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History of the manufacturer  

Philips; Eindhoven (tubes international!); Miniwatt

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Name: Philips; Eindhoven (tubes international!); Miniwatt    (NL)  
Abbreviation: philips
Products: Model types Tube manufacturer
Summary:

Philips hat sich bezüglich Radios bzw. "brauner Ware" zur grössten Firma Europas entwickelt. Nur Philips konnte sich gegenüber den japanischen Firmen behaupten.

N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken

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  Philips Factory Valve Codes 151 KB
History:

This text translated into English is here.

Am 15.5.1891 gründen Frederik Philips und sein Sohn Dr. Gerard L.F. mit 75'000 Gulden in Eindhoven eine Glühlampenfabrik. 1894 beschäftigt Philips bereits 35 Mitarbeiter und der jüngere Sohn, Dr. Anton F. Philips, tritt als kaufmännischer Leiter ein. 1903 ist Philips die viertgrösste Glühlampenfabrik Europas. 1912 ändert man den Namen leicht.

Auf Wunsch von Dr. Idzerda beginnt Philips ab 1917 für ihn Röhren zu produzieren. Im Mai 1918 stellt sie die eigene IDZ (IDEEZET) vor. Weitere Röhrenentwicklungen sind im Kapitel über Röhren aufgeführt. 1922 tritt Gerard Philips aus dem aktiven Geschäftsleben aus. Die Firma beschäftigt 6000 Mitarbeiter.

Anton übernimmt die Firma alleine und dehnt das Fabrikationsgebiet auf Röntgenartikel und 1927 auch auf Radios aus. Diese Produktion lässt er ab 1924 planen, wobei die Mitarbeiter des neu errichteten Laboratoriums nach Prüfung aller Aspekte der Radioindustrie zum Ergebnis kommen, alle Einzelteile für die Empfänger selbst herzustellen [282]. Wie IBM beim Personal Computer, befasst sich Philips erst mit neuen Märkten, wenn diese reif für einen dauerhaften Durchbruch erscheinen bzw. leitet diesen mit der entsprechend neuen Technologie ein. Beim Radio entspricht dies dem Netzapparat mit Einknopfbedienung. Bei Philips entwickeln Gilles Holst und B.D.H Tellegen die wichtige Pentode, NL-Patent 14.12.26, US-Anmeldung 25.11.27 als Patent 1945040 vom 30.1.34.

1930 entwickelt Philips einen Volksempfänger und verkauft ihn 1931 auf dem Testmarkt Prag als Bausatz und als fertigen Apparat. Dem Bausatz liegt ein Anleitungsbuch von 96 Seiten bei! Der Apparat, ein batteriebetriebener 3-Röhren-2-Kreiser mit Honigwaben-Steckspulen, ist mit beiliegender Zange und Schraubenzieher zu bauen. Der Test fällt negativ aus; die Firma bleibt bei qualitativ hochwertigen Geräten [638434]. Bis August 1932 hat das Unternehmen eine Million Rundfunkempfänger produziert [282].

Bis 1931 bezeichnet Philips ihre Radio-Produkte - ausser den Empfängerröhren - mit vierstelligen Nummern:
1000 - 1700 Gleichrichter
1701 - 1800 Gasgefüllte Gleichrichterröhren
1801 - 1900 Hochvakuum-Gleichrichterröhren
1901 - 2000 Eisenwasserstoff-Widerstände
2001 - 2400 Lautsprecher
2401 - 2700 Empfänger
2701 - 2800 Verstärker
2901 - 3000 Plattenspieler
3001 - 3100 Netzanoden
3101 - 3200 Tropenausführung von Plattenspielern
3201 - 3300 Tropenausführung von Verstärkern
3301 - 3400 Verstärker
3401 - 3500 Tropenausführung von Verstärkern (3301..) etc.

Von 1931/32 - 1945, beginnend mit der Reihe Super-Inductance (erste Geräte 730A, 720A, 770A als 3-Kreiser), bezeichnet Philips Radios mit

dreistelligen Zahlen, denen (meistens) ein Buchstabe folgt:

A = Wechselstrom
B = Batteriebetrieb
C = Gleichstromnetz
U = Allstrom)
Der Buchstabe ist kein Muss.


Stammt der Apparat aus der Fabrikation eines anderen Landes, stellt das Werk dessen Abkürzung voran.

Die erste Ziffer bedeutet die Anzahl Kreise, als Differenz zur Zahl 10; die ersten Super (522A Oktoden-Super, 1934/35) erhalten die «Kreiszahl» 5. Die Super-Inductance-Geräte und die ersten Super von Philips finden in der Funkgeschichte [63] Nr. 50 ausführlich Beschreibung.

1946 erneuert man das System;
Herstelljahr und Land der Entwicklung sind nun eindeutig erkennbar:

Erster Buchstabe: Geräteart
B = Tischmodell, netzbetrieben
C = Tischmodell, batteriebetrieben
D = Reserve
F = Radio-Plattenspieler-Kombination (Standmodell)
H = Hi-Fi-Geräte (Tischmodell mit Grammophon)
L = tragbares Gerät
N = Autoradio
P = tragbares Autoradio
R = tragbares Gerät mit Recorder
S = Spezialartikel, z.B. Uhrenradio
T = TV-Empfänger

Zweiter Buchstabe: Land der Entwicklung - nicht immer identisch mit dem Herstell-Land!
A = Österreich / Austria
B = Belgien/Belgium - or X (Philips Leuven)
CH =Schweiz / Switzerland
D = Deutschland / Germany
DK =Dänemark / Denmark
E = Spanien / Spain
F = Frankreich / France
G = Great Britain (UK)
I = Italien / Italy
IF =Irland / Ireland
IN =Indonesien / Indonesia
N = Norwegen / Norway
R = Brasilien / Brazil
S = Schweden / Sweden
SF =Finnland / Finland
W = USA (Norelco) ZA =Südafrika / South Africa X = Holland / Netherlands (E-Number, PL-number Philips Leuven, Belgium)

Erste Ziffer: Preisklasse = 0-9 mit steigendem Preis
Zweite Ziffer: Letzte Ziffer des Herstelljahres

Zwischen 1956-65 rückt die erste Ziffer zwischen
die ersten zwei Buchstaben!


Dritte Ziffer: Unterscheidungsziffer (damit nicht gleiche alte Nr.)

Zusatzbuchstaben:
A = Wechselstrom
B = Batterie
U = Allstrom
T = Transistorbestückt
Selten:
V = Akkumulator mit Zerhacker (Vibrator)
X AC oder DC = mit Vibrator
Z = Akku/Netz
AB = Wechselstrom/Batterie
AU = "Vorbereitet für Wechselrichter" oder "Mit Wechselrichter".

1966 erfährt das System eine Erweiterung
und korrespondiert mit dem 12stelligen Code für alle Konzernprodukte. Die Typennummer besteht aus:

2 Ziffern, 2 Buchstaben, 3 Ziffern/2 Ziffern, 1 Buchstabe; (ZZBBZZZ/ZZB).
Der 1. Buchstabe ergibt das Fertigungsjahrzehnt:

R = 1966 - 1975
A = 1976 - 1985
D = 1986 - 1995 (... gefolgt von I und O = RADIO)


Der 2. Buchstabe bezeichnet die Geräteart wie oben beschrieben.
Die 3. Ziffer ergibt wieder die Preisklasse.
Die 4. Ziffer bedeutet die letzte Stelle des Herstelljahres.
Das sind die für einen Sammler relevanten Aussagen.

Durch gute technische Entwicklungen, gutes Marketing und dezentralisierte Fabrikation entwickelt sich das Haus Philips zum grössten Radiohersteller der Welt. Das Unternehmen verkauft bis 1934 100 Mio Radioröhren [156-122] und beschäftigt 1935 weltweit etwa 30'000 Mitarbeiter [513506]. 1942 gründet Philips die North American Philips Inc. (Norelco) auf dem amerikanischen Markt und kann kurz nach Ende des Krieges dort die Canadian Radio Corp. Ltd., die Herstellerin der Rogers-Majestic-Röhren, übernehmen. Etwa im Jahre 1955 kauft Philips zudem die Amperex Electronic Products Inc. bei New York, die vor allem kommerzielle Röhren herstellt.

