf 585 kHz und "Usti nad Labem" auf 1448 kHz. In der Slowakei sendete "Bratislava" u.a. über seinen wiederhergestellten Hauptsender Bratislava I.-Velke Kostolany auf 1004 kHz und über Kosice I.-Presov auf 1204 kHz.
 

Am 15.März 1950 trat der "Kopenhagener Wellenplan" in Kraft, der den europäischen Sendern ihre Frequenzen in einem erweiterten Mittelwellenbereich von 520 kHz bis 1602 kHz und einem Langwellenbereich von 150 kHz bis 285 kHz zuwies.

Die tschechoslowakischen Sender änderte ihre Frequenzen, die Radiohersteller bauten entsprechend geänderte Skalen in ihre Geräte ein bzw. lieferten aktuelle Ersatzskalen zum Auswechseln. Viele Sender mußten ihre eigene Frequenz aufgeben.


Ab 15.März 1950 sendete "Praha I." weiterhin über seinen Stammsender in Liblice auf 638. "Brno" mußte sein zweites Programm ("Brno II.") aufgeben und sendete nur mehr über den Sender Brno I.-Dobrochov auf 953 kHz. Mehrere Sender hatten ihre Exklusivfrequenz verloren und wurden im "Ceskoslovensky okruh M" (,Tschechoslowakischer Kreis M' - "M" für das tschechische und slowakische Wort "modry" ,blau') zusammengefasst: Praha II.-Melnik 1232  kHz, Plzen-Prestice (die neue Strahlungsanlage südlich von Pilsen ging am 30.November 1950 in Versuchsbetrieb) 1232  kHz, Karlovy Vary-Stara Role (der neue Sender bei Karlsbad wurde Anfang 1950 in Betrieb genommen) 1520 kHz, Ostrava (fortan ohne das Adjektivum "Moravska") 1520 kHz, Jihlava 1520 kHz und Ceske Budejovice 1232 kHz.

Die Lokalstationen "Usti nad Labem" und "Liberec" sendeten beide auf 1484 kHz. Vom 12.März 1950 bis zum 22.Februar 1952 war das Programm "Ostrava-dlouha vlna" (,Ostrau-Langwelle') in der Luft und zwar über einen in Svinov stationierten Langwellesender auf 272 kHz. Der slowakische Großsender Bratislava I.-Velke Kostolany zog um auf die Frequenz 1097 kHz, Banska Bystrica (der Sender Laskomer war inzwischen mit moderner leistungsfähiger Technik ausgerüstet worden) auf 701 kHz und Kosice I.-Presov auf 1286 kHz.

Auf der Mittelwellenskala des 305 U-"Talisman" z.B. wird sich mancher Sammler über die rätselhafte Angabe "Cs. okruh M" oder "Okruh R" gewundert haben - jetzt wissen wir, dass so Sendernetze bezeichnet wurden!


Nach nur einem Jahr hatten viele Sender schon wieder ihre Frequenz geändert - entgegen den Abmachungen von Kopenhagen! Die tschechischen Sender waren umgruppiert worden: das Programm "Praha" lief über Praha I.-Liblice 638 kHz und Brno II.-Komarov 1484 kHz. Den "Cs. Okruh M" bildeten die Sender Praha I.-Liblice ("Praha-dlouha vlna") 272 kHz, Brno I.-Dobrochov 953 kHz, Praha II.-Melnik 1286 kHz und Jihlava 1484 kHz.

Den neuen "Okruh R" ("R" vom tschechischen und slowakischen Wort "rudy" ,rot') bildeten die Sender Plzen-Prestice, Ceske Budejovice-Husova kolonie, Karlovy Vary-Stara Role, Jihlava-Vetrnik  und Ostrava-Svinov - sämtlich aktiv auf der gemeinsamen Frequenz 1520 kHz. "Okruh M" und "Okruh R" verbreiteten stets ein und dasselbe Programm - es war vorgesehen, sie in zwei unterschiedliche Programme aufzutrennen, wozu es aber nicht kommen sollte.

Die Stationen "Usti n/L.", "Liberec" und "Hradec Kralove" sendeten ihr Lokalprogramm auf 1484 kHz. In der Slowakei war Kosice von 1286 auf 1232 kHz umgezogen. Über den Sender Praha II.-Melnik wurden abends die fremdsprachigen Auslandssendungen ausgestrahlt.


Am 4.Februar 1952 wurde mit Inbetriebnahme des starken Langwellensenders "Ceskoslovensko I." im südmährischen Topolna bei Ungarisch-Hradisch (Uherske Hradiste) auf 272 kHz die Programmstuktur erneut grundlegend geändert.

