radiomuseum.org

 
  La calificación total del hilo muestra la de la mejor respuesta. ¿Ha votado por este hilo?

Der Telefunken T40

Moderadores:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Mark Hippenstiel Bernhard Nagel Otmar Jung Heribert Jung Eilert Menke 
 
Por favor haga click en la caja azul de información para leer más acerca de esta página.
Foro » Radios etc. » MODELOS DEMONSTRADOS » Der Telefunken T40
           
Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
Redactor
D  Artículos: 2286
Esquemas: 879
Fotos: 464
27.Mar.20 16:22
 
Agradecimientos totales: 3
Respuesta  |  Usted no ha entrado su «login».(Invitado)   1

Georg Graf v. Arco

Der T40 war einer der letzten ausschließlich für Telefunken entwickelten Empfänger. Seine Produktion erfolgte bei der AEG in der Fabrik Berlin-Treptow.[1]

Das Foto von 1929 zeigt Georg Graf von Arco, den damaligen Chef der "Funkentelegraphischen Abteilung der AEG" und den T40.

Graf v. Arco übernahm diese Funkentelegraphische Abteilung 1899. Von 1903 bis 1931 war er auch Vorsitzender der Geschäftsführung von Telefunken.

Den T40 Zweikreiser gab es in folgenden Ausführungen.

 


Arco Nachfolge

1931 wurde Emil Mayer der Nachfolger von Graf v. Arco. Unter Mayer als Geschäftsführer von Telefunken wurden dann die Entwicklungs-Abteilungen für Rundfunkempfänger sowohl von Siemens, als auch die von der AEG, mit derjenigen von Telefunken zusammengefaßt.

  • Ab da gab es dann technisch identische Geräte der Firmen, allerdings mit jeweils firmenspezifischem Design.

Die erste derartige Geräte-Familie - allerdings jetzt Dreikreiser - war 1932 von der AEG das Ultra-Geadem, von Telefunken der 343W und von Siemens der 46W, wobei es da auch die jeweilige Ausführung als Gleichstrom-Gerät gab. Die Dreikreiser hatten einen Präzisions-Dreifach-Drehko, wo dann kein "Nachstimm-Hebel" für die Stator-Pakete der Vorkreise mehr erforderlich war, wie noch beim T40. Diese Geräte haben auch ein (später allgemein übliches) Chassis aus Eisen-Blech - im Unterschied zum T40, der ein Pertinax-Chassis hat, siehe die entsprechenden Bilder weiter unten. Und die Gleichstrom-Dreikreiser (z.B. Siemens 46G) waren mit den (damals) neuen Gleichstrom-Röhren der 18er Serie bestückt und hatten keine direkt geheizten Serien-Röhren mehr, wie der T40G.

  • Die technische Weiterentwicklung vom T40 zum T343 kann fast als "Quantensprung" bezeichnet werden. Nachlesen kann man das in der zeitgenössischen technischen Beschreibung zum SH 46W.

Die T40 Reklame

1931, also noch bevor Emil Mayer Geschäftsführer von Telefunken wurde, hatten alle drei Firmen noch technisch sehr unterschiedliche Geräte. Als zum T40 "Schaltungs-ähnliche" Geräte können z.B. das Geadem 1W (AEG)  oder der 45W (Siemens) angesehen werden. [siehe dazu auch: zur Empfänger-Entwicklung bei Siemens]

Der T40 war gegenüber dem gleichzeitig noch angebotenen T9 die neuere Entwicklung. Er hatte ein Truhen-Gehäuse aus Preß-Stoff (Bakelit). Für den T40 wurde kräftig die Werbetrommel gerührt. Es gab eine spezielle Werbebroschüre [2], in der die "40  Vorteile" des Gerätes dargestellt wurden, angefangen von Nr. 1 "Formschönes dunkelbraunes Gehäuse aus erstklassigem Isoliermaterial, solideste Konstruktion" bis zu Nr. 40 "Für Antennen- und Erdanschluß werden spezielle Berührungs-Schutzstecker mitgeliefert". Telefunken empfand wohl selbst die Notwendigkeit, eine "Zusammenfassung" der 40 Vorteile anzugeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Billig war er nicht, der T40. Er war - wie die entsprechenden Geräte der anderen Radiofirmen - für eine betuchtere Käuferschicht gedacht. Aber gegenüber den Geräten der Konkurrenz war es halt notwendig, die speziellen Vorzüge des T40 hervorzuheben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der T40 mit Arcophon-Lautsprecher

Von 50 Hz bis 8 kHz soll der Frequenzumfang der Wiedergabe des T40 sein!?