1987 fabriziert das Unternehmen 32 % der in Europa verkauften Fernsehgeräte, gefolgt vom französischen Thomson-Konzern (22 %) und der finnischen Nokia AG (14 % Marktanteil inkl. Salora und Luxor, Schweden). Bei Nokia sind nach dem Verkauf der Konsumgütersparte der Standard Electric Lorenz AG (SEL) durch Alcatel die Marken ITT, Graetz etc. gelandet. Philips ist wohl der einzige Konzern, den die Japaner bei Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik ernstzunehmen haben. Allerdings stellt Philips in den USA erst auf der CES 1988 Geräte der Unterhaltungselektronik unter der eigenen Marke vor und benutzte vorher die Marken der übernommenen Magnavox, Sylvania oder Philco [608815].


Some models:
Country Year Name 1st Tube Notes
NL  67–69 IC2000 22IC2000 BF195  ICs: N114OM, TAA263. Transistoren: BF195, AC127, AC132. 4 LC-Kreise und ein Keramik-R... 
NL  41 657A -06 ECH21  SW 1: 48...175 m SW 2: 13.7...51 m See also base model 657A.  
NL  60–64 Fanette L0X90T /12 OC44  Scale in kHz (kc/s) broadcast (MW) above as 600 - 1400 kc/s; LW-scale below 175 - 250 kc/... 
NL  63/64 Fanette L0X91T OC44      
NL  39/40 314X EF8  Three wave bands:535.6-1800Kc; 6.67-1.8Mc; 22.2-6.67Mc 
NL  39–41 292V [Export] EF9   
NL  37 Omvormereenheid - Umformereinheit - Convertisseur - Wechselr 7926 Code Nr. 28.891.460 Vibrator  Optional converter for operation on DC mains. The schematic mentions Vibrator code no. ... 
NL  99/99 Dublette mit ID=26917 AK1  ZF 104/115 = Ch 520LU. 
NL  31/32 930A E438  The Philips model 930A (nicknamed "Schinken" or "boîte à jambo... 
NL  28/29 Plaatspanningapparat - Anodenspannungsapparat - Appareil de 3002 506  Wechselstrom-Netzanode für 6 Andodenspannungen Buchsen vorne U max: 200 V, I max: ... 
NL  28–31 2015 (L)   kl.Mod.ohne Umschalteinrichtung; Philit-Schale 
NL  28–31 Konus-Lautsprecher heptagonal 2016   LS mit 7eckigem Rand; zum Anhängen oder Aufstellen. 

[rmxhdet-en]

Further details for this manufacturer by the members (rmfiorg):

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Logo von BX700Atbn_nl_philips_bx700a_logo.jpg
Laborneubau 1964 des neuen Forschungzentrums in Eindhoven-Maalretbn_nl_philipseinthofenforschungszentrum1963.jpg
Henry Ford and dr. Philips in 1930, Eindhoven.tbn_nl_eindhoven_drphilips_1930.jpg
Radiohändler Mai 1951tbn_nl_philips_g_l_f_philips.jpg
Radiohändler Mai 1951 – „60 Jahre Philips“tbn_nl_philips_gebaeude1.jpg
Radiohändler Mai 1951 – „60 Jahre Philips“tbn_nl_philips_gebaeude2.jpg
Radiohändler Mai 1951 – „60 Jahre Philips“tbn_nl_philips_gebaeude3.jpg
Scan aus der Funkschau 17/1991, Seite 56tbn_gerard_philips_1890.jpg
Philips Gebäude in Eindhoven im Jahr 2015.tbn_philips_eindhoven.jpg
Denkmal von Frits Philips in Eindhoven im Jahr 2015.tbn_denkmal_frits_philips.jpg
Thanks for Mr.Tóth Ferenc, Hungary, Pomáz and Első Zalai Rádiómúzeum Alapítvány, First Zala County Radio Museum Foundation.tbn_nl_gb_philips_2524_reklam_1929.jpg
Thanks for technical assistance Első Zalai Rádiómúzeum Alapítvány ( radio-muzeum.hu), First Zala County Radio Museum Foundation, Hungary, Zalaegerszeg.tbn_nl_philips_2514_2524_news_1931.jpg
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Philips Werbung für Philidyne Fahrradlampen, Poster im Philips Museum in Eindhoven.tbn_philips_poster_philidyne.jpg
Philips Werbung für Philidyne Fahrradlampen, Poster im Philips Museum in Eindhoven.tbn_philips_poster_philidyne2.jpg
Philips Werbung für Waschautomaten, Poster im Philips Museum in Eindhoven.tbn_philips_poster_waschautomaten.jpg
Philips Werbung für Television, Poster im Philips Museum in Eindhoven:
Para realismo en imagen y sonido
Für Realismus in Bild und Ton
For realism in image and sound
Voor realisme in beeld en geluid
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Quelle: Advert, ~1955. Thanks for the photo, Mr.Giancarlo Neri!tbn_nl_philips_carradio_prom.jpg
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tbn_philips_miniwatt_e_gold_roehre_mit_schachtel_schwarze_bild.png
Thanks for technical assistance Első Zalai Rádiómúzeum Alapítvány ( radio-muzeum.hu), First Zala County Radio Museum Foundation, Hungary, Zalaegerszeg.tbn_d_philips_ag2006_logo_1956.jpg
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Thanks for Mr.László Noszlopy, Hungarytbn_nl_philips_1950_messe.jpg
Italian magazine: "Radio Industria" fiftieth anniversary of the radio.tbn_nl_philips_image.jpg
Source: Magyar Rádióújság, 1929, Budapest.tbn_nl_phlips_2011_mru_advert_1929.jpg
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Forum contributions about this manufacturer/brand
Philips; Eindhoven (tubes international!); Miniwatt
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  Einstieg von Philips in den Radio- und Röhrenmarkt
Rüdiger Walz
22.May.20
 
  1

Einstieg von Philips in den Radio- und Röhrenmarkt  - speziell Deutschland.

Zusammenarbeit Philips - Lorenz 1927 – 1931

Einleitung

In der hier im Radiomuseum abgehandelten Philips Firmengeschichte kommt das Kapitel des Einstiegs von Philips als Glühlampenhersteller in den Radio- und Röhrenmarkt - speziell in Deutschland ein wenig zu kurz, daher nachfolgend einige Details dieser faszinierenden Geschichte. Sie basieren auf der am Ende genannten Literatur.

Die 1920er Jahre waren für die Radioindustrie nicht nur in Deutschland eine „Sturm und Drangzeit“ und es herrschte „Goldgräberstimmung“. Nach der Inflation und Einführung des Unterhaltungsrundfunks mit Eröffnung des ersten Senders in Berlin am 29.10.1923 und folgend in 1924/25 mit Eröffnung weiterer Sendegesellschaften entwickelte sich in Deutschland ein rasant wachsender Consumer-Markt. Das gleiche galt weltweit.

Der Markt für Unterhaltungsrundfunkgeräte war durch den Patentbesitz von Firmen, die sich bereits im Ersten Weltkrieg im kommerziellen Bereich elektrotechnisch und funktechnisch betätigt hatten limitiert. Die Schlüsselpatente erstreckten sich auf die Funktechnik und die Konstruktion von Elektronenröhren.  Zu diesen Firmen gehörten vor allem in Deutschland Telefunken (Mutterfirmen Siemens und AEG, Röhrenbau: Osram), Lorenz und Huth. In Frankreich war es Compagnie Générale de Télégraphie Sans Fil (CSF) und in USA die RCA (Radio Corporation of America, in die die American Marconi einfloss; Mutterfirma war General Electric). Gerade die Bildung der RCA in USA zeigt das hohe nationale Interesse der einzelnen Regierungen an einer Bündelung der Patente um optimale Funkstationen und Gerät ungehindert bauen und vertreiben zu können. In Großbritannien hatte Marconi die Schlüsselpatente inne. Die Firmen RCA, Marconi, CSF und Telefunken bildeten das sogenannte AEFG (America, England, France, Germany) Patentaustausch-Kartell für Elektronenröhren und hatten den Weltmarkt unter sich aufgeteilt.