Die beiden ,Sendekreise' ("vysilaci okruh") "M" und "R" wurden aufgelöst, die Sender einmal mehr umgruppiert. Fortan waren das tschechische Nationalprogramm "Praha", das slowakische Nationalprogramm "Bratislava" sowie das tschechische und slowakische Gemeinschaftsprogramm "Ceskoslovensko" die tragenden Säulen des Hörfunkangebots in der Tschechoslowakei.


Schon am 4.April 1954 wurde das Sendeschema wieder umgekrempelt: aus "Praha" wurde wieder "Praha I." und aus "Ceskoslovensko" wieder "Praha II." Das über den neu eingeführten Drahtfunk und stundenweise über den Prager Fernsehsender verbreitete Sonderprogramm lief unter dem Stationsnamen "Praha III." - es beeinhaltete neben kurzen Lokalsendungen lediglich Übernahmen von "Praha I." oder "Praha II." Als weitgehend eigenständige Lokalstationen arbeiten "Ostrava" (1520 kHz), "Usti n./Labem" (1484 kHz) sowie "Liberec" und "Hradec Kralove" (beide auf 701 kHz).


Anfang der 1960er Jahre sendete der Tschechoslowakische Rundfunk weiterhin die beiden regionalen Nationalprogramme - "Praha" und "Bratislava" - sowie zwei für das gesamte Staatsgebiet bestimmte Radioprogramme: "Ceskoslovensko I." bzw. "CS-1" (Langwelle 270 kHz, zusätzliche Mittelwellensender auf 1286 kHz und 1520 kHz) und das nur auf UKW zu hörende "Ceskoslovensko II." bzw. "CS-2".


Zu Beginn der 1970er Jahre wurde die Programmstruktur erneut umgestaltet: "Praha" und "Bratislava" blieben als regionale Nationalprogramme unverändert bestehen, aus "Ceskoslovenko" wurde am 1.September 1970 das förderale Programm "Hvezda" bzw. slowakisch "Hviezda" (,Stern').

"Ceskoslovensko 2" sendete schon ab 1.September 1968 zunächst unter der Bezeichnung "Treti program" (,Drittes Programm'). Am 4.September 1972 wurde dieses förderale Programm aufgegeben: über die tschechischen (UKW-) Sender von "CS-2" lief fortan das Programm "Vltava" (,Moldau') aus Prag, über die slowakischen "Devin" (,Theben') aus Bratislava.

Mitte der 1970er Jahre waren die bestehenden Sender und die verfügbaren Freqenzen erneut umverteilt worden. Die tschechischen und slowakischen Mittelwellensender von "Hvezda" tauschten 1976 ihre Frequenzen: in weiten Teilen Böhmens war "Hvezda" fortan auf 1232 kHz zu empfangen, in der Slowakei im Gegenzug auf 1520 kHz.

Alle diese Frequenzänderungen spiegeln sich in der Skalengestaltung der in der CSSR hergestellten Hörfunkempfänger wieder!
 

Die für Europa heute noch gültige Frequenzverteilung geht auf den am 23.November 1978 in Kraft getretenen "Genfer Wellenplan" zurück. "Praha" war weiterhin über seinen Stammsender Praha I.-Liblice zu hören und das auf der neuen "Genfer" Frequenz 639 kHz.

Hinzugeschaltet waren dem tschechischen Nationalprogramm u.a. Brno I.-Dobrochov auf 954 kHz und mehrere Sender regionaler Bedeutung, die zum Teil nur tagsüber in Betrieb waren - z.B. Ceske Budejovice und Ostrava auf 846 kHz, Plzen und Karlovy Vary auf 900 kHz, Usti nad Labem auf 864 kHz, Brno II.-Komarov, Moravske Budejovice und Jihlava auf 1332 kHz...

Das slowakische Nationalprogramm "Bratislava" lief über seine Stammfrequenzen 701 (Banska Bystrica-Laskomer, Kosice I.-Presov, Orava, Rimavska Sobota, Tatra) und 1098 kHz (Bratislava I.-Velke Kostolany, abgelöst am 10.Februar 1988 von der neuen Anlage in Nitra-Velke Zaluzie).

Das förderale Programm "Hvezda" (bzw. "Hviezda") war auf Langwelle 272 kHz fast in der ganzen CSSR verfügbar, zusätzliche Mittelwellensender arbeiteten auf 1233 kHz (Praha II.-Melnik, Ceske Budejovice, Plzen, Karlovy Vary, Strakonice) und 1521 kHz (dort z.B. über den 1977 aufgeschalteten neuen Hochleistungssender Kosice-Cizatice und über Ostrava-Svinov, Nitra-Jarok).

