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Spitzensuper 54 1236W

Spitzensuper 54 1236W; Siemens; D S.& (ID = 25540) Radio
 
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Siemens; D S.&: Spitzensuper 54 1236W [Radio] ID = 101456 640x480
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For model Spitzensuper 54 1236W, Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
 
Country:  Germany
Manufacturer / Brand:  Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
Year: 1953/1954 Category: Broadcast Receiver - or past WW2 Tuner
Valves / Tubes 11: EF80 EC92 ECH81 EF41 EM34 EF41 EAF42 EABC80 ECC40 EL84 EL84
Main principle Superhet with RF-stage; ZF/IF 468/10700 kHz
Tuned circuits 9 AM circuit(s)     11 FM circuit(s)
Wave bands Broadcast, (BC) Long Wave (LW), 2 x SW and FM or UHF.
Details
Power type and voltage Alternating Current supply (AC) / 110-240 Volt
Loudspeaker 3 Loudspeakers
Power out 13 W (unknown quality)
from Radiomuseum.org Model: Spitzensuper 54 1236W - Siemens; D S.& Halske / S.
Material Wooden case
Shape Tablemodel with Push Buttons.
Dimensions (WHD) 680 x 475 x 311 mm / 26.8 x 18.7 x 12.2 inch
Notes

Umschaltbare Richtantenne mit 360° Drehwinkel. Ortstaste. 3 Lautsprecher (1 Oval 21 x 36 cm, 1 Oval 18 x 26 cm, 1 statischer Hochton-Lautsprecher).

Das Gerät wird mit 11 Röhren beworben und ein Trockengleichrichter.

Net weight (2.2 lb = 1 kg) 22 kg / 48 lb 7.3 oz (48.458 lb)
Price in first year of sale 680.00 DM
Collectors' prices  
External source of data Erb
Source of data Kat.d.Rundf.GrossH.1953/54
Literature/Schematics (1) -- Original prospect or advert
Literature/Schematics (2) -- Original-techn. papers.


All listed radios etc. from Siemens; D (S.& Halske / S. Electrogeräte)
Here you find 2372 models, 1942 with images and 1239 with schematics for wireless sets etc. In French: TSF for Télégraphie sans fil.



 


Forum contributions about this model
Siemens; D S.&: Spitzensuper 54 1236W
Threads: 4 | Posts: 12
Hits: 5351     Replies: 8
  siemens: 1236W (1236 W); Spitzensuper 54: Bandfilter wie
Dietmar Rudolph
28.Jun.10
  1

Der Siemens 1236W hat 3 Kombi-Bandfilter (10,7 MHz & 468 kHz).

Die Messung der Resonanzfrequenzen der drei "468 kHz Kreise" ergab: 760 kHz, 458,5 kHz und 748 kHz.

Da die Resonanzfrequenzen von Kreis 1 & 3 so extrem danaben liegen, ist zu vermuten, daß die internen Anschlüsse der dort verbauten 500 pF Styroflex-Kondensatoren korrodiert sind.

Um die Kondensatoren zu ersetzen, muß der Becher der Bandfilter abgenommen werden. Ideal wäre es, wenn der Becher abgenommen werden könnte, ohne daß zuvor sämtliche Bauteile an den Filtern abgelötet werden müssen. Das Bandfilter selbst ist mittels zweier Federn unter dem Chassis festgeklemmt.

Frage: Hat jemand schon einmal eine solche Reparatur eines Bandfilters durchgeführt und weiß, wie die Becher abgehen?

Über Hinweise würde ich mich freuen.

Die verwendeten BF haben noch eine weitere nicht ganz alltägliche Besonderheit: Die Kerne haben kein Gewinde, sondern sind glatt und sind an Plastikhalmen befestigt.  Hat der Kern die korrekte Position, ist der Plastkhalm durch Wärme mit dem Spulenkörper zu verschmelzen. Vor einem Abgleich muß die Verschmelzung mit Hilfe eines Spiralbohrers erst entfernt werden, um dann den Kern mit Hilfe einer spitzen Pinzette an die richtige Position zu schieben... So steht es in der Abgleichanleitung.

Diese Sorte Bandfilter finden sich auch in anderen Geräten (zumindest bei Siemens), wie z.B. M57 , 934WG51 um nur wenige Beispiele zu benennen. Das Problem könnte somit schon verschiedentlich aufgetreten sein.

MfG DR

Henning Oelkers
28.Jun.10
  2

Hallo, Herr Rudolph,

ich bin der Meinung, dass sich in meinen Vorräten solche Bandfilter finden müssten.

Sobald ich das gefunden habe, melde ich mich direkt bei Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen,

Henning Oelkers

Dietmar Rudolph
30.Jun.10
 
  3

Zunächst geht mein Dank an Boris Witke und Eike Grund. Beide Herren haben mich mit Detailinformationen zu dieser Art von Filtern versorgt.