Da der T40W als Lautsprecher-Röhre entweder eine direkt geheizte RE 134 (oder als "Kraftverstärker" eine RE604) hatte, gab es schon deshalb einen "Netz-Ton" d.h. Netz-Brummen mit 100 Hz. Einen "Entbrummer" hat der T40 nicht. Man tat sicher gut daran, einen Lautsprecher zu wählen, dessen untere Grenz-Frequenz oberhalb von 100 Hz lag.

Da das Kanal-Raster im AM-Bereich mit 9 kHz festgelegt war, konnte folglich kein Sender eine höhere NF-Frequenz ausstrahlen als 4,5 kHz, ohne Programme in den Nachbarkanälen zu stören.

Umgekehrt war es für einen AM-Empfänger ungünstig, eine größere Bandbreite als 9 kHz (± 4,5 kHz) zu haben, weil sonst (vor allem abendliche) Störungen durch Sender in den  Nachbarkanälen aufgetreten sind.

Die "7½ Oktaven Frequenzumfang" hören sich zwar in der Werbung gut an, sind jedoch praktisch für einen AM-Empfänger eher schädlich, weil damit nur in den seltensten Fällen ein störungsfreier Empfang möglich wäre.

 

Es ist offensichtlich, daß mit der "Werbe-Lyrik" eine Musik liebende Käuferschicht angesprochen werden sollte.

Als Lautsprecher empfohlen wurden der Arcophon 3 (Holzgehäuse) und der Arcophon 5 (Bakeltgehäuse), wobei der Arcophon 5 sogar um 25,-- RM teuerer war als der Arcophon 3. Bakelit war wohl das modernere Design. 

Frequenzgang des Arcophon-Lautsprechers

Der "Arcophon" hieß als baugleicher Siemens-Lautsprecher "Protos". Betrachtet man den gemessenen Frequenzgang [3] eines solchen Falz-Membran Lautsprechers, wird schnell deutlich, daß die für den T40 beworbenen 7½ Oktaven Frequenzumfang reine "Werbe-Lyrik" waren. Man sollte ja als "anspruchsvoller Hörer" genau diesen Lautsprecher für den T40 benutzen.

 

 

 

 

In Lehmann [5] gibt es eine Darstellung eines auseinander genommenen Arcophon 5. Man erkennt sehr gut die "Falz-Membran" des Lautsprechers.

 

 

 

Weiteres zu Lautsprechern ist unter "Technik der Lautsprecher" zu finden.

Bedienung und Betrieb des T40

So wird der T40 beworben, zusammen mit dem Arcophon 5. Man benötigt nur noch eine Steckdose. (Das gilt so nur für den T40W und den T40G.) Und als (unsichtbare!) Antenne genügt ein kurzes Stück Draht, angeblich auch für Fernempfang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den T40B sind ein Heiz-Akku und - je nach gewünschter Lautstärke - ein bis zwei Anoden-Batterien erforderlich.

 

Ein "einfacher Anschluß an die Lichtleitung", das schon, aber um den T40W richtig zu bedienen, ist oben am Gerät eine entsprechende Anleitung angeschraubt (Alu-Blech), die man erst dann sieht, wenn man den Deckel des T40 geöffnet hat, wozu ein Spezial-Schlüssel erforderlich ist. (Dieser Schlüssel ist heute oft nicht mehr vorhanden.)

Die erste Inbetriebnahme des T40 dürfte vielen Hörern kompliziert erschienen sein, waren doch zunächst die 5 dazu gehörenden Röhren in die richtige Fassung zu stecken. Dann waren Lautsprecher, Antenne und Erde an den richtigen Buchsen anzuschließen und ganz wichtig: die richtige Netz-Spannung einzustellen. Da war sehr wahrscheinlich der Service des Radio-Händlers erforderlich.   