Der reichweitenstarke Sender "Ceskoslovensko II." auf 1287 kHz im ostböhmischen Leitomischl (Litomysl) bei Zwittau (Svitavy) wurde vor allem für Fremdsprachensendungen für Hörer im Inland (das am 8.Mai 1972 angelaufene "Interprogramm Radio Praha" für Touristen) oder im Ausland ("Radio Praha") eingesetzt.

Wie sieht es nun heute aus, im Jahre 2019?

Der Langwellensender auf 270 KHz in Topolna hat inzwischen einen 50 KW Transistorsender TRAM50L, der von der Media Broadcast abgekauft wurde und vorher seinen Dienst in Burg bei Magdeburg versah.  und kommt trotzdem noch selbst in Randgebieten von Berlin gut an. Er überträgt das Programm Radiozurnál des staatlichen Cesky rozhlas (Tschechischer Rundfunk) .   Die Langwellensendezeit ist in der Woche von 5 Uhr bis 24 Uhr, am Sonnabend und Sonntag von 6,00 Uhr bis 24,00 Uhr. Er ist übrigens auf der Frequenz 270 KHz weltweit der einzigste Sender !

In Prag Liblice sendet noch auf 639 KHz ebenso mit reduzierter Leistung von 756 KW das Programm Dvojka  ( das Zweite)  des Tschechischen Rundfunks, dies wird auch in Dobrochov auf 954 KHz mit 200 KW, ebenso in Stare Role ( Alt Rohlau bei Karlovy Vary ) und in Ceske Budejovce auf gleicher Frequenz über 20 KW- Sender abgestrahlt.  Die volle Sendeleistung auf 639 KHz  von 1512 KW ist möglich, aber wird nach Einbau des Tesla Kompressors nicht mehr gefahren.

In Moravske Budejovice Standort Domavil wird das Programm mit 25 KW auf 1332 KHz gesendet und in Moravske Ostrava  Standort Svinov auf 639 KHz mit 30 KW. 

Es gibt noch ein weiteres Programm, CRO plus w. Dies ist ein reines Informationsprogramm was 24 Stunden am Tage sendet. Der eine Mittelwellensender steht in Ostrava-  Svinov , Frequenz 1071 KHz, Leistung 5 KW und in Ceske Budejovice ebenfalls auf gleicher Frequenz mit 5 KW. 

Weiterhin gibt es inzwischen mehrere Privatprogramme die auf Mittelwelle senden

Hier ist Country-Radio Prag  am Tage mit 20KW , ab 19,00 Uhr reduziert mit 1 KW auf 1062 KHz zu nennen. Der Senderstandort ist Praha Zbraslav. 

Vom gleichen Standort kommt inzwischen auch Dechovka mit 10 KW Leistung 24 Stunden am Tage auf 1233 KHz. Der Sender hat weitere AM- Standorte in Moravske Ostrava- Svinov 2 KW und Dobrochov mit  5 KW Sendeleistung ebenfalls auf 1233 KHz, auch in Brno-Řečkovice befindet sich ein Stadtsender der auf dieser Gleichwellenfrequenz arbeitet. Er hat nur 500 Watt. 

Bedeutend ist die Private Initiative von Zdenek Rajmont , der für Dechovka den Sender in Stezery bei Hradec Kralove betreibt. Mit seinem Eigenbau 5 KW- Transistorsender ist er in 100 Km Umkreis gut zu hören.

Der Cesky Impuls sendet vom Standort Boranovice ebenfalls rund um die Uhr mit 10 KW Leistung auf der Frequenz 981 KHz und auf Gleichwelle in Moravske Budejovice Standort Domavil mit 5 KW.

Das  ist der aktuelle Stand vom 23.03.2019 !

Sollten sich Änderungen ergeben, werde ich hier fortlaufend berichten. Die im Vortext genannten Senderstandorte im Tschechischen sind bereits alle im Radiomuseum.org von mir dokumentiert unter Dekaden des Rundfunks und die der Slowakei sind leider noch nicht vollständig, aber wir arbeiten dran. 

Ich bedanke mit bei Herrn Strassmann für seine umfangreiche Zuarbeit. Ohne diese wäre mein Beitrag nicht zustande gekommen.

 

 

 

 

This article was edited 24.Mar.19 07:26 by Wolfgang Lill .

  
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