Von Herrn Grund ist das Bild des Bandfilters, das von einer Beschreibung der Siemens Schatulle M57 stammt, wo die identische Filterform verwendet wird. Siehe auch seine Homepage.

Man sieht die gewindelosen Spulenkörper für die AM-ZF 468 kHz (Pfeil >>) und den herausgezogenen Kern, der sich in einem (gekürzten) Abgleichhalm befindet. Darunter der "neue" Abgleichhalm in originaler Länge, der nach erfolgtem Ableich so weit zu kürzen ist, daß er nicht mehr aus dem Loch des Bandfilter-Topfes herausragt.

Zur Fixierung der Kerne nach erfolgtem Abgleich werden diese (mittels Lötkolben) mit dem Spulenkörper verschmolzen. Das bedeutet, daß die Verschmelzung zu lösen ist, bevor nachgeglichen werden kann. (Siemens empfiehlt hierfür einen Spiralbohrer. Der kann sich aber verhaken.....)

Günstig zur Lösung der Verklebung ist es, diese mittels eines Fräsers (Proxxon Handfräser mit 3mm zylindrischem Schleifstein) wegzunehmen. Wie auf dem Bild zu sehen ist, ist der ausgebaute Halm an der (ursprünglich) verklebten Seite sehr kurz, weshalb man ihn dann anders herum hineinsteckt. [Das als Notmaßnahme, wenn nicht ausreichend neue Halme verfügbar sind.]

Verkleben sollte man ihn nur noch mit Wachs, damit er sich ggf. einfacher wieder nachgleichen läßt.

Zu dem bislang beschriebenen Abgleich ist es nicht erforderlich, die Filter auszubauen.

Nach den ersten Resonanzmessungen pro Stufe (Gitter 1 der Röhre vor dem BF bis Gitter 1 der Röhre nach dem BF) ergaben sich Mittenfrequenzen, die teilweise sehr weit daneben lagen, s. Post 1. Daher schien es angebracht, wenigstens ein BF zu öffnen und die Kreiskondensatoren zu prüfen.

Hier kam die Information von Herrn Witke über die BF im Siemens M47 zu Hilfe, aus der hier auszugsweise zitiert sei.

Ab Werk sieht das Ganze aus wie auf dem Foto (Abschirmbecher entfernt): In der Spule sitzt eine eingeklebte Führungshülse aus durchsichtigem, dünnem Kunststoff. Darin befindet sich der Abgleichhalm. Der sitzt aber fest, weil er werksseitig nach erfolgtem Abgleich mit der Führungshülse verschmolzen und dabei gleich mit gekürzt wurde, wahrscheinlich einfach mit dem Lötkolben. Die weiteren Arbeiten lassen sich nur ausführen, wenn die Abschirmbecher entfernt werden. Netzstecker ziehen. Bei der M47 sind die unteren Becherkanten an je 4 Stellen geclincht, das muss erst aufgebogen werden, z.B. mit einem Messer. Das Zurückdrücken der Stahlfedern an den Stirnseiten ist das kleinere Problem, man nimmt einen Schraubenzieher. Der Abschirmbecher des nicht Bandbreiten- regelbaren Bandfilters ist zusätzlich am Chassisblech verlötet, was sich nur mit starkem Kolben lösen lässt. Man zieht die Röhren um Platz zu gewinnen. Und der ganze Aufwand nur wegen dieser Halme….
Liegen die Filter endlich frei, nimmt man ein scharfes Messer und schneidet die Schmelzstelle der Halme ganz knapp weg. Danach versucht man, mit einem scharfen Bohrer, Durchmesser 3-3,5mm, in den Halm zu fahren, um ihn nach hinten (also zur Chassis- Rückseite) heraus zu ziehen; Evtl. etwas drehen. Nach vorn geht er nicht heraus, die UKW-ZF Spulen sind im Weg. Sitzt der Halm fest, schiebt man von vorn mit einem umgebogenen steifen Draht (Vorsicht an den UKW Litzen). Das ist auch dann nötig, wenn sich der Halm nach vorn verschoben hat, so dass man ihn von hinten nicht mehr greifen kann.
Nun sind die Filter abgleichbar, es könnte aber sein, dass der Halm etwas weiter in die Spule geschoben werden muss als in der Stellung ab Werk. Dann bekäme man ihn bei aufgesetztem Abschirmbecher nicht mehr nach hinten heraus. Dieses Problem löst man, indem man den Halm entfernt und dessen Führungshülse (nicht den Halm! ) an der zugänglichen Rückseite etwa 3mm kürzt. Das geht am besten mit einer Nagelschere, siehe Bild. So kann man den Halm immer von hinten mit einer Pinzette greifen. Sollte er trotzdem mal zu weit nach vorn gerutscht sein, fertigt man sich einen kleinen Stahlhaken (wie Angelhaken), mit dem man in den Halm greift und ihn nach hinten zieht.
Man wird finden, dass einige Halme in der Führungshülse recht stramm sitzen, während andere darin hin- und her rutschen. Die Abgleichanleitung empfiehlt, die Halme wieder zu verschweißen. Dann sind sie aber unverrückbar. Ich lege sie wie üblich mit Wachs fest.
Die Siemens Abgleichanleitung empfiehlt, beim Abgleich die jeweils andere Spule im Filter zu bedämpfen.