Der Radio-Hörer hatte, um einen Sender korrekt einzustellen, noch mehrere Handgriffe zu erledigen:

  • Wählen des zutreffenden Frequenzbereichs (1 - 4). Eine Schwierigkeit damals war, daß es in Radio-Programm-Zeitschriften oft noch üblich war, die Stationen in Wellenlängen statt in Frequenzen zu benennen.
  • Einstellen der "Station" am Drehknopf.
  • "Fein-Einstellung", d.h. Variieren des Stator-Paketes des Drehkos des ersten Kreises um "Gleichlauf" mit dem (zweiten) Kreis des Audions zu erreichen.
  • Variieren der "Lautstärke", d.h. des Differential-Drehkos am Antennen-Eingang. 
  • Einstellen der Rückkopplung (Rückkopplungs-Drehko).

Es war zwar möglich, den ganzen Frequenzbereich von der Mittelwelle ganz oben (1500 kHz) bis zur Langwelle ganz unten (140 kHz) zu empfangen, aber es war wegen der vielen dafür erforderlichen Handgriffe i.a. sicher recht mühsam.

Werbung für den T40

 

Ein stimmungsvolles Foto zeigt den T40 zusammen mit dem Arcophon 3 in der freien Natur.[1] Die Geräte sind schön drapiert und gut zu erkennen.

So ganz stimmig ist die Szene dann eventuell doch nicht. Für einen T40W oder einen T40G fehlt der Netzanschluß. Und für einen T40B fehlen der Akku und die Anodenbatterien.

Das Pärchen hat 4 Weingläser vor sich stehen!? Davon gehören sicher zwei den Photographen. Die Ansammlung von neugierigen Damen im Hintergrund könnte sogar echt sein.

 

 

 

 

 

Die Skala des T40

Der T40 hat den Frequenzbereich von 150 kHz (Langwelle unten) bis 1500 kHz (Mittelwelle oben) in 4 Teilbereiche unterteilt.[4]  Damit kann er lückenlos den Frequenzbereich zwischen 150 kHz und 1,5 MHz empfangen. Damit unterscheidet er sich von fast allen anderen damaligen Empfängern. Auch noch dadurch, daß hierbei Frequenzen und keine Wellenlängen angegeben sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild zeigt die Skala eines T40W. Die ursprünglichen Farben der 4 Frequenzbereiche sind altersbedingt hier etwas verblaßt.

Von links nach rechts waren die ursprünglichen Farben:

  • grün für den Bereich 800 kHz bis 1,5 MHz
  • gelb für den Bereich 450 kHz bis 800 kHz
  • rot für den Bereich 250 kHz bis 450 kHz
  • blau für den Bereich 250 kHz bis 150 kHz

Mit der Abkürzung "Kc" (kilo cycles) für "Kilohertz" sollte eventuell sogar eine internationale Käuferschicht angesprochen werden?

 

 

 

 

 

Der T40 in der zeitgenössischen Literatur

Daß der T40 durchaus etwas Besonderes war, zeigt sich darin, daß er in der zeitgenössischen technischen Literatur angesprochen wurde.

So zeigt Kappelmayer [5] die Ansicht auf das Pertinax-Chassis des T40W.

Oberhalb des rechten Teils des Zweifach-Drehkos ist der Netz-Schalter zu sehen. Es ist von der Bauform her ein normaler "Aufputz-Schalter", wie er von damaligen Elektro-Installationen bekannt ist. Der Grund für diese ungewöhnlich erscheinende Ausführung besteht darin, daß das Chassis des T40W - bis auf das rechts neben der Trennwand zu sehende Netzteil - identisch mit dem T40G, also der entsprechenden Gleichstrom-Ausführung ist. Da beim T40G der gesamte Strom, also für Heizung und für die Anode, über eine (relativ große) Drossel läuft, gibt es beim Abschalten einen Lichtbogen, der einen (sonst üblichen) kleinen Netzschalter zerstören würde. Siehe hierzu "Netzschalter in Gleichstrom-Radios" und  "Gleichstrom-Netz und Radio". Im nächsten Bild, Abb. 397, ist dieser Netz-Schalter auch erkennbar.