Philips Eintritt in den Röhrenmarkt

Philips als Glühlampenhersteller hatte seit 1921 Anfragen zur Produktion von Elektronenröhren erhalten, hatte aber bald feststellen müssen, dass sie lediglich sub-Kontraktor bleiben würden und es ihnen nicht erlaubt sein würde Röhren selbst unter der Marke „Philips“ zu verkaufen. Andererseits stellte das Marketing einen stark wachsenden Bedarf und die Entwicklung eines neuen Marktes fest, der Philips eine Diversifizierung zusätzlich zu den Glühlampen erlauben würde.

Firmen wie Telefunken, CSF oder RCA waren vor allem Vertriebsfirmen, die Röhren und Funkgeräte bei ihren Mutterfirmen produzieren lassen mussten. Die Trennung von Verkauf, Entwicklung und Produktion in verschiedene Firmen bremsten den Erfolg im stark wachsenden und innovativen Rundfunkmarkt. Die Belieferung mit Röhren durch Philips ermöglichte diesen Firmen, sofern durch die Mutterfirmen erlaubt, eine gewisse Flexibilität ohne selbst in Produktionsanlagen oder Entwicklungslabors investieren zu müssen.

Philips schloss 1922 mit der AEFG einen Vertrag, der es Philips erlaubte, Röhren in den Niederlanden und niederländischen Kolonien gegen Zahlung einer Lizenzgebühr zu verkaufen. Außerdem verpflichtete sich die AEFG Röhren für den Verkauf in dieser Region von Philips zu beziehen.  Philips verpflichtete sich in Südamerika und Europe keine Röhren unter eigenem Namen zu vertreiben. 1922 umfasste der Kontrakt 100.000 Röhren pro Jahr. Ende 1922 produzierte Philips bereits 1000 Röhren pro Tag, bei damals 300 Arbeitstagen also rund mindestens 300.000 Stück/Jahr. Man arbeitete daran die Kapazität auf 3000 Stk./Tag zu erhöhen.

Dieser Kontrakt erlaubte es Philips aber auch in einigen Ländern unter eigenem Namen im Radiomarkt bekannt zu werden, zudem konnten sie durch die Massenproduktion von Röhren Knowhow sammeln und neue Entwicklungen voranbringen. Faszinierend sind die Patente von Philips aus den 1920er Jahren, die Röhrenproduktionsautomaten zeigen und das bekannteste Patent, das Philips vor allem auch beim Durchbruch im Markt half, war das Pentodenpatent von B.D.H. Tellegen. Dazu kam, dass in den Laboratorien von Philips eine verbesserte Methode der Glas-Metallverschmelzung für Senderöhren mit Hilfe von Eisen-Chrom Legierungen entwickelt wurde.

1922 war aber noch gekennzeichnet durch etliche Beschwerden über die Qualität der Röhren, vor allem aus Frankreich, was aber in 1923 behoben war.

Philips wollte aber selbst am Wachstum des Rundfunkmarktes teilhaben, daher war der Vertrag mit der AEFG mit seinem Verbot einer eigenen Vermarktung zwar ein Einstieg, aber langfristig hinderlich. Zudem gab es neben den großen Firmen zunehmend kleinere Radioproduzenten, die Bedarf an Elektronenröhren hatten. Andererseits wollte Philips seine Großkunden nicht verlieren. Behindernd kam hinzu, dass Philips mit diesen Firmen auch über das Glühlampenkartell Phoebus (u.a. RCA, General Electric (GE), Telefunken, AEG, Siemens, Osram und deren Verknüpfung mit weiteren elektrotechnischen und funktechnischen Firmen wie Marconi, GEC, Marconi-Osram Valve Co., CSF und Thomson Houston) verhandelte und verbunden war. Wie sagt man seinen wichtigsten Kunden, dass man nun zu ihnen in Wettbewerb treten möchte?

Der europäische Markt war zu dieser Zeit stark zergliedert. In jedem Land hatten Schlüsselfirmen die wichtigsten Patente, aber beileibe nicht in jedem Land reichten diese aus andere Produzenten von Röhren und Radios auszuschließen. Dazu kamen unterschiedliche Kartellgesetze und unterschiedliche Vereinigungen kleinerer Produzenten, wie z.B. der Verband der Funkindustrie (VDFI)  in Deutschland, der mit Telefunken schließlich die Bauerlaubnisverträge und damit verbundene Lizenzgebühren aushandelte. Zudem wurden in den meisten Ländern hohe Zölle auf funktechnische Importe von bis zu 30 % erhoben um die eigene Industrie zu schützen, da Funktechnik auch eine Schlüsselindustrie für die Landesverteidigung war. Nicht nur patentrechtliche und ökonomische Bedingungen hinderten den Handel, sondern auch nationalistische Aktionen wie „Buy British-made wireless sets“ in England, die durch die BBC lanciert wurde.

Philips begann 1924 Verhandlungen mit der Mullard Radio Valve Co., England, die gegen Marconi Wireless einen Röhrenpatentprozess gewonnen hatte und übernahm November 1924 50 % des Aktienkapitals und 1927 100 %. Erst 2006 wurde Mullard und andere ehemalige Röhrenfabriken der Philips in den Halbleiter-Konzern NXP-Semiconductors verkauft. (zur Geschichte von Mullard siehe auch Wikipedia).

In Frankeich begann die französische Philips Tochter „La Lampe Philips“ in offenen Wettbewerb zur Tochterfirma von CSF „La Radiotechnique“ zu treten. Der harte Wettbewerb und die Patentstreitigkeiten dauerten an bis 1931 die Firmen einen Vertrag schlossen.

Mit RCA schloss Philips bereits 1925 ein Patentaustauschabkommen, das die gegenseitige Nutzung von Patenten, Lizenzgebühren, Restriktionen in bestimmten Territorien etc. festlegte. RCA wollte mit dem Abkommen vor allen Dingen den amerikanischen Heimatmarkt vor der ambitionierten Expansionspolitik von Philips schützen. Vor allem wurde Philips in diesem Vertrag vom kommerziellen Radiotelegraphie und Radiotelefonie-Markt ausgeschlossen.

Zusätzlich transferierte Philips am 21.3.1925 alle Geschäfte in dem neuen Radiomarkt (Geräte und Röhren) auf eine separate Firma „NV Philips Radio“. Dies hatte mehrere Vorteile. Mögliche Patentprozesse würden nicht die Geschäftstätigkeit der ganzen Firma behindern, die Aktivitäten im Phoebus Glühlampenkartell könnten von anderen Vereinbarungen mit den Firmen separiert werden, die neben Glühlampen auch im Radiomarkt tätig waren und die neue Firma könnte sich besser mit optimierter Organisation und Struktur an die Gegebenheiten des Radiomarktes anpassen.

Philips im deutschen Röhren-Markt

Der Einstieg in den deutschen Markt war für Philips am schwierigsten. Neben Patentproblemen, Phoebus-Kartell-Vereinbarungen und Opposition von Telefunken hatte Philips keine Verkaufsorganisation in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern, wo Philips bereits als Glühlampenfirma einen bekannten Namen hatte.

Der erste Schritt war eine Vereinbarung mit Telefunken. Nach zähen Verhandlungen verpflichtete sich Telefunken am 1.10.1925 einen bestimmten Prozentsatz seiner jährlichen Röhrenverkäufe von Philips (als Telefunkenröhren gelabelt) zu beziehen, je nach Absatzmenge bis zu 20 %. Dafür verpflichtete Philips sich für 10 Jahre keine Röhren im deutschen Markt direkt zu verkaufen oder zu bewerben. Telefunken hoffte damit den ehrgeizigen Konkurrenten erst einmal ruhig zu stellen. Ausnahme waren Gleichrichterröhren und einzelne Radiobauteile, die von der Deutschen Philips Gesellschaft GmbH vertrieben wurden.

Parallel dazu stieg Philips in den Röntgenröhrenmarkt ein. Da Philips zwischen 1922 und 1924 eine neue Röntgenröhre mit Metallkörper („Metalix“) entwickelt hatte, suchte sie entsprechende Partner für den Vertrieb dieser neuen Röhre in mehreren Ländern. Der Markt war konservativ, daher sollte es eine bereits etablierte Firma im Röntgenröhrengeschäft sein. Die Wahl für Deutschland fiel auf C.H.F. Müller, die 1865 in Hamburg  von dem Glasbläser Carl Heinrich Florenz Müller gegründet worden war und seit 1896 Röntgenröhren herstellte. Im Ersten Weltkrieg hatte C.H.F. Müller auch Elektronenröhren hergestellt. Seit 1909 gehörte die Firma dem Chemiker Max Liebermann und war 1924 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Philips lieh C.H.F. Müller 1.050.000 Reichsmark gegen Erhalt von 25 % des jährlichen Profits und mit der Option den Kredit in eine 50 %ige Beteiligung umzuwandeln und im Falle des Ausscheidens von Liebermann die Firma zu 100 % zu übernehmen.