Wie hier beschrieben, geht der Becher ab, wenn an der Unterseite zuerst die 4 eingekerbten Stellen glattgebogen werden und daran anschließend die beiden Federn (oben im Bild am Becher unten ist eine erkennbar) mit einem Schraubendreher hineingedrückt werden. Der Becher läßt sich dann abnehmen, ohne daß das Filter ausgelötet werden muß.

Die 500 pF Styroflexkondensatoren lassen sich dann bequem auslöten und messen. Die Messung (mit KARU) ergab, daß beide völlig in Ordnung waren. Das heißt aber, daß die oben geschilderte Resonanzmessung kein richtiges Ergebnis erbrachte. 

Also wurden nun alle beteiligten 6 Schwingkreise (bei ausgeschaltetem Gerät) einzeln vermessen. [Mit einem Wobbelverfahren, das im Prinzip ähnlich wie ein "Griddipper" arbeitet.] Die damit gemessenen Resonanzfrequenzen waren:
458,5 kHz; 431,6 kHz; 454,6 kHz; 459,4 kHz; 468,7 kHz; 449,6 kHz
Diese lagen damit weit genug auseinander, um keine Empfindlichkeit im AM-Bereich mehr zu haben.

Nach Lösen der Halme konnten alle einzeln auf 468 kHz abgeglichen werden. Die Messung über den gesamten ZF-Verstärker erbrachte eine sehr schöne Resonanzkurve, allerdings auf 475 kHz. [Der Abgleich muß folglich für 461 kHz wiederholt werden.]

Die AM Empfindlichkeit des Gerätes ist nun wieder gut, auch wenn z.Z. der endgültige Abgleich noch nicht erfolgt ist.

Insgesamt kann festgestellt werden, daß der Nachgleich weniger aufwändig war, als es zunächst erschien.

MfG DR

Dietmar Rudolph
30.Jun.10
  4

Die zur Messung verwendete Dip-Tastspitze geht auf einen Vorschlag eines ehemaligen Kollegen zurück und hat eigentlich eine sehr einfache Schaltung.

Untergebracht ist die Schaltung in einem 11 cm langen Cu-Rohr mit 15 mm Außendurchmesser (Heizungsrohr) damit die Tastspitze geschirmt ist. Die beiden Kondensatoren <1pF werden aus einem Teil der Cu-Kaschierung gebildet.

Die Tastspitze hat zwar keinen ebenen Frequenzgang, kann aber für Resonanzmessungen bis in das VHF Gebiet verwendet werden. Ein Analyzer ist für eine Anwendung nicht notwendig, aber bequem. Es geht jedoch auch ein Wobbler und ein Oszilloskop.

MfG DR

Dietmar Rudolph
02.Jul.10
  5

Der Abgleich der Kreise ist nicht so bequem wie bei Kernen mit Gewinde, da die Werte nur schwierig reproduzierbar sind, weil sich die Halme unterschiedilch verhalten. Während einige leicht verschiebbar sind, klemmen andere etwas, wodurch der gewünschte Sollwert nur schwer eingestellt werden kann. Hier hat sich der Einzel-Abgleich mit dem Dip-Zusatz bewährt.

Nachdem die Kreise einzeln mit dem Dip-Zusatz auf 462 KHz abgeglichen wurden, ergab sich für den AM ZF Verstärker folgende Durchlaßkurven (schmal / breit).

Eingespeist wurde über 10nF niederohmig aus einem Genertor mit 50Ω Innenwiderstand auf das Steuergitter der ECH81. Ausgekoppelt wurde über 2pF parallel zur AM-Diode der EABC80 auf den 50Ω Eingang des Analyzers.

Die Kurvenformen ändern sich etwas, wenn der Pegel (um ca. 10 dB) erhöht wird. (schmal / breit)

Die Halme (mit den darin enthaltenen Kernen) wurden anschließend mit einem (winzigen) Kleks Pattex an den Spulenkörpern fixiert. Auf diese Weise ist es einfacher, die Halme wieder zu lösen, falls jemals wieder nachgeglichen werden muß.

MfG DR

Dietmar Rudolph
05.Jul.10
  6

Der SH_1236W hat für LW und MW ein Bandfilter im Eingang vor der HF-Vorstufe (EF41). Die Kopplung zur Mischröhre (ECH81) ist aperiodisch. Für KW dagegen ist ein Einzelkreis vor der EF41 und ein Zwischenkreis zwischen EF41 und ECH81 vorgesehen. Dieses Konzept verwendet Siemens auch schon bei der Kammermusikschatulle 95W von 1939. Als Begründung für das Bandfilter wird beim 95W angegeben, daß die Einzelkreise für MW und LW keine ausreichende Bandbreite ergeben.

Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen der Realisierung beim 1236W (und den entsprechenden Geräten von 1953 / 1954) gegenüber den früheren Geräten. Da die Ferrit-Antenne damals neu aufkam, mußte diese "irgendwie" in die Eingangsschaltung einbezogen werden.

Im Schaltungsauzug vom SH1236W ist zu erkennen, daß das Eingangsbandfilter für MW und LW jeweils aus der entsprechenden Spule (11,2 bzw. 11,3) der Ferrit-Antenne und einer weiteren Spule (11,10 bzw. 11,11 im Tastenaggregat) in Kombination mit dem Drehko (11C9) zusammengesetzt ist. (Innerhalb des rot markierten Kastens.) Die Kopplung der Kreise erfolgt über Fußpunkt-Kondensatoren (10nF für LW und 25nF für MW).

Die Ferrit-Antenne trägt noch eine Einkoppelspule (11,1), mit der die HF von einer externen Antenne eingekoppelt werden kann. Die Einkopplung ist nur in den Endpositionen der Ferrit-Antenne wirksam (Antennenwahlschalter öffnet).

Was hier vielleicht als "elegante Lösung" erscheinen mag, zeigt jedoch im praktischen Betrieb Nachteile. Mit der Resonanzmessung mit dem Dip-Zusatz stellt man fest, daß sich die Resonanzfrequenz des Kreises auf der Ferrit-Antenne um einige kHz verschiebt, je nach Stellung (Drehwinkel) der Ferrit-Antenne. Für die Durchlaßkurve des Eingangsbandfilters ist das sehr abträglich.

Ein Grund dafür könnte sein, daß der größere der Lautsprecher keinen geschirmten Magneten und deshalb ein entsprechendes Streufeld aufweist, das auf die Ferrit-Antenne einwirkt.

Das Konzept mit der Einbeziehung der Ferrit-Antenne in das Eingansbandfilter wurde z.B. beim SH M57 nicht mehr verwendet.

[In späteren Stereo-Modellen wurden (von verschiedenen Herstellern) aus diesem Grund gekapselte Magneten (wenigstens) für den Lautsprecher verwendet, der in der Nähe der Ferrit-Antenne ist. Bei einem Stereo-Empfänger verwundert die Verwendung anscheinend "unterschiedlicher" Lautsprecher wenigstens auf den ersten Blick.]

MfG DR

Dietmar Rudolph
12.Jul.10
  7

Die Empfindlichkeit der Vorstufe war sehr gering. Warum? Wobbelmessungen zwischen dem Antenneneingang mit 50Ω Generator und Ersatzantenne (400Ω in Serie mit 200pF) und dem g1 der Mischröhre (ECH81, gezogen, damit Oszillatorschwingung nicht stört) zeigten, daß das Eingangsbandfilter (bestehend aus Ferritantenne und Zwischenkreis) kräftig daneben lag. Erste Änderung war, das Koppel-C am Fußpunkt von 22nF auf 25nF (ursprünglicher Wert) zu erhöhen. Hier ist der genaue Wert nämlich kritisch.

Nun waren die beiden Kreise auf Gleichlauf zu bringen. Bei 600 kHz, wie vorgeschrieben, geht das nicht, weil hier der Sender auf 603 kHz stört. Deswegen wurde der untere MW Abgleich bei 590 kHz durchgeführt.

Aus Gründen der Bequemlichkeit wurde das Radio für die Anodenspannung aus einem externen Netzgerät versorgt, während die Heizung aus dem Netztrafo erfolgte. Der Vorteil besteht hierbei darin, daß die Anodenspannung einfach ab- und angeschaltet werden kann, während die Heizung durchläuft. Man kann so die Meßspitzen im spannungslosen Zustand ansetzen und vermeidet Kurzschlüsse, falls diese abrutschen sollten. (Die beiden EL84 wurden hierfür gezogen.)

Die Vorstufe verstärkt gut (ca. 25 dB), aber die Durchlaßkurve war (noch immer) zweihöckrig.
Da die Ferritantenne sich (praktisch) nicht abgleichen läßt (Spule ist auf dem Ferritstab festgeklebt), wurde der Zwischenkreis nachgezogen. Die Zweihöckrigkeit verschwindet aber nur dann, wenn die Tastspitze am g1 der ECH81 nur noch über 2 pF angekoppelt wird. Das Eingangs-BF ist also empfindlich bez. genauer Parameterwerte. Der Abgleich kann somit nur in der End-Stellung der Ferritantenne durchgeführt werden.