Lehmann [6] zeigt das Chassis des T40W von der Rückseite mit abgenommenen Schirmblechen, Abb. 397, sowie eine "Innenansicht" mit Blick auf das Wechselstrom-Netzteil, Abb. 398.

Fotos vom T40W

Das Foto zeigt zeigt die Front des T40 Chassis. (Dank an Harald Giese)

Links, direkt neben dem Netzteil, ist ein Trimmer zu sehen (mit Stempel: Geprüft), der nur bei ausgebautem Chassis verstellt werden kann. Es handelt sich um den im ART Schaltbild nicht bezeichneten Trimmer im Eingang hinter dem Differential-Kondensator (mit Bezeichnung "L" für Lautstärke) und direkt vor dem ersten Schwingkreis vor der RENS1204. Im 1. "Werkstattbuch" von Telefunken ist dieser Trimmer mit "2", Antennen-Abgleich-Kondensator, bezeichnet. Vergleiche hierzu auch das Bild vom Chassis von Kappelmayer oben, bei dem man die Leitung sehen kann, die von diesem Trimmer zur Spule des Vorkreises geht.

Dieser Trimmer "2" wird ab Werk eingestellt, und zwar so, daß auch bei langer Antenne die Lautstärke des "Orts-Senders" praktisch auf "unhörbar" herunter geregelt werden kann. Dem T40 genügt zwar bereits eine kurze Antenne, wie aus der Beschreibung in "Telefunken 40 in Ihrem Heim" hervorgeht, aber er muß auch dann vernünftig funktionieren, wenn der Kunde ihn an eine vorhandene (damals noch übliche) lange Antenne anschließt. Denn würde der T40 in einem solchen Fall weiter "brüllen" und die Lautstärke sich nicht auf Null herunter regeln lassen, wäre das ein k.o. Kriterium dafür, das Gerät nicht zu kaufen.

Direkt neben diesem Trimmer, etwas weiter oben, ist der Netz-Schalter erkennbar. Im Unterschied zu den zeitgenössischen Fotos hat dieser jedoch keine Kappe mehr, so daß der Porzellan-Körper zu sehen ist.

 

Die Schaltung des T40W (Spezial)

Der "T40 Spezial" unterscheidet sich von dem T40 nur durch einen Sperrkreis im Eingang, der etwas behelfsmäßig an der Pertinax-Rückwand des T40 angebracht ist.

Die gestrichelt eingekreisten Widerstände von je 0,055Ω sind nur "Schutzwiderstände", die verhindern sollen, daß der Einschaltstoß für die Heizung der Röhren zu groß wird. [Allerdings gab es 1929 auch noch "R" Röhren, die etwas weniger als 4V Heiz-Spannung hatten, nämlich nominell 3,5V.]

Die beiden 0,055Ω "Schutzwiderstände" sind in Abb. 398 nicht deutlich sichtbar. Sie sind jeweils an 2 der (senkrecht angeordneten) Klemmen-Paare angeklemmt, die unterhalb der Gleichrichter-Röhre erkennbar sind. Sie dienen folglich nicht als "Entbrummer", wie das später bei direkt geheizten Lautsprecher-Röhren üblich war.  

 

Literatur

[1] Thiele, E. (Hrsg.): Telefunken nach 100 Jahren, Nicolai, 2003

[2] Telefunken 40, limitierter Nachdruck, GFGF 1999

[3] Fischer, F.; Lichte, H. (Hrsg.): Tonfilm, Aufnahme und Wiedergabe nach dem Klangfilm-Verfahren, Hirzel, 1931

[4] Pfau, H.: Mitteldeutscher Rundfunk; Radio-Geschichte(n), Kamprad, 2000

[5] Kappelmayer, O.: Mit meinem Radio auf Du und Du, Scherl, 1934

[6] Lehmann, W.: Die Rundfunktechnik, Killinger, 1930

 


Für hilfreiche Diskussionen und für Bildmaterial ist Hans Knoll und Harald Giese zu danken!

Este artículo fue corregido 28.Mar.20 09:09 por Dietmar Rudolph .

  
rmXorg