April 1924 hatte Liebermann die Produktion von Elektronenröhren in eine separate Tochterfirma „Radio-Röhrenfabrik Hamburg (RRF)“ ausgegliedert. Siehe hier.  März 1925 wurde in einem Vertrag festgelegt, dass Philips gegen 50 % des Profits technische Unterstützung für RRF durch ihre Forschungslabors leisten würde.

Der Einstieg über C.H.F. Müller und RRF hatte für Philips mehrere Vorteile. C.H.F. Müller war bereits ein bekannter Name im Röntgenröhrenmarkt und besaß eigene Patente bzw. war durch eigene  Vorbenutzungrechte nicht von Patenten der AEG oder Siemens im Röntgenröhren und Elektronenröhrenbereich betroffen. Philips war allerdings mit der Zusammenarbeit vor allem auf dem Röntgenröhrenbereich nicht zufrieden und so kam es bereits am 4.5.1927 zu einer 100 % Übernahme aller Anteile an C.H.F. Müller und RRF.

1926 wurde für die bei der RRF gefertigten Röhren der Handelsname „VALVO“ und 1927 das VALVO-Zeichen eingeführt. (Siehe: Valvo Logos im Wandel der Zeit) Erst ab 1927 bürgerte sich umgangssprachlich der Name „Valvo Radioröhrenfabrik“  in der Öffentlichkeit ein, der offizielle Name blieb aber weiterhin Radioröhrenfabrik GmbH, Hamburg.

RRF hatte sich unter dem Manager Theodor Graf von Westarp seit 1924 allerdings gut entwickelt und war wesentlich flexibler, kommunikativer und innovativer als die Mutterfirma C.H.F. Müller. Man schätzt den Anteil von RRF in den 1920er Jahren am deutschen Röhrenmarkt auf 20 %, zusammen mit den Verkäufen von Philips-Röhren über Telefunken hatte Philips damit einen Anteil von ca.40 % (!) am deutschen Elektronenröhrenmarkt erarbeitet. Im europäischen Markt waren es 1930 sogar rund 56 %, gefolgt von Telefunken (23 %), britische Hersteller ohne Mullard (11 %), französische Produzenten (7 %), der Rest von 3 % wurde von Tungsram (HU), Schrack (AU) und Marelli (Italien) abgedeckt.

Philips im Radiomarkt

Seit 1925 hatte Philips begonnen Zubehör für den Radiomarkt zu produzieren wie Netzanoden, Lautsprecher, Übertrager und Gleichrichter. Die Vertriebsorganisation war gegenüber dem Einstieg in die Radioproduktion zurückhaltend. Man wollte seine großen Röhrenkunden nicht verärgern. Da die Patentsituation für Radioproduzenten oder Importe in jedem Land anders und im europäischen Markt recht komplex war, zögerte man in Eindhoven bis 1925 mit der Entscheidung und es dauerte bis 1927 bis eine Radio-Produktion begann. Auch hier ging man wieder den Weg eine Firma zu akquirieren, die bereits Erfahrungen mit der Radioproduktion und Vermarktung hatte.

Philips übernahm 27.7.1926 die Aktien der Nederlandsche Seintostellen Fabriek (NSF), die nicht sonderlich erfolgreich im Radiobereich war, aber über eine Lizenz für Patente von Marconi Wireless, England verfügte. Marconi hatte die Lizenz gegen Aktienanteile an NSF vergeben und es benötigte einige Verhandlungen, damit Philips auch nach Übernahme darüber verfügen konnte. Am 6.9.1927 wurde das erste Philips-Radio, der Typ 2501  (für AC, 2502 für DC), auf der Messe in Utrecht präsentiert. Er hatte zwei Kreise, eine Hf-Tetrode und als Endröhre eine Penthode. Damit hatte er für seine geringe Röhrenzahl damals eine bemerkenswerte Leistung. Anfangs wurde eine Hf-Tetrode C142 mit Kurzfadenheizung, eine Triode F215 (Audion) mit indirekter Heizung 2,5 V und eine Pentode D143, Kurzfadenröhre 1V direkt geheizt verwendet. Das eingebaute Netzteil mit Gleichrichter lieferte nur die Heizspannungen und Gittervorspannungen. Die Anodenspannungen lieferte das externe Netzteil Typ 372. Es war die Zeit des Übergangs von Batteriegeräten zu Netzgeräten, die Röhren sind aus heutiger Sicht exotisch und erfüllte noch nicht die Vision von Anton Philips eines „all-electric sets“, das im Gegensatz zu den bis dahin produzierten Radios für den Konsumenten einfach zu installieren und zu bedienen sein sollte. Das wurde erst mit dem 2511 und 2514 erreicht, die einfach nur an die Steckdose angeschlossen werden mussten.

Der Einstieg in den Radiobau gestaltete sich für Philips äußerst erfolgreich, man hatte mit dem Konzept eines Netzgeräts und den technischen Möglichkeiten der Tetroden, Pentoden und indirekt geheizten Röhren genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Massenproduktion erlaubt es für den Markt akzeptable Preise zu gestallten und die Geräte waren mit einem Verkauf von 51.653 Stück in 1928 ein voller Erfolg und erforderten bald eine Erweiterung der Produktionskapazitäten sowohl für Radios als auch für Röhren. Die Produktionsfläche in Eindhoven wuchs von 1926 von 130.845 qm um zusätzliche 150.000 qm bis 1930. Außerdem wurden acht neue Fabriken mit einer Gesamtfläche von 67.000 qm in Großbritannien, Deutschland, Polen Spanien, Belgien und Italien gebaut. Von 1927 bis 1930 wuchs das Personal in Eindhoven von rund 8000 auf 22.600. Gleichzeitig wurden in etlichen Ländern eigene Vertriebsfirmen aufgebaut, da Philips aufgrund der Beschränkungen im Phoebus Glühlampenkartell noch nicht unbedingt in jedem europäischen Land präsent war.

1930, als bereits der Konsolidierungsprozess in der Radioindustrie eingesetzt hatte, wurden in UK 650.000 (120 Firmen), in Deutschland 800.000 (36 Firmen) und in USA 3.800.000 (83 Firmen) Geräte produziert. Philips hatte mit in diesem Jahr verkauften 293.000 Geräten bereits einen signifikanten Anteil und gehörte damit mit zu den führenden Produzenten.

Die vorhergehenden Ausführungen zeigen, dass Philips in den 1920er Jahren eine klare Diversifikations-, Innovations-  und Expansionsstrategie hatte und diese auch konsequent mit Erfolg verfolgte. Fokus hier liegt zuerst einmal auf dem Radiomarkt, aber Philips hatte auch Pläne in den Markt für „alle elektrischen Consumer-Massenprodukte, wie Staubsauger, Toaster, Kühlschränke etc.“ einzusteigen (Verhandlungen mit General Electric 1928).

Philips im deutschen Radiomarkt

Deutschland war für den Philipskonzern  der viertgrößte Absatzmarkt, wobei dieser Rang fast ausschließlich auf Elektronenröhren beruhte. Glühlampen und Radiogeräte wurden aufgrund der Kartell- und Patentsituation gar nicht, beziehungsweise kaum verkauft. Anders sah die Situation in den Ländern Rang 1-3 aus. In Großbritannien (Nr. 1), Niederlande (Nr. 2) und Frankreich (Nr. 3) hatten alle drei Produktbereiche signifikante Umsätze in gleicher Größenordnung (Zahlen 1930). Man kann sich vorstellen, dass gerade der deutsche Radiogerätemarkt in den strategischen Fokus von Philips geriet.