Die übliche Abgleichreihenfolge ist ja 1. Oszillator, 2. Zwischenkreis, 3. Vorkreis. Bei 590 kHz mußte es nun zwangsläufig umgekehrt sein. Der Oszillator wurde als letzter nachgezogen, bis aus der Demodulatorstufe ein Maximum herauskam.
Am oberen Ende konnte der Abgleich in der üblichen Reihenfolge durchgeführt werden, weil nun nur noch Trimm-Cs abzugleichen waren.

Der Sender 756 kHz (DLF, Cremlinen bei Braunschweig, 200KW) ist nun auch tagsüber empfangbar, aber leider verrauscht. Es sieht deshalb so aus, als ob der Abgleich doch nur sub-optimal gelungen ist. Aber das Heimsenderchen ist nun mit vollem Magischen Auge da und die Tonqualität ist umwerfend gut. Fast wie auf UKW. Abends kann der Sender Heusweiler des DLF auf 1422 kHz mit sehr guter Feldstärke empfangen werden - und der ist immerhin ca. 1000 km weg von hier, hat aber auch 600 KW Strahlungsleistung.
 

MfG DR

Dietmar Rudolph
19.Aug.10
  8

Herr Jörg Sigg stellte freundlicherweise 3 Siemens Kombibandfilter aus einem Siemens H64 zur Verfügung, damit die Ursache für die Änderung der Resonanzfrequenzen (nominell  460 kHz) untersucht werden kann. Diese sind in ihrer Art und Bauform identisch zu den ZF-Filtern im Siemens 1236W.

Da die Kerne in Plastik-Halmen stecken, welche mit den Spulenkörpern (an der Vorderseite) verschmolzen sind, können diese sich (im Unterschied zu geschraubten Kernen) in ihrer Position nicht verändern. Wenn also im Laufe der Zeit Veränderungen der Mittenfrequenzen entstehen, muß das andere Gründe haben. 

Nicht untersucht werden konnten eventuelle Veränderungen der Eigenschaften der Ferritkerne.

Das Augenmerk lag deshalb auf der Möglichkeit, ob sich die Positionen von Kern und Spule aus anderen Gründen geändert haben könnte. Aus diesem Grund wurden die Bandfilter in geöffnetem Zustand untersucht.

Hier sind 2 geöffnete ZF Kombi-Bandfilter zu sehen:
oben mit "Spulenfahrstuhl" zur Änderung der Kopplung und damit der Bandbreite.
unten ein ZF-Bandfilter mit unveränderlicher Kopplung

Im nächsten Bild ist zu deutlich sehen, daß die Kreuzwickel-Spulen freitragend auf den Spulenkörpern sitzen, also keine seitlichen Begrenzungen haben und nur mit Kleber fixiert am Pertinax-Halter sind.

Während die obere Spule in ein kreisrundes Loch eingeklebt ist, ist die untere in einen Schlitz eingeklebt, wobei die Position im Schlitz den Wert der Kopplung bestimmt.

Im folgenden Bild ist das 3. ZF Bandfilter zu sehen (das für das 10,7 MHz Filter den Ratio zeigt).

Auch hierbei ist zu sehen, daß die Kreuzwickelspulen für die AM-ZF freitragend sind und nur am Pertinax-Halter festgeklebt sind.

Eine Verklebung der Spulen auf dem als glattes Röhrchen ausgebildten Spulen-Körper konnte nicht festgestellt werden. Theoretisch ist somit eine Veränderung der Position der Spule denkbar. Um die Resonanzfrequenz um einige kHz zu ändern, ist nur eine ganz geringe Verschiebung erforderlich, wie vom Abgleich mit Gewinde-Kernen her bekannt ist.

Im Grunde handelt es sich bei diesen Bandfiltern um eine vergleichsweise primitive mechanische Konstruktion, deren Langzeitstabilität offensichtlich nicht für einen dauerhaften Abgleich ausreicht.

Gemessen wurden die AM-Kreise der Bandfilter mit dem im Post #4 vorgestellten Dip-Zusatz in geöffnetem Zustand (ohne Becher), was eine Verschiebung der Resonanzfrequenz um ca. 20 kHz (und eine geänderte Kopplung) ergibt. Um nur festzustellen, ob sich die Resonanzfrequenzen gegenüber dem Ursprungswert verschoben haben, ist das allerdings unerheblich. Wenn keine Verschiebungen erfolgt sind, müssen alle gemessenen Resonanzfrequenzen nämlich gleich sein.

Die Meßwerte:

BF variabler Breite: oben 447,5 kHz, unten 455,25 kHz (1nF / 1nF Kreis-C)
BF fester Breite: oben 444,63 kHz, unten 420,75 kHz (1nF / 600pF Kreis-C)
BF mit FM-Ratio: oben 447,5 kHz, unten 446,5 kHz (500pF /500 pF Kreis-C)

Die farblich hervorgehobenen Werte entsprechen den Sollwerten.


