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Geräte mit 9kHz Sperre am AM Demodulator

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Dietmar Rudolph
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08.May.13 10:13
 
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Die Fa. Grundig hatte 1953 einen genialen Entwicker für ihre Luxusgeräte der Serien 40xx bzw. 50xx.

Im AM-Teil machte sich das dadurch bemerkbar, daß statt eines einfachen Kondensators zur Glättung der HF-Reste nach der Demodulation ein Reaktanznetztwerk verwendet wurde, das für 9kHz ein "Notch" bildete, wodurch Interferenz-Pfeifen aufgrund von HF-Trägern der unmittlbaren Nachbarkanäle unterdrückt wurde.

Die spannende Frage ist nun:

  • welche Grundig-Geräte verwenden ein entsprechendes Reaktanznetzwerk zur Beseitigung der HF-Reste nach der AM-Demodulation?
  • welche anderen Firmen haben gleichartige Lösungen bei ihren Geräte angewendet?

Das gesuchte Reaktanznetzwerk sieht so aus:

Bei einem "normalen" AM-Demodulator wäre nur C11gegen Masse geschaltet, während hier noch ein Schwingkreis aus L12 und C13 dazwischen liegt.

Die Funktionsweise dieser Schaltung wird am Beispiel des Grundig 5040W und des Philips A5X93A  analysiert. Man erkennt dabei das durch diese Reaktanz-Schaltung erzeugte "Notch" für 9kHz.

Grundig hat die Reaktanzschaltung für den 5040W-3D modifiziert, wodurch sich auch mit Spulen geringerer Güte die Sperrtiefe des Notch verbessern läßt.

Bekannt sind bislang folgende Geräte, die ein Reaktanz-Netzwerk nach dem AM-Demodulator verwenden:

Wer kennt weitere derartigen Geräte, insbesondere auch von anderen Firmen?

MfG DR


Nachricht von Hans Knoll per Mail:

der 4010GW, 4035W, 4035Ausf I, 4035W-3D, der 5010 und 5010F sowie der 5040GW und 5040GW-3D haben diese Technik auch

Komischerweise der 4010W nicht.
Im 5010 und 5010F wird eine andere Impedanz verwendet.


This article was edited 08.May.13 14:35 by Dietmar Rudolph .

Bernhard Nagel
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16.May.13 20:07

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In der Siemens Kammermusik-Schatulle P48 findet sich das oben skizzierte Reaktanznetzwerk ebenfalls am Ausgang des AM-Demodulators:

Siemens P48, AM Demodulator mit schaltbarer 9 kHz-Sperre

6,3 ist das AM-Demodulatorfilter, Bestandteil des letzten FM/AM Kombifilters (FM-Demodulator oberhalb, hier nicht dargestellt). Die rechte Diode der EBF80 ist für die Demodulation zuständig, die NF erscheint am Punkt 0 des angezapften Sekundärkreises. Das Reaktanznetzwerk wird aus der Reihenschaltung des 200 pF Kondensators mit darunterliegender Parallelschaltung der Induktivität 6,6 und 200 pF gebildet. Die 9 kHz Sperre ist mit dem Höhenregler gekoppelt abschaltbar ausgeführt.

Im vorjährigen Spitzenmodell 1236W ist noch kein Notch-Filter am AM-Demodulator vorhanden, dort ist die 9 kHz-Sperre noch "herkömmlich" als Saugkreis an der Anode der Gegentakt-Endstufe ausgeführt. 1954 kann also als Einführungsdatum dieser Schaltungsbesonderheit beim Hersteller Siemens gelten.

Nachtrag: Das Spitzenmodell M57 des Jahrgangs 1955/56 verzichtet wieder auf dieses Notch-Filter (hat auch keine andere 9 kHz-Sperre mehr), so ist nach derzeitigem Stand die Schatulle P48 der einzige Siemens-Vertreter mit dieser "Sonderausstattung".

This article was edited 16.May.13 20:26 by Bernhard Nagel .

  
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