Der deutsche Radiomarkt wurde aufgrund der Patentsituation von Telefunken dominiert. Ohne Bauerlaubnis konnte kein Geräteproduzent seine Produkte vermarkten. Lizenzzahlungen und Kontingente wurden vom Verband der Funkindustrie, VDFI, für seine Mitglieder ausgehandelt. Das Verhältnis von Philips und Telefunken kann aufgrund des Konkurrenzkampfes auf dem internationalen Markt als feindlich bezeichnet werden.

Wie oben erläutert hatte Philips im Mai 1927 die Radio Röhren Fabrik Hamburg (RRF) übernommen. Ursprünglich hatte Telefunkens Direktor Schapira RRF mündlich zugesagt Radiogeräte produzieren zu dürfen. Diese Zusage wurde nach der Übernahme durch Philips zurückgezogen, dennoch begann Philips in Hamburg im Laufe des Jahres 1928 Radiogeräte (RRF 1 entspricht dem Philips 2515) zusammenzubauen und präsentierte sie auf der Berliner Funkausstellung. Telefunken klagte gegen Philips und initiierte damit einen langen juristischer Streit von 1928 – 1931.

Als zweiten Schritt hatte Philips im Dezember 1928 signifikante Anteile von Lorenz übernommen. Lorenz hatte durch seinen Patentbesitz eine gute Position und war im Funkverband neben Telefunken ein wichtiger Lizenzgeber. Philips ging davon aus, dass Lorenz daher unbeschränkt Radios produzieren könne, die über die Deutsche Philips Gesellschaft (DPG) vertrieben werden könnten. Neben Telefunken war auch Siemens nicht erfreut über die Übernahme von Anteilen, da Lorenz auch im Telefoniebereich eine wichtige Rolle spielte. C.F. Siemens persönlich soll mehrfach versucht haben den Vertragsabschluss Philips-Lorenz zu verhindern, und Philips wurden große Summen zur Kompensation angeboten, trotzdem blieb Philips bei seiner Strategie für den deutschen Markt.

In Berlin Tempelhof wurde unter dem Ingenieur Th. Tromp eine Produktionsstraße aufgebaut. Hier wurden der „Paladin 5“ (= RRF 1 = Philips 2515), „Paladin 20“ (=Philips 2514) und der „Hochmeister“ (= Philips 2511) basierend auf Philips Design teilweise aus Bauteilen aus Eindhoven aufgebaut. Weiterhin produzierte Lorenz eigene Entwicklungen wie den "Ordensmeister" und "Völkerbund". Das erklärt die grundsätzlichen Unterschiede in der Konstruktion dieser Geräte. Die Geräte waren mit Philips Gleichrichterröhren bestückt und wurden ohne Röhren angeboten. Siehe Hier. Das folgende Bild zeigt die Prüfung des Paladin 5 im Lorenz Werk 1, Berlin-Treptow (aus Festschrift 50 Jahre Lorenz)

 

Telefunken verklagte die DPG wegen Patentverletzung und appellierte an das Schiedsgericht (des Funkverbandes ?) , dass Lorenz seine Belieferung der DPG einstellen müsse. Das Schiedsgericht stellte fest, dass Lorenz keine Geräte an die DPG liefern dürfe, die gleichzeitig Philips Design haben, zum festen Preis an DPG abgegeben werden und unter Philips Markennamen vertrieben werden. Philips versuchte diese drei gleichzeitigen Bedingungen zu umgehen, indem sie bestätigte, dass nicht alle drei Bedingungen erfüllt seien dadurch dass DPG die Gräte in Kommission von Lorenz bezog.

Um Ordnung in diese Konfusion zu bringen kündigte Telefunken den Lorenz – Telefunken Vertrag vom 1.2.1927, der ein Verbot des Röhrenbaus für Lorenz und die Erlaubnis Radiogeräte bis 10.000 Stück/Jahr zu bauen enthielt. Daraufhin protestierte Lorenz vor dem Schiedsgericht gegen die Kündigung des Kontraktes und bat gleichzeitig um Bestätigung des vorhergehenden Urteils. Außerdem klagte Lorenz vor dem Kartellgericht mit einem ähnlichen Anspruch. Nachdem das Schiedsgericht vergeblich versucht hatte einen Kompromiss auszuhandeln, wurde Telefunken verurteilt die Kündigung des Vertrages mit Lorenz zurückzunehmen, gleichzeitig durfte Lorenz aber Philips nicht mehr beliefern. Damit verlor die Beteiligung an Lorenz ihre Grundlage und Philips verkaufte die Anteile an die International Telegraph & Telephone Co. (ITT) am 5.5. 1930.

Der Rechtsstreit zwischen Lorenz/Philips vor dem Kartellgericht ging jedoch weiter. Lorenz war verpflichtet weiter die DPG zu unterstützen. Das Kartellgericht war der Meinung, dass telefunken ein unzulässiges Monopol aufbaute und gab am 16.3.1931 der DPG recht. Es bestand nun die Gefahr, dass Philips in weiteren Prozessen eine Kompensation von 7,5 Mio RM beanspruchen könnte gegen eine Risiko von 600.000 RM Prozesskosten. Das führte zur Kompromissbereitschaft auf Telefunken-Seite und mündete am 24.11.1931 in den „Gerätevertrag“ und „Röhrenvertrag“, die sehr aufwändig und kompliziert Lizenzen und Kontingente für Röhren und Geräte regelten.

Zusammengefasst war Philips vom 1.10.1935 an nun erlaubt Röhren unter dem eigenen Namen zu vertreiben und ab 1.9.1934 durfte Philips Radiogeräte in Deutschland unter eigenem Namen verkaufen.

In anderen Ländern erwarb Philips an Unternehmen der Radiobranche ebenfalls Anteile und ähnliche Kontrakte wurde abgeschlossen, deren Erläuterung aber hier zu weit führen würden. Abschließen muss festgestellt werden, dass Philips erfolgreich von einem „Niemand“ im Radiomarkt 1926 bis Anfang der 1930er Jahre zu einem „Global Player“ geworden war. Mit 200.000 Geräten 1929 und 670.000 Geräten in 1934 gehörte Philips zur Spitzengruppe der Geräteproduzenten und hatte damit ca. 18% des erreichbaren globalen Marktes (außer USA, Canada, Japan und Deutschland).

Literatur:

I.J. Blanken, The History of Philips Electronics N.V. Volume 3+4, European Library, Zaltbommel, 1999

Gustav Lucae, 40 Jahre Rundfunkwirtschaft in Deutschland 1923 – 1963, Eigenverlag der IGR (Interessengemeinschaft Rundfunkschutzrechte vorher Verband der Funkindustrie, VDFI)

Eric P. Wenaas, Radiola, The Golden Age of RCA, Sonoran Publishing, Chandler, Arizona 2007

Winfried B. Lerg, Die Entstehung des Rundfunk in Deutschland, Verlag Josef Knecht, Frankfurt/M. 2. Auflage 1970

Hans Bredow, Im Banne der Ätherwellen Band 1, Mundus Verlag Stuttgart, 1954

Lorenz Historie , ohne Namen (Siegfried Panzer ?), unveröffentlichtes Manuskript, 1979

50 Jahre Lorenz 1880 – 1930, Festschrift der C. Lorenz Aktiengesellschaft, Berlin. 1930

75 Jahre Lorenz 1880 – 1955, Festschrift der C. Lorenz Aktiengesellschaft, Stuttgart. 1955

Rüdiger Walz
24.May.20
  2

Bereits Juni 1918 erschienen erste Röhren von Philips auf dem Markt. Propagiert wurden sie aber von der Nederlandse Radio-Industrie, NRI, einer Firma, die von dem bekannten holländischen Radio- und Rundfunkpionier  H.H.S. à Steringa Idzerda gegründet wurde.

Für NRI wurde eine Reihe von Röhren auf eher experimenteller Basis gebaut und mit dem Label „Philips-Ideezet“ vertrieben. (I.J. Blanken, History of Philips Vol.. 3)

Wie oben erwähnt stieg Philips ab 1922 in die Massenfertigung von Elektronenröhren für andere Firmen ein. Hier war es notwendig eine eigene Fertigungsstrasse für Elektronenröhren aufzubauen. Es standen Kontrakte zuerst über 5000 TM Röhren für die belgische Regierung und dann eine Abnahme von 5000 Röhren/Monat (!) durch Société Indépendabnte de Télégraphie sans Fil (SIF) im Raum. Der erste Kontakt für eine Lohnfertigung für SIF wurde am 24. August 1922 unterzeichnet.