Frage an Spezialisten bzw. an jemand, der bei Siemens mit dieser Art von Bandfiltern zu tun hatte:

Wie wurden in der Fertigung die Filter abgeglichen, konkret, auf welche Art und Weise wurden die Kerne an die richtige Position geschoben?

Ich könnte mir vorstellen, daß die Verschiebung mit Hilfe einer Schraubenbewegung erfolgte.

Hat jemand hierzu genauere Informationen?

MfG DR

 
Eike Grund
25.Aug.10
  9

Guten Abend Herr Rudolph,

noch einige Anmerkungen zu den Siemens Kombifiltern der 50er Jahre:

Ein feinfühliger Abgleich ist nur mit schraubenden Bewegungen möglich, weil der Halm ja auch nicht zu leichtgängig sein soll. Auf die schraubende Bewegung wird auch in den Abgleichanweisungen hingewiesen.

Interessant ist ein Blick auf den Vorläufer dieser Bauart:

Hier gibt es noch keine äußeren Hülsen, die Ableichhalme mit nur 2mm Durchmasser stecken in der Spule. Sie fühlen sich etwas lose an, werden auf der Rückseite durch eine filzartige Kunststoffscheibe gesteckt. Auch hier wird auf die schraubende Bewegung hingewiesen. Das Abscheren des Halmes ist auch hier erforderlich, vermutlich mit einem heißen Draht, man erkennt Schmelzspuren am Ende des Halmes. Auf die Verwendung eines Drahtes wird auch in den Abgleichanleitungen hingewiesen.

Der Übergang auf die bisher hier diskutierte Bauart hat offensichtlich im Modelljahr 53/54 stattgefunden, denn bei diesen Modellen wird in den Abgleichanleitungen von beiden Bauformen gesprochen: Entweder ein Halm mit 2mm oder mit 4mm und dass bei dem 2mm Halm der erneute Verschweißvorgang entfällt.

Das obige Bid zeigt folgende Details:

1. Das ist die spätere Bauform mit äußerem und innerem Halm. Man sieht deutlich, dass zusätzlich zu dem Verschweißen beim Abscheren noch reichlich Kleber verwendet wurde. Das ist nicht generell so, es hat den Anschein, dass der Verschweißvorgang hier nicht sehr erfolgreich war.

2. Das ist das äußere Ende des 2mm Halmes nach dem Abtrennen. Es sind ebenfalls  Schmelzspuren zu erkennen.

3+4. Die bereites erwähnte Scheibe auf der Rückseite der Spule, die zusätzlich mit einem Kleber versehen wurde, was die Scheibe auch etwas steifer macht. Im Bild drei eher großflächig aufgetragen im Bild 4 nur im inneren Bereich. Bei einem Nachgleich dreht man etwas kräftiger am Halm, der Kleber gibt diesen frei. Der Halm sitzt dann nicht mehr ganz so fest.

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Nachtrag: Recherchen im Rmorg zeigten, dass diese frühere Bauform mit den 2mm Halmen erst im Modelljahr 52/53 eingeführt wurde und, wie oben beschrieben, bereits im nächsten Modelljahr abgelöst wurde. Die frühe Form ist nur erkennbar, wenn man durch oder hinter die Tesafilmstreifen auf den Abschirmbechern schaut.

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  siemens: 1236W; Spitzensuper 54; Situationsbericht
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
01.Nov.15
 
  1

Ein Situationsbericht

Meine erste Reaktion war: " N E I N !!!!!, nicht noch so ein Riesenteil, und dann noch dazu ein Gebißradio".
Einige Tage später: " Aber als ehemaliger Siemensianer (und immer noch Siemens-Fan) sollte man doch wenigstens eins von diesen Spitzengeräten im Wohnzimmer haben. Und dann noch diese Lautsprecher !!!!".
Da das Gerät halbwegs passabel aussah, wurde es gekauft. Es soll nach erfolgter Restaurierung seinen Platz im Wohnzimmer haben.

Bevor mit irgendwelchen Arbeiten begonnen wurde, war erst einmal Quellenstudium angesagt, um sich mit der Technik des Gerätes vertraut zu machen. Das war insofern leicht, da sich mehrere gute Beiträge im RM mit dem Gerät befassen und auch die Siemens-Service-Unterlagen vorhanden sind.
Nach Entfernen der Rückwand und der Bodenabdeckung zeigte sich ein mäßig trockenverstaubtes Gerät. In der Elektrik waren keine Bastel-/Reparaturspuren zu finden. Lediglich der Y-Kondensator auf der Netzseite zeigte Auflösungserscheinungen. Alle anderen Kondensatoren machten optisch einen guten Eindruck. Die Bandfilter waren noch original verklebt. Es wurde noch kein Funktionstest vorgenommen, sondern erst einmal das Chassis zur Reinigung ausgebaut.

Das Tütchen mit den Reserveabgleichhalmen fehlte natürlich und irgendjemand hatte am Skalenantrieb herumgefummelt. Die Kupplungsscheibe war über eine Pappe mit der Schwungscheibe zusammengeklebt, so dass AM- und FM- Abstimmung zusammen betätigt wurden. Nach dem Entfernen der Pappe zeigte sich auch der Grund, die AM-Abstimmung rutschte.

Das nächste Problem war, dass das Reparaturgestell an seine Grenzen stieß. Es hat dann aber doch noch gerade so gepasst. Und auch die Original-Lautsprecher solten angeschlossen sein, denn der kleine Werkstattlautsprecher war hier wohl etwas überfordert. Ein Platzproblem für kleine Arbeitsplätze, wenn Chassis und Gehäuse nebeneinander aufgestellt werden sollen.


Nach dem Austausch der netzseitigen Entstörkondensatoren konnte ein erster Funktionstest erfolgen. Die Netzspannung wurde langsam hochgefahren. Die Anodenspannung stieg im gleichen Maß an und lag dann ca. 10V unter Nennwert. Die Empfangsleistung war aber enttäuschend. Es wurden nur wenige Sender leise gehört. Nach einigen Minuten fing der erste Teerkondensator an, sich mit Rauchwolken und einem Zischen zu verabschieden.

Zuerst hatte ich gehofft, dass die Kondensatoren hätten bleiben können. Aber jetzt musste das neu überdacht werden. Für ein wohnzimmertaugliches betriebssicheres Gerät waren die Kondensatoren nicht mehr akzeptabel. Der Isolationswiderstand betrug bei allen um die 20 MOhm. Also wurden alle ausgewechselt. Eine Siemens-Besonderheit der damaligen Zeit ist, dass die Kondensatoren auf dem Chassis festgeklebt sind. Das hatte sicherlich bei der Montage Vorteile, jetzt ist es eher hinderlich. Da die Bauform relativ  klein ist, kommt auch kein Ausschmelzen und Neubefüllen in Frage, zumal durch das Festkleben die Papierbanderolen beim Herauslösen beschädigt werden. Nun kann man zwar die Kondensatoranschlüsse abzwicken und den neuen Kondensator darüberlöten. Im Chassis oberhalb der Original-Verdrahtung ist genügend Platz, aber die Optik leidet darunter. Da dies ein relativ modernes Gerät ist, kann man meiner Meinung nach durchaus modernere Kondensatoren einsetzen, sofern sie an die ursprünglichen Stellen gesetzt werden. Das ist allerdings mit erheblicher Fummelei verbunden. Aber dank meiner neuen Brille konnte das bewältigt werden. Einen Eindruck vermittelt folgendes Bild. Lediglich an wenigen Stellen musste ich etwas schummeln.


Das Austauschen der Kondensatoren habe ich in mehreren Schritten vorgenommen. Es sind immerhin fast 30 Stück.  Zwischendrin immer wieder eine Funktionsprüfung, um eventuell gemachte Fehler sofort zu bemerken. Nach jedem Schritt wurde die Empfangsleistung besser. Zum Schluss ein brüllendes Inferno (das Lautstärkepoti war noch voll aufgedreht), so dass man um die Lautsprechermembranen fürchten musste. Zusammenbau war aber noch nicht angesagt. Es sollte noch ein längerer Probebetrieb mit verschiedenen Messungen erfolgen.

Und dann geschah es. Ich schaltete auf MW um. Schlagartig wich der Ton einem lauten Brummen, die Stromaufnahme aus dem Netz stieg auf das Dreifache. Ein Zurückschalten zu UKW brachte keine Änderung. Wegen der hohen Stromaufnahme wurde erst einmal ausgeschaltet.
Nach erneutem Einschalten war die Stromaufnahme wieder normal, nur die Lautstärke war wesentlich geringer. Die Anodenspannung hatte nahezu Nennwert. Zufällig fiel mein Blick auf die beiden Endröhren. Bei einer Röhre konnte man kein Glühen des Heizfadens erkennen. Also Röhre ausgewechselt und alles war wieder normal.

Die Überraschung: das RPG4/3 zeigte keinen Heizfadenbruch, aber auch keinen Anodenstrom. Widerstandsmessung des kalten Fadens ergab  ca. 3 Ohm, also normal. Mit dem RPG ließ sich die Röhre heizen (wurde warm und Fadenwiderstand stieg auf ca. 30 Ohm, es war aber kein Leuchten zu erkennen). Weiter wurde das Phänomän nicht untersucht. Die EL84 ist schließlich ein Verschleißteil und es lohnt den Zeitaufwand nicht. Aber es gibt ja für alles eine Erklärung. Am nächsten Tag zeigte sich, dass sich der Getterspiegel anfing, sich weiß zu verfärben, das war beim Auftreten des Fehlers noch nicht der Fall. Also hatte die Röhre Luft gezogen. Das erklärte alles und dass der Fehler beim Umschalten auf MW auftrat, war wohl reiner Zufall, u.U. durch die Erschütterung beim Schalten ausgelöst.