Die folgende Liste (vielen Dank an E. Erb)  gibt einen Überblick über die frühen Philips-Ideezet Röhren .

Name

Maker

Year

User

Usage

Type

Base


A_Philips

Philips; E

1919

 

Detector

Gas Trio

Edison

B_Philips

Philips; E

1919

 

Detector

Gas Trio

Edison

C_Philips

Philips; E

1919

 

Detector

Gas Trio

Edison

Q_Philips

Philips; E

1921

  

Space Ch

Europe

B-I

Philips; E

1922

  

TRIODE (

Europe

B-II

Philips; E

1922

 

Universal

Triode,

Europe

B-III

Philips; E

1922

  

TRIODE (

Europe

C-I

Philips; E

1922

  

Gas Trio

Edison

F_Philips

Philips; E

1922

  

Triode,

Europe

X-ray_Philips

Philips; E

1922 ??

Industrial

 

X-ray tu

SPECIAL

 
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Philips radios sold in the Netherlands from 1927 to 1952
Alejandro Lattanzi
13.Feb.19
  1

The document contains an overview of Philips radios sold in the Netherlands from 1927 to 1952

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Philips 1935: Der grösste Empfänger der Welt
Georg Richter
10.Oct.14
  1

Der folgende Artikel von H. Haffmans auf der Titelseite der Funkschau Nr.7 vom 16.02.1936 wurde extrahiert mit freundlicher Genehmigung des WEKA-Fachzeitschriften Verlag. Die aktuellen Ausgaben der Funkschau finden sie hier.


Der grösste Empfänger der Welt - Philips 1935

Wenn die FUNKSCHAU heute, im Jahre 1936, einen Artikel über einen Rundfunkempfänger von "acht Meter Länge" bringt, so soll dies kein Nachruf für das sein, was man vor 12 Jahren als Rundfunkempfänger bezeichnete. Es ist auch kein verfrühter Aprilscherz, sondern es handelt sich tatsächlich um einen modernen Rundfunkempfänger von acht Meter Länge, zweieinhalb Meter Höhe und eineinhalb Meter Tiefe.

Die Firma Philips hatte auf der Weltausstellung 1935 in Brüssel diesen Riesenempfänger mit 73 Röhren aufgebaut, um die komplizierten Vorgänge im Innern eines neuzeitlichen Rundfunkempfängers dem Publikum zu zeigen und die unsichtbare Welt des Schalles sichtbar zu machen.

Im Prinzip ist der Empfänger mit einem der serienmäßig hergestellten Philips-Achtpolröhren-Super identisch. Der technische Aufbau ist so, daß die Wechselspannungen am Ausgang der einzelnen Stufen dieses Empfängers noch einmal besonders verstärkt werden, und zwar so weit, daß sie mittels Braunscher Röhren sichtbar gemacht werden können. Auf diese Weise vermittelt die "Radiomaschine" ein vollständiges optisches Bild des Empfangsvorganges.

Natürlich kann mit dem Gerät richtiger Rundfunkempfang betrieben werden. Sehr schön ist es dabei, die Wirkungsweise des Schwundausgleiches zu beobachten. Hierzu dienen ebenfalls zwei Braunsche Röhren, auf denen sich zwei Ellipsen in gegenläufigem Sinne bewegen.

Für die Besucher allerdings war das Mikrofon eines kleinen Spezialsenders, auf den der Riesenempfänger eingestellt werden kann, der Hauptanziehungspunkt. Der "Wunderempfänger" läßt dann die Stimme des Sprechenden nicht nur im Saal ertönen, sondern macht sie auch noch auf den Leuchtschirmen der Röhren sichtbar. Die in bizarren Formen auf und ab tanzenden Lichtfiguren sind ja entschieden sehr reizvoll.

Neben dieser elektrisch-optischen Methode wird die Arbeitsweise des Empfängers noch sehr sinnreich, aber weniger eindrucksvoll auf mechanischem Wege vorgeführt. Dies erfolgt mit Hilfe einer Vorrichtung, die man vielleicht Sandstreuer nennen könnte: Die Schwingungen von der Antenne und die Hilfsschwingungen von der Oktode, sowie die Mischung der beiden, dann später die Gleichrichtung, werden auf sich fortbewegenden endlosen Bändern durch Sandfiguren aufgezeichnet.

Eine eingehende Beschreibung des Demonstrationsempfängers in allen technisch sehr interessanten Einzelheiten würde zu weit führen. Aber jeder, der einmal mit ähnlichen Anordnungen im Laboratorium gearbeitet hat, weiß, daß es eine sehr imponierende Leistung ist, einen Empfänger mit 73 Empfänger- und 9 Kathodenstrahlröhren aufzubauen und Monate hindurch störungsfrei in Betrieb zu halten.

Im Funkhandel ist es immer eine Schwierigkeit, dem Laien, der sich einen Apparat kaufen will, die technischen Vorzüge des Gerätes klarzumachen. In den Werbeschriften für Industrieempfänger werden daher immer große Anstrengungen gemacht, die wesentlichen technischen Einzelheiten mehr oder weniger glücklich in allgemeinverständlichster Weise zu erklären. Sollte der Philips-Empfänger nur diesem Zwecke dienen, so scheint es doch fraglich, ob diefer Zweck erreicht wurde. Denn auch hier werden beim Besucher schon ein gewisses techniches Interesse und Vorkenntnisse vorausgesetzt, die heute eben noch nicht allgemein sind. Darüber hinaus besteht aber kein Zweifel, daß der "größte Empfänger der Welt" eine der Hauptattraktionen der Ausstellung war — und etwas Derartiges zu erreichen, wird wohl nicht zuletzt beabsichtigt gewesen sein.

H. Haffmans.

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New Philips Corporate Identity
Vincent de Franco
20.Nov.13
  1

Philips has changed its logo and modified its corporate identity. The new logo is an evolution of the Philips shield with the stars and waves.

From the YouTube description: "Originally launched in 1938, the updated shield retains the core elements symbolizing Philips. Stars represent sparks of innovation, waves show our digitally connected lives and the circle expresses the people we touch around the world."

 

 
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Ende der Philips Unterhaltungselectronic.
Wolfgang Bauer
30.Jan.13
  1

Und wieder ein Hersteller weniger.

Für 150 Mio. Euro wird Philips sein komplettes UE-Business noch heuer an die japanische Funai abtreten. Damit endet eine der größten Ären in der Geschichte der Unterhaltungselektronik. Seit Mitte der 1920er Jahre hat Philips die UE-Welt maßgeblich mitentwickelt und mit der ersten Compact-Cassette oder dem ersten Videorekorder für den Privatgebrauch (Video 2000) entscheidend geprägt.

Marke Philips bleibt bestehen.

Für 150 Mio. Euro wird Philips also sein komplettes UE-Portfolio - bestehend unter anderem aus Docking-Stations, Kopfhörern oder Blu-ray-Playern - an seinen langjährigen Partner Funai verkaufen. Dieser wird nebst den 150 Mio. auch jährliche Lizenzgebühren nach Holland überweisen, um die Marke Philips auch weiterhin nutzen zu können. Vorerst läuft dieser Vertrag auf fünfeinhalb Jahre. Durchgezogen wird der Deal (sofern die Behörden zustimmen) im Audiobereich voraussichtlich schon im zweiten Halbjahr 2013 werden, die DVD- und Blu-ray-Player dürfen aus Lizenzrechtlichen Gründen erst 2017 den Besitzer wechseln.

WB.
Quelle: Elektrojournal 29.01.2013

Hans M. Knoll
31.Jan.13
  2

Hallo Wolfgang.

Anbei zu Deiner Meldung einen Artikel aus den NÜRNBERGER- NACHRICHTEN vom 30.Jan. 2013

 

Knoll

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Philips History and Model Numbering schemes
Michael Watterson
18.Jul.12
  1
Name: Philips; Eindhoven (tubes international!); Netherlands    (NL)    
Abbreviation: philips  
Products: tubes model-types  
Summary: Philips with radios and "brown goods" developed into the biggest company in Europe. Only Philips could compete with the Japanese companies.

(Translated from the Original Manufacturer page with the help of Google Translate)


 
N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken
History:

On 5/15/1891 Frederik Philips and his son, Dr. Gerard LF with 75,000 guilders started a light bulb factory in Eindhoven. By 1894 Philips already employed 35 staff and the younger son, Dr. Anton F. Phillips, joins the company as commercial director. Philips in 1903 is the fourth largest bulb factory in Europe. In 1912 the name is slightly changed.

At the request of Dr. Idzerda Philips began in 1917 to produce tubes (valves). In May 1918, it provides its own IDZ (IDEEZET) before. Further developments are listed in Chapter tube over tubes. Gerard Philips in 1922 retires from active business life. The company employs 6,000 staff.

Anton takes over the company alone and will expand the production area and articles on X-1927 on radio. This production can plan that in 1924, with the staff of the newly established laboratory, after considering all aspects of the radio industry are the result of producing all the components for the receiver itself [282]. As the IBM Personal Computer, Philips is concerned only with new markets if they appear ripe for a lasting breakthrough and directs it using the corresponding new technology. In radio, this corresponds to the network device with one-button operation. At Philips, Gilles Holst and BDH Tellegen develop the important pentode NL Pat 14:12:26, U.S. Patent Application 25/11/27 1.94504 million as of 30/01/34.

1930 Philips developed a popular receiver and sells it in 1931 on the Prague market test as a kit and as a finished appliance. The kit comes with a guide book of 96 pages! The apparatus, a battery-powered 3-tube two-circuit system with honeycomb-plug coils, to build with the attached pliers and a screwdriver. The test is negative, the company maintains high-quality devices [638 434]. Until August 1932, the company has one million radio receivers produced [282].

With good technical developments, good marketing and decentralized manufacturing developed the Philips home to the largest radio manufacturer in the world. The company sells to 1934 100 million radio valves [156-122], and employs approximately 30,000 employees worldwide in 1935 [513 506]. 1942 founded the North American Philips Philips Inc. (Norelco) on the American market and is shortly after the end of the war there, the Canadian Radio Corp.. Ltd.., The manufacturer take the Rogers-Majestic-tubes. In about 1955, Philips also bought the Amperex Electronic Products Inc. in New York, which produces mainly commercial tubes.

1987, the company manufactures 32% of televisions sold in Europe, followed by the French Thomson group (22%) and Finland's Nokia AG (14% market share, including Salora and Luxor, Sweden). If Nokia are following the sale of consumer goods division of Standard Electric Lorenz AG (SEL) landed by the Alcatel brand ITT, Graetz, etc.. Philips is probably the only group that the Japanese in new developments in the field of consumer electronics have to be taken seriously. However, Philips is in the U.S. are only available at the CES 1988 consumer electronics devices under its own brand, using previously acquired the trademarks of Magnavox, Sylvania and Philco [608 815].


Philips Model Numbering



Until 1931, Philips called its radio products - except the receiver tubes - with four-digit numbers:
1000 - 1700 rectifier
1701 - 1800 Gas-filled rectifier tubes
1801 - 1900 High-Vacuum Rectifier Tubes
1901 - 2000 iron hydrogen resistance (Barretter)
2001 - 2400 Speakers
2401 - 2700 Recipient
2701 - 2800 amps
2901 - 3000 Turntable
3001 - 3100 net anodes
3101 - 3200 tropical version of turntables
3201 - 3300 tropical version of amplifiers
3301 - 3400 amps
3401 - 3500 tropical version of amplifiers (3301 ..), etc.

From 1931/32 - 1945, starting with the number of super-Inductance (first device 730A, 720A, 770A as a 3-Kreiser), called Philips radios

three-digit numbers, which are followed by (usually) a letter:


A = AC
B = battery
C = DC power
U = Universal supply
The letter is not always present.

Comes from the manufacture of the apparatus of another country is to advance the work of its abbreviation.

The first digit indicates the number of circles, as the difference of the number 10, the first super (super-522A Oktoden, 1934/35) received the "circle number» 5 The super-Inductance device and the first super Philips found in radio history [63] No. 50 detailed description.

In 1946 they started a new identification system;
Country of manufacture and development are now clearly visible:


First letter: Device
B = Table mains powered model,
C = table-top model, battery-operated
D = reserve
F = radio-phonograph combination (floor model)
H = Hi-fi sets (table model phonograph)
L = portable device
N = Car Radio
P = portable car radio
R = a portable radio with recorder
S = special items, such as clock radio
T = TV receiver

Second letter: Development Location - not always identical to the manufacturing country!
A = Austria / Austria
B = Belgium / Belgium - or X (Philips Leuven)
CH = Switzerland / Switzerland
D = Germany / Germany
DK = Denmark / Denmark
E = Spain / Spain
F = France / France
G = Great Britain (UK)
I = Italy / Italy
IF = Ireland / Ireland
IN = Indonesia / Indonesia
N = Norway / Norway
R = Brazil / Brazil
S = Sweden / Sweden
SF = Finland / Finland
W = USA (Norelco)
ZA = South Africa / South Africa
X = Holland / Netherlands (E-number, number PL-Philips Leuven, Belgium)

First number: Price range = 0-9 with rising prices
Second digit: Last digit of manufacturing year

Between 1956-65, the first digit moves between
the first two letters!

Third digit: unique number (so not the same old number)

Additional letters:
A = AC
B = battery
U = Universal supply
T = transistor Equipped
Rare:
V = accumulator with vibrator (vibrator)
X = AC or DC with vibrator
Z = battery / mains
AB = AC / battery
AU = "Prepared for inverters", or "inverter".

1966 the system experiences an enlargement and corresponds to the 12 digits code for all group products.

The model number consists of:

2 digits, 2 letters, 3 digits / 2 digits, 1 letter; (ZZBBZZZ / ZZB).
The first Letter is the decade of manufacture:

R = 1966 - 1975
A = 1976 - 1985
D = 1986 - 1995 (... followed by I and O = RADIO)

The second Letter indicates the type of device as described above.
The 3rd Figure shows again the price range.
The 4th Figure denotes the last digit of the manufacturing year..


 

 
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Philips Designer
Wilfried Haack
22.Apr.11
  1

Hallo, in keinem der  Bücher und Zeitschriften über die Firmengeschichte dieses Konzerns, finde ich Informationen über die technischen Entwicker der Radiogeräte vor 45 und die Designer der Gehäuse dieser Geräte. Nebenbei, sind auch bei vielen anderen Firmen diese Infos "Tabu"?  Vielleicht kann ein holländischer Sammler Auskünfte geben?

W.Haack

Gidi Verheijen
23.Apr.11
  2

Ich glaube nicht dass Informationen über die technischen Entwickler der Rundfunkgeräte und die Designer der Gehäuse dieser Geräte ein "Tabu" sind.

Ein Rundfunkgerät ist aber das Ergebnis von Beiträgen vieler, meist anonymen, technischen Entwickler. Ihre namen findet man als Erfinder von Schaltungen und Verfahren wenn man alte Patente nachforscht, z.B. im "Octrooicentrum" (niederländischer Sprache)

Der Architekt und Designer ir. Louis C. Kalff (1887-1976) wurde im 1925 Mitarbeiter von Philips in der Abteilung Reklame. Er war u.A. zuständig für das Philips-Logo. Ich bin nicht sicher ob er auch Radio-Gehäuse entwurfen hat. Peter van Dam schrieb in 2008 das Buch "Ir. Louis C. Kalff".

In Haarlem (25 km westlich von Amsterdam) ist ein Museum in Entwicklung, dessen Zielsetzung aus dem Namen erfolgt: Radio-Televisie-Design Museum (Rundfunk-Fernsehen-Design Museum), Webseite.

MfG,

Gidi Verheijen

Gidi Verheijen
06.May.11
  3

In meinem letzten Beitrag gab ich eine Verweisung zum Buch "Ir. Louis C. Kalff", der ein wichtiger Designer von Philips war.

Ich habe das Buch eingeschaut und kann jetzt bestätigen dass L.C. Kalff auch Radio-Gehäuse entworfen hat. Hierunten zeige ich einige Bilder aus dem Buch als Beispiele (in niedriger Resolution). 

Die Gehäuse der Philips Modellen 2634, 930A und 830A wurden von L.C. Kalff entworfen. 