Das Thema Vakuum wurde dann später auch in diesem Thread besprochen.

Bislang plane ich keinen kompletten Neuabgleich, schon allein wegen der Halmproblematik der Bandfilter und der Tatsache, dass die Spulen noch alle unberührt sind. Allerdings scheint die AM-Empfindlichkeit relativ niedrig zu sein. Bei manchen Philettas bin ich Besseres gewohnt. Aber noch ist der Probebetrieb nicht beendet.

Sollte sich noch etwas Gravierendes ergeben, wird natürlich hier darüber berichtet.

HDH

 
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siemens: 1236W; Spitzensuper 54: Brummen leicht erhöht ? !
Dietmar Rudolph
23.Feb.13
  1

Das Gerät hat eine Gegentaktendstufe mit 2*EL84.

Wie man erkennt, arbeiten die beiden EL84 im "Schongang" mit 33,1mA bei 285V (statt mit 48mA bei 250V, wie normal im A-Betrieb).

Ein leicht erhöhtes Brummen kann viele Ursachen haben. Alte Radios sind da bekanntlich "erfinderisch", was Fehler angeht.
Brummen entsteht z.B., wenn ein Elko seine Kapazität verliert. Und wie sonst noch?

Jedenfalls muß man mal die Rückwand abnehmen, das Gerät inspizieren und die Brummspannung mit dem Oszilloskop messen.

Nun kam aber die Überraschung: Eine der Endröhren hatte voll Luft gezogen und der Kolben war kurz über dem Sockel geplatzt.

 

Die Endstufe arbeitete also nur noch im Eintakt-Betrieb. Bei Zimmerlautstärke war jedoch außer einem leicht erhöhten Brummen nichts aufgefallen.

Wie kann das sein?
Gemäß der Schaltung ist der (gemeinsame) Kathodenwiderstand 120Ω. Das ist fast der Wert von 140Ω wie im A-Betrieb. Die verbliebene EL84 wird folglich nur leicht überlastet, was sie eine gewisse Zeit überlebt. (Ähnlich zu dem Fall eines g1 Koppel-Kondensators mit Leckstrom, was auch zu einer Überlastung der Endröhre führt.) 

Warum steigt das Brummen an?
Die Gegentakt-Schaltung zeichnet sich dadurch aus, daß sie eine (gewisse) Restwelligkeit der Anodenspannung unterdrückt, weil diese Brummkomponente ja im "Gleichtakt" an beiden Anoden anliegt, der Gegentakt-Übertrager aber nur die Unterschiede zwischen beiden Anoden, nämlich das Audiosignal, transformiert. 
Fällt nun aber eine der beiden Röhren aus, bleibt nur noch eine Eintakt-Endstufe übrig, die aber jetzt auch nicht mehr an den Lastwiderstand angepaßt ist. Und diese unterdrückt das Brummen nur noch im Verhältnis vom Innenwiderstand der Röhre zum (transformierten) Lastwiderstand.
Das hörbare Brummen steigt also an. Etwas abgemildert wird die Brummkomponente auf der Anodenspannung dadurch, daß beim Ausfall einer Endröhre der Anodenstrom sinkt und dadurch die Welligkeit am Lade- und Sieb-Elko abnimmt.

Ist außer einem leichten Brummanstieg nichts zu merken?
Bei mäßger Lautstärke fällt tatsächlich nur ein leicht erhöhtes Brummen auf. Bei großer Lautstärke ist das Audiosignal verzerrt. Die maximale Lautstärke ist ebenfalls nicht mehr erreichbar - aber wann braucht man die schon? Nachdem beide Röhren ersetzt sind, fällt allerdings (im direkten Vergleich) auf, daß die Bässe wieder deutlich stärker kommen.

Wenn also bei einem Gerät mit Gegentakt-Endstufe erhöhtes Brummen auffällt, sollte man vorsichtshalber doch mal einen Blick auf das "Innenleben" werfen.

MfG DR

 
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siemens: 1236W; Spitzensuper 54
Peter Nahid
25.Nov.05
  1 Hallo,
ich bin im Besitz eines Siemens Spitzensupers 54 1236W.
Das Gerät wird im Kat.d.Rundf.GrossH.1953/54 geführt.
Im Geräteinneren ist aber eine Stempelung vom Dezember 1955 an der Gehäusewand.
Ich war eigentlich in dem Glauben,daß dieser Apparat, wie die meisten anderen Geräte ja meistens auch,nur diese eine Saison lang gebaut worden ist,zumal das Modell 1954/55 wohl nicht mehr im Katalog auftaucht ?( oder doch ?)
Vielleicht hat ja jemand Informationen zu dieser Geschichte.

Viele Grüsse,
Peter Nahid
 
Siemens; D S.&: Spitzensuper 54 1236W
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