 

Wie ich eher schon gesagt habe, war Herr Kalff auch zuständig für das Philips-Logo. Weiter hat er auch viele, schöne Reklame-Plakkate und Prospekte entwurfen sowie auch Verpackungsmaterial für Röhren. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prospekt aus 1927 (links) und Verpackungsdose einer B406 aus 1925 (rechts), von Kalff entworfen.  

 

Für Interessierte Leser einige Daten über dem Buch.

 -  Titel:  Ir. Louis C. Kalff, 1897-1976, (Het artistieke geweten van Philips)

-  Autor:  Peter van Dam, 2008

-  Massen 22 x 22 cM

 - 144 Seiten mit vielen, farbigen Bildern, niederländischer Sprache

 -  ISBN-10: 90-74009-44-1 ;  ISBN-13: 879-74009-44-7 

 

MfG,

Gidi Verheijen

 

Thomas Lebeth
06.May.11
  4

Das von Hrn Verheijen erwähnte Buch über Louis Kalff kann ich nur empfehlen.

Für Sammler deren Interesse auch den Werbemitteln, insbesondere Werbegrafik und -kunst, gilt kann ich ein weiteres Buch aus dem gleichen Verlag empfehlen: "Kunst in de Philips Reclame" von Frans Wilbrink. Frans Wilbrink besitzt wahrscheinlich die größte Sammlung an Werbegrafiken von Philips, und hat akribisch Leben und Werk von Philips-Werbegrafikern zwischen etwa 1900 und 1950 recherchiert. Das Buch zeigt neben sehr vielen Röhrenprospekten und -werbungen vor allem Reklame für Glühlampen, Röntgenröhren und Beleuchtungskörper. Auch Werbungen für Philips Rundfunkgeräte kommen nicht zu kurz. Jedenfalls ein Fundus für Philips-Sammler:

Frans Wilbrink. "Kunst in de Philips Reclame".[Z]OO producties. € 22,-

Link zur gleichnamigen Homepage von Frans Wilbrink

Viel Spaß beim Schmökern und Entdecken

Thomas Lebeth

P.S.: Mein Geheimtipp ist der Künstler Matthieu Clement...

 

 

 

 
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TV Testbild für Reparatur / Demozwecke
Wolfgang Scheida
23.Aug.07
  1

Für Freunde der Television mag es von Interesse sein, dass das bekannte Philips Testbild

seit geraumer Zeit auf Satellit ASTRA unter 10832 H  SR 22000  5/6 frei zur Verfügung steht. Über einen Digital SAT Receiver mit UHF Ausgang und einem allfällig vorhandenen nachgeschalteten UHF auf VHF Konverter können so alle bekannten 625 Zeilen Geräte auf Herz und Nieren geprüft werden.

(Achtung: Die zumeist eingebauten Modulatoren sind in der Regel Zweiseitenbandmodulatoren entgegen dem normgerechten Restseitenbandverfahren und können beim Versuch einer optimalen Tuner/ZF Abstimmung Probleme bereiten)

Ergänzung: Obiges Bild wurde leider zwischenzeitlich abgeschaltet. Auf Hotbird 13° Ost gibt es eines auf 11355  V 27500 - 3/4

LG W.Scheida 8/07

 
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Philips Produktion im WW2
Wolfgang Bauer
03.Jul.07
  1


Es gibt viele ähnliche Geräte von Philips, die ab ca. 1938 bis zum Ende des WW2 in den verschiedensten Philips-Fabriken in Europa gebaut wurden.
Diese Geräte unterscheiden sich teilweise in der Skala, des Netzanschlusses und der Endung bei der Modellbezeichnung.

z.B. ....-14, -26, -29, -30, -32, -HU

Gibt es eine zuverlässige Liste der Philips Produktionsstätten im WW2, denen diese Endungen zugeordnet werden können?

Bei diesem Gerät unten ist es klar, Philips akc. spol., Praha-Hloubetin.
aber nicht immer steht die Fabrik dabei.

MfG. WB.

Gabriel Toth
11.Jul.07
  2

Dear Mr. Bauer,

I am trying to find the same information. Unfortunately, not too much succesfuly: -13 is for PL -14 for CS, -15 for F. 

Gabriel

Hans van der Marel
13.Jul.07
  3

Herr Bauer,

Im holland sind wier die meinung das die folgenummern nicht sofort etwas sagt uber den produktionsort.

Die buchstabe welche vor dem seriennummer steht is die anfangsbuchstabe der produktionsort.

Die durch Ihnen angegeben folgennummern sind produktionsaenderungen wie geaenderte bauteile und teile wie Sie schon genennt haben. Sie korrespondieren mit schaltbildern und service dokumentation.

Wie in Ihre beispiel gibt der P Praha an. In Holland sehen wir viele typen mit E ( Eindhoven ) und L ( Leuven Belgien ).

Leider ist auch bei uns noch keine komplett liste zu verfuegung mit die verschiedene mogliche folgennummern.

 

Mfg

Hans van der Marel

 

Wolfgang Bauer
17.Jul.07
  4

Danke für die Informationen, die leider noch immer keine wesentlichen Klarheiten bringen konnten.

Im englischen Teil dieses Forums ist jetzt auch die Frage nach einem Philips BX 330 A 64 gestellt worden.
Auch hier ist bei der Bezeichnung zusätzlich die "....64", also noch eine zusätzliche Produktionsstätte zu den schon oben erwähnten ....-14, -26, -29, -30, -32, -HU

MfG. WB.

Ricardo M. Abreu
18.Jul.07
  5

Dear Herr Bauer,

 

First of all, sorry for not writing in German, but I am trully unable to do so. Also, I could partially read what you wrote using an automatic translator, so perhaps I missed some points.

I am the owner of the Philips BX330A-64 with the nameplate you posted above. As far as I can understand, the "-64" identifies some kind of variation on the model, not the place it was contructed. The place is probably Leuven due to the "L" on the serial number.

I wrote the following on the model page:

"I am restoring a Philips BX330A. Doing some research about this model, I found there are at least three variants of this model:

- BX330A

- BX330A-64

- BX330A-32

My set is a BX330A-64. The BX330A (without suffix) has three bands (LW, MW and only one SW band) while the BX330A-64 has four bands (LW, MW and two SW bands). The RF section has quite different: the BX330A-64 is much closer to the BX350A (with only minor differences).

We may say, loosely speaking, the BX330A-64 has the RF section of an BX350A and an audio section inherited from the regular BX330. I am reconstructing those schematics and hope to post them here soon.

In the BX330A pictures we can find the two types (just count how many bands are marked on the scale).

I don't know details about the BX330A-32. If someone has one of these units, I would be grateful for some more information."

 

Moreover, this sets were constructed around 1953 and 1954, a few significant years after WW2.~

Best regards,

 

Ricardo

Gabriel Toth
02.Aug.07
  6

Dear Collegues,

I have found some additional info about suffixes.

-HU or -NU: Some older universal AC/DC models had some additional mark: HU for higher voltage (150-250V) and NU for lower voltage (120-150V), caused by no possibility to switch dropping resistors in anode supply.

-B/BB: power supply from storage, 6V or 12V batteries only using vibrator.

-B(S): power supply from storage 6V or 12V batteries only using vibrator. But, the 2V heating voltage is getting directly from batteries using dropping resistor.

-V: power supply from storage 6V or 12V batteries only, but anode voltage is created by different way, vibrator is not used.

-X or -A/X: AC power supply having special option (not included to the shassi) for DC supply possibility too.

-L: Univerzal AC/DC model, but using E series tubes only, filament connected series, not parallel.

-C: DC power supply only.

Gabriel

Ernst Erb
03.Nov.07
  7

Dear Gabriel
You are quite right with - HU, NU and the other abbreviations for the power supply.
It all depends also on time - and sometimes on region. Philips changed several times the coding system (by growing that much).

Dietrich Ehrhold has just helped via eMail to find out the country of origin (or maybe of destination) for the Philips 626HU.

The separatly written notice "D" seems never to be for Germany but for Denmark!
All HU models he could trace and showed the plate indicate a D - and are believed to be from Denmark. We will have to investigate further and it would be good if someone ctitical would coordinate the job to find out more than I once have written in "Radios von gestern" or on the text for Philips.
Who would like to care for?

We have also this thread running on the subject ...

 
Philips; Eindhoven (tubes international!); Miniwatt
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